Glycerol-Kinase-Mangel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei Glycerol-Kinase-Mangel, auch bekannt unter den Synonymen GK-Mangel, Glycerinkinase-Mangel, Hyperglycerinämie oder ATP-Glycerol-3-Phosphotransferase Defizienz, handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, die in der Abteilung für Humangenetik abgeklärt werden kann. Unterschieden wird zwischen dem isolierten, infantilen, juvenilen und adulten Glycerol-Kinase-Mangel. Grundsätzlich sind dabei zwei Erscheinungsformen zu trennen: die isolierte Form, die häufig ohne jede Beschwerde verläuft und meist nur durch einen auffälligen Laborwert entdeckt wird, und die komplexe Form des Säuglings, bei der weitere benachbarte Gene mitbetroffen sind und die lebensbedrohlich verlaufen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Glycerol-Kinase-Mangel?

Glycerol Kinase Mangel
Die Diagnose erfolgt postnatal im Rahmen einer molekulargenetischen Untersuchung unter anderem anhand einer DNA-Sequenzanalyse des GK-Gens. Dafür werden drei bis fünf ml EDTA-Blut benötigt.
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Bei einem Glycerol-Kinase-Mangel handelt es sich um eine seltene Stoffwechselerkrankung in vier unterschiedlichen Ausprägungen, die humangenetisch abgeklärt werden kann und zur Kategorie der Erbkrankheiten gehört. Der Stoffwechsel wird angegriffen, weil in der Leber das Glycerin nicht in Glycerin-3-phosphat umgewandelt wird.

Es kommt vielmehr zu einer Oxidation beziehungsweise Phosphorylierung, wodurch Glycerinaldehyd-3-phosphat beziehungsweise Glycerinsäure-2-phosphat entsteht. Die Anzeichen reichen von Symptomfreiheit bis hin zu körperlichen Beschwerden und labortechnischen Hinweisen. Die Diagnose kann pränatal und postnatal auf differenzialdiagnostischem und molekulardiagnostischem Wege erfolgen.

Eine geistige Behinderung sowie Muskel- und Wirbelkörpererkrankungen können sich einstellen. Therapeutisch steht die Vermeidung längerer Fastenperioden im Vordergrund; bei einer Beteiligung der Nebennierenrinde ist zusätzlich eine Substitution mit Glucocorticoiden erforderlich, dazu wird eine fettarme Ernährung empfohlen. Vorbeugende Maßnahmen sind bisher nicht bekannt.

Ursachen

An erster Stelle ist ein X-chromosomal-rezessiv vererbter Gendefekt zu nennen. Und zwar bezogen auf das X-Chromosom. An der Lokalisation Xp21.2 liegen im GK-Gen die Mutationen, die der Erkrankung zugrunde liegen. Weil das Gen auf dem X-Chromosom liegt, erkranken praktisch nur Jungen und Männer; Frauen sind in der Regel gesunde Überträgerinnen. Die klinischen Kriterien beziehen sich auf Wachstumsstörungen, geistige Behinderung und Osteoporose mit vorliegender Frakturneigung.

Bei der Fettverdauung wird Glycerin im Darm freigesetzt, über die Darmschleimhaut resorbiert und zur Leber transportiert. Die Glycerinkinase wandelt in der Leber das Glycerin in Glycerin-3-phosphat um. Dafür benötigt das Enzym nicht nur das Substrat, sondern auch Adenosintriphosphat, kurz ATP. Bei der Spaltung von diesem Phosphat wird Energie freigesetzt.

Diese nutzt die Glycerinkinase zur Katalysierung der biochemischen Reaktion zu Glycerin-3-phosphat. Findet diese Umwandlung nicht statt, kann es zur Oxidation oder Phosphorylierung (umkehrbares Anhängen einer Phosphatgruppe an ein organisches Molekül in der Biochemie) kommen. Es entsteht Glycerinaldehyd-3-phosphat beziehungsweise Glycerinsäure-2-phosphat. Dadurch wird nicht nur der Stoffwechsel angegriffen. Es kommt vielmehr zu gefährlichen Eingriffen in den Stoffwechsel bezüglich der Verarbeitung von Fetten und Kohlenhydraten.

