Fichte

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei den Fichten handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) gehört. In Europa ist nur die Gemeine Fichte (Picea abies) heimisch. Neben ihrer Forstwirtschaftlichen Nutzung findet die Fichte auch Anwendung in der Heilkunde.

Vorkommen & Anbau der Fichte

Bei den Fichten handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) gehört. In Europa ist nur die Gemeine Fichte (Picea abies) heimisch.

Die Gemeine Fichte wird auch Rotfichte oder Gewöhnliche Fichte genannt. Fälschlicherweise wird sie volkstümlich auch als Rottanne bezeichnet, obwohl sie nicht zu den Tannen gehört. Sie ist in Europa und Asien anzutreffen und spielt eine wichtige Rolle in der Forstwirtschaft. Je nach Standort kann die Gemeine Fichte bis zu 600 Jahre alt werden. Allerdings wurde im Jahr 2008 eine Fichte gefunden, deren Alter auf über 9000 Jahre geschätzt wird.

Die Umtriebszeit in der Forstwirtschaft beträgt hingegen höchstens 100 Jahre. Bei der Gewöhnlichen Fichte handelt es sich um einen immergrünen Baum. Seine Wuchshöhe beträgt circa 40 Meter, wobei auch schon größere Exemplare gemessen wurden. Neben der Weißtanne – botanisch als Abies alba bezeichnet – handelt es sich bei der Gemeinen Fichte damit um den größten einheimischen Baum in Europa. Der Durchmesser des Stamms kann über einen Meter erreichen. Je nach Belüftung des Bodens, bilden sich verschiedene Arten von Wurzelsystemen.

Die Baumkrone der Fichte bildet eine Kegelform und die Zweige hängen an der Unterseite meist gebogen nach unten. Im oberen Bereich des Stamms sind die Zweige hingegen aufrecht. Aufgrund des großen Gebiets, in dem Fichten vorkommen, haben sich verschiedene Typen der Fichte entwickelt. Diese unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen voneinander. Je nach Standort und Klima bildeten sich variierende Verzweigungs- und Nadeltypen aus. Die Rinde der Gemeinen Fichte ist rötlich-braun und feinschuppig.

In Gebirgslagen hingegen nimmt die Rinde eine gräuliche Farbe an. Zudem sind die Nadeln der Gemeinen Fichte spitz und vierkantig. Ihre Länge beträgt etwa ein bis zwei Zentimeter und sie werden im Schnitt fünf Jahre alt. Zwischen Mai und Juni bildet die Fichte Blüten und Knospen. Oftmals ist dies nur mit mehreren Jahren Abstand der Fall. In Gebirgslagen können zwei Blüten bis zu sieben Jahre auseinander liegen. Die Knospen sind kegelförmig und hellbraun.

Weibliche Blüten der Fichte sind in Zapfen angeordnet, die später verholzen und zu den bekannten trockenen Zapfen werden. Ausnahmen beim Verbreitungsgebiet der Fichte bilden die Iberische Halbinsel und die Britischen Inseln. Häufig kommt sie in Nord-, Ost- und Mitteleuropa vor. Auch in Russland, Skandinavien und Polen ist sie zu finden.

Die Fichte bevorzugt kühles und eher feuchtes Klima, weshalb sie sich in Höhenlagen oft wohler fühlt. In tieferen Lagen findet sich die Gemeine Fichte nur aufgrund von Anpflanzungen. In Nordamerika wurde die Fichte inzwischen eingebürgert.

Wirkung & Anwendung

Das Holz der Fichte ist ein essenzielles Nutzholz beim Gebäudebau. So dient es für die Herstellung von Brettern, Balken und Bohlen. Aber auch im Möbelbau wird es verwendet. Dazu gehört auch die Nutzung für Türen oder Korpusse. Alte Fichten werden daneben auch für Musikinstrumente genutzt. Bei der Produktion von Brauerpech dient die Rinde der Gemeinen Fichte zur Herstellung von Gerberlohe.

In der Parfümindustrie finden die Nadeln für Fichtennadelöl Anwendung. Hinzu kommt die Verwendung der jungen Triebspitzen in der Küche. Ihr Geschmack ist herb und säuerlich, weshalb sie beispielsweise für Gemüse oder Frischkäsezubereitungen verarbeitet werden. Früher diente die Fichte außerdem als Weihnachtsbaum. Inzwischen wurde sie von der Blaufichte und der Nordmann-Tanne verdrängt.

Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe findet die Gemeine Fichte zusätzlich Verwendung in der Pflanzenheilkunde. Sie enthält Terpentinöl, Harz, Gerbstoffe, Vitamin C, Picein und ätherische Öle. Junge Triebe, das Harz und die Nadeln werden daher als Heilmittel genutzt. Sie sind je nach Verarbeitung sowohl zur inneren als auch zur äußeren Anwendung geeignet. So können die Triebspitzen zu Fichtennadel-Tee verarbeitet werden.

Auch Terpentinöl weist eine Reihe an Heilwirkungen auf, wenn es auch mit Vorsicht angewendet werden sollte, da es reizend auf die Haut wirkt. Zudem kann das ätherische Öl extrahiert und ebenso angewendet werden wie das Terpentinöl. Aus den Fichtennadeln kann eine Tinktur angesetzt werden. Mit Wacholderbeeren versetzt, wirkt sie sich bei verschiedenen Beschwerden positiv auf. Allerdings ist bei der innerlichen Anwendung der Fichte auf die Dosis zu achten, da sie schnell zu Reizungen der Nieren führen kann.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Eingesetzt werden Präparate mit Fichtennadeln oder den Trieben gegen Erkältungskrankheiten. Sie wirken gegen Bronchitis und Husten. Daneben helfen sie gegen Keuchhusten und Asthma oder Katarrhe der oberen Luftwege. Der Tee kann auch bei Lungenentzündungen getrunken werden. Um Geschmack und Wirksamkeit zu verstärken, kann dem Tee auch Honig beigefügt werden. Daneben ist der Tee auch bei Frühjahrsmüdigkeit einsetzbar, was auf den hohen Vitamin-C-Gehalt zurückzuführen ist.

Bei äußerlicher Anwendung helfen Öl und Tinktur bei Muskelkater, Gicht und Rheuma. Aufgrund der hohen Reizbarkeit sollte hier jedoch sparsam mit dem Heilmittel umgegangen werden. Beides erhöht zudem die Durchblutung und lindert damit zusammenhängende Beschwerden. Außerdem sind Fichten-Präparate wirksam gegen Nervosität, Neuralgien und Schlaflosigkeit.

Terpentinöl ist wurmtreibend und fördert daneben die Verdauungssäfte. Als Bad fördert es die Abheilung von Wunden und erleichtert die Atmung bei Erkrankungen der Atemwege. In diesem Bereich eignet es sich auch für Inhalationen.


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