Sonnenschutzmittel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Gebräunte Haut ist nach wie vor ein verbreitetes Ideal und gilt als Indiz für Schönheit und Fitness – doch die Gefahren der UV-Strahlen sind nicht zu unterschätzen. Effektive Sonnenschutzmittel sind für die Gesundheit daher unverzichtbar.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Sonnenschutzmittel?

Sonnenschutzmittel
Geeignete Sonnenschutzmittel beugen nicht nur Sonnenbrand, sondern auch möglichen Spätfolgen in Form von Hautkrebs vor.

Beim Sonnenschutz wird der nachteiligen Auswirkung durch übermäßige Sonneneinstrahlung auf Gesicht und Körper vorgebeugt. Geeignete Sonnenschutzmittel beugen nicht nur Sonnenbrand, sondern auch möglichen Spätfolgen in Form von Hautkrebs vor.

Schädigungen durch übermäßige Sonneneinstrahlung treten vor allem dann ein, wenn Verbraucher sich ohne angemessenen Sonnenschutz den UV-Strahlen der Sonne aussetzen. Kleinkinder und Kinder benötigen besonders wirksame Sonnenschutzmittel, da ihre Haut noch sehr empfindlich reagiert.

Natürliche Sonneneinstrahlung in Maßen ist eigentlich gesund, da der menschliche Organismus diese in das lebenswichtige Vitamin D umwandelt – doch die nachlassende Schutzwirkung der Ozonschicht ließ die Sonnenstrahlen über Jahrzehnte hinweg aggressiver werden. Nach heutigem Kenntnisstand ist diese Entwicklung inzwischen gestoppt: Seit dem Verbot der Fluorchlorkohlenwasserstoffe durch das Montrealer Protokoll erholt sich die Ozonschicht messbar. Für die UV-Belastung in Mitteleuropa sind heute vor allem Jahreszeit, Tageszeit, Höhenlage und das eigene Freizeitverhalten ausschlaggebend. Sonnenschutzmittel müssen vorbeugend angewendet und entsprechend erneuert werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der Sonnenschutzmittel beginnt im frühen 20. Jahrhundert, als der Zusammenhang zwischen Sonnenstrahlung und Hautschäden allmählich erkannt wurde. Im Jahr 1946 brachte der Österreicher Franz Greiter eine der ersten kommerziell erfolgreichen Sonnencremes auf den Markt, die als „Gletscher Crème“ bekannt wurde. Angestoßen hatte sie ein Sonnenbrand, den er sich 1938 bei der Besteigung des Piz Buin zugezogen hatte; die Creme gilt als Vorläufer moderner Sonnenschutzmittel.

In den 1930er und 1940er Jahren wurden die ersten systematischen Studien zur Wirkung von UV-Strahlen auf die Haut durchgeführt, was zu einem besseren Verständnis der Notwendigkeit von UV-Schutz führte. In dieser Zeit entstanden weitere Produkte, die jedoch oft eine begrenzte Wirksamkeit hatten.

Ein bedeutender Fortschritt kam in den 1970er Jahren mit der Einführung von Produkten, die speziell auf den Schutz vor UV-B-Strahlen ausgelegt waren, den Hauptverursachern von Sonnenbrand. Das Konzept des Lichtschutzfaktors (englisch sun protection factor, SPF), mit dem sich die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln messbar machen lässt, hatte Franz Greiter bereits 1962 eingeführt; in diesen Jahren setzte es sich international durch. Der Wert beschreibt allein den Schutz vor UVB-Strahlung. Für UVA gilt eine eigene Kennzeichnung: das UVA-Zeichen, die Buchstaben UVA in einem Kreis, das nur tragen darf, wessen UVA-Schutz mindestens ein Drittel des ausgelobten Lichtschutzfaktors erreicht. Ein doppelter Lichtschutzfaktor bedeutet dabei nicht die doppelte Schutzdauer.

In den folgenden Jahrzehnten wurden Sonnenschutzmittel kontinuierlich weiterentwickelt, insbesondere durch die Einführung von Breitbandschutzmitteln, die sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen blockieren. Diese Entwicklungen wurden durch ein wachsendes Bewusstsein für die Gefahren der Sonneneinstrahlung, einschließlich Hautkrebsrisiken, angetrieben. Heute gibt es eine breite Palette von Sonnenschutzprodukten, die in verschiedenen Formen und Schutzgraden erhältlich sind.

