Querschnittslähmung
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Querschnittslähmung oder Querschnittssyndrom ist eine meist bleibende Schädigung bzw. Durchtrennung des Rückenmarksquerschnitts. Unterhalb der Rückenmarksdurchtrennung kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer vollständigen oder unvollständigen Lähmung des Körpers.
Fachlich wird zwischen einer kompletten und einer inkompletten Querschnittslähmung unterschieden. Die Höhe der Schädigung im Rückenmark bestimmt, welche Körperbereiche ausfallen: Betroffen ist alles, was von Nerven auf Höhe der Schädigung und darunter versorgt wird.
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Was ist eine Querschnittslähmung?
Die Querschnittslähmung ist eine durch eine Schädigung im Rückenmark (zum Beispiel durch Wirbelbrüche) verursachte teilweise oder vollständige Lähmung des Körpers.
Je nach Höhe der Schädigung im Rückenmark kann die Lähmung sich nur auf die unteren Extremitäten (Beine) oder auf alle vier Extremitäten (Beine und Arme) auswirken. Ein vollständig gelähmter Patient, der alle vier Extremitäten nicht mehr bewegen kann, wird Tetraplegiker genannt. Sind nur die Beine gelähmt, spricht man von einer Paraplegie; diese Form ist mindestens ebenso häufig wie die Tetraplegie.
Es wird unterschieden zwischen der Plegie (vollständige Lähmung) und der Parese (teilweise Lähmung). Auch kann es vorkommen, dass der Gelähmte die Extremität noch ein wenig bewegen kann, Temperaturunterschiede wahrnimmt (heiß und kalt) oder Berührungen spüren kann, obwohl die aktive Bewegung selbst nicht möglich ist. Eine Lähmung kann im Laufe der Jahre von einer schlaffen in eine spastische Lähmung übergehen.
Ursachen
Es kann aber auch eine Krebserkrankung, ein Bandscheibenvorfall oder eine Begleiterscheinung der Multiplen Sklerose vorliegen, die das Rückenmark schädigen. Die Querschnittslähmung ist nicht zu verwechseln mit Symptomen des Schlaganfalls, bei dem die Lähmung in aller Regel halbseitig rechts oder links auftritt.
Beim Querschnittsgelähmten ist dies nicht der Fall, die Lähmung findet entweder in beiden Beinen oder zusätzlich noch in beiden Armen statt. Es kann dennoch sein, dass eine Extremität mehr Empfindungsvermögen beibehält als die andere oder dass eine minimale Bewegung in einem Arm weiterhin möglich ist.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Die Querschnittlähmung kennt unterschiedliche Symptomatiken, die abhängig von der Lokalisation und Schwere der Rückenmarksverletzung sind. Grundsätzlich gilt, dass alle Körperbereiche, die von Nerven an oder unterhalb der Verletzung versorgt werden, von Symptomen betroffen sind.
Eine komplette Querschnittslähmung bedeutet einen Funktionsverlust aller Muskeln unterhalb der Schädigungshöhe und keinerlei Sensibilität an den Innenseiten der Oberschenkel. Es kommt zu einer vollständigen Inkontinenz. Die Funktion der Geschlechtsorgane kommt zum Erliegen. Trat die Verletzung im Bereich der Halswirbel auf, kann auch die Atmung betroffen sein.
Eine inkomplette Querschnittslähmung, bei der nicht alle Nervenbahnen geschädigt sind, lässt hingegen noch Sensibilität und motorische Fähigkeiten zu. Diese sind in Abhängigkeit von der Verletzungsstelle zu sehen. So können auch teils entweder nur die Arme noch bewegt werden oder es bleibt nur das Gefühl in den Beinen erhalten. Sind die Arme gelähmt, gilt dies auch für die Beine, aber nicht zwingend umgekehrt. Teils bleiben auch einzelne motorische Fähigkeiten erhalten.
Die Lähmungen sind zu Beginn derart, dass die Muskeln völlig erschlaffen und sich nicht anspannen lassen. Erst nach ein paar Wochen geht diese Schlaffheit in eine Spastik über, die ebenfalls einer Lähmung gleicht.
