Obere Radialislähmung

Letzte Aktualisierung am 21. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Bei der oberen Radialislähmung kommt es bedingt durch Schädigungen oder Irritationen des Nervus radialis zu einer Parese. Diese entwickelt sich in der Regel in der Nähe der Achsel. Die Lähmung des oberen Radialis geht mit verschiedenen Symptomen für die erkrankte Person einher.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine obere Radialislähmung?

Die obere Radialislähmung ergibt sich durch Schäden am Nervus radialis und äußert sich in einer Reihe von Beschwerden. In einigen Fällen verschwinden die Symptome nach einer gewissen Zeit von selbst wieder. Andernfalls ist eine therapeutische Intervention notwendig, denn die obere Radialislähmung schränkt die betroffenen Patienten erheblich in ihrem Alltag ein. Üblicherweise tritt die Lähmung des oberen Radialis lediglich an einem Arm auf.

Ursachen

Die für die Entstehung einer oberen Radialislähmung verantwortlichen Ursachen sind verschieden und unterscheiden sich unter Umständen stark von Patient zu Patient. Grundsätzlich kommt die Lähmung im Bereich des oberen Radialis jedoch zustande, indem der entsprechende Nerv geschädigt oder irritiert wird. Die Arten der Schädigung und deren Ursachen variieren erheblich. Jedoch ergibt sich die obere Radialislähmung vermehrt durch bestimmte Faktoren.

Bei zahlreichen Patienten entsteht die Lähmung des oberen Radialis im Bereich der Axilla zum Beispiel durch Krücken. Dabei handelt es sich im konkreten Fall meistens um Gehhilfen, die die Unterarme abstützen. Entsteht die Parese durch diesen Faktor, wird die die obere Radialislähmung unter Umständen umgangssprachlich auch als Krückenlähmung bezeichnet.

Darüber hinaus sind jedoch noch eine Reihe weiterer potenzieller Ursachen möglich, die mitunter eine Parese des oberen Radialis hervorrufen. So entwickelt sich die Parese zum Beispiel bei manchen Personen, die einen Gipsverband im entsprechenden Abschnitt des Arms angelegt bekommen. Falls der Verband zu eng sitzt, schädigt er in manchen Fällen den Nervus radialis.

In der Folge entwickelt sich bei einem Teil der Patienten eine obere Radialislähmung. Auch im Rahmen von Traumata ergibt sich bisweilen eine Parese des oberen Radialis. Ein solches Trauma stellt beispielsweise ein Bruch im Kopf des Oberarms dar.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Zusammenhang mit der oberen Radialislähmung leiden die erkrankten Personen an einer Vielzahl von Beschwerden. Zunächst kommt es zur Parese eines bestimmten Muskels, des sogenannten Musculus triceps brachii. In der Folge davon ist eine Streckung des unteren Arms nicht mehr möglich. Darüber hinaus ergeben sich Einschränkungen in der Beweglichkeit diverser anderer Bereiche.

So ist eine radiale Streckung des Handgelenks am betroffenen Arm nur noch schwer möglich. Zudem sind sowohl die Abduktion als auch die Extension der Ulna beeinträchtigt. Ebenfalls ergeben sich bei der sogenannten Supination Probleme. Dies liegt darin, dass bestimmte Muskeln von der Lähmung betroffen sind, zum Beispiel der Musculus supinator. Weitere kennzeichnende Symptome im Rahmen einer oberen Radialislähmung sind etwa eine Fallhand oder sogenannte Fallfinger.

Diese Begriffe beschreiben das Unvermögen, das Handgelenk und die Gelenke der Finger auszustrecken. Zudem sind die erkrankten Personen nicht mehr in der Lage, ihr Faust vollständig zu schließen. Befindet sich der untere Arm in der Mittelstellung, ist eine Beugung nur noch bedingt durchführbar. Denn der Musculus brachioradialis ist ebenfalls von der Lähmung betroffen.

