Antipyretika
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Unter Antipyretika versteht man Stoffe, die Fieber senkende Wirkung haben; vorbeugend eingesetzt werden sie nicht. Hierzu werden Substanzen und Verbindungen aus verschiedenen Stoffklassen gezählt. Dabei unterscheiden sie sich in ihrer Wirkungsweise von anderen Schmerzmitteln, wie beispielsweise den Opiaten. Früher wurden Antipyretika Kindern auch vorbeugend gegeben, um einem Fieberkrampf zuvorzukommen. Nach heutigem Kenntnisstand lässt sich einem Fieberkrampf damit jedoch nicht zuverlässig vorbeugen.
Was sind Antipyretika?
Der Begriff Antipyretika vereint somit diverse Stoffe unter sich, die sich in ihrer Wirkung ähneln, jedoch unterschiedliche Zusammensetzungen und Eigenschaften haben können. Zu den bekanntesten Antipyretika zählen Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen und Ketoprofen. Paracetamol gehört zu den nichtopioiden Analgetika, also zu den Schmerzmitteln, die sich in ihrer Wirkungsweise von Opiaten unterscheiden.
Die anderen genannten Antipyretika haben zusätzlich zu ihrer fiebersenkenden Wirkung auch entzündungshemmende Funktion. Daher werden sie unter dem Begriff der Antirheumatika zusammengefasst. Um sie in ihrer Wirkungsweise von Cortisol und dessen verwandten Stoffen zu unterscheiden, werden sie auch als nichtsteroidale Antirheumatika bezeichnet. Eine enge Definition der verschiedenen Antipyretika in chemischer Hinsicht ist aufgrund der heterogenen Zusammensetzung dieser Stoffklasse nicht gegeben.
Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch
Seine schmerzauslösende Wirkung entfaltet es durch Reizung der Nervenenden, die infolge dessen Schmerzsignale zum Gehirn senden. Auch Fieber wird durch dieses Hormon mit ausgelöst, indem es in der Region des Hypothalamus, in dem Fieberreaktionen gesteuert werden, spezifische Rezeptoren aktiviert. Durch Hemmung der Synthese von Prostaglandin E2 werden die Blutgefäße der Haut erweitert, was zur Folge hat, dass eine erhöhte Wärmeabgabe stattfindet.
Dadurch wird vermehrt Schweiß produziert, wodurch eine Abkühlung des Organismus erfolgt und das Fieber gesenkt wird. Die Hemmung der Prostaglandinsynthese erfolgt auf unterschiedliche Weisen. Ibuprofen hemmt zum Beispiel die Enzyme, die an der Bildung des Prostaglandins beteiligt sind, die sogenannten Cyclooxygenasen. Naproxen hemmt beide Cyclooxygenasen und wirkt wegen seiner langen Halbwertszeit länger als Ibuprofen.
Auch Paracetamol hat hemmende Wirkung auf Cyclooxygenasen, aktiviert jedoch noch dazu bestimmte Rezeptoren, die für die Aufnahme von Serotonin zuständig sind, welches ein körpereigener, schmerzstillender Botenstoff ist. In ihrer genauen Wirkungsweise unterscheiden sich die Antipyretika also voneinander, ihre gemeinsame Funktion ist aber das Ausschalten von Prostaglandin E2, um Schmerzen, Entzündungen und Fieber zu senken.
Pflanzliche, natürliche, homöopathische & pharmazeutische Antipyretika
Antipyretika gehören überwiegend zu den synthetischen, medizinischen Substanzen. Dies bedeutet, dass sie meist nicht als natürliche Stoffe im Organismus vorkommen, sondern künstlich hergestellt werden müssen. Aufgrund der Verschiedenartigkeit der einzelnen Antipyretika gibt es viele Produktionswege.
Der Wirkstoff von Aspirin® ist beispielsweise die Acetylsalicylsäure, die durch die sogenannte Kolbe-Schmitt-Reaktion entsteht. Vorstufen der Acetylsalicylsäure jedoch haben auch pflanzlichen oder tierischen Ursprung. So findet sich in Weidenrindenextrakten Salicin, welches im menschlichen Körper zu Salicylsäure umgesetzt wird. In der Kolbe-Schmitt-Reaktion stellt Salicylsäure den ersten Reaktionspartner dar. Salicylsäure findet sich auch in einem Sekret, das Biber aus ihrer Analdrüse absondern.
Für den Wirkstoff Paracetamol finden sich mehrere etablierte Reaktionswege. In der Industrie wird am häufigsten auf eine Reaktion zurückgegriffen, in der Phenol unter Anwesenheit von Flusssäure mit Acetanhydrid acetyliert wird. Dabei entsteht p-Hydroxyacetophenon, das mit Hydroxylamin zu Oxim umgewandelt wird. Durch Zugabe von Thionylchlorid lagert sich dieses schließlich zu Paracetamol um. Paracetamol wird meist als Monopräparat verkauft, weiterhin gibt es auch Kombipräparate mit diesem Wirkstoff.
