Blastomykose
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bei der Blastomykose handelt es sich um eine infektiöse Krankheit. Die betroffenen Personen infizieren sich bei der Blastomykose mit dem Erreger Blastomyces dermatitidis. Die Blastomykose kommt in bestimmten Regionen der Erde gehäuft vor. So tritt die Blastomykose zum Beispiel in den südlichen und östlichen Vereinigten Staaten von Amerika sowie dem Mississippi-Becken auf. Die eigentlichen Schwerpunktgebiete sind die Flusstäler von Ohio und Mississippi sowie die Region der Großen Seen. Auch aus Afrika und Zentralamerika sind vermehrt Fälle der Blastomykose bekannt.
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Was ist eine Blastomykose?
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Die Blastomykose stellt eine infektiöse Erkrankung in der Folge einer Infektion mit einem bestimmten Krankheitserreger dar. Grundsätzlich unterteilt die Medizin die Blastomykose in drei verschiedene Formen, die sich vor allem nach dem Gebiet ihrer Ausbreitung richten. So existieren eine Nordamerikanische Blastomykose, eine Europäische Blastomykose sowie eine Südamerikanische Blastomykose. Diese Dreiteilung ist allerdings historisch: Nach heutigem Verständnis handelt es sich um drei eigenständige Erkrankungen mit jeweils eigenen Erregern, und der Begriff Blastomykose bezeichnet im heutigen Sprachgebrauch allein die Infektion mit Blastomyces dermatitidis. Die beiden anderen Formen werden heute als Kryptokokkose beziehungsweise als Parakokzidioidomykose geführt.
Die Europäische Blastomykose ist auch unter der Bezeichnung Kryptokokkose oder Cryptococcus-Mykose bekannt. Der Auslöser der Europäischen Blastomykose findet sich in einem Erreger namens Cryptococcus neoformans beziehungsweise Cryptococcus bacillisporus. Letzterer wird heute als Cryptococcus gattii bezeichnet. Die Nordamerikanische Blastomykose entsteht bei den Patienten in der Folge einer Infektion mit Blastomyces dermatitidis.
Diese Form der Blastomykose manifestiert sich zu Beginn der Erkrankung in einer Entzündung der Bronchien. Zudem betrifft die Nordamerikanische Blastomykose die Haut und Lungen der erkrankten Menschen. Durch die Nordamerikanische Blastomykose verlieren die Patienten meist stark an Gewicht und magern ab. Diese Ausprägung der Blastomykose konzentriert sich in ihrem Vorkommen auf Nordamerika und ist auch unter den Bezeichnungen Morbus Gilchrist oder Gilchristsche Krankheit bekannt.
Bei der Südamerikanischen Blastomykose findet sich der Erreger in einem Pilz namens Paracoccidioides brasiliensis. Diese Form der Blastomykose geht mit vielfältigen Veränderungen an der Haut einher. Dabei entwickeln sich an bestimmten Hautstellen Geschwüre. Die Veränderungen bilden sich außerdem bevorzugt im Bereich der Lymphknoten sowie an der Schleimhaut. Die Südamerikanische Blastomykose konzentriert sich auf rurale Regionen Lateinamerikas.
Besonders häufig kommt die Südamerikanische Blastomykose dabei in Brasilien vor. Denn der Pilz profitiert von den milden Lufttemperaturen und dem hohen Feuchtigkeitsgehalt in der Luft. Im überwiegenden Teil der Fälle erkranken männliche Patienten an der Südamerikanischen Blastomykose, die das dritte Lebensjahrzehnt bereits überschritten haben. Seltener tritt die Blastomykose bei weiblichen Personen oder Kindern auf. Die Südamerikanische Blastomykose führt in bis zu 25 Prozent der Fälle zum Tod der erkrankten Patienten.
Ursachen
Die Ursachen der Blastomykose sind bereits vergleichsweise gut erforscht, sodass Mediziner die Mechanismen der Pathogenese weitgehend verstehen. Der Auslöser der Blastomykose findet sich in speziellen Krankheitserregern, in der Regel Pilzarten.