Diese Anfangsphase mit völlig erschlaffter Muskulatur und erloschenen Reflexen wird als spinaler Schock bezeichnet. Solange er anhält, lässt sich noch nicht beurteilen, welche Ausfälle bleiben werden. Eine verlässliche Einschätzung der bleibenden Schäden ist erst möglich, wenn der spinale Schock abgeklungen ist; das kann mehrere Wochen dauern.
Schmerzen in der Anfangsphase sind meist auf die Verletzung zurückzuführen, die zur Querschnittslähmung führte. Im weiteren Verlauf entwickeln jedoch viele Betroffene neuropathische Schmerzen, die vom geschädigten Rückenmark selbst ausgehen und oft in den gefühllosen Körperbereichen empfunden werden.
Diagnose & Verlauf
Die Symptome der Querschnittslähmung und die verbliebenen Fähigkeiten sind sehr individuell. Die Symptome der Querschnittslähmung beschränken sich entgegen vieler Meinungen nicht nur auf den Bewegungsapparat. Auch kann es zum Ausfall des Mastdarms und des Blasenschließmuskels kommen, der Patient wird inkontinent.
In der Notfallbehandlung geht man bei bewusstlosen Patienten infolge eines Unfalls immer von Wirbelsäulenverletzungen aus. Aus diesem Grunde wird bei solchen Notfallpatienten immer eine Schiene bzw. eine Halskrause zur Stabilisierung der Wirbelsäule verwendet.
Lange Zeit wurde die Halskrause dabei jedem Unfallverletzten angelegt. Nach heutigem Kenntnisstand wird sie gezielter eingesetzt, weil das Anlegen selbst mit Bewegung verbunden ist; im Vordergrund steht, den Verletzten insgesamt so wenig wie möglich zu bewegen und Kopf, Hals und Rumpf stets in einer Achse zu halten.
Es gibt eine Reihe von Sofortmaßnahmen, die ergriffen werden können und versuchen sollen, die Lähmung aufzuhalten oder schlimmere Schäden zu verhindern. Viele dieser Maßnahmen, die von diversen Infusionen bis hin zu Notfalloperationen reichen, können aber keinen Erfolg garantieren, sondern sind vielmehr als Versuch zu werten.
Komplikationen
Von einer Reflexblase ist die Rede, wenn bei einer befüllten Harnblase der Reflex zur Blasenentleerung automatisch angeregt oder ausgelöst wird. Bei einer schlaffen Blase bleibt dieser Reflex aus, weil die Kontraktionen fehlen. Dadurch steigt das Risiko von Harnwegsinfektionen an, die zum Teil einen komplizierten Verlauf nehmen.
Ebenfalls zu den Folgeerscheinungen einer Querschnittslähmung zählen Störungen bei der Entleerung des Mastdarms. Ihr Ausmaß richtet sich nach der Verletzungshöhe. Tritt eine Schädigung über dem Sakralmark ein, fällt der Darmentleerungsreflex einige Wochen aus. Außerdem lässt sich der Schließmuskel nicht mehr willkürlich kontrollieren.
Bei einer kompletten Zerstörung des Sakralmarks verschwindet der Darmentleerungsreflex vollständig, sodass eine mechanische Entfernung des Darminhalts erforderlich ist. Zu den schwersten Komplikationen gehören die Verminderung oder sogar der totale Ausfall der Gefühlsempfindung. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige Kontrolle der betroffenen Hautpartien nötig, damit es nicht zu Druckgeschwüren (Dekubitus) kommt.
Weil die Schmerzreaktion ausbleibt, besteht die Gefahr von unbemerkten Knochenfrakturen oder Verbrennungen. Weitere mögliche Folgeerscheinungen der Querschnittslähmung sind Störungen der Blutdruckregulation, Kalkablagerungen in den Gelenken, Thrombosen sowie sexuelle Beeinträchtigungen.
