Eye Movement Desensitization and Reprocessing

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) stellt eine Behandlungsmethode für Traumapatienten dar. Mittlerweile wurde die Wirksamkeit dieser Methode bei posttraumatischen Belastungsstörungen nachgewiesen. Berichtet wird, dass sich über 80 Prozent der behandelten Patienten nach der Behandlung deutlich besser fühlen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Eye Movement Desensitization and Reprocessing?

Eye Movement Desensitization and Reprocessing
Das Kernelement von EMDR ist die Nutzung bilateraler Stimulationen zur Nachbearbeitung von traumatischen Erinnerungen. Dabei folgt der Patient den Fingern des Therapeuten mit den Augen. Dabei bewegt der Therapeut die Hände hin und her.

Die Behandlungsmethode Eye Movement Desensitization and Reprocessing wurde von der amerikanischen Psychotherapeutin Dr. Francine Shapiro Ende der Achtziger Jahre entwickelt. Während eines Spazierganges stellte sie fest, dass sie sich von depressiven Gedanken und Ängsten bezüglich ihrer Krebserkrankung durch das Hin- und Herbewegen der Augen deutlich befreien konnte.

Auf diesem Erlebnis aufbauend entwickelte sie die Methode zur Desensibilisierung durch Augenbewegung und Wiederaufarbeitung traumatischer Ereignisse. Auf Deutsch übersetzt heißt "Eye Movement Desensitization and Reprocessing" Augenbewegungsdesensibilisierung und Wiederaufarbeitung. Da diese Methode gleich gute Ergebnisse brachte, wurde sie im Jahre 1991 auch in Deutschland eingeführt. Im Jahre 2006 erkannte schließlich der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die Methode für die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung bei Erwachsenen wissenschaftlich an; seit März 2026 gilt sie auch für die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung bei Kindern und Jugendlichen als wissenschaftlich anerkannt.

Das Kernelement von EMDR ist die Nutzung bilateraler Stimulationen zur Nachbearbeitung von traumatischen Erinnerungen. Dabei folgt der Patient den Fingern des Therapeuten mit den Augen. Dabei bewegt der Therapeut die Hände hin und her. Durch diese Bewegung soll das Gehirn unterstützt werden, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Funktion, Wirkung & Ziele

EMDR beruht auf der Annahme, dass jeder Mensch über eigene Fähigkeiten zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse verfügt, die er mit dieser Methode aktivieren kann. Im Rahmen der Therapie gilt als Kernelement die Augenbewegung, die auch als bilaterale Stimulation bezeichnet wird.

Die Patienten folgen dabei mit den Augen den Fingern des Therapeuten. Dabei bewegt der Therapeut die Hände hin und her. Es wird davon ausgegangen, dass die Augenbewegungen mit der Phase des REM-Schlafes vergleichbar sind. In dieser REM-Phase des Schlafes werden zurückliegende Ereignisse durch das Gehirn verarbeitet. Das Gleiche gilt auch für die EMDR. Vor der Behandlung muss eine ausführliche Anamnese des Traumas durchgeführt werden. Die Grundlage für die Behandlung bildet die Erkenntnis des sprachlosen Entsetzens. Das Trauma ist ja dadurch gekennzeichnet, dass das Gehirn das Sprachzentrum bezüglich des Traumas ausschaltet. Der Mensch wird sprachlos und kann das Erlebte nicht mehr verbal verarbeiten. Im Rahmen der EMDR soll auch das Sprachzentrum wieder aktiviert werden, sodass der Patient das Erlebte besser verarbeiten kann. Die Wirksamkeit der Therapie bei posttraumatischen Belastungsstörungen konnte in Studien belegt werden.

Es konnte jedoch noch nicht geklärt werden, inwieweit die Augenbewegungen wirklich Einfluss auf die Aktivierung bestimmter Hirnregionen haben. Zurzeit laufen Versuche, das Einsatzspektrum der EMDR noch zu erweitern. Dabei soll die Frage beantwortet werden, inwieweit die Behandlung auch bei Angststörungen und bei Depressionen noch effektiver gestaltet werden kann. Auch hierzu liegen vielversprechende Ergebnisse vor. Es werden auch Untersuchungen durchgeführt, ob auch Alkoholiker oder pädophile Personen von der EMDR profitieren können.

Bereits im Jahre 1995 wurde in den USA eine Qualitätskontrolle eingeführt, um die Methode weiter zu fördern. Zur Durchführung dieser Qualitätskontrollen wurde in den USA die Organisation EMDRIA und 1998 in Europa die europäische Fachgesellschaft EMDR-Europe gegründet.

