Stent


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 30. August 2018
Kategorie: Behandlungen

Dank seiner Formenvielfalt findet der Stent in verschiedenen Bereichen der Medizin Anwendung. Neben der Akutbehandlung profitiert auch die Präventivmedizin von der Gefäßstütze.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Stent?

Als Stent wird in der Wissenschaft ein röhrenförmiges Implantat (ein in den Körper eingebrachtes nicht natürliches Material) bezeichnet, das aus Kunststoff oder Metall gefertigt ist.

Ein solcher Stent dient in Hohlorganen bzw. Gefäßen unter anderem Zwecken der Stabilisierung. Die Wortherkunft des Begriffs Stent, der ins Deutsche übersetzt so viel bedeutet wie Gefäßstütze, ist nicht abschließend geklärt - so kann sich der medizinische Fachausdruck möglicherweise auf das englische Wort 'stenting' ('stärken' bzw. 'versteifen') beziehen.

Alternativ kann die Bezeichnung des Stents aber auch auf den britischen Zahnarzt Charles Stent (19. Jahrhundert) zurückgehen, der ein Material erfand, aus dem Gefäßstützen teilweise gefertigt sind.

Formen, Arten & Typen

Aufgrund verschiedener Einsatzzwecke eines Stents existieren verschiedenste Arten und Formen der medizinischen Gefäßstütze. Neben dem einfachen Metall-Stent (auch als bare metal stent bezeichnet), der vor allem in Blutgefäße eingebracht wird, findet in der Praxis beispielsweise auch ein mit Medikamenten versehener Stent Anwendung.

Ein solcher Stent gibt kontrollierte Mengen individuell benötigter Wirkstoffe an den Organismus ab. Eine derzeit entwickelte Alternative zu einem Stent aus Metall stellt der sogenannte bioresorbierbare Stent dar: Die Gefäßstütze wird nach einer gewissen Zeit durch den Organismus abgebaut.

Bei einem auch als 'healing stent' bezeichneten Stent handelt es sich um eine Gefäßstütze, die mit Antikörpern versehen sind - bei netzartigen Stents wird hierdurch eine schnellere Überlagerung der Gefäßstütze mit körpereigenem Gewebe erzielt. Bei medizinischer Notwendigkeit findet nicht zuletzt auch der radioaktive Stent Anwendung; die Radioaktivität soll hier eine erneute Verengung geweiteter Hohlräume verhindern.

Aufbau & Funktionsweise

Als Stent wird in der Wissenschaft ein röhrenförmiges Implantat (ein in den Körper eingebrachtes nicht natürliches Material) bezeichnet, das aus Kunststoff oder Metall gefertigt ist.

Aufbau und Funktionsweise eines Stents sind unter anderem von dessen Beschaffenheit abhängig. Viele Stents ähneln in ihrer Struktur einem Röhrchen in Form eines Gitternetzes. Mit ihrer Stabilität kleiden sie Gefäße oder Hohlorgane aus und verhindern somit eine Gewebsverengung im Bereich des Implantats.

In verschiedenen Fällen wird ein Stent mithilfe eines sogenannten Ballonkatheters in dem behandlungsbedürftigen Gefäß platziert - ein entsprechender Katheter ist in der Lage, verengte Gefäße zu weiten und somit das Einführen des Stents zu ermöglichen. Ein Stent in Gitterform wird meist in schlankem Aufbau in ein zu stützendes Hohlgewebe eingebracht, wo die Gefäßstütze sich nun öffnet und sich auf diese Weise der entsprechenden Gefäßform anpasst.

Ein mit Medikamenten beschichteter Stent soll das Risiko reduzieren, dass Gewebe durch die Zwischenräume der Gefäßstütze wuchert und auf diese Weise ein Engpass entsteht. Die meisten solcher durch einen Stent ausgeschütteten Wirkstoffe hemmen daher das lokale Gewebewachstum. Ein Stent aus bioresorbierbarem Material dient in seiner Funktionsweise jenem Stützen von Gefäßen, welches lediglich über einen bestimmten Zeitraum hinweg notwendig ist. Therapieziel ist hier eine selbstständige Gefäßstabilität nach Abbau des Stents.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Ebenso vielfältig wie Formen und Typen des Stents ist auch deren medizinischer Nutzen. So finden beispielsweise der einfache Stent aus Metall und die mit Medikamenten beschichtete Gefäßstütze vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen bzw. nach einem erlittenen Herzinfarkt Verwendung.

Nach der Dehnung eines verengten Blutgefäßes übernimmt der Stent hier die Aufgabe, einem erneuten Engpass vorzubeugen. Somit hat der Stent also einen bedeutenden präventiven Nutzen. Neben seiner Funktion als Stütze in Blutgefäßen dient der Stunt auch verschiedenen Formen der Krebsbehandlung; so ist es beispielsweise möglich, dass bösartige Tumore (Umfangsvermehrungen des Gewebes) Verengungen in Hohlorganen wie etwa der Luft- oder Speiseröhre sowie in den Gallenwegen verursachen.

Nach einer medizinischen Behebung entstandener Engpässe ermöglicht es der Stent auch hier, erneute Einwucherungen in das betroffene Hohlorgan zu verhindern. Der bioresorbierbare Stent kann beispielsweise nach verletzungsbedingten Gefäßverengungen bewirken, dass das gestützte Gefäß nach einer bestimmten Zeitspanne der Heilung wieder seine selbstständige Beweglichkeit aufnimmt und somit gestärkt wird. Der psychologische Nutzen dieser Stent-Form ist darüber hinaus in der höheren Akzeptanz durch Patienten zu sehen.

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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