Digitale Volumentomographie
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die digitale Volumentomographie, abgekürzt DVT, ist ein Tomographieverfahren, das mit Hilfe von Röntgenstrahlen dreidimensionale Bilder des Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereichs liefert. Das Hauptanwendungsgebiet ist die Zahnmedizin. Außerdem wird es in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde verwendet.
Was ist die digitale Volumentomographie?
Um den stehenden, sitzenden oder liegenden Patienten rotiert eine Röntgenröhre und ein ihr gegenüberliegender digitaler Bildsensor. Dieser Bildsensor ist mit einer gegen Röntgenstrahlen empfindlichen Szintillator-Schicht versehen.
Die Röntgenröhre sendet einen gepulsten, kegelförmigen Röntgenstrahl aus, der das Untersuchungsgebiet durchdringt und ein Grauwert-Röntgenbild als zweidimensionale Zentralprojektion erzeugt. Die Objekte, die außerhalb der Fokusebene liegen, werden mit größer werdender Entfernung zunehmend unscharf abgebildet. Während eines Umlaufs um das Beobachtungsgebiet werden zahlreiche zweidimensionale Einzelbilder aufgenommen.
Je nach verwendetem Gerät entstehen so 200 bis 600 Bilder. Diese Einzelbilder werden anschließend zu einem 2D-Panoramabild zusammengesetzt, das eine 360°-Darstellung bietet. Durch eine nachträgliche Bearbeitung der Bilder mittels mathematischer Verfahren kann das Rauschen verringert und die gewünschte Tiefenschärfe eingestellt werden.
Um aus diesen 2D-Bildern eine Volumengrafik zu erstellen, sind weitere mathematische Bearbeitungen am Computer erforderlich, bei denen die Grauwert-Bilder in die drei Raumebenen projiziert werden. Das Ergebnis ist eine Volumengrafik, deren kleinstes Element das meist würfelförmige Voxel ist.
Dieses Volumen kann durch senkrecht zueinander stehende Ebenen zerlegt werden. So entstehen axiale, sagittale und koronale Ansichten des Untersuchungsgebiets. Eine axiale Ansicht ermöglicht einen Blick von oben bzw. von unten in das Gebiet, die sagittale Ansicht bietet eine Ansicht von der Seite und die koronale Ansicht ermöglicht es, von vorne in das Gebiet hineinzuschauen. Diese Ansichten können zusätzlich in verschiedenen Farben dargestellt werden. Ob dies einen diagnostischen Wert hat, ist umstritten.
Funktion, Wirkung & Ziele
Auch die Untersuchung der Kieferhöhlen vor einer geplanten Implantation ist mit Hilfe der digitalen Volumentomographie möglich. In der Oberkieferhöhle wird dabei nach Veränderungen der Kieferhöhle und der sie auskleidenden Schleimhaut gesucht. Im Unterkiefer ist vor allem die Abbildung des Mandibularkanals hilfreich. Auch in der Kieferchirurgie wird die digitale Volumentomographie zur Planung von Operationen eingesetzt. Mit ihrer Hilfe können Wurzelfrakturen, Verletzungen der Kiefergelenke und Kieferbrüche in der Regel zuverlässig festgestellt werden. In der Kieferorthopädie dient sie zur Feststellung von Zahnfehlstellungen und ihren Ursachen. Auch zur Vorbereitung der Entfernung verlagerter oder nicht durchgebrochener Zähne ist dieses Verfahren sehr nützlich.
Eine weitere Anwendung ist die Planung von Wurzelkanalfüllungen, die durch die dreidimensionale Darstellung wesentlich erleichtert wird. Durch die genaue Darstellung der anatomischen Verhältnisse und der benachbarten Strukturen können Kieferhöhlenboden, Nasenboden, Nerven, Weichteile und benachbarte Zähne geschont werden. Mit Hilfe dieses Verfahrens können auch Kariesherde sowie Erkrankungen des Zahnfleischs und des Kieferhalteapparats genau lokalisiert werden.