Wenn hier Codein oder Tramadol mit enthalten sind, sind diese Präparate im Gegensatz zum Monopräparat verschreibungspflichtig. Ein sehr breites Angebot an Präparaten findet sich für den Wirkstoff Ibuprofen, wozu auch Medikamente gehören, die bereits für Säuglinge und Kleinkinder zugelassen sind. Homöopathische Fiebermittel wie Aconitum oder Belladonna werden ebenfalls angeboten; in kontrollierten Studien ließ sich für die Homöopathie jedoch keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung nachweisen.
Risiken & Nebenwirkungen
Weniger häufig kann es zu Magengeschwüren, Magenschleimhautentzündungen oder Magen-Darm-Blutungen kommen. Insbesondere bei chronischen Darmentzündungen ist daher Vorsicht bei der Einnahme dieser Antipyretika geboten. Auch Aspirin® kann Magen- und Darmbeschwerden verursachen. Zusätzlich hat es eine hemmende Wirkung auf die Blutgerinnung, weshalb es in Verbindung mit Operationen oder im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollte. Für Kinder unter 16 Jahren ist Acetylsalicylsäure außerdem in mehreren Ländern nicht zugelassen, da es in seltenen Fällen das tödliche Reye-Syndrom auslösen kann.
Paracetamol ist im Vergleich mit den anderen Antipyretika verhältnismäßig arm an Nebenwirkungen, schädigt bei Überdosierung jedoch die Leber. Bei Einnahme von Paracetamol kann es zu einem Anstieg der Transaminasen kommen, bestimmter Leberenzyme, wodurch in sehr seltenen Fällen Leberfunktionsstörungen hervorgerufen werden können.
Abgrenzung zu anderen Mitteln
Antipyretika greifen in die Temperaturregelung ein, nicht in das Krankheitsgeschehen, das das Fieber ausgelöst hat. Liegt eine bakterielle Infektion zugrunde, bleibt der Erreger von einem Fiebermittel unberührt – es ersetzt kein Antibiotikum und verkürzt die zugrunde liegende Erkrankung nicht. Aus demselben Grund ist ein Antipyretikum auch kein Mittel gegen die Grippe oder gegen eine Erkältung: Es nimmt einzelne Beschwerden, während der Infekt seinen Verlauf nimmt.
Die Begriffe Antipyretikum, Analgetikum und Antiphlogistikum bezeichnen Wirkungen, nicht Stoffgruppen, und derselbe Wirkstoff kann unter mehrere von ihnen fallen. Welche Wirkung ein Präparat für sich in Anspruch nehmen darf, entscheidet dabei das behördlich genehmigte Anwendungsgebiet. Für Paracetamol ist dieses Anwendungsgebiet in der Arzneimittelverschreibungsverordnung als Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen oder von Fieber beschrieben; die Behandlung einer Entzündung gehört nicht dazu. Ibuprofen und Naproxen decken darüber hinaus entzündliche und rheumatische Beschwerden ab. Wer ein Mittel gegen eine schmerzhafte Entzündung sucht, greift mit Paracetamol also nicht daneben, weil es zu schwach wäre, sondern weil es für diesen Zweck gar nicht vorgesehen ist.
Eine dritte Verwechslung betrifft nicht die Begriffe, sondern die Packungen. Dieselben Wirkstoffe stecken unter verschiedenen Handelsnamen in Schmerz-, Erkältungs- und Grippemitteln, häufig zusammen mit weiteren Bestandteilen. Werden zwei solcher Präparate nebeneinander verwendet, kann derselbe Wirkstoff unbemerkt doppelt in den Körper gelangen. Die Produktinformation eines Kombinationspräparats aus Paracetamol und Ibuprofen hält deshalb ausdrücklich fest, dass es nicht zusammen mit anderen paracetamol- oder ibuprofenhaltigen Mitteln angewendet werden darf und dass die Gesamtmenge aus allen Quellen zu berücksichtigen ist.