So handelt es sich bei Blastomyces dermatitidis um einen Fadenpilz, der im Boden lebt. Die Übertragung des Pilzes auf den Menschen erfolgt entweder über die Luft oder durch den Kontakt mit der Haut. Sobald der Pilz in den menschlichen Organismus eingedrungen ist, vermehrt er sich im Bereich der Lunge in der Form von Hefe. Der mit Abstand häufigste Weg ist dabei das Einatmen von Sporen aus aufgewirbeltem, feuchtem Erdreich oder morschem Holz; die eigentliche Eintrittspforte ist also die Lunge. Die Hautveränderungen entstehen dagegen meist erst in der Folge einer Streuung des Erregers aus der Lunge in den übrigen Körper. Von Mensch zu Mensch wird die Blastomykose nicht übertragen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Wenn die Blastomykose die Lungen befällt, so äußert sie sich meist in eher unspezifischen Beschwerden. Die Patienten leiden durch die pulmonale Blastomykose vor allem an Symptomen, die denen einer Grippe ähneln. Zum Teil weiten sich die Anzeichen der Blastomykose jedoch auf tuberkuloseartige Beschwerden aus. Darüber hinaus kommt es zu einer Dissemination, die sich insbesondere an den Knochen entwickelt. Dabei entstehen mitunter Fisteln in der Haut.
Die kutane Ausprägung der Blastomykose bildet sich in manchen Fällen durch eine unmittelbare Inokulation des Erregers Blastomyces dermatitidis. Andererseits ist es möglich, dass sich der Krankheitserreger ausgehend von der Lunge in weitere Bereiche des Körpers verbreitet. Dabei äußert sich die Blastomykose oftmals in kleinen Knötchen, die einem Granulom ähneln. Beim Fortschreiten der Blastomykose entwickeln sich in diesen Knoten teilweise Ulzerationen, in deren Folge Vernarbungen entstehen.
Diagnose
Die Diagnose der Blastomykose ist von einem spezialisierten Facharzt zu stellen und richtet sich auch nach der Form der Krankheit. So ist bei der kutanen Blastomykose die Konsultation eines Dermatologen empfehlenswert. Im Rahmen der Anamnese versucht der Arzt herauszufinden, ob in der jüngsten Vergangenheit ein möglicher Kontakt zu den Krankheitserregern stattgefunden hat. Hat der Patient kürzlich ein entsprechendes Risikogebiet der Blastomykose besucht, dient dies ebenfalls als wichtiger Hinweis.
Die Diagnose der Blastomykose stützt sich vor allem auf histologische Untersuchungen von Gewebeproben. Zum einen ist es möglich, Proben des Eiters aus erkrankten Hautstellen zu nehmen und diese per Mikroskop zu untersuchen. Auch eine Analyse des Sputums ist möglich. Zudem kommt mitunter eine Bronchiallavage zur Diagnosestellung der Blastomykose zum Einsatz. Als beweisend gilt der kulturelle Nachweis des Pilzes; ergänzend stehen heute Antigentests aus Urin und Blut sowie molekularbiologische Verfahren zur Verfügung. Bei verstorbenen Personen kommt eine Obduktion in Frage, um die Blastomykose als Todesursache nachzuweisen.
Komplikationen
Pilzerkrankungen wie die Blastomykose stellen oft kritische Komplikationen bei schwer kranken Patienten dar. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunstatus. Neben einer längerfristigen Therapie mit Corticosteroiden gehören Zytostatikabehandlungen sowie die Immunsuppression nach einer Organtransplantation zu den größten Risikofaktoren für Betroffene aus westlichen Industrieländern.
Krankheiten wie Leukämie, malignes Lymphom oder AIDS begünstigen ebenfalls das Auftreten opportunistischer Pilzinfektionen. Eine gefürchtete Komplikation der Blastomykose ist die systemische Ausbreitung der Erreger, die zu einem Befall des Gastrointestinaltrakts, des Skeletts, des ZNS sowie der Prostata und der Nebenhoden führen kann. Aufgrund des massiv geschwächten Immunsystems bleiben die Pilze nicht in der Lunge oder der Haut, sondern verteilen sich über die Blut- und Lymphbahnen im Körper.
