Hantavirus-Infektion

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eine Hantavirus-Infektion ist in Deutschland meldepflichtig und kann einen schweren Verlauf nehmen. Erfolgreiche Therapien richten sich nach der Form der Hantavirus-Infektion.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hantavirus-Infektion?

Hantavirus Infektion
Vorwiegend wird die Hantavirus-Infektion durch Nagetiere auf den Menschen übertragen. Zwar kann eine Infizierung auch von Mensch zu Mensch erfolgen, dies geschieht aber vergleichsweise selten.
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Bei der Hantavirus-Infektion handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung, die durch verschiedene Formen des Hantavirus hervorgerufen werden kann.

Die Hantavirus-Infektion ist weltweit in verschiedenem Umfang vorzufinden; so ist die Infektion beispielsweise in Südostasien relativ weit verbreitet. Auch in Europa kommen Fälle der Hantavirus-Infektion vor: Zu beobachten ist eine relative Häufung hier etwa im Balkan oder in Teilen Skandinaviens. Benannt wurde die Hantavirus-Infektion nach dem südkoreanischen Fluss Hantan, an dem während des Koreakrieges in den 1950er Jahren viele Soldaten an dem Virus erkrankten.

In Deutschland ist eine Hantavirus-Infektion seit dem Jahr 2001 meldepflichtig. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (einem Bundesinstitut, das unter anderem mit Infektionskrankheiten vertraut ist) war die Hantavirus-Infektion im Jahr 2007 im Bundesdurchschnitt eine der fünf häufigsten Viruserkrankungen, die der Meldepflicht unterlagen.

In Deutschland überwiegt bei weitem das Puumala-Virus, dessen Reservoir die Rötelmaus ist. Es löst die Nephropathia epidemica aus, die vergleichsweise milde europäische Verlaufsform mit Fieber, ausgeprägten Rückenschmerzen und einer vorübergehenden Nierenfunktionsstörung. Die Fallzahlen schwanken dabei stark von Jahr zu Jahr: Nach einem sogenannten Buchenmastjahr, in dem die Buchen besonders viele Bucheckern tragen, vermehren sich die Rötelmäuse stark, und im darauffolgenden Jahr kommt es zu ausgeprägten Ausbrüchen. Die Schwerpunkte liegen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Ursachen

Vorwiegend wird die Hantavirus-Infektion durch Nagetiere auf den Menschen übertragen. Zwar kann eine Infizierung auch von Mensch zu Mensch erfolgen, dies geschieht aber vergleichsweise selten. Genauer gesagt ist eine solche Übertragung die absolute Ausnahme und bislang nur für das südamerikanische Andes-Virus belegt; die in Europa vorkommenden Hantaviren werden nicht von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Eine Übertragung der Hantavirus-Infektion durch Nager findet vor allem über Ausscheidungen der Tiere statt; über die Atemluft werden die Erreger der Hantavirus-Infektion dann vom Menschen aufgenommen. Entscheidend ist dabei das Einatmen von aufgewirbeltem Staub aus eingetrocknetem Kot, Urin und Speichel der Tiere, etwa beim Ausräumen eines lange verschlossenen Schuppens, beim Kehren eines Dachbodens oder beim Umschichten eines Holzstapels. Aufgrund dieser Übertragungsquelle sind vor allem Personen gefährdet, die häufig mit potenziellen Ausscheidungen entsprechender Nager in Kontakt geraten:

So tragen beispielsweise Personen ein höheres Risiko einer Hantavirus-Infektion, die als Jäger, Förster oder Soldat beschäftigt sind und sich darum vergleichsweise häufig in Wäldern aufhalten, in denen Nagetiere beheimatet sind.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Hantavirus-Infektion kann sich durch sehr unspezifische Symptome äußern. In der Regel zeigen sich anfangs grippeähnliche Beschwerden wie plötzlich auftretendes hohes Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Häufig sind die Augen extrem lichtempfindlich, auch Sehstörungen sind möglich. Für die in Deutschland vorherrschende Nephropathia epidemica ist dabei eine vorübergehende Kurzsichtigkeit kennzeichnend: Die Betroffenen sehen für einige Tage in der Ferne verschwommen, weil die Linse anschwillt. Diese Sehstörung bildet sich nach der Erkrankung vollständig zurück. Ebenso typisch sind sehr starke Rücken- und Flankenschmerzen. Gelegentlich kommen Husten, Halsschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen hinzu.