In selteneren Fällen besteht eine Kombination der klinischen Kriterien mit einer Muskeldystrophie (erblich bedingter Muskelschwund mit zunehmender Muskelschwäche) und einer angeborenen Nebennierenhypoplasie (genetisch bedingte Unterentwicklung der Nebennieren mit unzureichender Zellbildung).

Diese Kombination wird als komplexer Glycerol-Kinase-Mangel bezeichnet. Sie entsteht, wenn auf dem X-Chromosom nicht nur das GK-Gen, sondern auch die unmittelbar benachbarten Erbanlagen von einem zusammenhängenden Stückverlust betroffen sind: das Gen NR0B1 für die Entwicklung der Nebennierenrinde und das Gen für die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne. Beim Säugling ist vor allem die daraus folgende Nebennierenrindeninsuffizienz gefährlich, weil sie zu einer lebensbedrohlichen Salzverlustkrise führen kann.

Eine wichtige Differenzialdiagnose bei erhöhten Blutfettwerten ist dagegen ein Mangel an Apolipoprotein C2, einem Bestandteil der Lipoproteine, die helfen, Lipide durch das Blut zu transportieren.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome sind sehr vielseitig, aber durch die Betroffenen sehr gut wiederzugeben, sodass eine Anamnese anhand der Patientendarstellung sehr gut und umfangreich erfolgen kann. So zeigen sich angefangen von einer Symptomfreiheit über Erbrechen auch rezidivierende Schweißausbrüche besonders bei Anstrengung und vor dem Essen. Die isolierte Form verläuft dabei häufig lebenslang völlig beschwerdefrei und fällt allein durch auffällige Laborwerte auf.

Labortechnisch ist nicht nur eine Hypoglykämie (zu niedriger Blutzuckerspiegel) nachweisbar. Vielmehr sind die Laborparameter im Blut und Urin (Hyperglycerinämie und Hyperglycerinurie) erhöht. Auch ein Enzymmangel sowie eine Pseudohypertriglyceridämie (vorgetäuschte Triglyceriderhöhung im Blut) können nachgewiesen werden.

Diese Pseudohypertriglyceridämie ist die häufigste Auffälligkeit überhaupt und zugleich die praktisch wichtigste Falle: Weil die üblichen Labormethoden die Triglyceride nicht direkt, sondern über das aus ihnen freigesetzte Glycerin bestimmen, täuscht das im Blut angehäufte Glycerin einen stark erhöhten Blutfettwert vor. Betroffene werden dadurch nicht selten über Jahre als Fettstoffwechselpatienten behandelt, obwohl ihre Blutfette in Wirklichkeit normal sind.

Eine Ketoazidose (gefährliche Stoffwechselentgleisung mit Übersäuerung des Blutes) und eine geistig-motorische Retardierung, gemessen am Durchschnitt der relevanten Altersgruppe, können die mögliche Symptomatik erweitern.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt postnatal im Rahmen einer molekulargenetischen Untersuchung unter anderem anhand einer DNA-Sequenzanalyse des GK-Gens. Dafür werden drei bis fünf ml EDTA-Blut benötigt. Das Ergebnis liegt nach zwei bis drei Wochen vor. Im Urin sowie im Blutserum ist freies Glycerin mit erhöhten Werten nachweisbar. Bei Vorliegen einer medizinischen Indikation erfolgt die Laboruntersuchung mittels Überweisungsschein. Wichtig ist dabei, einen scheinbar stark erhöhten Triglyceridwert nicht vorschnell als Fettstoffwechselstörung zu deuten: Die gezielte Bestimmung des freien Glycerins klärt diese Verwechslung auf.

Differenzialdiagnostisch ist unter anderem das sehr seltene Snyder-Robinson-Syndrom abzugrenzen. Dabei handelt es sich um eine angeborene Erkrankung, die sich hauptsächlich mit einer geistigen Behinderung, einer Muskelatrophie, einer Osteoporose oder Kyphoskoliose (unphysiologische, nach dorsal gerichtete Wirbelsäulenverkrümmung) aber auch einer Asymmetrie des Gesichts sowie einer Gangunsicherheit darstellen kann.