Darüber hinaus zeigen sich im Rahmen der oberen Radialislähmung verringerte Trizepssehnen- und Radiusperiostreflexe. Störungen der Sensibilität ergeben sich an bestimmten Stellen des oberen und unteren Arms. Diese Beschwerden entstehen, da zahlreiche Nerven ausfallen, darunter der Nervus cutaneus brachii lateralis und ein Teil des Nervus radialis. Verschwindet die Lähmung des oberen Radialis nicht spätestens nach einer bestimmten Zeit, entwickelt sich eine Atrophie einiger Muskelgruppen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Patienten mit den Hauptsymptomen einer oberen Radialislähmung wird dringend empfohlen, einen Arzt über die Beschwerden zu informieren. Bei der Anamnese erfragt der behandelnde Arzt die Symptomatik und erörtert mögliche Ursachen, die zur Lähmung des oberen Radialis geführt haben. Nach dem Patientengespräch werden klinische Untersuchungsverfahren eingesetzt.

Dabei überprüft der Arzt, ob die erkrankte Person zur Streckung und Beugung verschiedener Abschnitte von Arm, Hand und Fingern in der Lage ist. Dabei wird auch das Vorhandensein spezifischer Reflexe getestet, die auf eine obere Radialislähmung hinweisen. Hinsichtlich der Differenzialdiagnose ist es von besonders großer Bedeutung, die obere Radialislähmung von der Parese des unteren Radialis abzugrenzen.

Um die Diagnosestellung der oberen Radialislähmung zu sichern, kommt eine Elektroneurographie zum Einsatz. Dabei erhält der Arzt zudem wichtige Informationen über die Lokalisation der Schädigungen am Nerv.

Komplikationen

Bei dieser Krankheit leiden die Betroffenen an einer Lähmung. Sie wirkt sich sehr negativ auf die Lebensqualität aus und kann dabei zu erheblichen Einschränkungen in der Bewegung und damit auch im Alltag des Patienten führen. Somit ist für die meisten Patienten das Strecken das Armes nicht mehr ohne Weiteres möglich. Es können dabei auch Schmerzen auftreten, die sich aus dem Arm in vielen Fällen in die Finger ausbreiten.

Auch das Schließen der Faust ist bei dieser Lähmung nicht mehr möglich, sodass die Patienten in vielen Fällen auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen sind. Weiterhin führt die Krankheit zu Störungen der Sensibilität und zu einem falschen Temperaturempfinden. Auch die Muskeln werden abgebaut, da sie nicht mehr aktiv genutzt werden. In einigen Fällen kann diese Lähmung auch zu Depressionen oder zu anderen psychischen Einschränkungen führen.

Vor allem junge Menschen sind von diesen Beschwerden betroffen. In der Regel ist bei dieser Lähmung keine direkte Behandlung notwendig. Mit Hilfe von ausreichend Ruhe und Erholung kann sich der Nerv erholen, sodass die Beschwerden verschwinden. Im Falle eines Knochenbruches ist ein operativer Eingriff notwendig. Dabei kommt es in der Regel nicht zu Komplikationen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten sollten grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Kann der Arm nicht mehr wie gewohnt bewegt werden, ist ein Arztbesuch vonnöten. Beschwerden der Muskeln, Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit oder Sensibilitätsstörungen sind untersuchen und behandeln zu lassen. Kann die Greiffunktion nicht mehr wie gewohnt ausgeführt werden, kommt es zu Taubheitsempfindungen auf der Haut oder leidet der Betroffene unter einer Überempfindlichkeit gegenüber wahrgenommenen Reizen, muss ein Arzt konsultiert werden.