Abhängig vom Erregertyp kann sich die Infektion auf die Nieren oder die Lunge ausweiten: Bei einer Beteiligung der Nieren fallen oftmals Blutbeimengungen im Urin auf, zudem nimmt die Harnmenge deutlich ab. Im Harn ist Eiweiß in größeren Mengen nachweisbar. Weitere Alarmzeichen sind kleinste Einblutungen (Petechien) in die Haut, die Schleimhaut und die Bindehaut der Augen sowie ein signifikanter Blutdruckabfall.

Bei einem schweren Verlauf führt die fortschreitende Infektion zu einem vollständigen Nierenversagen, in seltenen Fällen können im Rahmen einer Hantavirus-Infektion eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis), eine Leberentzündung (Hepatitis) oder Funktionsstörungen des zentralen Nervensystems auftreten.

Mögliche Anzeichen einer Lungenbeteiligung sind starker Husten und zunehmende Luftnot, woraus sich ein lebensbedrohliches Akutes Atemnotsyndrom (ARDS) entwickeln kann. Hantavirus-Infektionen verlaufen sehr unterschiedlich, oftmals bleiben sie aufgrund der gering ausgeprägten Symptomatik unbemerkt oder werden mit einer harmlosen Erkältung verwechselt. Schwere Verlaufsformen, insbesondere solche mit einer lebensgefährlichen Beteiligung der Atemwege, kommen in Europa eher selten vor.

Diagnose & Verlauf

Um eine Hantavirus-Infektion diagnostizieren zu können, werden von einem Diagnostiker häufig zunächst Daten erhoben zur beruflichen Tätigkeit eines Patienten und zu dessen täglichem Umfeld. Dies kann einer ersten Risikoabschätzung in Bezug auf eine Hantavirus-Infektion dienen.

Weitere Informationsquellen des Diagnostikers für die Diagnose einer Hantavirus-Infektion sind die sogenannten klinischen (also die beobachtbaren bzw. aktuell vorliegenden) Symptome eines Patienten und verschiedene Laborwerte (wie beispielsweise Blutwerte).

Der Verlauf einer Hantavirus-Infektion kann je nach Form des Hantavirus und je nach Patient sehr verschieden sein. In schweren Fällen kann eine Hantavirus-Infektion tödlich verlaufen. Die Inkubationszeit (also die Zeit zwischen Infizierung und ersten spürbaren Symptomen) der Hantavirus-Infektion kann ca. 1-5 Wochen betragen.

Mögliche erste Symptome einer Hantavirus-Infektion sind beispielsweise Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen oder Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Je nach Form einer Hantavirus-Infektion kann es außerdem zu Husten, zu Erbrechen oder zu Durchfall kommen. Schwere Fälle zeigen sich etwa in Nierenentzündungen oder Blutungen des Magen-Darm-Traktes.

Komplikationen

Durch die Hantavirus-Infektion kann es im schlimmsten Falle zum Tode des Patienten kommen. Die meisten Infektionen heilen allerdings auch ohne besondere Behandlung von selbst aus, viele bleiben sogar gänzlich unbemerkt. Der Betroffene leidet durch diese Infektion an Fieber und an Schmerzen in verschiedenen Regionen des Körpers. Somit schmerzen Muskeln und Gelenke und es kommt zu stechenden Kopfschmerzen, die sich bis in den Rücken ausbreiten können.