Diese beiden Fachgesellschaften sichern durch Zertifizierungen einen hohen Qualitätsstandard. Auch international ist die Behandlung von Traumastörungen durch EMDR anerkannt worden. So wurde EMDR von der Nachsorge, Opfer- und Angehörigenhilfe (NOAH) nach dem verheerenden Tsunami in Südostasien empfohlen. Heute wird die EMDR bei einer Vielzahl von psychisch bedingten Krankheiten eingesetzt. Dazu zählen neben den posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) auch Auswirkungen belastender Lebenserfahrungen, starke Trauer nach Verlusterlebnissen, Bindungstraumatisierung, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen von Kindern, psychosomatisches Erschöpfungssyndrom, Depressionen, Angst- und Panikattacken sowie chronischen Schmerzen.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Mit der Eye Movement Desensitization and Reprocessing werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Belastungsfrei ist die Methode allerdings nicht: Die gezielte Konfrontation mit dem traumatischen Erlebnis kann die Beschwerden während der Behandlungsphase vorübergehend verstärken. Bisher konnte jedoch noch nicht eindeutig geklärt werden, auf welcher Grundlage diese großen Erfolge beruhen. Wissenschaftliche Studien sollen klären, welche Elemente der Methode für ihren Erfolg zwingend notwendig sind.

An der Universität München wird ein Forschungsprojekt durchgeführt, welches den Mechanismus der Behandlungsmethode noch weiter ergründen soll. Dabei wurde bereits festgestellt, dass die Fixierung der Augen auf die Hände einen signifikanten Einfluss auf die Abnahme der Symptome hat. In einer Kontrollgruppe ohne ausdrückliche Fixierung der Augen auf die Hände nahmen die Symptome nicht so stark ab. Allerdings hatten in dieser Untersuchung die Bewegung der Hände und die Mitbewegung der Augen keinen Einfluss auf das Ergebnis. Entscheidend für den Erfolg war die Herstellung der Aufmerksamkeit auf die Hände.

In diesen Studien konnte der Einfluss der Augenbewegungen also noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Andererseits gelang aber der Nachweis, dass eine Aufmerksamkeit hergestellt werden muss, um die belastenden Erlebnisse zu verarbeiten. Die bisher durchgeführten Studien zeigen überwiegend, dass die Anwendung von EMDR Verbesserungen in der Symptomatik von Traumapatienten bringt. Ob das jedoch an der bisher verfolgten Grundannahme der Augenbewegungen liegt, konnten die Studien nicht zweifelsfrei nachweisen. Da die Studien die Wirksamkeit der Methode bei posttraumatischen Belastungsstörungen belegen konnten, wurde sie für dieses Anwendungsgebiet wissenschaftlich anerkannt.

Da die spezifischen Augenbewegungen, die als Kern der Methode gelten, wahrscheinlich doch nicht diesen großen Einfluss haben, wurde EMDR gelegentlich als Pseudowissenschaft abgetan. Den Rang als wissenschaftliche Methode konnte EMDR dennoch beibehalten, weil vor allem die Konfrontationskomponente, bei der der Patient mit den traumatisierenden Reizen direkt konfrontiert wird, als wirksamer Bestandteil der Methode gilt.

Ablauf einer EMDR-Behandlung

EMDR folgt einem festgelegten Vorgehen, das die Begründerin in acht aufeinander aufbauenden Phasen beschrieben hat. Die Arbeit an der belastenden Erinnerung ist darin nur ein Abschnitt: Ihr gehen zwei vorbereitende Phasen voraus, und ihr folgen mehrere, die die Sitzung wieder abschließen.

Am Anfang stehen Anamnese und Behandlungsplanung. Der Therapeut erhebt die Vorgeschichte, sichtet die belastenden Ereignisse und legt fest, an welchen Erinnerungen in welcher Reihenfolge gearbeitet werden soll. Zugleich prüft er, ob die Belastbarkeit des Patienten für eine Konfrontation ausreicht. In der Vorbereitungsphase wird das Vorgehen erklärt, und es werden Übungen eingeübt, mit denen sich der Patient wieder beruhigen kann; verbreitet sind die Vorstellung eines sicheren inneren Ortes und Übungen, in denen belastendes Material gedanklich vorübergehend beiseitegestellt wird. Erst wenn das gelingt, beginnt die Arbeit an der Erinnerung selbst.

In der Bewertungsphase sucht der Patient ein Bild, das für das Ereignis steht, benennt den Gedanken über sich selbst, der damit verbunden ist – etwa „ich bin schuld“ oder „ich bin hilflos“ – und stellt ihm den Gedanken gegenüber, den er stattdessen über sich haben möchte. Wie stark die Erinnerung belastet und wie stimmig sich der gewünschte Gedanke anfühlt, schätzt er auf zwei Skalen ein. Diese Einschätzungen werden im weiteren Verlauf wiederholt und machen Veränderungen nachvollziehbar.