Anwendung, Nutzen & Gebrauch

Neben Sonnenschutzcremes können Verbraucher auch spezielle UV-Schutztextilien tragen. UVA-Strahlen können durch gewöhnliche Baumwollbekleidung tief in die Haut eindringen, beschleunigen den Alterungsprozess und fördern die Pigmentbildung.

UVB-Strahlen dringen zwar nicht so tief in die Haut ein, können jedoch schädigend auf die Zellen wirken und Veränderungen des Erbgutes hervorrufen. Unverzichtbar für einen effizienten Sonnenschutz ist eine geeignete Kopfbedeckung, die auch den Nacken bedeckt. Manchen Pflanzenauszügen, etwa Süßholzextrakt, werden in natürlichen Sonnenschutzmitteln hautberuhigende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Als UV-Filter sind sie jedoch nicht zugelassen und ersetzen keinen Lichtschutzfaktor.

Ein wichtiges Kriterium beim Sonnenschutz sind die verschiedenen Lichtschutzfaktoren – diese richten sich sowohl nach dem Grad der Empfindlichkeit als auch nach der Intensität der Sonneneinstrahlung. Kinder und Menschen mit besonders schutzbedürftiger, empfindlicher Haut benötigen entsprechende Cremes mit hohen bis sehr hohen Lichtschutzfaktoren.

Fachgesellschaften raten in Mitteleuropa inzwischen zu mindestens einem Lichtschutzfaktor von 30, für Kinder zu 50+; ein Lichtschutzfaktor von 25 gilt heute nicht mehr als ausreichend. In südlichen Ländern, in den Tropen, im Hochgebirge oder in Wintersportgebieten empfehlen sich Sonnenschutzmittel mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren bis 50+.

UV-Strahlung, Hauttyp & UV-Index

Die beiden Strahlungsarten, gegen die ein Sonnenschutzmittel arbeitet, sind auch rechtlich abgegrenzt: Für die Zwecke der EU-Empfehlung zu Sonnenschutzmitteln gilt als UVB die Sonnenstrahlung im Bereich von 290 bis 320 Nanometern Wellenlänge, als UVA der anschließende Bereich von 320 bis 400 Nanometern; in der Strahlenschutzliteratur wird die Trennlinie zwischen beiden mitunter etwas anders gezogen. Die noch kurzwelligere UVC-Strahlung spielt für den Sonnenschutz keine Rolle: Sie wird nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz in den oberen Atmosphärenschichten vollständig ausgefiltert und erreicht die Erdoberfläche nicht. Weil der Lichtschutzfaktor an der Hautrötung gemessen wird und diese vor allem von UVB ausgelöst wird, sagt er über den UVA-Bereich nichts aus – daher die gesonderte Kennzeichnung.

Wie viel Strahlung ein Mensch verträgt, hängt vom Hauttyp ab. Gebräuchlich ist die Einteilung nach Fitzpatrick in sechs Typen: von sehr heller, extrem empfindlicher Haut mit hellen Augen und rotblondem Haar, die nie bräunt und sehr schnell einen Sonnenbrand bekommt, bis zu dunkelbrauner und schwarzer Haut. Der Hauttyp ist erblich festgelegt; er beschreibt, wie die Haut auf Sonne reagiert, und ändert sich im Lauf des Lebens nicht.

Wie hoch die Belastung an einem bestimmten Tag ausfällt, fasst der UV-Index zusammen, ein international einheitliches Maß für die sonnenbrandwirksame Bestrahlungsstärke, das die Weltgesundheitsorganisation festgelegt hat. Seine Stufen reichen von niedrig über mittel, hoch und sehr hoch bis extrem; Schutzmaßnahmen gelten ab der mittleren Stufe als angezeigt. In den Index gehen Sonnenstand, Jahres- und Tageszeit, geografische Breite, Ozongehalt, Bewölkung und Höhenlage ein – und die Reflexion durch Schnee, Wasser und helle Oberflächen, die die tatsächliche Belastung erheblich über das hinaustreiben kann, was der Blick zum Himmel vermuten lässt.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Sonnenschutzmittel

Sonnenschutzmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen werden als besonders hautfreundlich beworben. Auch sie sind in hohen Lichtschutzfaktoren erhältlich und eignen sich damit für Menschen mit heller Haut und starker Neigung zu Sonnenbränden. Häufig werden sie Neurodermitis-Betroffenen empfohlen, weil sie ohne Duft- und Konservierungsstoffe auskommen. Ein Beleg dafür, dass Produkte mit mineralischen Filtern besser verträglich oder wirksamer sind als solche mit chemischen Filtern, liegt allerdings nicht vor.

