Besenreiser

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Krankheiten Besenreiser

Besenreiser sind für die Betroffenen zumeist ein kosmetisches Problem. Dabei gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten. Mit entsprechenden Vorbeugungsmaßnahmen lässt sich ihrer Zunahme entgegenwirken.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Besenreiser?

Besenreiser Behandlung
Die Besenreiser liegen meist dicht und gut sichtbar unter der Haut. Ein Gefäßlaser entfernt schonend und gezielt Besenreiser. Der Laser erwärmt die Besenreiser und baut diese ab. Die äußere Hautschicht wird dabei nicht beschädigt. Es entstehen keine Narben. Klicken, um zu vergrößern.

Dicht unter der Haut verlaufen oftmals sichtbare Venen. Meist sind es fein verzweigte Äderchen, welche die Form von Reisig haben. Darum werden diese Venen Besenreiser genannt.

Besenreiser erscheinen als hellrote Gefäßbäumchen, dunkelblaue Äderchen oder rötliche Flecken. Meist sind Frauen davon betroffen. Die Besenreiser treten zumeist an den Oberschenkeln, den Fußknöcheln und der Innenseite der Unterschenkel auf. Sie entstehen durch schwache und poröse Gefäßwände. Sind die Gefäßwände in diesem pathologischen Zustand, werden die erweiterten Gefäße für das Auge sichtbar.

Dabei handelt es sich nicht um neu gebildete Gefäße, sondern um dauerhaft erweiterte kleinste Hautvenen, die netzartig durch die Haut schimmern. Medizinisch werden sie als Teleangiektasien bezeichnet und haben für sich genommen meist keinen Krankheitswert. In der zuvor beschriebenen Form treten die Besenreiser an den entsprechenden Hautarealen auf.

Ursachen

Es gibt viele Ursachen für das Auftreten von Besenreisern. Frauen sind meistens betroffen, weil sie oft eine angeborene Veranlagung für die Bindegewebsschwäche haben. Oftmals treten Besenreiser ebenso nach einer drastischen Gewichtsabnahme auf.

Besenreiser entstehen ebenfalls durch Bewegungsarmut und Übergewicht. Nikotin und Alkohol können eine Rolle spielen, weil Alkohol die Gefäße erweitert und Nikotin die Gefäßwände schädigt. Besenreiser entstehen zudem durch hohe Absatzschuhe, denn diese blockieren die Wadenmuskulatur. Heiße Vollbäder und Saunagänge sind ebenso für Besenreiser verantwortlich wie lange Autofahrten oder Flugreisen.

Auch während einer Schwangerschaft ist das Auftreten der Besenreiser möglich. Der Grund dafür ist eine schwangerschaftsbedingte Hormonumstellung. Diese bewirkt eine Gefäßweitstellung mit einer parallel verlaufenden Gewebsauflockerung. Besenreiser entstehen auch durch Bettlägerigkeit.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei schneller und fachmännischer kosmetischer Behandlung kann ein Teil der Besenreiser wieder abheilen und verschwinden, die Gefahr einer Wiederholung ist allerdings sehr groß. In den meisten Fällen jedoch bleiben die Besenreiser als charakteristische Merkmale weiterhin sichtbar.

Die auftretenden Beschwerden sind rein psychischer Natur. Schmerzen sind mit Besenreisern nicht verbunden, auch keine Folgeerkrankungen oder Ähnliches sind bekannt. Jedoch leiden viele Betroffene unter den subjektiv als unschön empfundenen Merkmalen. Besenreiser werden vielfach auch mit dem Alter assoziiert, obwohl genauso gut junge Menschen von ihnen betroffen werden können. Gerade in der Mitte des Lebens und im Alter wird ihnen deshalb häufig zu viel Beachtung geschenkt und ihr Entstehen zu sehr kritisch hinterfragt und aufgenommen.

Erste Anzeichen von Besenreisern, denen im Anfangsstadium noch besser entgegengewirkt werden kann, sind einzelne feine, rötlich oder bläulich durch die Haut schimmernde Äderchen an den Beinen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann zur Bildung von Besenreisern beitragen.

Diagnose & Verlauf

Besenreiser sind zumeist einfach zu diagnostizieren. Das liegt an ihrem typischen Aussehen. Am besten lässt man sich von einem Venenspezialisten (Arzt mit dem Zusatz "Phlebologie") untersuchen.

Trotzdem können auch Hausärzte eine Untersuchung durchführen. Dabei ist es wichtig, den Arzt über erblich bedingte Bindegewebsschwäche zu unterrichten. Zumeist liegt eine genetische Veranlagung vor. Der behandelnde Arzt muss andere Venenerkrankungen ausschließen können. So wird oftmals eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Hier wird ermittelt, in welchem Maße sich die Venen erweitert haben.

Zudem erhält der Arzt Informationen über den Blutfluss. Ist dieser eingeschränkt, können andere Erkrankungen vorliegen. Eine Vorstufe der tiefen Beinvenenthrombose sind Besenreiser dagegen nicht. Bei sehr ausgedehntem Befund kann jedoch eine zugrunde liegende Venenschwäche dahinterstecken, die mit einer Duplexsonographie abgeklärt wird. Besenreiser sind im Allgemeinen harmlos.