Ebenso dient es zur Erkennung von Knochendefekten, die durch chronische Entzündungen, Tumore oder Zysten hervorgerufen werden. Auch in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde wird die digitale Volumentomographie vermehrt eingesetzt. Mit ihrer Hilfe lassen sich Nasennebenhöhlenentzündungen, die von den Zähnen ausgehen, gut von solchen unterscheiden, die durch die Nasenschleimhaut hervorgerufen werden. Außerhalb des medizinischen Bereiches wird das Verfahren in der Materialprüfung angewendet. Dort allerdings mit höheren Strahlendosen.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
Allerdings ist die Belastung mit Röntgenstrahlen bei der digitalen Volumentomographie wesentlich geringer als bei einer CT-Aufnahme. Gegenüber herkömmlichen zahnärztlichen Röntgenaufnahmen liegt sie dagegen höher. Bei der DVT liegt die Strahlenbelastung je nach verwendetem Gerät zwischen 20 und 300 μSv. Eine CT-Aufnahme des Kiefer- und Gesichtsbereichs würde eine Strahlenbelastung zwischen 500 und 1.500 μSv hervorrufen. Zum Vergleich: Bei einer Flugreise von Frankfurt nach New York wird der Passagier mit einer Strahlung von ca. 90 μSv belastet und der Mensch ist in Deutschland durch natürliche und menschengemachte Strahlung aus der Umwelt einer durchschnittlichen jährlichen Strahlendosis von 4.000 μSv ausgesetzt.
Bei der Verwendung der digitalen Volumentomographie ist zu beachten, dass metallische Objekte, z. B. Zahnplomben, die Bildqualität beeinflussen können. Sie absorbieren den Röntgenstrahl ganz oder teilweise. Dies führt zu einer Verschattung dahinter liegender Gebiete und kann so Phantomobjekte auf den Bildern hervorrufen. Außerdem ist zu beachten, dass Weichgewebe durch ionisierende Strahlung, wie die Röntgenstrahlung, nur wenig kontrastreich dargestellt wird. Die digitale Volumentomographie ist für den Patienten wesentlich angenehmer als eine CT-Untersuchung. Er muss keine Spezialpraxis aufsuchen und sich auch nicht in eine enge Röhre begeben, was für manche Patienten ein echtes Problem darstellt.
Außerdem liegen die Ergebnisse sehr schnell vor. Die Untersuchung dauert in der Regel nur 10 Minuten. Für den Arzt bietet das Verfahren den zusätzlichen Vorteil, dass die zugehörige Planungssoftware eine Simulation der Operation ermöglicht. Somit lassen sich unangenehme Überraschungen während der Operation eher vermeiden. Durch die gute Vorbereitung kann die Dauer der Operation reduziert werden und damit das Risiko der Nebenwirkung der Anästhesie, von Schwellungen im Operationsbereich und von Infektionen. Wer dieses Verfahren anwenden will, muss einen Nachweis über die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz erbringen.
Ablauf der Untersuchung
Für den Patienten ist eine digitale Volumentomographie eine der kürzesten Untersuchungen der bildgebenden Diagnostik. Sie findet in derselben Praxis statt, in der auch behandelt wird, und erfordert keine Betäubung, kein Kontrastmittel und keine Nüchternheit.
Vor der Aufnahme wird der Patient über Anlass und Strahlenanwendung aufgeklärt; bei Frauen im gebärfähigen Alter wird nach einer möglichen Schwangerschaft gefragt. Anschließend werden alle metallischen Gegenstände aus dem Aufnahmebereich entfernt: Ohrringe, Ketten, Piercings im Gesichtsbereich, Brille, Haarspangen und herausnehmbarer Zahnersatz. Diese Gegenstände würden die Strahlung stark abschwächen und im Bild helle Streifen und Schatten hinterlassen, die darunterliegende Bereiche unbeurteilbar machen.
Die Aufnahme erfolgt je nach Gerätebauart im Stehen, im Sitzen oder im Liegen. Der Kopf wird mit einer Kinnauflage, seitlichen Stützen und häufig einer Beißvorlage in eine definierte Position gebracht. Diese Fixierung ist entscheidend: Weil die Volumengrafik aus zahlreichen nacheinander aufgenommenen Einzelbildern zusammengerechnet wird, führt jede Bewegung während des Umlaufs zu Unschärfe und Doppelkonturen im gesamten Datensatz. Der Patient wird deshalb gebeten, ruhig zu atmen, nicht zu schlucken und die Augen möglichst geschlossen zu halten. Kinder und unruhige Patienten benötigen dafür gegebenenfalls Unterstützung.