Eine Diagnosestellung ist auch bereits im pränatalen Stadium möglich. Die gesamte Labordiagnostik kann auf biochemische und molekulardiagnostische sowie auf das Heterozygoten-Screening mittels NGS beruhen. Die „Diagnosis of intellectual disability“ als postnatale Diagnostik gilt der Mutationssuche, dem Mutationsscreening sowie der Sequenzierung.

Komplikationen

Durch den Glycerol-Kinase-Mangel kommt es zu sehr unterschiedlichen Symptomen. Bei symptomatischen Verläufen tritt allerdings ein Erbrechen auf, welches bei den Patienten von starken Schweißausbrüchen begleitet wird. Die Lebensqualität wird durch die Symptome erheblich eingeschränkt, wobei diese vor allem nach längeren Essenspausen auftreten.

Ebenso kommt es zu motorischen Beschwerden, sodass gewöhnliche Tätigkeiten im Alltag nicht mehr durchgeführt werden können. Bei der komplexen Form leiden die Betroffenen häufig auch an einer geistigen Retardierung und sind dabei in ihrem Alltag auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen, um diesen zu meistern. Nicht selten kommt es auch zu Bewegungsstörungen und zu einer Gangunsicherheit, sodass die Patienten an einer erhöhten Sturzgefahr und Unfallgefahr leiden.

Es ist nicht möglich, den Glycerol-Kinase-Mangel direkt zu behandeln, sodass die Behandlung nur in Form einer passenden Diät stattfindet. Diese Diät muss relativ fettarm sein, damit die Beschwerden gemildert werden. Noch wichtiger als die Fettmenge ist es, längere Fastenperioden zu vermeiden, weil der Stoffwechsel gerade dann entgleist. Bei einer frühzeitigen Diagnose können viele Symptome eingeschränkt und Folgeschäden vermieden werden.

Bei der isolierten Form wird die Lebenserwartung durch die Krankheit nicht verringert, allerdings kann der Alltag der Patienten erheblich eingeschränkt werden. Auch die Eltern und Angehörigen der Patienten leiden stark durch den Glycerol-Kinase-Mangel an psychischen Beschwerden und gegebenenfalls an Depressionen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der Regel sollte ein Glycerol-Kinase-Mangel immer von einem Arzt untersucht werden. Bei dieser Erkrankung kommt es nicht zu einer Selbstheilung. Die Beschwerden nehmen in der Regel zu und wirken sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus. Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn es sehr häufig und vor allem unbegründet zu Erbrechen kommt. Allerdings können auch starke Schweißausbrüche auf den Glycerol-Kinase-Mangel hindeuten und sollten untersucht werden. Vor allem nach längeren Essenspausen können diese eintreten. Bei einem Säugling sind zusätzlich Trinkschwäche, auffällige Schläfrigkeit, wiederholtes Erbrechen und eine ungewöhnlich dunkle Hautfärbung ein Grund, umgehend ärztliche Hilfe zu suchen, weil dahinter eine Schwäche der Nebennierenrinde stecken kann.

In vielen Fällen führt der Glycerol-Kinase-Mangel auch zu einer geistigen und motorischen Retardierung. Diese kann vor allem durch die Eltern oder durch die Angehörigen festgestellt werden und sollte ebenfalls von einem Arzt untersucht werden. In erster Linie eignet sich dafür der Besuch bei einem Allgemeinarzt oder bei einem Kinderarzt. Die Behandlung selbst richtet sich nach den genauen Beschwerden und auch nach der Ursache des Mangels. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wirkt sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung besteht aus einer fettarmen Diät. Die wichtigste Maßnahme im Alltag ist es darüber hinaus, längere Fastenperioden zu vermeiden und bei Infekten, Fieber oder Erbrechen frühzeitig für eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten zu sorgen. Besteht gleichzeitig eine adrenale Hypoplasie, kann eine Substitution mit Glucocorticoiden nicht nur wichtig, sondern sogar lebensnotwendig sein. Ergänzt wird sie in diesem Fall durch ein Mineralocorticoid wie Fludrocortison; die Betroffenen erhalten einen Notfallausweis, weil die Hormondosis bei Infekten, Fieber oder Operationen erhöht werden muss. Für eine geeignete Therapie zur Begrenzung der möglichen Folgeerkrankungen ist es wichtig, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Die pränatale Diagnostik ist diesbezüglich ein Meilenstein in der differenzialdiagnostischen und molekulardiagnostischen Medizin. In allen Fetten und Fettsäureestern (Triglyceride = dreifache Ester des Glycerins) kommt Glycerin vor. Die Höhe der Konzentration dieser Triglyceride im Blut ist ein wichtiger Laborwert für den Fettstoffwechsel.

