Orthopädie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der Facharzt für Orthopädie behandelt Menschen, die über Schwierigkeiten oder Schmerzen im Bewegungsapparat klagen. Vor allem Verschleißerscheinungen, die sich mit zunehmendem Alter an Gelenken und Muskeln niederschlagen, aber auch vorzeitige Erkrankungen am Bewegungsapparat zählen zu den Kernkompetenzen des Mediziners.

Der Name des Fachs stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus „orthos“ für gerade oder aufrecht und „paidion“ für Kind zusammen. Er verweist auf die Anfänge des Gebiets, in denen die Behandlung von Wachstumsstörungen und Verformungen bei Kindern im Vordergrund stand. Heute reicht das Aufgabenfeld vom Säuglingsalter bis ins hohe Lebensalter und umfasst angeborene, erworbene, verschleißbedingte und unfallbedingte Veränderungen gleichermaßen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Orthopädie?

Orthopädie
Der Facharzt für Orthopädie behandelt Menschen, die über Schwierigkeiten oder Schmerzen im Bewegungsapparat klagen.

Wenn Patienten Schmerzen oder Beeinträchtigungen an Muskeln, Knochen oder Sehnen haben, wenden sie sich an einen Facharzt für Orthopädie. Durch die Probleme wird häufig der gesamte Bewegungsapparat der betroffenen Körperregion eingeschränkt. In vielen Fällen sind derartige Behandlungen mit zunehmendem Alter notwendig.

Andererseits können die Beschwerden von Geburt an oder nach Unfällen auftreten. Orthopäden arbeiten entweder in einer orthopädischen Gemeinschaftspraxis, in einem Rehazentrum, in einem Sportzentrum oder einer Klinik. Grundvoraussetzung ist, dass die Ärzte das Medizinstudium an einer Hochschule erfolgreich absolviert haben. Anschließend müssen sie spezielle Schulungen in den Fachbereichen Chirurgie sowie Orthopädie wahrnehmen. Insgesamt dauert die Qualifikationsmaßnahme etwa sechs Jahre. Seit der Neuordnung der ärztlichen Weiterbildung Mitte der 2000er Jahre lautet die Facharztbezeichnung nicht mehr allein Orthopädie, sondern Orthopädie und Unfallchirurgie.

Nach dieser Weiterbildungszeit müssen Teilnehmer eine erneute Prüfung ablegen, um das erlernte Wissen unter Beweis zu stellen. Da die Medizin einem ständigen technischen sowie wissenschaftlichen Fortschritt unterliegt, müssen sich auch Orthopäden regelmäßig weiterbilden, damit eine optimale Versorgung der Patienten gewährleistet werden kann.

Damit der Facharzt die richtige Diagnose stellen kann, ist nicht nur der Ist-Zustand entscheidend, sondern vielmehr auch mögliche Vorerkrankungen oder Ähnliches. Dementsprechend müssen Orthopäden auf ein analytisches Denkvermögen zurückgreifen können.

Gegenstand des Fachs ist der Bewegungsapparat als Ganzes. Unterschieden wird dabei zwischen dem passiven Anteil – Skelett, Gelenkflächen, Bandscheiben, Gelenkkapseln und Bändern – und dem aktiven Anteil aus Muskulatur und Sehnen. Beide Anteile arbeiten so eng zusammen, dass eine Störung des einen fast immer den anderen mitbetrifft: Eine schmerzhafte Fehlstellung führt zu einer Schonhaltung, die Schonhaltung zu einem Abbau der Muskulatur, und der Muskelabbau belastet das betroffene Gelenk zusätzlich. Aus diesem Zusammenhang erklärt sich, warum orthopädische Behandlungspläne nur selten aus einer einzelnen Maßnahme bestehen.