Der eigentliche Umlauf der Röntgenröhre dauert nur kurz. Zu spüren ist dabei nichts; das Gerät berührt den Kopf nicht, sondern bewegt sich um ihn herum, und außer einem leisen Motorgeräusch nimmt der Patient nichts wahr. Die anschließende Berechnung der Volumengrafik durch den Rechner benötigt in der Regel etwas länger als die Aufnahme selbst. Ein wichtiger Bedienschritt geht der Aufnahme voraus: Die Größe des aufgenommenen Bereichs wird an der Fragestellung ausgerichtet. Kleine Aufnahmefelder, die nur wenige Zähne umfassen, gehen mit einer geringeren Belastung einher als Aufnahmen des gesamten Gesichtsschädels und sind deshalb zu bevorzugen, wenn sie die Frage beantworten.
Rechtfertigende Indikation und Strahlenschutz
Die digitale Volumentomographie unterliegt dem Strahlenschutzrecht. Vor jeder Aufnahme muss ein Arzt oder Zahnarzt mit der erforderlichen Fachkunde im Einzelfall feststellen, dass der gesundheitliche Nutzen die Strahlenanwendung überwiegt und dass die Frage nicht mit einem Verfahren ohne ionisierende Strahlung oder mit einer strahlenärmeren Aufnahme geklärt werden kann. Diese sogenannte rechtfertigende Indikation ist keine Formsache, sondern die rechtliche Voraussetzung der Untersuchung. Reihenuntersuchungen ohne konkreten Anlass oder eine Aufnahme allein auf Wunsch des Patienten sind auf dieser Grundlage nicht zulässig.
Fachgesellschaften betonen deshalb, dass die dreidimensionale Aufnahme die zweidimensionale nicht allgemein ersetzt, sondern für Fragestellungen vorgesehen ist, bei denen die räumliche Lage entscheidend ist und aus einer flächigen Aufnahme nicht hervorgeht. Dazu gehören etwa die Lagebeziehung eines verlagerten Zahns zu Nachbarstrukturen oder das verfügbare Knochenangebot vor dem Setzen eines Zahnimplantats. Für die Erkennung von Karies oder die routinemäßige Kontrolle ist sie dagegen nicht vorgesehen.
Praktisch bedeutsam sind daneben zwei Grundsätze. Erstens soll die Dosis so niedrig gehalten werden, wie es für eine verwertbare Aussage nötig ist; dazu dienen die Begrenzung des Aufnahmefeldes und die Wahl geeigneter Aufnahmeeinstellungen. Zweitens ist vor jeder neuen Aufnahme zu prüfen, ob bereits verwertbare Bilder vorliegen. Es lohnt sich daher, vorhandene Aufnahmen zum Termin mitzubringen oder von der vorbehandelnden Praxis anfordern zu lassen — eine bereits vorliegende Aufnahme kann eine erneute Strahlenanwendung überflüssig machen.
Wann eine digitale Volumentomographie nicht geeignet ist
Die Grenzen des Verfahrens ergeben sich zum einen aus dem Gewebekontrast. Weichgewebe wird im Vergleich zu Knochen und Zahnhartsubstanz nur schwach differenziert dargestellt. Für Fragestellungen, die Muskeln, Bandscheiben des Kiefergelenks, Nerven oder Speicheldrüsen betreffen, ist deshalb die Magnetresonanztomographie das geeignetere Verfahren, für oberflächennahe Weichteilbefunde häufig auch der Ultraschall. Auch die Beurteilung von Entzündungsausdehnungen im Weichgewebe gehört nicht zu den Stärken der Methode.
Zum anderen gibt es patientenbezogene Grenzen. Bei bestehender Schwangerschaft wird eine nicht dringliche Aufnahme verschoben. Bei Kindern und Jugendlichen wird die Indikation besonders streng gestellt, weil wachsendes Gewebe empfindlicher auf ionisierende Strahlung reagiert; hier kommt der Begrenzung des Aufnahmefeldes zusätzliches Gewicht zu. Patienten, die den Kopf nicht ruhig halten können, etwa wegen starken Zitterns oder ausgeprägter Unruhe, liefern Datensätze, die sich nicht sinnvoll auswerten lassen. Bei ausgedehntem metallischem Zahnersatz kann die Bildqualität so stark beeinträchtigt sein, dass die Aufnahme die Frage nicht beantwortet — auch das ist vorher zu bedenken.