Bei einer angedachten Therapie können folgende Werte zugrunde gelegt werden: Liegt der Wert der Triglyceride über 150 Milligramm pro dl, wird er als zu hoch eingestuft und kann auf eine Fettstoffwechselstörung (Hypertriglyceridämie) hinweisen. Eine Ursache dafür kann einerseits eine genetische Veranlagung sein und andererseits ein Mangel an Lipoproteinlipase.

Beim Glycerol-Kinase-Mangel ist dieser Wert allerdings nur scheinbar erhöht, weil das Messverfahren das freie Glycerin miterfasst. Eine fettsenkende Behandlung ist in diesem Fall weder nötig noch wirksam.

Aussicht & Prognose

Bei der Inanspruchnahme einer medizinischen Begleitung ist die Prognose des Glycerol-Kinase-Mangels im Normalfall günstig. Patienten sind bei der Erbkrankheit einer lebenslangen Therapie ausgesetzt, da sich der genetische Defekt selbst bislang nicht beheben lässt. Rechtliche Vorgaben stehen dem nicht entgegen: Verboten sind allein Eingriffe in die Keimbahn, während somatische Gentherapien in Deutschland zugelassen sind und eingesetzt werden. Für den Glycerol-Kinase-Mangel steht eine solche Behandlung jedoch nicht zur Verfügung.

Je nach Ausprägungsgrad der Erkrankung genügt es oftmals, wenn eine spezielle fettarme Diät erarbeitet und eingehalten wird. Die Patienten erleben dadurch eine deutliche Linderung der vorhandenen Beschwerden und können ihre Lebensgestaltung in vielen anderen Bereich beschwerdefrei genießen.

In schweren Fällen kommt es durch den Mangel zusätzlich zu einer regelmäßigen Gabe von Arzneien. Damit wird das Überleben des Patienten gesichert. Der Stoffwechsel wird durch die Medikamente angeregt und letztlich überwacht, um keine Komplikationen oder Folgeerscheinungen auszulösen. Bei einer Ablehnung einer medizinischen Versorgung kann es zu schweren Störungen und Beschwerden kommen. Die durchschnittliche Lebenserwartung sinkt zudem. Solche schweren Verläufe betreffen jedoch die komplexe Form mit Beteiligung der Nebennierenrinde; die isolierte Form verläuft dagegen häufig lebenslang symptomlos und erfordert keine Dauermedikation.

Leiden die Patienten aufgrund des Glycerol-Kinase-Mangels unter einer geistigen Retardierung, ist die Prognose ungünstig. Trotz Förderprogrammen und einer rechtzeitigen medizinischen Betreuung kann diese nicht in der notwendigen Form ausgeglichen oder behoben werden. Der Patient ist lebenslang auf Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags angewiesen. Dennoch kann auch hier bei der Einhaltung einer Diät sowie der Gabe von Medikamenten eine Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden.


Vorbeugung

Der medizinischen Forschung ist es bis heute nicht gelungen, zielführende Maßnahmen im Rahmen einer Prophylaxe zu entwickeln. Somit ist die beste Möglichkeit für eine gezielte Behandlung im Anfangsstadium die frühestmögliche Erkennung eines Glycerin-Kinase-Mangels.

