Teleangiektasie


Aktualisiert am 30. April 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Täglich haben wir mit anderen Menschen zu tun. Ein gesundes Aussehen mit makelloser Haut ist da sehr von Vorteil. Doch was passiert, wenn sich unschöne Gefäßerweiterungen ausgerechnet im Gesicht breit machen? Hier spricht der Mediziner dann von einer Teleangiektasie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Teleangiektasie?

Eine Teleangiektasie ist ein erweitertes Blutgefäß kurz unter der Hautoberfläche. Die Blutgefäße sind bei einer Teleangiektasie mit dem bloßen Auge sehr gut sichtbar.

Vorrangig treten Teleangiektasien im Gesicht auf, aber auch andere Stellen im Körper können davon betroffen sein. Eine Teleangiektasie im Gesicht nennt man Couperose. Im Beinbereich sind Teleangiektasien besser bekannt als sogenannte Besenreiser.

Beide Formen sind jedoch harmlos. Eine Teleangiektasie bildet sich allerdings nicht von allein zurück. Einmal aufgetreten, sind Teleangiektasien irreversibel. Frauen sind von einer Teleangiektasie ebenso betroffen wie Männer.

Ursachen

Die Ursachen für das Entstehen einer Teleangiektasie sind vielfältig. Es steht fest, dass eine erbliche Belastung zugrunde liegt. Haben Verwandte ersten Grades vermehrt Teleangiektasien, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, selbst daran zu leiden.

Teleangiektasie treten in der Regel im Erwachsenenalter auf. Der Grund: Mit zunehmendem Alter verliert auch das Bindegewebe an Kraft. Die unter der Haut liegenden Kapillaren besitzen keinen Halt mehr und werden sichtbar. Manchmal entstehen Teleangiektasien auch als Folge einer Leberzirrhose auf. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann zu erweiterten Blutgefäßen führen.

Bekannt ist in diesem Falle die rote, knollige Nase. In seltenen Fällen kann eine Teleangiektasie auch das Anzeichen für eine Tumorerkrankung der Haut sein. Wird das Medikament Kortison über einen längeren Zeitraum als Salbe auf die Haut aufgetragen, kann es zu unschönen Teleangiektasien führen. Ausgedehnte Sonnenbäder, fettreiche Ernährung sowie zu viel Kaffee können das Entstehen einer Teleangiektasie ebenfalls fördern.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Sichtbare feine und rötliche Kapillargefäße auf der Haut verweisen auf eine Teleangiektasie. Die Anzeichen können am gesamten Körper auftreten. Meist sind Stellen im Gesicht, an den Händen und Beinen betroffen. Patienten klagen regelmäßig über die Hautveränderung, wenn sie im Alltag sichtbar ist. Dann erschwert sie das Leben.

Betroffene ziehen sich zurück und es entwickelt sich teilweise eine psychische Erkrankung. Meist handelt es sich um ein kosmetisches Problem. Nur selten verweisen die erweiterten Blutgefäße auf eine Krankheit. Manchmal ist die Teleangiektasie genetisch bedingt. Dann liegt sie bereits in der Kindheit vor. Oft tritt sie im Alter auf.

Durch die Erschlaffung des Bindegewebes werden die Kapillaren sichtbar. Personen mit dem kosmetischen Makel haben sich manchmal auch über Monate hinweg falsch oder einseitig ernährt. Auch verweist ihr Aufkommen teilweise auf ein intensives Sonnenbaden in den letzten Jahren. Typisch sind die rötlichen Kapillargefäße bei Alkoholikern.

Treten die charakteristischen Gefäße am Körper auf, sollte man einen Arzt konsultieren. Trotz einer meist nicht schwerwiegenden Ursache können sie auf eine Erkrankung verweisen. Nur ein Mediziner kann eine Diagnose stellen und die sichtbaren Gefäße anderen Symptomen zuordnen. Zu den möglichen Erkrankungen gehören Rosazea, Osler-Syndrom, Basaliom, Kollagenosen, Spidernaevi und Karzinoid-Syndrom.

Diagnose & Verlauf

Teleangiektasien sind weit verbreitet und in der Regel harmlos. Daher kann die Diagnose Teleangiektasie jeder selbst zu Hause vor dem Spiegel stellen.