Ebenso treten Bauchschmerzen, mitunter sogar Durchfall oder Erbrechen auf. Der Patient kann auch an einem Reizhusten leiden und weist mitunter gerötete Bindehäute auf. Der Alltag des Patienten wird erschwert und der Betroffene fühlt sich müde und abgeschlagen. Eine aktive Teilnahme am Leben ist durch die Symptome der Hantavirus-Infektion in der Regel nicht möglich. Eine Ansteckung weiterer Personen durch den Erkrankten ist dagegen nicht zu befürchten: Die in Europa vorkommenden Hantaviren werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen, weshalb Erkrankte auch nicht isoliert werden müssen.

Im schlimmsten Falle kann es zu Entzündungen in den Nieren kommen, wobei sich eine Niereninsuffizienz ausbilden kann. Diese kann unbehandelt zum Tode des Patienten führen. Die Behandlung besteht in einer unterstützenden Therapie, die den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt ausgleicht und die Nierenfunktion überwacht; sie führt in der Regel zum Erfolg, wenn sie frühzeitig beginnt. Weitere Komplikationen treten nicht auf. Nach der Behandlung ist der Betroffene in der Regel immun gegen den durchgemachten Virustyp.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Hantavirus-Infektion wird symptomatisch behandelt. Je nach Virustyp und Abwehrkraft des Infizierten können gar keine bis lebensbedrohliche Krankheitssymptome auftreten. Bei einer Infektion mit den in Nord- und Südamerika vorkommenden Hantaviren besteht unter anderem die Gefahr einer schweren Lungenentzündung mit Lungenödem, welche der ärztlichen Überwachung beziehungsweise Behandlung bedarf.

Es empfiehlt sich daher, bei Aufenthalten auf dem amerikanischen Kontinent bei plötzlich auftretenden Lungenbeschwerden die Möglichkeit einer Hantavirus-Infektion zu erwägen und umgehend einen Arzt aufzusuchen. Asiatische und europäische Stämme des Hantavirus können, bei schwerer Verlaufsform der Infektion, HFRS (hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom) auslösen; auch bei diesen Fällen ist die ärztliche Betreuung unbedingt erforderlich.

Zeigen sich Symptome der ersten Phase wie hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, gerötete Augen, Übelkeit, Leib- und/oder Rückenschmerzen, dann besteht die Gefahr des Einsetzens einer weiteren, unter Umständen lebensbedrohlichen Phase der Infektion, an deren Ende Nierenversagen stehen kann.

Der Arzt ist bereits bei den genannten Symptomen der ersten Phase unbedingt hinzuzuziehen. Überdies ist eine Infektion mit dem Hantavirus meldepflichtig, wiewohl sie bei leichtem Verlauf oder aufgrund ihrer grippeartigen Symptome vom Arzt oder Betroffenen nicht immer erkannt wird.

Behandlung & Therapie

Die erfolgreiche Therapie einer Hantavirus-Infektion richtet sich unter anderem nach der diagnostizierten Form einer Hantavirus-Infektion und nach den vorliegenden Symptomen. Häufig ist es sinnvoll, eine Hantavirus-Infektion in Kliniken behandeln zu lassen, die im Bedarfsfall mit einer ausreichenden intensivmedizinischen Abteilung ausgestattet sind.

Eine spezifisch gegen das Virus gerichtete Therapie steht dabei nicht zur Verfügung: Es gibt kein zugelassenes Medikament gegen Hantaviren. Das Virostatikum Ribavirin wird nur in Ausnahmefällen erwogen, ein gesicherter Nutzen ist für die in Europa vorkommenden Formen nicht belegt. Die Behandlung ist deshalb ausschließlich unterstützend und richtet sich nach den Beschwerden.