Bei Lähmungen, einem Verlust des Wohlbefindens, einem allgemeinen Unwohlsein oder einem Krankheitsgefühl benötigt der Betroffene Hilfe. Können die alltäglichen Anforderungen nicht mehr erfüllt werden oder ist eine Teilnahme an gewohnten sportlichen Aktivitäten nicht möglich, sind Untersuchungen zur Klärung der Ursache anzuraten. Eine Temperaturempfindlichkeit ist charakteristisch für die obere Radialislähmung. Sie sollte mit einem Arzt besprochen werden, damit ein Behandlungsplan erstellt werden kann.

Stellen sich aufgrund der körperlichen Beeinträchtigung zusätzlich emotionale Beschwerden ein, besteht ebenfalls Anlass zu Besorgnis. Bei Stimmungsschwankungen, Verhaltensauffälligkeiten oder einem Rückzug aus dem sozialen Leben, sind die Beobachtungen mit einem Arzt oder Therapeuten zu besprechen. Leidet der Betroffene unter einer gedrückten Stimmung oder kommt es zu einem aggressiven Auftreten, sind dies häufig Folgeerscheinungen einer körperlichen Störung. Ein Arzt ist zu konsultieren, sobald die Auffälligkeiten über eine längere Zeit anhalten oder zunehmen.

Behandlung & Therapie

Die behandlungstechnischen Maßnahmen sind im Zusammenhang mit der oberen Radialislähmung vor allem von der auslösenden Ursache der Parese abhängig. Ist die Lähmung des oberen Radialis die Folge einer zu langen Einwirkung von Druck, steht die Prognose in der Regel vergleichsweise positiv. Der Nervus radialis erholt sich meist nach einiger Zeit und die obere Radialislähmung verschwindet von selbst, wenn der erkrankte Arm vorübergehend nicht belastet wird.

Anders verhält es sich bei Schädigungen des Nervs nach Knochenbrüchen. In solchen Fällen sind oftmals chirurgische Eingriffe erforderlich. Dadurch lässt sich die Unterbrechung im Verlauf des Nervs rekonstruieren.

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Vorbeugung

Die obere Radialislähmung ist vermeidbar, indem der Arm nicht überbelastet wird. Denn dies schädigt unter Umständen den Nervus radialis.

Das können Sie selbst tun

Einseitige Belastungen oder Fehlhaltungen des Körpers sollten vermieden oder möglichst schnell korrigiert werden. Benötigt der Betroffene im Alltag Hilfe bei der Regulierung der optimalen Bewegungsabläufe, ist die Rücksprache mit einem Arzt oder Physiotherapeuten anzuraten. In Zusammenarbeit mit dem ausgebildeten Personal können Optimierungen und Verbesserungen der Koordination erarbeitet werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Körper beim Tragen von Taschen oder bei Arbeiten im Sitzen Grenzen aufzeigt, die als Warnhinweis verstanden werden sollten.

Durch regelmäßige sportliche Aktivitäten wird das Muskelsystem unterstützt. Zusätzlich können Massagen oder gezielte Auflockerungsübungen dabei helfen, mögliche Verhärtungen der Muskelfasern zu lösen. Es ist darauf zu achten, dass keine Extremsportarten ausgeübt werden. Ausgleichende Bewegungen sind wichtig, damit keine Verspannungen oder Überlastungen auftreten. Der Arbeitsplatz sowie die Schlafhygiene sollten überprüft und gegebenenfalls optimiert werden. Da die Lähmung zu einer Einschränkung bei der Erfüllung der täglichen Aufgaben führt, ist es notwendig den Alltag umzustrukturieren. Die Unterstützung von Menschen aus dem nahen Umfeld sollte dabei in Anspruch genommen werden.

Zur Stärkung der Lebensfreude und des Wohlbefinden ist es wichtig, dass Freizeitaktivitäten stattfinden, die den Betroffenen emotional erfüllen. Dies beugt möglichen psychischen oder emotionalen Belastungen vor. Dadurch werden Folgeerkrankungen auf der seelischen Ebene vermieden.

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013


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