Befundung und Zufallsbefunde
Ein Punkt, der Patienten selten erläutert wird, hat erhebliche praktische Bedeutung: Beurteilt werden muss stets der gesamte aufgenommene Bereich, nicht nur die Region, wegen der die Aufnahme angefertigt wurde. Da das Aufnahmefeld je nach Gerät und Einstellung Teile der Kieferhöhlen, der Nasenhaupthöhle, der Halswirbelsäule oder der Schädelbasis erfasst, können dort Veränderungen sichtbar werden, nach denen niemand gesucht hat. Solche Zufallsbefunde reichen von harmlosen anatomischen Varianten über Verschattungen der Nasennebenhöhlen bis zu Verkalkungen in Gefäßen des Halses.
Daraus folgt, dass die Befundung Kenntnisse verlangt, die über den Zahnbereich hinausgehen. Ergibt sich ein Hinweis auf eine Veränderung außerhalb des eigenen Fachgebiets, wird ein Facharzt für Radiologie oder für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde hinzugezogen. Für den Patienten kann das bedeuten, dass eine Aufnahme, die zur Implantatplanung angefertigt wurde, eine weitere Abklärung nach sich zieht. Umgekehrt gilt: Nicht jeder Zufallsbefund hat Krankheitswert, und eine vorschnelle Deutung führt zu unnötiger Beunruhigung und unnötigen Folgeuntersuchungen.
Abgrenzung zu anderen Aufnahmetechniken
Die Einzelzahnaufnahme, der klassische kleine Zahnfilm, bleibt für viele alltägliche Fragen das Mittel der Wahl: Sie ist schnell, in jeder Praxis verfügbar und mit sehr geringer Belastung verbunden. Sie zeigt allerdings nur eine flächige Projektion, in der sich Strukturen überlagern.
Die Panoramaschichtaufnahme, häufig als OPG bezeichnet, bildet beide Kiefer, die Kiefergelenke und Teile der Kieferhöhlen in einer einzigen Übersicht ab und dient der Orientierung, etwa vor umfangreicheren Behandlungen. Auch sie ist eine flächige Darstellung; die dritte Dimension, also die Lage einer Struktur nach vorn oder hinten, geht ihr verloren. Genau diese Lücke schließt die digitale Volumentomographie.
Gegenüber der Computertomographie besteht der Unterschied vor allem in der Art des Strahlenbündels und im Aufnahmefeld: Die digitale Volumentomographie arbeitet mit einem kegelförmigen Strahl und einem Flächendetektor und nimmt das gesamte Volumen in einem einzigen Umlauf auf, während die Computertomographie den Körper schichtweise abtastet. Für den Kopfbereich ist die Belastung dadurch niedriger, wie es weiter oben beschrieben ist; die Darstellung von Weichgewebe und die Vergleichbarkeit der Dichtewerte sind dafür schlechter. Die in der Computertomographie üblichen Dichtewerte lassen sich auf die digitale Volumentomographie nicht ohne Weiteres übertragen, was bei der Beurteilung der Knochenqualität zu berücksichtigen ist.
Verfahren ohne ionisierende Strahlung sind Ultraschall und Magnetresonanztomographie. Beide ersetzen die digitale Volumentomographie bei knöchernen Fragestellungen nicht, sind ihr bei Weichgewebe aber überlegen. Die Wahl richtet sich damit nicht nach der technischen Leistungsfähigkeit allein, sondern nach der Frage, die beantwortet werden soll.
Geschichte und Entwicklung
Das zugrunde liegende Prinzip, ein Volumen mit einem kegelförmigen Röntgenstrahl in einem einzigen Umlauf zu erfassen, ist älter als seine zahnmedizinische Anwendung und wurde zunächst in anderen technischen Zusammenhängen erprobt, unter anderem in der Materialprüfung. Voraussetzung für den Einsatz am Patienten waren digitale Flächendetektoren, die ein vollständiges zweidimensionales Bild in kurzer Zeit aufnehmen können, sowie Rechner, die die große Zahl der Einzelbilder in vertretbarer Zeit zu einer Volumengrafik verrechnen.