Die betroffenen Frauen leiden aber oft seelisch darunter, weil die körperliche Ästhetik in Mitleidenschaft gezogen ist. Nach der Diagnose kann der Arzt die Besenreiser mit verschiedenen Methoden behandeln.

Komplikationen

Besenreiser selbst verursachen in aller Regel keine Komplikationen. Sie können jedoch gemeinsam mit einer allgemeinen Venenschwäche auftreten, und deren Folgen sind durchaus ernst zu nehmen.

Ist der Rückfluss des Blutes aus den Beinen dauerhaft gestört, kann Gewebe einen Sauerstoffmangel erleiden und geschwächt werden oder absterben. Außerdem kann es infolgedessen zu einer ekzemartigen Veränderung der Haut kommen, die sogenannte Stauungsdermatitis. Daneben kann es in der Haut zu Verhärtungen (Indurationen) kommen.

Zudem kann es in der Haut zu weißlichen Vernarbungen kommen (Atrophie blanche). Im Bereich der Knöchel kommt es häufiger zur Ausbildung von Geschwüren (Ulzerationen). Die Gefäße können sich außerdem leichter entzünden (Phlebitis) und die Entstehung von Thrombosen wird gefördert. Diese können sich im schlimmsten Falle von den Beinvenen lösen und eine gefährliche Lungenembolie verursachen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

So lange Besenreiser optisch nicht stören und keine Beschwerden verursachen, ist ein Arztbesuch nicht notwendig, weil es sich um oberflächliche Veränderungen der Blutgefäße handelt, die nicht behandlungsbedürftig sind. Wenn Betroffene einen Arzt aufsuchen, geschieht das meistens, weil sie die erweiterten Äderchen als ästhetisches Problem empfinden.

Besenreiser können allerdings ein Begleitzeichen einer allgemeinen Venenschwäche sein. Wenn es eine familiäre Veranlagung zur Bindegewebsschwäche oder zu Krampfadern gibt, ist es ratsam, die Besenreiser von einem Arzt, am besten einem Gefäßspezialisten, untersuchen zu lassen. Denn eine unerkannt bleibende Venenschwäche ist alles andere als harmlos: Sie kann zu Krampfadern und Thrombosen führen, und ein Blutgerinnsel kann im schlimmsten Fall eine Lungenembolie verursachen. Bei Stauungsgefühlen und schweren Beinen ist es besser, zum Arzt zu gehen.

Menschen mit Besenreisern und einer familiären Veranlagung zu Krampfadern sollten deshalb dafür sorgen, dass ihre Venen durch Bewegung gestärkt werden, denn Stauungen schwächen die Venen und begünstigen Krampfadern.

Behandlung & Therapie

Die Besenreiser werden oft durch die Verödung (Sklerosierung) beseitigt. Diese Maßnahme wird ambulant in ca. 30 Minuten durchgeführt. Zudem gilt sie als sicher und effektiv.

Eine Betäubung ist dafür in der Regel nicht nötig. Mit einer sehr feinen Nadel wird ein Verödungsmittel in die betroffenen Äderchen gespritzt. Dabei handelt es sich meist um Polidocanol. Dieses bewirkt die gewollte Reizung der Venenwände. Dadurch verkleben die Wände. Die Besenreiser sind damit verödet worden. Das verödete Gefäß wird vom Körper abgebaut und die Besenreiser bilden sich zurück.

Die Patienten müssen danach einige Tage Kompressionsstrümpfe tragen. Damit soll eine Thrombose verhindert werden. Leicht ausgeprägte Besenreiser werden per Laserbehandlung entfernt. Hier wird ein langwelliger Laser eingesetzt, da er tief ins Gewebe eindringt. Das Laserlicht wird vom Blutfarbstoff aufgenommen; die dadurch erhitzten Äderchen verkleben.

Die oberen Hautschichten werden zudem nicht verletzt. Es entsteht keinerlei Narbenbildung. Als Alternativmethoden kommen auch Tinkturen, Kräuter oder Schüssler-Salze zum Einsatz. Manchmal wird eine Blutegel-Therapie durchgeführt. Die Besenreiser werden zudem mit Cremes und Salben behandelt. Sie sollten Vitamin K1 enthalten, da dies die Rückbildung kleiner Einblutungen unterstützen soll. Verödung und Lasertherapie gelten bei Besenreisern als kosmetische Leistungen, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernehmen.

Aussicht & Prognose

Die Besenreiser haben einen progressiven Krankheitsverlauf und nehmen im Laufe des Lebens zu. Besteht zugleich eine Venenschwäche, kann damit auch das Gefühl von schweren und müden Beinen langsam zunehmen. Dies gehört zum normalen Alterungsprozess und gilt als normal.

Das Bindegewebe verliert langsam und allmählich an Elastizität. Das löst die Zunahme der Bildung von Besenreisern aus. Die Intensität der Zunahme kann mitbeeinflusst und dadurch verändert werden. Durch das Ausüben verschiedener Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, verringert sich die Auftretenswahrscheinlichkeit der Besenreiser. Das Bindegewebe wird bei diesen sportlichen Aktivitäten gestärkt, was eine Linderung der Beschwerden bewirkt.

