Wundrose

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Wundrose (Erysipel) ist eine Hautkrankheit, die durch Bakterien (A-Streptokoken oder ß-hämolysierende Streptokokken) ausgelöst wird. Dabei kommt es zu typischen Entzündung der Haut und stark sichtbaren Hautrötungen. Eine Wundrose kommt zumeist am Bein oder im Gesicht vor und ist nicht selten von starken Fieber begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Wundrose?

Typische Merkmale der Wundrose sind Hautrötungen. Die tiefroten Flächen weisen eine scharfe Begrenzung zu gesunden Hautarealen in direkter Nachbarschaft auf.

Die Wundrose, im medizinischen Fachgebrauch als Erysipel und im Volksmund als Rotlauf bekannt, beschreibt eine Rötung der Haut. Diese ist scharf begrenzt und deutlich erkennbar, sie nimmt die Form einer Flamme auf der Haut an.

Eine Wundrose entsteht, wenn sich Bakterien in minimale Wunden einnisten und sich die Stelle entzündet - betroffen sind in der Regel die obersten Hautschichten sowie die Lymphbahnen.

Besonders häufig kommt die Wundrose am Bein, an den Armen oder im Gesicht vor, wo sie an jeder Stelle auftreten kann. Seltener trifft man die Rötung bzw. Wundrose auch im Bereich des Bauchnabels an.

Ursachen

Der Erreger der Wundrose (Erysipel) sind Bakterien. Meist handelt es sich dabei um ß-hämolysierende Streptokokken. Diese lösen die roten Blutkörperchen des Menschen auf. Gelegentlich sind auch andere Bakterien für die Wundrose verantwortlich, beispielsweise Staphylokokken oder Stäbchen.

Die Bakterien treten durch kleine Wunden ein, die in der obersten Hautschicht entstehen. Diese können beispielsweise durch Fußpilz oder Neurodermitis hervorgerufen werden, wodurch man sie kaum bemerkt. Häufig ist bei Ausbruch der Wundrose die verantwortliche Wunde nicht mehr aufzufinden, da sie so klein ist und schnell wieder verheilt. Weitere Eintrittsportale für die Erreger der Wundrose sind größere Wunden, beispielsweise Schrunden (Rhagade), die den Zugang zur obersten Hautschicht freigeben.

Sobald die Erreger ein Eintrittsportal gefunden haben, können sie sich rund um die Wunde herum einnisten und beginnen mit der Vermehrung. Auf diese Weise entsteht schließlich die Wundrose.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

In den meisten Fällen entstehen die ersten Anzeichen einer Wundrose an den Beinen oder den Unterschenkeln. Seltener treten Symptome an Armen oder im Gesicht (Gesichtsrose) auf. Typische Merkmale der Wundrose sind rötliche Entzündungsherde auf der Haut. Die tiefroten Flächen weisen eine scharfe Begrenzung zu gesunden Hautarealen in direkter Nachbarschaft auf.

Form und Verlauf folgen dabei keinem klaren Muster und wirken sehr unregelmäßig. Bei fortgeschrittener und tief sitzender Wundrose verliert die Entzündung ihre charakteristische Kontur und läuft weicher in die umgebende Haut über. Neben einer ausgeprägten Schwellung leiden Betroffene zudem an einer erhöhten Druckempfindlichkeit im erkrankten Bereich. Durch Auflegen der Hand macht sich ein deutlicher Temperaturanstieg durch infektiöse Prozesse bemerkbar.

Lymphknoten in unmittelbarer Nähe reagieren auf die Wundrose durch eine schmerzhafte Vergrößerung. Typische Symptome wie Fieber über 39° Celsius, Schüttelfrost, Gelenkbeschwerden oder eine große Abgeschlagenheit begleiten das Beschwerdebild in variierender Intensität. Patienten klagen über Beeinträchtigungen, die in vielen Fällen an eine angehende Grippe erinnern.

Bei der wiederkehrenden Wundrose rücken die allgemeinen Beschwerden wie Schwächegefühl und Müdigkeit in den Hintergrund. Der Rückfall führt im Gegenzug zu einer Ausprägung von Lymphödemen aufgrund geschädigter Lymphbahnen. Schwere Fälle provozieren eine um sich greifende Infektion mit absterbendem Gewebe. Neben einem Kreislaufschock aufgrund einer Blutvergiftung liegen auch Herzhautentzündungen und die Entwicklung einer Meningitis im Bereich des Möglichen.