Im Einzelhandel gibt es eine breite Auswahl an industriellen Produkten, die häufig jedoch chemische Zusatzstoffe wie Parfums oder Benzophenone enthalten. Homöopathische Präparate sind dagegen keine Alternative: Sie enthalten keinen UV-Filter, bieten keinen Schutz vor Sonnenstrahlung und ersetzen kein Sonnenschutzmittel mit ausgewiesenem Lichtschutzfaktor. Das alpine Edelweiß, das eigens für die Kosmetikherstellung kultiviert wird, enthält antioxidativ wirkende Inhaltsstoffe und wird deshalb Pflegeprodukten zugesetzt; ein UV-Filter ist auch dieser Auszug nicht.

Zusätzlich zur äußeren Anwendung von Sonnenschutzmitteln wird häufig eine gesunde, ausgewogene Ernährung empfohlen. Einen Sonnenbrand verhindern oder Hautkrebs abwenden kann sie allerdings nicht – sie ersetzt kein Sonnenschutzmittel. Den Vitaminen C und E wird zugeschrieben, die Haut von innen bei der Abwehr freier Radikale zu unterstützen. Vitamin C ist in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten enthalten, Vitamin E vor allem in pflanzlichen Ölen; beide wirken im Körper als Antioxidantien zusammen. Der Mineralstoff Calcium hat mit dem Schutz vor UV-Strahlung dagegen nichts zu tun; er wird nur mittelbar berührt, weil die Haut unter Sonneneinstrahlung Vitamin D bildet und dieses den Calciumhaushalt steuert.


Risiken & Nebenwirkungen

Bei der Wahl eines geeigneten Sonnenschutzmittels sollten Verbraucher nicht nur den günstigsten Preis im Auge haben. Die Haut ist besonders schützenswert und sollte mit hochwertigen Produkten gepflegt werden.

Gerade bei Sonneneinstrahlung wirken sich schädigende Inhaltsstoffe verstärkend negativ auf die Gesundheit aus. Sonnenschutzcremes, die nicht genügend Feuchtigkeitsschutz enthalten, lassen die Haut austrocknen und erleichtern zusätzlich das Eindringen von Krankheitserregern. Emulgatoren dienen dazu, schwer mischbare Flüssigkeiten miteinander zu verbinden. Überflüssig sind sie nicht: Ohne sie lassen sich Wasser und Öl in einer Creme kaum stabil verbinden, weshalb auch Naturkosmetik in der Regel Emulgatoren enthält – sie verwendet lediglich andere, meist pflanzlich gewonnene.

Auf Duftstoffe, deren Langzeitwirkung auf den menschlichen Organismus ungewiss ist, verzichten viele Sonnenschutzmittel auf natürlicher Basis. Diese können auch Allergien und unerwünschte Hautreaktionen auslösen und bei Menschen mit empfindlicher Haut negative Begleiterscheinungen hervorrufen. Für Kinderprodukte werden bevorzugt mineralische Filter aus Titandioxid oder Zinkoxid verwendet, die häufig als Nanopartikel vorliegen. Der zuständige EU-Sachverständigenausschuss hat sie für die Anwendung auf gesunder Haut als sicher bewertet; sie dringen nicht in tiefere Hautschichten ein. Von Sprays mit solchen Partikeln wird abgeraten, weil sie eingeatmet werden könnten – für Kinder eignen sich deshalb Cremes und Lotionen besser.