Es folgt die Desensibilisierung. Der Patient behält die Erinnerung im Blick, während der Therapeut die bilaterale Stimulation durchführt: Handbewegungen, denen die Augen folgen, alternativ ein abwechselndes Antippen beider Hände oder Töne, die im Wechsel auf dem linken und rechten Ohr zu hören sind. Nach jeder kurzen Sequenz wird unterbrochen, und der Patient berichtet, was ihm dabei durch den Kopf gegangen ist; daran knüpft die nächste Sequenz an. Der Vorgang wiederholt sich, bis die Erinnerung nicht mehr in derselben Weise belastet. In der Verankerungsphase wird der gewünschte Gedanke über sich selbst mit der Erinnerung verbunden; im anschließenden Körpertest achtet der Patient darauf, ob irgendwo noch körperliche Anspannung zurückbleibt.

Die letzten beiden Phasen dienen dem Abschluss. Am Ende jeder Sitzung wird der Patient in einen ruhigen Zustand zurückgeführt, auch wenn die Verarbeitung noch nicht abgeschlossen ist. Zu Beginn der folgenden Sitzung wird überprüft, wie stabil das Erreichte geblieben ist und was in der Zwischenzeit aufgetaucht ist. Erst dann wird die Arbeit fortgesetzt oder das nächste Zielereignis in Angriff genommen.

Wer EMDR anbietet und wer die Kosten trägt

EMDR ist kein eigenständiges Psychotherapieverfahren, sondern eine Methode, die innerhalb eines anerkannten Verfahrens angewendet wird. Durchgeführt wird sie von approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie von entsprechend weitergebildeten Ärzten, die zusätzlich eine EMDR-Ausbildung absolviert haben. Diese Ausbildungen werden von den Fachgesellschaften vergeben; sie verbinden theoretischen Unterricht mit Selbsterfahrung, angeleiteten Behandlungen und regelmäßiger fachlicher Beratung von außen.

Für die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung bei Erwachsenen hat der Gemeinsame Bundesausschuss EMDR als Methode in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen. Sie kann damit im Rahmen der anerkannten Psychotherapieverfahren zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden. Für andere Anwendungsgebiete gilt das nicht ohne Weiteres; dort muss der Einsatz im Einzelfall begründet werden. Wer eine Behandlung sucht, kann deshalb nach der Approbation und nach einer EMDR-Zertifizierung fragen – die Fachgesellschaften führen Verzeichnisse ihrer zertifizierten Mitglieder.

Wann EMDR nicht oder noch nicht in Frage kommt

Die Konfrontation mit einer traumatischen Erinnerung setzt voraus, dass der Patient sie aushalten und danach wieder zur Ruhe kommen kann. Fehlt diese Stabilität, wird die Verarbeitungsarbeit verschoben, bis sie hergestellt ist. Das ist kein Ausschluss, sondern eine Frage der Reihenfolge.

Gegen einen sofortigen Beginn sprechen unter anderem eine fortdauernde Bedrohung – wer noch in einer Gewaltbeziehung lebt oder in einer ungeklärten Lebenssituation steckt, ist mit der Bewältigung der Gegenwart beschäftigt und nicht mit der Vergangenheit –, akute Suizidalität, eine akute Psychose, eine unbehandelte Abhängigkeitserkrankung sowie ausgeprägte dissoziative Zustände, in denen der Patient während der Sitzung den Kontakt zur Gegenwart verliert. Auch eine schwere, instabile körperliche Erkrankung ist ein Grund, zunächst abzuwarten. In all diesen Fällen wird die Stabilisierungsphase entsprechend länger.

Die Augenbewegungen selbst sind nicht immer die geeignete Form der Stimulation. Bei Augenerkrankungen, bei ausgeprägten Kopfschmerzen oder wenn dem Patienten das Folgen der Hand unangenehm ist, wird auf die taktile oder die akustische Variante ausgewichen. Nach dem Konzept der Methode geht dabei nichts verloren, weil es auf die abwechselnde Reizung beider Seiten und nicht auf den Sinneskanal ankommen soll.

Belastung während und nach der Behandlung

Über die Möglichkeit, dass sich die Beschwerden während der Behandlungsphase vorübergehend verstärken, wird vor dem Beginn aufgeklärt. Das gehört zu den Punkten, die den Unterschied zwischen einer Aufklärung und einem Versprechen ausmachen: Wer weiß, dass eine unruhige Nacht nach einer Sitzung vorkommen kann, deutet sie nicht als Scheitern der Behandlung.

In den Tagen nach einer Sitzung können Erinnerungsbilder, Träume, Reizbarkeit, Anspannung oder ausgeprägte Müdigkeit auftreten. Üblich ist deshalb, vorab zu vereinbaren, was der Patient in einer solchen Lage tut und wie er den Therapeuten erreicht. Manche Behandler bitten darum, Auffälligkeiten zwischen den Sitzungen kurz zu notieren, damit sie in der nächsten Stunde besprochen werden können. Termine werden nach Möglichkeit so gelegt, dass danach noch Zeit bleibt, statt direkt in einen vollen Arbeitstag zu wechseln.