Krankheitsverlauf

Zunächst treten die bakteriellen Erreger der Wundrose (Erysipel) durch die Wunde in den Körper ein. Die Inkubationszeit beträgt etwa 2 bis 5 Tage. Innerhalb dieser Zeit kann die Wunde bereits wieder verheilt sein - das hängt von ihrer Größe ab.

Die ersten Symptome der Wundrose erscheinen plötzlich. Die betroffene Person leidet zunächst unter Fieber, begleitet von starkem Schüttelfrost. Die Wundrose selbst wird erst einige Stunden nach eintreten der ersten Symptome sichtbar. Die Haut rötet sich in diesem Stadium, die Rötung breitet sich schnell aus. Sie zeichnet sich durch ihre hochrote Farbe aus und ist meist flammenförmig.

Die Ausprägung der Wundrose kann so leicht sein, dass nur einige rote Punkte auf der Haut zu erkennen sind - es kann aber auch zu einer weitaus deutlicheren Ausprägung kommen. Die entzündete Stelle schwillt nach und nach deutlich sichtbar an. In einigen schweren Fällen bilden sich Blasen, die einbluten können. Diese werden als bullöses Erysipel bezeichnet.

Komplikationen

Wenn eine Wundrose zu spät oder nicht hinreichend behandelt wird, können besonders bei Menschen mit einer Abwehrschwäche oder anderen Erkrankungen verschiedene Komplikationen drohen. Die Entzündung kann die Lymphwege verkleben, wodurch die Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließen kann und sich im Gewebe staut (Lymphödem). Weil das betroffene Gewebe dadurch nicht optimal mit Nährstoffen versorgt wird, besteht so die Gefahr, dass einzelne Streptokokken überleben, sich vermehren und erneut eine Wundrose verursachen.

Bei schwerem Verlauf oder unzureichender Behandlung können starke Schwellungen auftreten und eine Elephantiasis mit stark geschwollenen Beinen begünstigen. Weiterhin kann es zu Entzündungen der umliegenden Venen kommen. In seltenen Fällen droht eine lebensbedrohliche Sepsis, wenn Bakterien in den Blutkreislauf gelangen.

Auch in den Nieren kann eine Wundrose zu Komplikationen führen, wenn es im Körper zur Bildung von Antikörpern kommt, weil diese aufgrund von Ähnlichkeiten mit Streptokokken verwechselt werden. Sehr gefährlich, wenn auch selten, ist eine Gesichtsrose, bei der Bakterien ins Gehirn gelangen und dort eine Hirnhautentzündung oder eine Hirnvenenthrombose verursachen können. Eine Wundrose hat den Nachteil, dass sie immer wieder auftreten und auch chronisch werden kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Veränderungen des Hautbildes sind grundsätzlich ein Anzeichen, dass im Organismus Unstimmigkeiten vorhanden sind. Halten die Auffälligkeiten über mehrere Tage oder Wochen an oder haben Sie einen zunehmenden Charakter, ist ein Arzt zu konsultieren. Besorgniserregend sind Rötungen der Haut, Juckreiz oder Schmerzen. Zur Vermeidung von Komplikationen oder Folgeerkrankungen sollte bereits bei den ersten Hinweisen ein Arzt aufgesucht werden.

Leidet der Betroffene unter Entzündungen der Haut, ist unverzüglich eine Abklärung der Ursache anzuraten. Bei Fieber, Müdigkeit, einer inneren Schwäche, Abgeschlagenheit sowie eine Abnahme der körperlichen Kräfte wird eine medizinische Versorgung benötigt. Ist die allgemeine Leistungsfähigkeit des Betroffenen herabgesetzt, sollte er Hilfe in Anspruch nehmen.

Schwellungen der Lymphe sowie grippeähnliche Symptome sind ebenfalls einem Arzt vorzustellen. Bei raschen und fortschreitenden Veränderungen der allgemeinen Gesundheit, besteht akuter Handlungsbedarf. Verschlechtert sich das Wohlbefinden innerhalb kurzer Zeit rapide, sollte ein Krankenhaus aufgesucht werden. Unbehandelt und bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf kann es zu einem lebensbedrohlichen Zustand des Betroffenen kommen.

Er kann aufgrund der Beschwerden eine Blutvergiftung erleiden, die einen tödlichen Verlauf nehmen kann. Entstehen Ödeme oder leidet der Betroffene aufgrund des veränderten Hautbildes unter einer emotionalen Belastung, ist ein Arztbesuch notwendig. Beschwerden der Gelenke, Einschränkungen der Mobilität sowie Schüttelfrost sind ebenfalls untersuchen zu lassen.