Zur reinen Symptombehandlung einer Hantavirus-Infektion werden unter anderem Analgetika (Medikamente zur Schmerzbekämpfung) oder sogenannte Antipyretika (zur Bekämpfung von Fieber) eingesetzt. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac sollten dabei nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden, weil sie die ohnehin belasteten Nieren zusätzlich schädigen können. Wird bei einem Betroffenen eine infektionsbedingte Beeinträchtigung der Nieren festgestellt, können in der Therapie einer Hantavirus-Infektion beispielsweise Kontrollen des Flüssigkeitshaushaltes und bei Bedarf ein Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes notwendig werden.

Kommt es im Verlauf einer Hantavirus-Infektion darüber hinaus etwa zu einem Versagen der Nierentätigkeit, bestehen mögliche Therapieschritte in einer sogenannten Hämodialyse (also einer Blutwäsche, die außerhalb des Körpers mithilfe einer 'künstlichen Niere' stattfindet).

Ist bei einem Verlauf der Hantavirus-Infektion die Lungenfunktion beeinträchtigt, kann ein Therapieschritt eine Beatmung im intensivmedizinischen Umfeld sein. Nach erfolgreicher Therapie einer Hantavirus-Infektion besteht beim Betroffenen in der Regel eine Immunität gegen die therapierte Form der Hantavirus-Infektion.

Aussicht & Prognose

Das Hantavirus führt statistisch gesehen in Europa in seltenen Fällen zum Tod. Viren von Nagern sind hier kaum aggressiv. Anders sieht es in Asien und Südamerika aus. Dort haben Wissenschaftler nicht nur weitaus gefährlichere Erreger nachgewiesen. Vielmehr bieten die dortigen klimatischen Bedingungen auch gute Lebens- und Verbreitungsvoraussetzungen. Die hygienischen Zustände erlauben einen Kontakt mit Ratten und Mäusen sowie deren Ausscheidungen.

Die Infektion mit dem Hantavirus klingt meist ohne Restschäden ab. Eine medizinisch angeordnete Therapie sorgt in kurzer Zeit für Besserung. Einzig das so genannte Hantavirus Pulmonary Syndrome, das nur auf dem amerikanischen Kontinent auftritt, weist eine Sterblichkeit von rund 35 bis 40 Prozent auf. Meist wird der Tod durch Organversagen ausgelöst. Wer in Europa die üblichen Hygienestandards einhält, wird kaum mit infizierten Nagetieren in Kontakt kommen. Die Ansteckung geschieht allerdings nicht durch mangelnde Sauberkeit im Haushalt, sondern fast immer beim Einatmen von Staub in wenig genutzten Räumen und im Freien.

Betroffen sind neben Wald- und Landarbeitern vor allem Menschen, die Schuppen, Garagen, Keller, Dachböden oder Holzstapel reinigen — also auch Gartenbesitzer und Heimwerker. Nach einer erfolgreichen Bekämpfung des Virus bleibt man über Jahrzehnte gegen den durchgemachten Virustyp immun; gegen andere Hantaviren schützt das nicht. Bisher existiert kein Impfstoff zur Vorbeugung gegen Hantaviren.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass eine Ansteckung mit Hantaviren in Deutschland meist einen guten Verlauf nimmt. Die Aussicht auf vollständige Heilung ist angesichts der wenig aggressiven Erreger als sehr günstig einzustufen.


Vorbeugung

Zwar existiert noch keine zugelassene Impfung gegen eine Hantavirus-Infektion, entsprechende vorbeugende Maßnahmen können aber das Risiko einer Hantavirus-Infektion senken. Werden beispielsweise Orte von Mäuse- oder Rattenkot gereinigt (wie beispielsweise Scheunen oder Dachböden), können ein vorheriges Anfeuchten der Exkremente oder das Tragen eines Atemschutzes das Risiko einer Hantavirus-Infektion senken.