Unbehandelt zeigen die schweren Komplikationen eine rasche Progredienz und verlaufen nicht selten tödlich. Dank effektiver Antimykotika ist eine systemische Blastomykose bei rechtzeitiger Diagnose heilbar. Zu den möglichen Komplikationen der Blastomykose zählen unter anderem Pneumonie, eine akute respiratorische Insuffizienz (ARDS), eine Herdenzephalitis und ein Pleuraerguss. Auch Fieber unbekannter Ursache ist möglich, sowie eine granulomatöse Prostatitis und ein Erythema nodosum.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Da sich die Blastomykose relativ schnell im gesamten Körper vermehren kann, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Beschwerden und Symptome dieser Krankheit auftreten. In der Regel leiden die Betroffenen an den Beschwerden einer typischen Grippe.
Sollten diese Beschwerden allerdings über einen längeren Zeitraum anhalten und auch mit Hilfe einer Behandlung nicht verschwinden, so muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso kann die Ausbildung von Fisteln auf der Haut für die Blastomykose sprechen, sodass die Haut untersucht werden sollte.
Nicht selten leiden die Patienten durch die Blastomykose auch an Atembeschwerden. Auf der Haut können sich Knoten ausbilden, die weiterhin ihre Farbe verändern. Sollte es zu diesen Beschwerden kommen, so muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Falls es nicht zu einer Behandlung kommt, verstirbt der Betroffene in der Regel an den Folgen der Blastomykose.
In akuten und dringenden Notfällen sollte direkt das Krankenhaus aufgesucht werden. Um die Krankheit zu diagnostizieren kann ein Hautarzt oder ein Allgemeinarzt aufgesucht werden. Bei einer erfolgreichen Behandlung kommt es nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung des Patienten.
Behandlung & Therapie
Eine rasche Behandlung der Blastomykose ist in jedem Fall sehr wichtig, da die Krankheit ohne Therapie oft tödlich endet. Die Patienten erhalten meist eine medikamentöse Behandlung mit den Wirkstoffen Amphotericin B oder Itraconazol. Nach heutigem Standard ist Itraconazol das Mittel der Wahl bei leichten bis mittelschweren Verläufen und wird über mindestens sechs bis zwölf Monate eingenommen, während Amphotericin B den schweren Verläufen sowie einem Befall des Zentralnervensystems vorbehalten bleibt. Eine kontinuierliche ärztliche Überwachung des Therapiefortschritts ist bei der Blastomykose unerlässlich und verbessert die Überlebenswahrscheinlichkeit der erkrankten Personen.
Aussicht & Prognose
Die Heilungsaussicht einer Blastomykose richtet sich nach dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie dem Zeitpunkt der Inanspruchnahme einer ärztlichen Versorgung.
Ohne eine medizinische Behandlung nehmen die Beschwerden stetig zu. Die Gesundheit verschlechtert sich, der Patient wird zunehmend schwächer und es kommt letztlich zu einem kritischen Zustand des Betroffenen. Durch den progressiven Krankheitsverlauf ist ein Ableben des Patienten sehr wahrscheinlich.
Je später eine medizinische Versorgung in Anspruch genommen wird, desto geringer ist die Heilungschance. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und verschiedenen Vorerkrankungen erfüllen ebenfalls sehr ungünstige Voraussetzungen für eine Genesung. In vielen Fällen reichen die körpereigenen Abwehrkräfte sowie vorhandenen Ressourcen nicht mehr aus, um sich den Krankheitserregern im Organismus erfolgreich stellen zu können.
Eine gute Prognose kann Menschen gegeben werden, die sich frühstmöglich in eine medikamentöse Behandlung begeben, über eine ausreichende körperliche Fitness sowie ein stabiles sowie gesundes Immunsystem verfügen. Wird den Vorgaben des behandelnden Arztes Folge geleistet, kann innerhalb weniger Wochen eine Beschwerdefreiheit erreicht werden und der Patient wird als geheilt aus der Behandlung entlassen.
Unterstützend zu der medikamentösen Therapie trägt eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu einer Verkürzung des Heilungswegs bei. Kommt es erneut zu einer Blastomykose, sollte schnellstmöglich eine Behandlung eingeleitet werden, damit die Überlebenschancen steigen.