Behandlung & Therapie

Je nach Ausprägung der Wundrose (Erysipel) werden Patienten unterschiedlich behandelt. Bei einigen erfolgt die Gabe von Medikamenten unter Aufsicht des Hausarztes, andere hingegen müssen stationär behandelt werden. Sobald aus der Wundrose bullöse Erysipele werden, wird der Patient ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erhält er starke Antibiotika in besonders hoher Dosis, um die Erreger der Wundrose abzutöten.

Häufig werden Penicillin oder Cephalosporine intravenös verabreicht. Beim Abheilen einer blasenbildenden Wundrose können Narben auf der Haut zurückbleiben, Patienten mit operierter Herzklappe sind Risikopatienten. Bei leichteren Formen der Wundrose ohne Beeinträchtigung reicht es, die Antibiotika in Tablettenform zu verschreiben. In jedem Fall aber muss die Ursache der Wundrose behandelt werden, um eine wiederkehrende Infektion zu vermeiden.

Nachsorge

Bei der Wundrose handelt es sich um eine ernsthafte Infektion, die unbedingt ärztlich behandelt werden sollte. Der Patient muss die Anordnungen des Arztes befolgen und die verordneten Medikamente - meist handelt es sich um Antibiotika - regelmäßig einnehmen. Ausreichende Ruhephasen und Schonung sind wichtig für den Heilungsprozess.

Stress ist möglichst zu vermeiden und auf Genussgifte wie Zigaretten und Alkohol sollten Betroffene weitestgehend verzichten. Gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse bringt die erforderlichen Vitamine und Mineralstoffe, um den Patienten wieder zu Kräften zu bringen. Fühlt sich der Betroffene besser, kann mit moderater Bewegung begonnen werden.

Hilfreich sind ausgedehnte Spaziergänge im Freien, die sich positiv auf die Kondition auswirken und das Immunsystem stimulieren. Das Immunsystem sollte unbedingt gestärkt werden, um die Infektion erfolgreich abwehren zu können. Die Wundrose kann in ihrem Verlauf mit einer Blasenbildung verbunden sein.

Damit sich keine unschönen Narben bilden, vor allem bei einer Gesichtsrose, sollten die betroffenen Hautpartien im weiteren Heilungsverlauf vorsichtig gepflegt werden. Der behandelnde Arzt kann entsprechende Pflegeprodukte empfehlen. Die Cremes oder Salben kann der Patient dann selbst vorsichtig auftragen und einmassieren, um das Gewebe geschmeidig zu halten und so eine Narbenbildung zu verhindern.


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Das können Sie selbst tun

Meist ist der Patient bereits in ärztlicher Behandlung, wenn bekannt wird, dass es sich bei der Hauterkrankung um eine Wundrose handelt. Wichtig ist dann, dass der Patient versteht, dass es sich dabei um eine ernsthafte Infektion handelt und den Anweisungen des Arztes dringend Folge zu leisten ist.

Während der Zeit, in der der Patient entsprechende Medikamente - meist Antibiotika - einnimmt, sollte er sich schonen und auf ausreichende Ruhe- und Schlafzeiten achten. Darüber hinaus sollte der Patient Stress vermeiden und auf Genussgifte wie Alkohol und Zigaretten verzichten. Eine gesunde Ernährung unterstützt die Genesung. Frisches Obst und Gemüse bringt viele Vitamine und Mineralstoffe. Dazu sind helles, mageres Fleisch sowie Vollkornprodukte empfehlenswert. Die Kost sollte den Patienten einerseits wieder zu Kräften bringen, andererseits aber nicht belasten. Fast Food ist dafür nicht geeignet. Sobald der Patient sich einigermaßen fit fühlt, ist ihm Bewegung anzuraten, vorzugsweise im Freien. Lange Spaziergänge bringen die Kondition wieder und stimulieren das Immunsystem, das den Heilungsverlauf unterstützen soll.

Ging die Wundrose mit einer Blasenbildung einher, kann sie im Heilungsverlauf vorsichtig gepflegt werden, damit sich keine Narbe bildet. Entsprechende Narbencremes oder -salben wird der Hautarzt empfehlen. Sie sollten regelmäßig, aber mit äußerster Vorsicht einmassiert werden, so dass einerseits die Wunde nicht übermäßig gezerrt und gerieben, aber andererseits das Gewebe geschmeidig gehalten wird.

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Cohen, B.A.: Pädiatrische Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2007
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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