Der wichtigste Grundsatz lautet dabei: anfeuchten statt trocken fegen. Trockenes Kehren und das Absaugen mit dem Staubsauger sind zu vermeiden, weil dabei besonders viel Staub aufgewirbelt wird. Empfohlen werden zusätzlich eine Atemschutzmaske vom Typ FFP2 oder FFP3, Handschuhe, das Lüften des Raumes vor Beginn der Arbeit und anschließendes gründliches Händewaschen. Ebenso sinnvoll ist es, Nagern keine Nahrung zugänglich zu machen, Vorräte und Tierfutter in verschlossenen Behältern aufzubewahren und Zugänge zu Gebäuden abzudichten.

Nachsorge

Bei einer Hantavirus-Infektion sind die Maßnahmen oder die direkten Möglichkeiten einer Nachsorge in den meisten Fällen stark eingeschränkt. Dabei steht im Vordergrund die frühzeitige Erkennung und Behandlung der Krankheit, damit es zu keinen weiteren Komplikationen oder Verstimmungen kommt. Je früher die Krankheit dabei von einem Arzt erkannt wird, desto besser ist in der Regel auch der weitere Verlauf.

Daher sollten Betroffene schon bei den ersten Symptomen oder Anzeichen der Hantavirus-Infektion einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung dieser Infektion erfolgt in den meisten Fällen durch die Einnahme von Medikamenten gegen die Beschwerden. Dabei müssen die Betroffenen auf eine regelmäßige Einnahme mit einer richtigen Dosierung achten. Auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen sollten dabei beachtet werden.

Bei Fragen oder bei Unklarheiten ist immer zuerst ein Arzt zu kontaktieren. Weiterhin ist auch eine regelmäßige Kontrolle der inneren Organe bei der Hantavirus-Infektion sehr wichtig, wobei vor allem die Nieren kontrolliert werden sollten. In einigen Fällen sind die Betroffenen auf eine Dialyse angewiesen. Dabei ist häufig auch die Pflege und die Unterstützung der eigenen Familie oder der Freunde notwendig, um die Beschwerden richtig zu lindern. In seltenen schweren Fällen kann die Infektion bleibende Nierenschäden hinterlassen; in Deutschland heilt sie jedoch in aller Regel folgenlos aus, ohne die Lebenserwartung zu verringern.

Das können Sie selbst tun

Eine Hantavirus-Infektion wird ausschließlich symptomatisch behandelt; ein Medikament gegen das Virus selbst gibt es nicht. Die Gabe von Analgetika und Antipyretika kann vom Betroffenen durch eine Reihe von Maßnahmen unterstützt werden.

Wichtig ist in erster Linie Bettruhe. Da es sich um eine klassische Virenerkrankung handelt, können die typischen Maßnahmen ergriffen werden. So hilft es, die Ernährung anzupassen und keine Speisen mehr zu verzehren, die den Magen-Darm-Trakt reizen könnten. Daneben sollte regelmäßig die Körpertemperatur gemessen werden.

Bei einem plötzlichen Anstieg oder Abfall des Fiebers ist ein Arzt zu konsultieren. Der Betroffene sollte außerdem viel Wasser trinken und einen etwaigen Flüssigkeits- und Nährstoffverlust durch Ergänzungsmittel ausgleichen. In schweren Fällen muss der Erkrankte ein Krankenhaus aufsuchen.

Nach der intensivmedizinischen Versorgung ist der Körper sehr geschwächt und sollte für mindestens zwei bis drei Wochen geschont werden. Begleitend dazu ist eine engmaschige Kontrolle durch einen Arzt angezeigt, denn nur durch eine regelmäßige Prüfung der Blutwerte und des generellen Gesundheitszustands des Patienten können Komplikationen ausgeschlossen werden. Sollten sich nach der Behandlung Anzeichen eines erneuten Ausbruches der Hantavirus-Infektion bemerkbar machen, muss umgehend der zuständige Arzt aufgesucht werden.

Quellen

  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Hof, H., Schlüter, D.: Medizinische Mikrobiologie.
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  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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  • Kuhlmann, U., Hoyer, J., Luft, F. C., et al.: Nephrologie.
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