Auf den Krankheitsverlauf kann durch verschiedene Methoden zur Anregung der Durchblutung ebenfalls eingewirkt werden. Tägliche Wechselduschen, gezielte Massagen oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen helfen bei der Vorbeugung. Darüber hinaus können Besenreiser durch einen medizinischen Eingriff entfernt werden. In einem Prozess der Verödung verkleben die Gefäßwände der Besenreiser.

Im anschließenden Heilungsverlauf kommt es zu einer Rückbildung der Beschwerden. Die Besenreiser lassen sich jedoch nicht dauerhaft entfernen. Im Laufe der Zeit bilden sich bei den meisten Patienten neue Besenreiser an den gleichen Regionen. Mit einer gesunden Ernährung, der Verwendung von Salben oder kosmetischen Produkten ist eine Verlangsamung des Prozesses möglich. Eine dauerhafte Heilung ist jedoch nicht gegeben.


Vorbeugung

Gegen Besenreiser sollte man vorbeugend viel trinken und sich ausgewogen ernähren. Viel Bewegung und kalt-warme Wechselduschen sind vorteilhaft, um die Blutzirkulation anzuregen. Ein gelegentliches Tragen von Kompressionsstrümpfen empfiehlt sich. Zu eng anliegende Kleidung sollte nicht getragen werden.

Nachsorge

Besenreiser sind meist nur ein kosmetisches Problem. Doch bei manchen Menschen sind die Besenreiser so ausgedehnt und störend, dass die Betroffenen diese operativ entfernen lassen möchten. In diesem Fall ist eine ärztliche Nachsorge notwendig.

Die ambulante Entfernung der unschönen Besenreiser ist mit örtlicher Betäubung möglich. Die Wunden werden nach der OP mit Kompressionstupfern abgeklebt. Das ununterbrochene Tragen von Kompressionsstrümpfen über einen Zeitraum von mindestens einer Woche nach der OP sorgt dafür, dass Thrombosen verhindert werden.

Der Blutfluss im operierten Bein sollte postoperativ angeregt werden. Es sollte im Operationsgebiet weder zu Stauungen noch zu Blutergüssen kommen. Danach können die Kompressionsstrümpfe nur noch tagsüber angelegt werden. Weitere vier oder sechs Wochen sollten die Kompressionsstrümpfe tagsüber angezogen bleiben.

Besenreiser können mehrfach operativ entfernt werden. In diesem Fall können die Kompressionsstrümpfe schon nach einer Woche ununterbrochenen Tragens abgelegt werden. Die Aufklärung durch den behandelnden Arzt sollte beinhalten, dass die Patienten eine Woche keinen Sport ausüben. Außerdem sollten sie einen Monat lang die operierten Beine nicht dem Sonnenlicht aussetzen.

Eine Nachsorge bei Blutergüssen sollte durch die Betroffenen nicht mit Heparin-Salbe erfolgen. Der Heilungsprozess könnte dadurch beeinträchtigt werden. Der behandelnde Arzt sollte entscheiden, was getan werden kann, wenn es trotz Kompression zu einem Bluterguss gekommen ist.

Das können Sie selbst tun

Damit sich neben den Besenreisern keine Krampfadern entwickeln, gibt es verschiedene einfache Möglichkeiten. Es gilt vor allem, das Aufstauen von Blut in den Beinen zu verhindern. Dabei hilft viel Bewegung. Schon das einfache Ausstrecken und Anziehen der Zehen, das Heben und Senken der Fersen oder das Kreisen der Füße hilft dabei, die Zirkulation des Blutes in den Beinen aufrechtzuerhalten.

Solche kleinen Übungen lassen sich problemlos in den Alltag einbauen. Generell gilt: Laufen und Liegen sind besser als Stehen und Sitzen, und laufen ist besser als mit dem Auto zu fahren. Alles, was die Beine in Bewegung hält, hilft dabei, einen Blutstau zu vermeiden und ist damit eine der wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten für Besenreiser. Aktiver Sport wie Radfahren oder Joggen ist also auch eine geeignete Maßnahme.

In der Nacht sollten die Beine leicht erhöht liegen und am Morgen hilft eine kalte Dusche über die Beine dabei, das Blut in den Adern in Bewegung zu bringen. Bei längeren Belastungen für die Beine können Kompressionsstrümpfe benutzt werden. Alle diese Maßnahmen dienen nur der Vorbeugung eines Blutstaus in den Venen und damit einer weiteren Verschlechterung, können aber nicht vermeiden, dass Besenreiser überhaupt entstehen.

Quellen

  • Rabe, E. (Hrsg.): Grundlagen der Phlebologie und Lymphologie.
    ISBN: 9783934371682
  • Noppeney, T., Nüllen, H. (Hrsg.): Varikose.
    ISBN: 9783662591161
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Moll, I. (Hrsg.): Dermatologie.
    ISBN: 9783132446045
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

Das könnte Sie auch interessieren