Von den Nachbarfächern grenzt sich die Orthopädie über die Fragestellung ab. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen werden internistisch abgeklärt und medikamentös eingestellt, während der Orthopäde die daraus entstandenen Gelenkschäden versorgt. Die Neurochirurgie übernimmt Eingriffe an Rückenmark und Nervenwurzeln; bei Wirbelsäulenoperationen arbeiten beide Fächer je nach Haus eng zusammen oder teilen sich das Spektrum auf. Die Radiologie erstellt und befundet die Bilder, die der Orthopäde anschließend mit dem klinischen Befund zusammenführt. Physiotherapie und Ergotherapie wiederum sind eigenständige Gesundheitsberufe, die auf ärztliche Verordnung hin behandeln.

Vom Namen her ähnliche Begriffe bezeichnen etwas anderes: Die Kieferorthopädie ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin und befasst sich mit Zahn- und Kieferfehlstellungen, die Osteopathie ist ein manuelles Behandlungsverfahren außerhalb der ärztlichen Weiterbildung, und die Orthopantomographie ist eine Röntgenaufnahme des Kiefers. Mit dem ärztlichen Fachgebiet Orthopädie hat keiner dieser Begriffe unmittelbar zu tun.

Innerhalb des Gebiets haben sich Schwerpunkte herausgebildet, die an größeren Kliniken eigene Abteilungen bilden. Die Kinderorthopädie befasst sich mit angeborenen und wachstumsbedingten Veränderungen wie der Hüftdysplasie, dem Klumpfuß oder der Skoliose. Die Endoprothetik ersetzt zerstörte Gelenke durch Kunstgelenke, vor allem an Hüfte und Knie. Die Wirbelsäulenchirurgie versorgt Bandscheibenschäden, die Spinalkanalstenose, das Wirbelgleiten und Verformungen wie die Kyphose. Die Handchirurgie und die Fußchirurgie arbeiten an kleinen Gelenken mit engen Platzverhältnissen. Die Sportorthopädie als Teil der Sportmedizin kümmert sich um Verletzungen und Überlastungsschäden bei Freizeit- und Leistungssportlern. Die technische Orthopädie schließlich versorgt Patienten mit Orthesen, Prothesen, Schuhzurichtungen und Einlagen.

Orthopädische Versorgung findet auf mehreren Ebenen statt. Die Facharztpraxis oder das medizinische Versorgungszentrum ist für die meisten Patienten die erste Anlaufstelle; dort werden Diagnostik, konservative Behandlung und Nachsorge geleistet. Operationen erfolgen in Krankenhäusern und Fachkliniken, an die sich häufig eine stationäre oder ambulante Rehabilitation anschließt. Für Arbeits- und Wegeunfälle bestehen eigene Verfahren der gesetzlichen Unfallversicherung, in denen besonders zugelassene Ärzte die Erstversorgung übernehmen und das weitere Heilverfahren steuern. Neben der Spezialisierung im Fach selbst bestehen darüber hinaus Möglichkeiten der weiteren Qualifikation, etwa in Richtung Handchirurgie, Kinderorthopädie oder Sportmedizin.

Die Geschichte des Fachs beginnt lange vor seiner heutigen Gestalt. Als Namensgeber gilt der französische Arzt Nicolas Andry, der die Bezeichnung Mitte des 18. Jahrhunderts in einer Schrift über die Verhütung und Behandlung von Verformungen bei Kindern einführte. Das darin abgebildete junge Bäumchen, das mit einem Band an einen geraden Pfahl gebunden ist, wurde später zum Sinnbild des Gebiets. Im 19. Jahrhundert entstanden orthopädische Anstalten, in denen vor allem mit Apparaten, Streckverbänden und Übungsbehandlungen gearbeitet wurde; operiert wurde selten, weil es an Betäubung und an Schutz vor Wundinfektionen fehlte. Erst Narkose und keimfreies Arbeiten machten Eingriffe am Knochen im größeren Umfang möglich, und die Entdeckung der Röntgenstrahlen am Ende des 19. Jahrhunderts veränderte die Diagnostik grundlegend. Im 20. Jahrhundert prägten zunächst die Folgen der Kinderlähmung und der beiden Weltkriege das Fach, später der künstliche Gelenkersatz, der sich seit den 1960er Jahren zu einem der häufigsten planbaren Eingriffe überhaupt entwickelte.