Die gefährlichste dieser Blutdruckstörungen ist die autonome Dysreflexie. Sie kann auftreten, wenn die Schädigung oberhalb des sechsten Brustwirbels liegt. Dabei löst ein an sich harmloser Reiz unterhalb der Lähmungshöhe, meist eine volle Blase oder ein abgeknickter Blasenkatheter, seltener ein voller Darm, ein eingewachsener Zehennagel oder ein Druckgeschwür, einen plötzlichen starken Blutdruckanstieg aus. Typische Anzeichen sind heftige, pochende Kopfschmerzen, Schwitzen und gerötete Haut oberhalb der Lähmungshöhe, blasse und kalte Haut darunter, ein langsamer Puls sowie Unruhe.
Die autonome Dysreflexie ist ein Notfall, weil der Blutdruck so weit steigen kann, dass eine Hirnblutung droht. Betroffene und Angehörige sollten die Anzeichen kennen. Als Erstes wird der Betroffene aufrecht hingesetzt und werden die Beine heruntergenommen, danach werden enge Kleidung, Bauchgurte und Beinbeutelbänder gelockert und die auslösende Ursache gesucht, in erster Linie eine volle Blase. Sinkt der Blutdruck dadurch nicht rasch, ist der Notruf 112 zu wählen; die Rettungskräfte sind ausdrücklich auf die Querschnittslähmung und den Verdacht auf eine autonome Dysreflexie hinzuweisen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Kommt es nach einem Sturz, Unfall oder einer Gewalteinwirkung zu Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten, wird ein Arzt benötigt. Bei einer Querschnittslähmung kann der Betroffene unterhalb der Schädigungshöhe keine willkürlichen Bewegungen mehr auslösen. Ist auch der Arm betroffen, ist es ihm selbst nicht möglich, seine Gliedmaßen zu steuern oder telefonisch ärztliche Hilfe zu rufen.
Zudem können Berührungen der Haut oder von anderen Personen ausgelöste Bewegungen unterhalb der Schädigungshöhe nicht mehr wahrgenommen werden. Die Muskulatur ist dort zunächst vollständig erschlafft. Je nach Höhe der Schädigung sind dabei nur die Beine oder zusätzlich die Arme betroffen. Ein Rettungsdienst ist zu alarmieren, sobald sich Auffälligkeiten zeigen, da ein akuter Handlungsbedarf besteht. Um keine weiteren Schäden auszulösen, muss den Anweisungen der gerufenen Notfallstelle Folge geleistet werden.
Bei einer Querschnittslähmung geht die Kontrolle über die Blase sofort verloren, da der Schließmuskel nicht mehr willkürlich gesteuert werden kann. In der Anfangsphase kann sich die Blase häufig nicht mehr entleeren, sodass sie sich unbemerkt füllt und der Urin erst bei Überfüllung unwillkürlich abgeht. Dieses Anzeichen kann von anwesenden Personen als alarmierend eingestuft werden. Werden gleichzeitig auf der Innenseite der Oberschenkel keine Reize mehr wahrgenommen, benötigt der Betroffene einen Rettungswagen.
Die Querschnittslähmung tritt typischerweise plötzlich ein. Es gibt ein auslösendes Ereignis, bei dem ein sofortiger Handlungsbedarf besteht. Die natürlichen motorischen Fähigkeiten sind innerhalb weniger Sekunden nicht mehr vorhanden.
Bei jedem Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung gilt: sofort den Notruf 112 wählen. Bis der Rettungsdienst eintrifft, wird der Verletzte nicht bewegt und auch nicht aufgesetzt oder aufgerichtet. Nur wenn er nicht atmet oder am Unfallort unmittelbar in Gefahr ist, wird er umgelagert, dann möglichst zu mehreren und mit Kopf, Hals und Rumpf in einer Achse. Ein Motorradhelm wird bei jedem Bewusstlosen abgenommen, weil sonst weder die Atemwege freigemacht noch beatmet werden kann; auch das geschieht am besten zu zweit, wobei eine Person den Kopf in Achsenstellung hält.