Nachsorge

Beim Glycerol-Kinase-Mangel stehen dem Patienten in der Regel keine besonderen Maßnahmen der Nachsorge zur Verfügung. Dabei ist der Betroffene in erster Linie auf die medizinische Behandlung angewiesen, wobei eine vollständige Heilung meist nicht möglich ist. Die Beschwerden können dabei nur rein symptomatisch und nicht kausal behandelt werden.

Falls beim Betroffenen ein Kinderwunsch vorliegt, kann auch eine genetische Beratung und Untersuchung durchgeführt werden, um das erneute Auftreten des Glycerol-Kinase-Mangels bei den Nachfahren zu verhindern. Die Behandlung dieses Mangels erfolgt dabei in der Regel durch eine spezielle Diät. Dabei muss der Betroffene auf eine fettarme Ernährung achten, um dem Mangel entgegenzuwirken.

In Zweifelsfällen kann der behandelnde Arzt dem Betroffenen auch einen Plan erstellen, welcher die Ernährung unterstützen kann. Da der Glycerol-Kinase-Mangel auch zu anderen Erkrankungen und Komplikationen führen kann, sind regelmäßige Untersuchungen des gesamten Körpers sehr sinnvoll. In einigen Fällen ist durch den Mangel auch die Lebenserwartung des Betroffenen verringert; dies gilt vor allem für die komplexe Form.

Im Allgemeinen wirkt sich dabei eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung positiv auf den Verlauf der Krankheit aus. Auch der Kontakt zu anderen Patienten, die an Glycerol-Kinase-Mangel leiden, kann sinnvoll sein, da es dabei nicht selten zu einem Austausch an Informationen kommt.

Das können Sie selbst tun

Es ist nicht möglich, den Glycerol-Kinase-Mangel mit Mitteln der Selbsthilfe zu behandeln. Die Betroffenen sind aus diesem Grund immer auf eine medizinische Behandlung angewiesen. Bei einer Beteiligung der Nebennierenrinde kommen dabei Hormonpräparate zum Einsatz, die den Mangel ausgleichen sollen. Häufig muss die Einnahme dieser Mittel dabei das gesamte Leben lang erfolgen, um die Beschwerden dauerhaft einzuschränken. Der Betroffene sollte daher auf eine regelmäßige Einnahme dieser Medikamente achten.

Weiterhin ist eine frühzeitige Diagnose des Glycerol-Kinase-Mangels sehr wichtig, da dadurch weitere Erkrankungen und Folgeschäden vermieden werden können. Daher sollte schon bei den ersten Anzeichen eines Glycerol-Kinase-Mangels ein Arzt aufgesucht werden.

Sollte es sich beim Glycerol-Kinase-Mangel um eine genetische Erkrankung handeln, so sollten sich die Betroffenen und deren Eltern einer genetischen Beratung unterziehen, da dadurch das Auftreten der Krankheit bei weiteren Kindern vermieden werden kann.

Weiterhin wirkt sich häufig auch der Kontakt zu anderen Betroffenen der Erkrankung positiv auf die Krankheit aus, da es dadurch zu einem Austausch an Informationen kommen kann. Diese können den Alltag erleichtern und die Lebensqualität des Betroffenen erhöhen. Bei Kindern sollte eine vollständige Aufklärung über die Erkrankung und ihre möglichen Folgen stattfinden.

Quellen

  • Zschocke, J., Hoffmann, G. F.: Vademecum metabolicum.
    ISBN: 9783132435506
  • Mayatepek, E. (Hrsg.): Angeborene Stoffwechselkrankheiten.
    ISBN: 9783837415100
  • Hoffmann, G. F., Lentze, M. J., Spranger, J., Zepp, F. (Hrsg.): Pädiatrie - Grundlagen und Praxis.
    ISBN: 9783662603062
  • Schaaf, C. P., Zschocke, J.: Basiswissen Humangenetik.
    ISBN: 9783662561461
  • vom Dahl, S., Lammert, F., Ullrich, K., Wendel, U. (Hrsg.): Angeborene Stoffwechselkrankheiten bei Erwachsenen.
    ISBN: 9783642451881

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