Lediglich die Ursachen einer Teleangiektasie sollte in einigen Fällen ein Facharzt beurteilen. Diese Fälle liegen dann vor, wenn die sichtbaren Gefäßerweiterungen sehr früh und zahlreich auftreten. Dann besteht die Gefahr, dass Teleangiektasien zu einem chronischen Blutverlust führen können. Auch bei einem Verdacht auf eine Grunderkrankung (Leberzirrhose, Alkoholismus) muss ein Arzt konsultiert werden.

Treten Teleangiektasien im Magen-Darm-Trakt auf, handelt es sich jedoch nicht mehr um ein kosmetisches Problem. Ernsthafte Blutungen sind möglich. Teleangiektasien beginnen meistens zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Sie nehmen mit fortschreitendem Alter zu.

Komplikationen

Aufgrund der Teleangiektasie leiden die Betroffenen an sehr starken ästhetischen Beschwerden. Da diese vor allem im Gesicht auftreten, fühlen sich die meisten Patienten mit den Symptomen sehr unwohl und leiden dabei an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl oder auch an Minderwertigkeitskomplexen. Häufig kommt es dadurch auch zur Ausbildung von psychischen Verstimmungen oder auch Depressionen.

Die Lebensqualität der Betroffenen wird aufgrund der Teleangiektasie erheblich eingeschränkt und verringert. Die Patienten leiden dabei an einer Erweiterung der Gefäße, sodass diese im Gesicht durch eine rötliche Farbe sichtbar werden. Weiterhin kann es dabei auch zu Blutungen kommen. Die Teleangiektasie kann allerdings auch im Darm auftreten und auch zdort zu Blutungen führen. In der Regel machen sich diese an einem mutigen Stuhlgang bemerkbar.

Komplikationen treten allerdings erst dann auf, wenn die Beschwerden sehr häufig auftreten. Sie zeigen dann in der Regel auf eine andere Grunderkrankung. Aus diesem Grund findet die Behandlung in Abhängigkeit der zugrundeliegenden Erkrankung statt. Ob es dabei zu einem vollständig positiven Verlauf kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden. Weiterhin kann die Teleangiektasie auch zur Ausbildung von Narben führen, wenn sie nicht richtig behandelt wird.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Veränderungen des Hautbildes sind grundsätzlich Beschwerden, die näher zu beobachten sind oder fachmännisch begutachtet werden sollten. Bei der Bildung von roten Kapillargefäßen im Gesicht, besteht aus medizinischer Sicht im Normalfall kein Anlass zur Besorgnis. Es handelt sich bei diesen Hautauffälligkeiten um keine krankheitsbedingte Störung. Häufig wird daher kein Arzt benötigt. In vielen Fällen verliert mit zunehmendem Alter das Bindegewebe an Kraft. Dadurch haben die Kapillaren keinen Halt mehr und werden sichtbar. Daher wird bei einer Vielzahl der Betroffenen keine medizinische Versorgung benötigt.

Leidet der Betroffene jedoch unter den Auffälligkeiten des Hautbildes, kommt es zu Unregelmäßigkeiten des Verhaltens oder starken emotionalen Belastungszuständen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei Gefühlen von Scham, einem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben oder einem verminderten Selbstwertgefühl benötigt der Betroffene Hilfe. Zeigen sich depressive Zustände, Weinerlichkeit oder aggressive Verhaltenstendenzen, ist ein Arzt aufzusuchen. Treten neben den Veränderungen im Gesicht weitere Unregelmäßigkeiten auf, liegt oftmals eine Grunderkrankung vor, die untersucht werden muss. Bei einem starken Alkoholkonsum, einer Gelbfärbung der Haut oder Besonderheiten des Stuhlgangs sollte ein Arzt aufgesucht werden. Da die Teleangiektasie auch ein Anzeichen für eine Tumorerkrankung sein kann, sollte bei ihrem Auftreten zur Abklärung der Ursache ein Arztbesuch erfolgen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Teleangiektasie gehört immer in medizinische Hände. So kann bei den harmlosen Varianten der Teleangiektasie ein intensiver Lichtimpuls auf die betroffene Hautstelle gelenkt werden.

Durch diese intensive Wärmeeinstrahlung gerinnt das Blut an den Enden der stark erweiterten Gefäße. Diese Gefäße sinken dadurch in tiefere Hautschichten zurück. Sie können nun mit dem bloßen Auge nicht mehr gesehen werden. Diese sichtbare Verbesserung der Haut tritt sehr schnell nach der Behandlung ein. Das Verfahren ist unter dem Namen ILP-2-Behandlung in Fachkreisen bekannt.