Behandlung & Therapie
Die langfristige Behandlung umfasst vor allem physiotherapeutische Maßnahmen, die die passive Beweglichkeit unterstützen und eventuelle aktive Bewegungsmöglichkeiten versuchen zu fördern. Neben der Physiotherapie gehören heute die Ergotherapie, die geregelte Versorgung von Blase und Darm, die Behandlung von Spastik und Schmerzen sowie die Anpassung von Hilfsmitteln zur Langzeitbehandlung. Erstversorgung und Rehabilitation erfolgen möglichst in einem spezialisierten Zentrum für Querschnittgelähmte.
Seit 2010 ist die Behandlung mit Stammzellen bei Akutfällen für die Forschung erlaubt, da diese in Tierversuchen eine deutliche Besserung der Beweglichkeit erreichte bis hin zur vollständigen Heilung der Lähmung.
Es war angedacht, etwa 20 Patienten erstmals auf diese Weise zu behandeln. Diese erste Studie wurde jedoch bereits 2011 wieder eingestellt. Auch nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine Stammzellbehandlung, die eine Querschnittslähmung heilen kann; solche Verfahren werden weiterhin ausschließlich in Studien erprobt. Von kostenpflichtigen Angeboten außerhalb von Studien, die eine Heilung versprechen, ist abzuraten.
Die Querschnittslähmung selbst kann in der Akutphase tödlich enden, danach ist die Erkrankung selbst nicht mehr potentiell tödlich. Allerdings führt sie zu einer Reihe von Einschränkungen, die Komplikationen mit sich bringen können. So können Thrombosen, Lungenentzündungen oder Dekubitalgeschwüre ("Wundliegen") schwere gesundheitliche Folgen mit sich ziehen, die tödlich verlaufen können.
Der amerikanische Superman-Darsteller Christopher Reeve, der vom Hals abwärts gelähmt war und den sein medienwirksam geäußerter, unbändiger Wille auszeichnete, eines Tages wieder gehen zu können, erlag den Folgen eines zunächst harmlosen Druckgeschwürs. Schon ein einfacher Schnupfen kann durch die Immobilität zu einer Lungenentzündung werden. Gerade Tetraplegiker sind nicht in der Lage, richtig abzuhusten und können hier schwerwiegende Probleme bekommen.
Querschnittsgelähmte sind in aller Regel auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen, auf Rundum-Pflege vor allem dann, besonders Tetraplegiker, also solche Menschen, die alle vier Extremitäten nicht mehr bewegen können. Bei Patienten, die beide Arme noch bewegen können, ist ein selbständiges Leben inklusive der Verwirklichung des Kinderwunsches noch um einiges besser realisierbar. Ein Kinderwunsch ist grundsätzlich auch bei einer hohen Querschnittslähmung möglich; welche Unterstützung dafür nötig ist, klärt eine spezialisierte Beratung, und die Entscheidung darüber treffen die Betroffenen selbst.
Bei erhaltener Armfunktion ist nach einer Gewöhnungsphase an den veränderten Zustand zumeist keine Hilfe durch Pflegekräfte mehr nötig. Je jünger der Patient zum Zeitpunkt seiner Einschränkung ist, desto eher wird er auch selbständig leben können.
Vorbeugung
Einem Teil der Querschnittslähmungen, nämlich den durch Unfälle verursachten, kann man durch ein umsichtiges und risikoarmes Leben vorbeugen. Entsteht die Lähmung dagegen durch eine Erkrankung wie einen Tumor, einen Bandscheibenvorfall oder eine Multiple Sklerose, ist sie durch die Lebensführung nicht zu verhindern. Der Verzicht auf waghalsige Sportarten, wie Klettern, Drachenfliegen oder Motorradfahren (vor allem mit Rennmaschinen) vermindert die Wahrscheinlichkeit, eines Tages durch einen Unfall eine Querschnittslähmung zu bekommen, radikal.
Wenn man auf derartige Sportarten oder Hobbys nicht verzichten will, so sollte man wenigstens alle gängigen Sicherheitsmaßnahmen strikt einhalten. Dazu gehören vor allem beim Fahren von schnellen Motorrädern: Helm, Rücken- und Wirbelsäulenprotektoren sowie die passende Kleidung.