Nicht jede Hautreaktion in der Sonne geht auf das Sonnenschutzmittel zurück. Eine Reihe von Substanzen macht die Haut lichtempfindlicher, sodass sie schon bei einer Strahlenmenge reagiert, die sie sonst folgenlos verträgt; das Bundesamt für Strahlenschutz führt solche fototoxischen Reaktionen als eigene akute Schädigung der Haut. Als Auslöser genannt werden Furocumarine, die in Zitrusfrüchten, Sellerie und in der Herkulesstaude – dem sogenannten Bärenklau – vorkommen, ferner Arzneistoffe wie Chloroquin, das gegen Malaria und rheumatische Erkrankungen eingesetzt wird, Antibiotika aus den Gruppen der Sulfonamide und der Tetrazykline sowie entwässernde Mittel vom Typ des Chlorothiazids. Solche Hinweise stehen in der Packungsbeilage des betreffenden Arzneimittels. Für die Wahl des Sonnenschutzes ändert sich dadurch nichts am Grundsätzlichen – wohl aber die Schwelle, ab der die Haut Schaden nimmt.

Anwendung & Sicherheit

Die Anwendung von Sonnenschutzmitteln erfolgt idealerweise schon vor dem Aufenthalt in der Sonne, damit sich ein gleichmäßiger Schutzfilm bilden kann. Aufgenommen werden soll das Mittel dabei nicht – es wirkt auf der Hautoberfläche. Es sollte eine großzügige Menge auf alle exponierten Hautstellen aufgetragen werden, da eine unzureichende Menge den Schutz erheblich vermindert. Der Sonnenschutz muss gleichmäßig verteilt und gut in die Haut eingerieben werden, um eine effektive Abdeckung zu gewährleisten. Nach dem Auftragen ist es wichtig, das Produkt regelmäßig sowie nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen erneut aufzutragen, da die Schutzwirkung durch diese Aktivitäten reduziert wird. Das Nachcremen erhält den Schutz, es verlängert die Zeit in der Sonne nicht.

Die Sicherheit der Anwendung von Sonnenschutzmitteln ist gut dokumentiert. In der Europäischen Union sind sie allerdings keine Arzneimittel, sondern Kosmetikprodukte: Es gibt weder eine Zulassung noch eine behördliche Wirksamkeitsprüfung. Die EU-Kosmetikverordnung 1223/2009 verlangt eine Sicherheitsbewertung durch einen Sachkundigen, eine verantwortliche Person im Unternehmen und die Meldung des Produkts an die Europäische Kommission; welche UV-Filter überhaupt eingesetzt werden dürfen und in welcher Höchstmenge, ist in einem eigenen Anhang der Verordnung abschließend geregelt. Die Empfehlung 2006/647/EG legt darüber hinaus die Schutzkategorien – niedrig, mittel, hoch und sehr hoch – sowie die zulässigen Angaben auf der Packung fest; Aussagen wie „Sunblocker“ oder „vollständiger Schutz“ sind seither nicht mehr erlaubt. In den USA gelten Sonnenschutzmittel dagegen als rezeptfreie Arzneimittel und werden von der FDA geregelt. Moderne Sonnenschutzmittel bieten Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlen und enthalten häufig photostabile Filter, die auch bei längerer Sonnenexposition wirksam bleiben. Es ist jedoch wichtig, die Inhaltsstoffe zu prüfen, um Allergien oder Hautreizungen zu vermeiden, insbesondere bei empfindlicher Haut.

Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Sonnenschutzmitteln umfasst strenge Testverfahren zur Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit. Hersteller müssen sicherstellen, dass die Produkte den angegebenen Lichtschutzfaktor (SPF) einhalten und dermatologisch getestet sind. Die Produkte werden auf Stabilität und Haltbarkeit getestet, um eine gleichbleibende Wirksamkeit über die gesamte Verwendungsdauer zu gewährleisten. Dabei werden internationale Normen und Standards berücksichtigt, um die Produktsicherheit und den Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Sonnenschutz im Beruf

Wer im Freien arbeitet, ist über Jahre hinweg regelmäßig natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt, und das Berufskrankheitenrecht hat daraus Konsequenzen gezogen: Die Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung führt unter der Nummer 5103 „Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung“ als anerkannte Berufskrankheit. Die Verordnung knüpft dabei an die Ursache an und nicht an einen Katalog von Berufen: Maßgeblich ist, dass die Haut im Rahmen der Tätigkeit natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt war.

Anerkannt wird damit nicht der Sonnenbrand selbst, sondern seine Spätfolge: die aktinischen Keratosen als Vorstufe und das Plattenepithelkarzinom, eine Form des hellen Hautkrebses. Beides entsteht an den Hautstellen, die der Strahlung unmittelbar ausgesetzt sind. Für den Arbeitsschutz folgt daraus, dass Sonnenschutzmittel im Freien nicht als persönliche Vorliebe gelten, sondern neben Kopfbedeckung und deckender Kleidung zu den Mitteln zählen, mit denen sich die anerkannte Berufskrankheit vermeiden lässt.