Wer eine orthopädische Praxis aufsucht, sollte sich auf ein längeres Gespräch und eine körperliche Untersuchung einstellen, für die leichte Kleidung praktisch ist. Hilfreich sind mitgebrachte Vorbefunde und frühere Aufnahmen, weil sie Wiederholungsuntersuchungen ersparen können, sowie eine Liste der eingenommenen Medikamente. Bei chronischen Beschwerden lohnt es sich, vor dem Termin zu notieren, in welchen Situationen die Beschwerden auftreten und was sie lindert – solche Angaben sind für die Einordnung oft aufschlussreicher als das Bild. Wer unsicher ist, ob eine vorgeschlagene Operation im eigenen Fall der richtige Weg ist, kann eine zweite ärztliche Meinung einholen; bei planbaren Eingriffen ist dafür in aller Regel genügend Zeit.

Behandlungen & Therapien

Orthopäden müssen eine Vielzahl von Erkrankungen diagnostizieren und behandeln können. Da es sich zusammenfassend um Beschwerden im Muskel- und Bewegungsapparat handelt, ist auch das Behandlungsspektrum darauf beschränkt.

Zu den Hauptaufgaben zählt die Durchführung von Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen sowie die Arbeit mit Endoprothesen. Ferner behandeln die Fachmediziner auch Erkrankungen der Bandscheiben. Häufigste Erkrankung in diesem Zusammenhang ist der sogenannte Bandscheibenvorfall. Osteoporose, Arthrose und andere Knochen- bzw. Gelenkbeschwerden werden vom Orthopäden nicht nur erkannt, sondern auch wirksam behandelt.

Des Weiteren versorgen die Mediziner auch Patienten, die unter plötzlichen Unfallfolgen leiden müssen. Dazu zählen insbesondere auch Sportverletzungen. Zu den medizinischen Fachkenntnissen zählt auch die Krankheit Rheuma, womit Probleme im Bewegungs- und Stützapparat einhergehen. In den meisten Fällen werden die Probleme und Erkrankungen von großen Schmerzen begleitet, so dass Fachärzte zunächst schmerzlindernd einwirken müssen.

Ziel der Behandlung ist es, dass die Patienten eine Wiederherstellung bzw. Besserung der funktionellen Einschränkung erreichen. Dadurch können Betroffene wieder am Alltagsleben teilhaben. Außerdem wirkt der Orthopäde auch präventiv, so dass weitere Gesundheitsschäden im Hinblick auf die Krankheitsursache verhindert werden.

Außerdem zählt zum Berufsbild, dass negative Begleiterscheinungen durch den Mediziner vermieden werden. Insofern agiert der Facharzt auch als Berater, der Auskünfte über eine gesunde sowie bewusste Lebensführung erteilt.

Das Krankheitsspektrum lässt sich grob in vier Gruppen ordnen. Angeboren oder wachstumsbedingt sind Hüftreifungsstörungen, Fußfehlstellungen wie Plattfuß, Spreizfuß und Knick-Senkfuß sowie die Wirbelsäulenverkrümmung. Degenerativ, also verschleißbedingt, sind die Hüftgelenksarthrose und die Kniegelenksarthrose, die Osteochondrose der Wirbelsäule und der altersbedingte Verschleiß der Bandscheiben. Entzündlich bedingt sind Gelenkentzündungen, der Morbus Bechterew und die Gicht. Traumatisch, also durch einen Unfall entstanden, sind Knochenbrüche, Bänderrisse, der Kreuzbandriss, der Meniskusriss und der Achillessehnenriss.