Nachsorge
Zur Nachsorge gehören Rehabilitationsmaßnahmen, die abhängig vom Ausmaß der Rückenmarkverletzung und der Lähmungshöhe zum Einsatz kommen. Chirurgische Maßnahmen können knöcherne Strukturen stabilisieren. Menschen mit einer hohen Querschnittslähmung nehmen an einer Atemtherapie teil, die Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge vermeiden soll.
Da Querschnittsgelähmte ein gestörtes Wahrnehmungsvermögen besitzen, können an der Haut und den Gewebeschichten Druckschäden entstehen. Betroffene werden daher regelmäßig umgelagert, um Wundliegen (Dekubitus) zu verhindern. Zur Nachsorge gehört auch die medikamentöse Behandlung bei neuropathischen Schmerzen.
Da Rückenmarkschäden zu einer gestörten Blasen- und Darmfunktion führen, erfolgt die Blasenentleerung durch Katheterisierung. Urologische Kontrollen sollten mindestens einmal jährlich durchgeführt werden. Zudem ist eine individuelle Ernährungsberatung wichtig, um Darmentleerungsstörungen entgegenzuwirken und die Verdauung zu verbessern.
Eine zentrale Rolle bei der Nachsorge spielen Physio- und Ergotherapie. So können motorische Fähigkeiten erhalten und wiedererlangt werden. Koordinations- und Gleichgewichtsübungen stärken das Körpergefühl und erleichtern den Umgang mit dem Rollstuhl.
Im Rahmen einer ganzheitlichen Nachsorge ist Sporttherapie ein wichtiger Bestandteil. Betroffene werden an Sportarten herangeführt, die für sie gut geeignet sind. Ziele der Therapie sind die Verbesserung von Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft sowie die Motivation zu einem aktiven Lebensstil.
Das können Sie selbst tun
Eine Querschnittslähmung trifft die Patienten meist plötzlich und unerwartet durch einen Unfall. Dieses traumatische Ereignis mit seinen irreversiblen Folgen empfinden die Betroffenen als schweren Schicksalsschlag. Um mit diesem Schicksalsschlag besser umgehen zu können, empfiehlt es sich, so schnell wie möglich mit einer intensiven psychotherapeutischen Behandlung zu beginnen. Dies gilt auch für die Angehörigen und Partner der betroffenen Patienten.
Auch der Kontakt zu Mitpatienten hilft, die Seele zu stabilisieren. In vielen Städten gibt es Selbsthilfegruppen, die sich regelmäßig zum Austausch treffen. Auch viele Organisationen und Vereine geben im Internet Informationen und machen eine Kontaktaufnahme möglich. Dazu gehören beispielsweise die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (www.fgq.de) oder die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung (www.dsq.de). Die Forschungsstiftung Wings for life zeichnet Patientenschicksale nach und informiert über den aktuellen Stand der Wissenschaft (www.wingsforlife.com).
Bei einer Querschnittslähmung ist es ebenfalls empfehlenswert, Therapiemaßnahmen wie Krankengymnastik und Ergotherapie beizubehalten. Sie stabilisieren und halten gleichzeitig Bewegliches beweglich. Wichtig sind auch regelmäßige Sitzdruckmessungen, um mit dem richtigen Sitzkissen die gefürchteten Druckgeschwüre (Dekubitus) zu vermeiden. Sie entstehen, wenn beim Sitzen im Rollstuhl Blutgefäße abgeklemmt werden.
Quellen
- Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
ISBN: 9783662606742
- Hufschmidt, A., Rauer, S., Glocker, F.X. (Hrsg.): Neurologie compact.
ISBN: 9783132430358
- Nacimiento, W., Brassel, F., Klassen, P.-D., Papke, K. (Hrsg.): Rückenmarkerkrankungen.
ISBN: 9783170203976
- Niethard, F.U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Schmelz, H.-U., Sparwasser, C., Ruf, C., Nestler, T. (Hrsg.): Facharztwissen Urologie.
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