In die Zahnmedizin gelangte das Verfahren gegen Ende der 1990er Jahre. Entscheidend für seine Verbreitung war weniger ein einzelner technischer Durchbruch als die Verkleinerung und Verbilligung der Geräte: Erst als sie in normale Praxisräume passten und sich in den zahnärztlichen Arbeitsablauf einfügen ließen, wurde aus einem Klinikverfahren eine in der Praxis verfügbare Untersuchung. Parallel dazu entwickelten sich Planungsprogramme, die den Datensatz weiterverwenden, etwa zur Anfertigung von Bohrschablonen für Implantate.
Mit der Verbreitung wuchs zugleich die fachliche Diskussion über die richtige Anwendung. Weil das Gerät nun leicht verfügbar war, entstand die Sorge vor einer Anwendung ohne ausreichenden Anlass. Die heute geltenden Empfehlungen der Fachgesellschaften und die strahlenschutzrechtlichen Anforderungen an Fachkunde und rechtfertigende Indikation sind auch als Antwort auf diese Entwicklung zu verstehen.
Nach der Untersuchung
Nach der Aufnahme bestehen keinerlei Einschränkungen: Der Patient kann die Praxis unmittelbar verlassen, es bleibt keine Strahlung im Körper zurück, und der Tag lässt sich normal fortsetzen. Auch für die Umgebung geht von ihm keine Belastung aus — anders als bei nuklearmedizinischen Untersuchungen wird kein radioaktiver Stoff verabreicht.
Der Datensatz wird in der Praxis gespeichert und ist Teil der Behandlungsdokumentation, die über mehrere Jahre aufzubewahren ist. Auf Wunsch kann er auf einem Datenträger oder über einen gesicherten Übertragungsweg an mitbehandelnde Praxen weitergegeben werden; dafür hat sich ein herstellerübergreifendes Dateiformat durchgesetzt, sodass die Daten auch mit anderer Software geöffnet werden können. Für den Patienten ist das insofern wichtig, als eine Weitergabe eine erneute Aufnahme beim nächsten Behandler ersparen kann.
Die Besprechung des Befundes erfolgt meist im Anschluss oder in einem gesonderten Termin. Dabei wird der Datensatz häufig gemeinsam am Bildschirm betrachtet, weil sich die räumlichen Verhältnisse anhand der Schnittbilder anschaulich erklären lassen. Ob und wann eine erneute Aufnahme angefertigt wird, richtet sich allein danach, ob eine neue Frage entstanden ist; eine routinemäßige Wiederholung in festen Abständen ist nicht vorgesehen.
Kosten und Kostenübernahme
Die Kostenfrage stellt sich für gesetzlich Versicherte anders als für privat Versicherte. Die digitale Volumentomographie gehört in der zahnmedizinischen Anwendung überwiegend nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, sodass sie den Versicherten häufig als Selbstzahlerleistung angeboten wird. Die private Krankenversicherung und die Beihilfe erstatten die Aufnahme regelmäßig, wenn eine ausreichende Begründung vorliegt, prüfen die Begründung aber im Einzelfall.
Daraus ergeben sich für den Patienten zwei praktische Hinweise. Er sollte sich vor der Untersuchung erläutern lassen, welche Frage die Aufnahme beantworten soll und was sich daraus für die geplante Behandlung ändert; eine Aufnahme, deren Ergebnis das Vorgehen nicht beeinflusst, ist auch strahlenschutzrechtlich fragwürdig. Und er sollte eine schriftliche Vereinbarung über die Kosten erhalten, bevor die Aufnahme angefertigt wird. Bei Unsicherheit ist eine Rückfrage bei der eigenen Krankenkasse oder Versicherung vor dem Termin sinnvoll, weil eine nachträgliche Klärung erfahrungsgemäß schwieriger ist.
Quellen
- Lübbers, H.-T. (Hrsg.): Digitale Volumentomographie.
ISBN: 9783662574041
- Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J. (Hrsg.): Duale Reihe Radiologie.
ISBN: 9783132444621
- Hofer, M.: CT-Kursbuch.
ISBN: 9783938103258
- Aust, G., Engele, J., Kirsch, J., et al.: Anatomie.
ISBN: 9783132452572
- Lenarz, T., Boenninghaus, H.-G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
ISBN: 9783642211300