Hinzu kommt eine große Gruppe von Überlastungs- und Engpassbeschwerden, bei denen kein einzelnes Ereignis, sondern eine dauerhafte Fehl- oder Mehrbelastung am Anfang steht: der Tennisellenbogen, die Sehnenscheidenentzündung, Engpasssyndrome der Schulter, das Karpaltunnelsyndrom und der Hallux valgus am Fuß. Auch Muskelverspannungen und Rückenschmerzen ohne eindeutigen Befund gehören hierher; sie zählen zu den häufigsten Anlässen, eine orthopädische Praxis aufzusuchen.

Der weit überwiegende Teil der orthopädischen Behandlung ist konservativ, also nicht operativ. Dazu zählen Krankengymnastik und gezielter Muskelaufbau, Massage und physikalische Anwendungen mit Wärme, Kälte oder Strom, die Stoßwellentherapie bei hartnäckigen Sehnenansatzbeschwerden, Bandagen und Orthesen zur Führung eines Gelenks sowie Schuhzurichtungen und Einlagen. Medikamentös kommen Schmerzmittel und entzündungshemmende Wirkstoffe zum Einsatz, bei örtlich begrenzten Beschwerden auch Injektionen, etwa mit Kortison. Ergänzend spielen Schulungsangebote wie die Rückenschule und die Beratung zu Gewicht, Bewegung und Arbeitsplatzgestaltung eine Rolle, weil sie an den Ursachen ansetzen und nicht allein an den Beschwerden.

Wird operiert, reicht das Spektrum von kleinen Eingriffen bis zu aufwendigen Rekonstruktionen. Über kleine Zugänge lässt sich ein Gelenk einsehen und im selben Eingriff behandeln. Bei Brüchen kommt die Osteosynthese zum Einsatz, bei der die Bruchstücke mit Schrauben, Platten oder Nägeln stabilisiert werden. Ist ein Gelenk weitgehend zerstört, wird es durch eine Hüftprothese oder eine Knieprothese ersetzt. An der Wirbelsäule reichen die Verfahren von der Entlastung eingeengter Nerven bis zur Versteifung einzelner Segmente. Die Entscheidung für eine Operation hängt nicht allein vom Bild ab, sondern vom Leidensdruck, von der Einschränkung im Alltag und davon, ob die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

Um das Wohl der Patienten zu fördern, arbeiten Orthopäden mit ausgebildeten Physiotherapeuten zusammen. Die Therapeuten unterstützen die Arbeit des Facharztes durch spezielle Therapieverfahren. Wenn der Patient beim Orthopäden vorstellig wird, muss dieser zunächst eine Anamnese der Grunderkrankung aufstellen.

In den meisten Fällen können die Beschwerden durch technische Hilfsmittel genauer lokalisiert werden. Dazu bedient sich der Facharzt moderner Röntgen-, CT-, Kernspin- und sonografischer Geräte. Diese bildgebenden Verfahren ermöglichen es, Knochen und Weichteile des Patienten anhand von Bildern darzustellen. Hierbei muss der Orthopäde die Aufnahmen deuten können, um die Beschwerden und Einschränkungen näher definieren zu können.

Sofern ein operativer Eingriff nicht mehr abzuwenden ist, können orthopädische Fachmediziner die Operation selbst durchführen. Insbesondere die Wirbelsäule, aber auch Schultern, Oberarme, Ellbogen, Unterarme, Hände, Hüftgelenke, Kniegelenke, Oberschenkel, Unterschenkel, Sprunggelenke und Nerven sowie Gefäße werden von Orthopäden wirksam behandelt. Allerdings müssen nicht alle Beschwerden operativ verarztet werden. Stattdessen werden die Fachmediziner während der Ausbildungsphase darin unterrichtet, die einzelnen Körperregionen durch eine punktuelle Behandlung zu versorgen.