Auch eine Mikrodermabrasion-Behandlung kann bei einer Teleangiektasie eingesetzt werden. Hierbei werden abgestorbene Hautzellen entfernt und der Haut neue Nährstoffe zugeführt. Das Ziel: Der natürliche Erneuerungsprozess der Haut soll angeregt werden. Blutschwämmchen und Besenreiser können mit herkömmlichen Laserbehandlungen entfernt werden. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass diese Laser aggressiver sind als die ILP-2-Behandlung. A

us diesem Grunde können weiße Narben zurückbleiben. Ein Eingriff sollte daher gut überlegt werden. Ist eine Teleangiektasie die Folge einer schwerwiegenden Erkrankung, steht natürlich die Behandlung dieser ursächlichen Erkrankung im Vordergrund. Erst dann sollte eine kosmetische Behandlung erwogen werden.

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Vorbeugung

Bei Teleangiektasie sollte frühzeitig mit der Vorbeugung begonnen werden. Es ist sinnvoll, mittels guter Kosmetika der Hautalterung vorzubeugen. Wichtig sind auch eine gesunde Ernährung mit wenig Fett und Zucker sowie genügend Bewegung an der frischen Luft. Empfehlenswert ist der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und auf übermäßige Sonnenbäder. Mit diesen Maßnahmen lässt sich eine Teleangiektasie nicht immer vermeiden, auf alle Fälle kann ihr Beginn verschoben werden.

Nachsorge

Bei der Teleangiektasie sind die Maßnahmen einer Nachsorge in den meisten Fällen relativ stark eingeschränkt, sodass der Betroffene bei dieser Krankheit in aller erster Linie auf eine frühzeitige Diagnose der Erkrankung angewiesen ist. Diese wirkt sich positiv auf den weiteren Verlauf aus und kann das Auftreten von Komplikationen und anderen Beschwerden verhindern. Daher sollte schon bei den ersten Symptomen und Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden.

Die Behandlung selbst richtet sich dabei stark nach der Ausprägung der Teleangiektasie, sodass dabei kein allgemeiner Verlauf gegeben werden kann. In den meisten Fällen sind die Patienten allerdings auf die Einnahme von verschiedenen Medikamenten angewiesen, wobei immer auf eine richtige Dosierung und auch die regelmäßige Einnahme zu achten ist. Falls es zu Unklarheiten oder zu Nebenwirkungen kommen sollte, ist immer zuerst ein Arzt zu konsultieren. Die Teleangiektasie verringert das nicht die Lebenserwartung des Betroffenen. Dabei ist der weitere Verlauf nicht im Allgemeinen vorherzusagen.

Das können Sie selbst tun

Ob als Besenreiser oder als Couperose, Teleangiektasien sind unschön, aber im allgemeinen harmlos. Ob hinter den sichtbaren Äderchen eine Krankheit steckt, sollten die Patienten allerdings vom Hautarzt abklären lassen. Eine Grunderkrankung kann gegebenenfalls behandelt werden. Bereits entstandene Teleangiektasien hingegen bleiben in der Regel, insbesondere dann, wenn sie nicht mit dem Laser entfernt werden können.

Betroffene, die zur Bildung von Teleangiektasien neigen, sollten wenig bis keinen Alkohol trinken. Auch Kaffee und scharfe Gewürze haben eine gefäßerweiternde Wirkung und sollten daher gemieden werden. Von zu ausgedehnten Sonnenbäder ist ebenfalls abzuraten, denn auch sie verstärken das Problem. Selbst der schnelle Wechsel von Kälte auf Hitze, wie beispielsweise im Winter, unterstützt die Entstehung von sichtbaren Äderchen.

Wer unter den Teleangiektasien leidet, weil sie beispielsweise im Gesicht deutlich zu sehen sind, sollte sich mit dem Gebrauch von Camouflage-Make-up vertraut machen. Mit ein wenig Geschick und Übung lässt sich dieses Make-up so auftragen, dass die Äderchen nicht mehr sichtbar sind. Eine erfahrene Kosmetikerin kann den betroffenen Patienten genau zeigen, wie das geht.

Eine psychotherapeutische Behandlung ist dann angezeigt, wenn die roten Äderchen den Patienten so sehr stören, dass er sich zurückzieht. Diese Patienten profitieren aber auch von Entspannungstechniken wie Reiki, Yoga oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012


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