Vorbeugung
Eine Vorbeugung der Blastomykose ist zum Teil möglich, indem sich Patienten in den bekannten Risikogebieten besonders aufmerksam verhalten und nach Möglichkeit den Kontakt mit Erde vermeiden. Eine sichere Prävention ist auf diese Weise allerdings nicht möglich. In Mitteleuropa wird die Blastomykose nicht erworben; Erkrankungen hierzulande gehen ausnahmslos auf einen Aufenthalt in einem Endemiegebiet zurück. Eine Schutzimpfung gibt es nicht.
Nachsorge
Bei der Blastomykose konzentriert sich die Nachsorge in erster Linie darauf, den Organismus des Patienten in regelmäßigen Abständen auf Rückstände des Erregers zu untersuchen. Der Patient sollte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Der Arzt kann weitere Maßnahmen einleiten, abhängig davon, ob die Pilzinfektion vollständig überwunden wurde oder ob sich noch Erreger im Körper befinden.
Je nach Art der Blastomykose müssen im Rahmen der Nachsorge außerdem weitere Blutuntersuchungen durchgeführt werden. So kann sichergestellt werden, dass der Erreger den Organismus verlassen hat. Da Blastomykosen tödlich verlaufen können, besteht immer auch eine Belastung für den Patienten. Deshalb sollte begleitend zur Behandlung der körperlichen Symptome eine Therapie oder ein Beratungsgespräch mit einem Psychologen stattfinden.
Bei einem positiven Verlauf genügen zwei bis drei Verlaufskontrollen. Sollten sich Komplikationen oder Spätfolgen zeigen, muss die Therapie fortgesetzt werden. Die Nachsorge kann dementsprechend mehrere Monate oder sogar Jahre andauern, da eine Blastomykose immer wieder auftreten kann. Falls noch nicht geschehen, kann auch die Ermittlung der Ursache der Pilzinfektion Teil der Nachsorge sein. Der Patient sollte sich in jedem Fall mit dem zuständigen Arzt über die weiteren Maßnahmen nach der Therapie austauschen.
Das können Sie selbst tun
Die Blastomykose stellt eine äußerst schwerwiegende Infektionskrankheit dar und bedarf einer umgehenden medizinischen Therapie. Um die eigene Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen, wenden sich die erkrankten Patienten deshalb schnellstens nach Feststellung der ersten Krankheitsanzeichen an einen Arzt.
Darin besteht bei Personen mit Blastomykose die nahezu einzige Möglichkeit zur Selbsthilfe, da anschließend Ärzte und das Pflegepersonal die Betreuung des Patienten übernehmen. Der Erkrankte begibt sich üblicherweise in eine Klinik und erhält dort eine intensive medizinische Behandlung und Überwachung. Unbehandelt ist die Wahrscheinlichkeit enorm hoch, an der Blastomykose zu versterben, wobei dieses Risiko auch mit adäquater Therapie fortbesteht.
Der Patient hält sich an die vorgeschriebene Bettruhe und unterlässt unnötige physische Aktivitäten. Zu festgelegten Zeiten nimmt er die verordneten Arzneimittel ein und berichtet dem Klinikpersonal möglicherweise aufkommende Nebenwirkungen. Keinesfalls darf sich der Patient während der Blastomykose mit weiteren Erregern infizieren, da dies das Immunsystem zusätzlich belastet und die Überlebenswahrscheinlichkeit herabsetzt. Daher sind Schutzmaßnahmen gegen zusätzliche Infektionen sinnvoll und von den Patienten einzuhalten. Eine Absonderung wegen Ansteckungsgefahr ist dagegen nicht erforderlich, da die Blastomykose nicht von Mensch zu Mensch weitergegeben wird.
Der Patient nimmt ausschließlich die vom ärztlichen Personal verordneten Mahlzeiten in der Klinik ein und erhält gegebenenfalls durch intravenöse Infusionen künstliche Nahrung, falls der Schwächezustand durch die Blastomykose zu stark ausgeprägt ist.
Quellen
- Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
ISBN: 9783662613849
- Hof, H., Schlüter, D. (Hrsg.): Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie.
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- Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
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- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
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