Alternativen

Alternativen zu Sonnenschutzmitteln umfassen physikalische Schutzmaßnahmen, wie Schutzkleidung, Hüte und Sonnenbrillen, sowie die Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung. Schutzkleidung, insbesondere solche mit UV-Schutz, bietet eine effektive Barriere gegen UV-Strahlung, ohne chemische Mittel auf die Haut aufzutragen. Diese Option ist besonders vorteilhaft für Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe in Sonnencremes.

Ein weiterer Ansatz ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die Antioxidantien wie Beta-Carotin oder Lycopin enthalten. Diesen Substanzen wird zugeschrieben, die Haut von innen zu stärken; einen verlässlichen Schutz vor Sonnenbrand bieten sie jedoch nicht. Hochdosierte Beta-Carotin-Präparate sind zudem nicht unbedenklich: Bei Rauchern wurde in großen Studien ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko beobachtet. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass solche Ergänzungsmittel nicht als alleiniger Schutz ausreichen und eher eine ergänzende Maßnahme darstellen.

Im Vergleich zu topischen Sonnenschutzmitteln bieten physikalische Schutzmaßnahmen den Vorteil, dass sie keine regelmäßige Neuanwendung erfordern und keine chemischen Reaktionen auf der Haut verursachen. Allerdings können sie weniger praktisch sein, besonders bei intensiver Sonneneinstrahlung, und bieten nicht immer eine vollständige Abdeckung.

Nahrungsergänzungsmittel bieten keinen verlässlichen Schutz vor Sonnenbrand und können ein Sonnenschutzmittel nicht ersetzen. Physikalische Schutzmaßnahmen sollten idealerweise mit Sonnenschutzmitteln kombiniert werden, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.

Forschung & Zukunft

Aktuelle Trends in der Forschung zu Sonnenschutzmitteln konzentrieren sich auf die Entwicklung von Formulierungen, die nicht nur effektiv vor UV-Strahlen schützen, sondern auch umweltfreundlich und sicher für den Menschen sind. Ein bedeutender Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der photostabilen UV-Filter, die ihre Wirksamkeit über längere Zeiträume beibehalten können. Dies zielt darauf ab, die Notwendigkeit des häufigen Nachtragens zu verringern und gleichzeitig den Schutz zu maximieren.

Ein weiterer Trend ist die Erforschung von breiteren Schutzspektren, die neben UV-A und UV-B auch vor sichtbarem Licht und Infrarotstrahlen schützen. Diese Strahlen wurden als beitragend zu Hautalterung und Schädigung erkannt. Forscher arbeiten an der Integration von Inhaltsstoffen, die die Haut vor diesen erweiterten Spektren schützen können.

Zudem wird intensiv an der Entwicklung von nanotechnologiebasierten Sonnenschutzmitteln gearbeitet. Diese nutzen Nanopartikel, um eine bessere Verteilung und Haftung der Schutzmittel auf der Haut zu gewährleisten, ohne das typische weiße Rückstandsproblem herkömmlicher physikalischer Filter.

Ein neuer Behandlungsansatz umfasst die Verwendung von DNA-Reparaturenzymen in Sonnenschutzmitteln. Diese Enzyme helfen, UV-bedingte DNA-Schäden in Hautzellen zu reparieren, was das Risiko von Hautkrebs weiter reduzieren könnte. Darüber hinaus werden natürliche und pflanzliche Inhaltsstoffe vermehrt untersucht, um den Wunsch nach natürlichen Produkten zu erfüllen, die gleichzeitig effektiv sind.

Diese Trends reflektieren ein wachsendes Bewusstsein für umfassenden Sonnenschutz und nachhaltige Produkte, die sowohl die Hautgesundheit fördern als auch umweltfreundlich sind.

Quellen

  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Moll, I. (Hrsg.): Dermatologie.
    ISBN: 9783132446045
  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie.
    ISBN: 9783540237815
  • Zink, A. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Dermatologie und Allergologie.
    ISBN: 9783437238376
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin.
    ISBN: 9783662725535

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