Dazu zählen vor allem Injektionen und andere schmerz- sowie entzündungshemmende Medikamente. Da auch muskuläre Probleme zum Aufgabengebiet des Orthopäden gehören, kann er entsprechende Diagnosen durch neurophysiologische Untersuchungen, durch Gelenkspiegelungen sowie durch eine Muskelfunktionsanalyse aufstellen. Wurde die Erkrankung erfolgreich behandelt, sollte der Facharzt ebenso die Vorbeugung im Blick behalten. Dazu zählt besonders die enge Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Physiotherapeuten.

Am Anfang jeder orthopädischen Untersuchung steht das Gespräch. Der Arzt fragt nach Beginn, Verlauf und Charakter der Beschwerden, nach auslösenden und lindernden Bewegungen, nach Beruf, Sport und Vorbehandlungen. Erst danach folgt die körperliche Untersuchung, die bei Beschwerden des Bewegungsapparats besonders aussagekräftig ist. Beurteilt werden Haltung und Gangbild, die Beweglichkeit der Gelenke, Kraft und Muskelumfang, Druckschmerzpunkte sowie eine Reihe von Funktionstests, die gezielt einzelne Strukturen belasten. Für die Beweglichkeit hat sich mit der Neutral-Null-Methode ein einheitliches Messverfahren durchgesetzt, das Bewegungsausmaße in Winkelgraden von einer festgelegten Nullstellung aus angibt und Befunde dadurch zwischen verschiedenen Untersuchern vergleichbar macht.

Die Bildgebung ergänzt den klinischen Befund, ersetzt ihn aber nicht. Die Röntgenaufnahme zeigt vor allem knöcherne Strukturen, Gelenkspalten und Achsverhältnisse und steht bei Verdacht auf einen Bruch oder eine Arthrose meist am Anfang. Die Magnetresonanztomographie stellt Weichteile dar – Bandscheiben, Menisken, Bänder, Sehnen, Knorpel und Muskulatur – und kommt zum Einsatz, wenn das Röntgenbild die Beschwerden nicht erklärt. Die Computertomographie bildet komplizierte Brüche und knöcherne Verhältnisse räumlich ab. Der Ultraschall eignet sich für Sehnen, Schleimbeutel und Gelenkergüsse; er kommt ohne Strahlenbelastung aus und erlaubt den Seitenvergleich unter Bewegung. Ergänzend kommen die Knochendichtemessung bei Verdacht auf Knochenschwund, die Szintigraphie zur Darstellung der Stoffwechselaktivität im Knochen und die Elektromyographie zur Beurteilung von Muskel- und Nervenfunktion hinzu.

Laboruntersuchungen spielen eine ergänzende Rolle, etwa wenn Entzündungswerte im Blutbild für eine bakterielle oder rheumatische Ursache sprechen oder wenn erhöhte Harnsäurewerte den Verdacht auf eine Gicht stützen. Bei unklarem Gelenkerguss kann eine Punktion Aufschluss geben. Bei Kindern richtet sich die Diagnostik am Wachstum aus: Hier ist neben dem aktuellen Befund vor allem die Entwicklung über die Zeit entscheidend, weshalb Verlaufskontrollen einen größeren Stellenwert haben als eine einzelne Aufnahme.

Aus dem Zusammenspiel von Anamnese, Untersuchung und Bildgebung entsteht die Arbeitsdiagnose, aus der sich der Behandlungsplan ableitet. Häufig zeigt sich dabei, dass Bild und Beschwerden nicht deckungsgleich sind: Verschleißzeichen im Röntgenbild finden sich auch bei Menschen ohne jede Beschwerde, und umgekehrt können erhebliche Schmerzen bestehen, ohne dass sich ein auffälliger Bildbefund zeigt. Für die Behandlung ist deshalb entscheidend, welche Einschränkung der Patient im Alltag tatsächlich erlebt.

Quellen

  • Niethard, F. U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783132443136
  • Grifka, J. (Hrsg.): Orthopädie, Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783662605196
  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., et al.: Klinikleitfaden Orthopädie Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783437224775
  • Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Chirurgie.
    ISBN: 9783132431874
  • Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
    ISBN: 9783110783346

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