Auch Angehörige können betroffen sein, weil ein Patient während der Behandlungsphase belasteter oder verschlossener wirkt als vorher. Ein Hinweis darauf, dass diese Phase vorübergehen kann, nimmt der Familie die Sorge, es gehe bergab. Manche Betroffene beschreiben schließlich als ungewohnt, dass sich das Ereignis nach der Behandlung zwar noch erinnern lässt, aber nicht mehr dieselbe körperliche Reaktion auslöst; das ist das angestrebte Ergebnis und kein Zeichen dafür, dass etwas verloren gegangen wäre.

Abgrenzung zu anderen Verfahren bei Traumafolgestörungen

Fachliche Empfehlungen zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung nennen traumafokussierte Psychotherapien als Behandlung der ersten Wahl. Dazu zählen neben EMDR vor allem traumafokussierte Formen der kognitiven Verhaltenstherapie und die narrative Expositionstherapie. Allen gemeinsam ist, dass sie das belastende Ereignis nicht umgehen, sondern es in geschütztem Rahmen zum Gegenstand machen.

Die Verfahren unterscheiden sich in dem Weg dorthin. Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie arbeitet stark mit dem ausführlichen Schildern und Aufschreiben des Erlebten sowie mit Übungen zwischen den Sitzungen; EMDR verlangt vergleichsweise wenig sprachliche Schilderung, was für Menschen von Bedeutung sein kann, die das Erlebte nicht in Worte fassen wollen oder können. Die narrative Expositionstherapie ordnet die gesamte Lebensgeschichte chronologisch und wird vor allem dort eingesetzt, wo Menschen viele belastende Ereignisse über einen langen Zeitraum erlebt haben. Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sowie andere Entspannungstechniken können die Behandlung begleiten, ersetzen die Verarbeitung des Ereignisses aber nicht.

Von all dem zu unterscheiden ist die einmalige Nachbesprechung unmittelbar nach einem belastenden Ereignis, wie sie früher routinemäßig angeboten wurde. Sie gilt heute nicht als geeignetes Mittel, einer posttraumatischen Belastungsstörung vorzubeugen. EMDR setzt später an: bei Beschwerden, die nach dem Ereignis bestehen bleiben.

EMDR bei Kindern und Jugendlichen

Der Ablauf bleibt bei Kindern derselbe, die Umsetzung wird jedoch dem Alter angepasst. Die Sequenzen der bilateralen Stimulation fallen kürzer aus, weil jüngere Kinder ihre Aufmerksamkeit nicht so lange auf eine Vorstellung richten können. Statt der Handbewegung werden häufig spielerische Formen gewählt: abwechselndes Klopfen auf die Knie, Handpuppen, die von einer Seite zur anderen wandern, oder Töne über Kopfhörer. Für die Einschätzung der Belastung werden Bilder oder Gesichter statt Zahlen verwendet, und das belastende Ereignis wird eher gemalt oder gespielt als beschrieben.

Eine größere Rolle spielen die Bezugspersonen. Sie werden über das Vorgehen aufgeklärt, sind je nach Alter des Kindes bei der Sitzung anwesend und tragen den Teil der Behandlung, der zu Hause stattfindet – vor allem die Beruhigung nach einer Sitzung. Sind die Eltern selbst durch dasselbe Ereignis belastet, etwa nach einem Unfall oder einem Todesfall in der Familie, wird geprüft, ob sie zusätzlich eine eigene Behandlung benötigen; ein Elternteil, der die Erinnerung nicht aushält, kann das Kind darin schwer begleiten.

Vor der Behandlung steht die Klärung, ob die belastende Situation überhaupt beendet ist. Dauert die Belastung fort – etwa bei anhaltender Gewalt in der Familie oder bei fortgesetzter Ausgrenzung in der Schule –, hat die Sicherung des Kindes Vorrang; die Verarbeitung eines Ereignisses, das noch andauert, ist nicht möglich.

Quellen

  • Hofmann, A., Lehnung, M., Altmeyer, S.: EMDR.
    ISBN: 9783131182463
  • Falkai, P. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Margraf, J., Schneider, S. (Hrsg.): Lehrbuch der Verhaltenstherapie – Grundlagen, Diagnostik, Verfahren und Rahmenbedingungen.
    ISBN: 9783662549100
  • Tebartz van Elst, L., Schramm, E., Berger, M. (Hrsg.): Psychische Erkrankungen.
    ISBN: 9783437051746
  • Falkai, P., Wittchen, H.-U. (Hrsg.): Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen.
    ISBN: 9783801732172

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