Rechtliche Einordnung
Antipyretika sind Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes, keine Nahrungsergänzungsmittel und keine Kosmetika. Ein Fertigarzneimittel darf nach § 21 des Arzneimittelgesetzes nur in den Verkehr gebracht werden, wenn die zuständige Bundesoberbehörde – für diese Mittel das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – es zugelassen hat oder eine europäische Genehmigung für das Inverkehrbringen vorliegt. Versagt wird die Zulassung unter anderem dann, wenn das Mittel nicht die angemessene Qualität aufweist, wenn ihm die angegebene therapeutische Wirksamkeit fehlt oder diese nach dem gesicherten Stand der Wissenschaft unzureichend begründet ist, oder wenn das Nutzen-Risiko-Verhältnis ungünstig ist. Maßstab der Wirksamkeitsprüfung ist dabei das Anwendungsgebiet, das der Hersteller selbst beantragt hat – geprüft wird also nicht, ob ein Mittel irgendwie hilft, sondern ob es das leistet, was auf der Packung steht.
Ob ein Fiebermittel frei verkäuflich, apothekenpflichtig oder verschreibungspflichtig ist, hängt nicht am Wirkstoff allein, sondern an der Zubereitung. Nach § 43 des Arzneimittelgesetzes dürfen Arzneimittel berufs- oder gewerbsmäßig für den Endverbrauch nur in Apotheken abgegeben werden, soweit sie nicht ausdrücklich für den Verkehr außerhalb der Apotheken freigegeben sind. Welche Stoffe darüber hinaus ein Rezept verlangen, regelt die Arzneimittelverschreibungsverordnung. Paracetamol steht in deren Stoffliste, ausgenommen sind aber die Zubereitungen zur Anwendung im Enddarm sowie die Zubereitungen zum Einnehmen bis zu einer je Packung festgelegten Gesamtwirkstoffmenge. Ibuprofen und Naproxen sind für die Selbstbehandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und von Fieber in begrenzter Stärke und Tagesmenge von der Verschreibungspflicht ausgenommen; bei Naproxen ist die Ausnahme zusätzlich auf eine Packungsgröße und auf Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren begrenzt. Bei Acetylsalicylsäure erfasst die Verschreibungspflicht ausschließlich die Zubereitungen zur Anwendung als Injektion oder Infusion, weshalb die Tablette rezeptfrei bleibt. Metamizol dagegen ist ohne jede Ausnahme aufgeführt und damit in allen Darreichungsformen rezeptpflichtig.
Auch die fixe Kombination aus Paracetamol und Ibuprofen führt die Verordnung als eigene Ausnahme – begrenzt auf festgelegte Stärken und Packungsmengen und ausdrücklich für die kurzzeitige Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen. Fieber nennt diese Ausnahme nicht: Die rezeptfreie Kombination ist rechtlich ein Schmerzmittel, kein Fiebermittel, obwohl beide Bestandteile für sich genommen fiebersenkend wirken.
Für homöopathische Fiebermittel gilt ein anderer Weg. Sie durchlaufen keine Zulassung, sondern werden nach § 38 des Arzneimittelgesetzes in ein Register für homöopathische Arzneimittel eingetragen. Versagt wird die Registrierung etwa bei unzureichender analytischer Prüfung, bei mangelnder Qualität oder bei begründetem Verdacht auf schädliche Wirkungen, die über ein nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft vertretbares Maß hinausgehen. Ein Nachweis der therapeutischen Wirksamkeit gehört nicht zu den Voraussetzungen. Die Registrierungsnummer auf der Packung sagt deshalb etwas über Qualität und Unbedenklichkeit des Mittels aus, nichts darüber, ob es wirkt.
Wechselwirkungen & Gegenanzeigen
Bei Menschen, die niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall einnehmen, kann Ibuprofen deren gerinnungshemmende Wirkung abschwächen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat diesen Zusammenhang bei ihrer Überprüfung ibuprofenhaltiger Arzneimittel bestätigt: Im Laborversuch vermindert Ibuprofen die blutverdünnende Wirkung der Acetylsalicylsäure. Ob dadurch auch der langfristige Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall leidet, ist offen; bei gelegentlicher Anwendung von Ibuprofen sieht die Behörde diesen Schutz nicht gefährdet.
Dieselbe Überprüfung bestätigte für dauerhaft eingenommene hohe Mengen Ibuprofen ein leicht erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, wie es auch für andere nichtsteroidale Antirheumatika beschrieben ist; für die in der Selbstbehandlung üblichen niedrigen Mengen ließ sich dieses Risiko nicht beobachten. Die Warnhinweise auf den Packungen rezeptfreier Ibuprofen-Präparate greifen das auf: Nichtsteroidale Antirheumatika mit Ausnahme der Acetylsalicylsäure erhöhen das Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall, und mehrere solcher Mittel nebeneinander steigern zusätzlich die Gefahr von Blutungen im Verdauungstrakt.
Eine eigene Gegenanzeige bildet die Unverträglichkeit gegenüber Acetylsalicylsäure und verwandten Stoffen. Sie äußert sich nicht wie eine gewöhnliche Allergie, sondern mit pfeifender Atmung, Nesselsucht, Hautrötung oder Schwellungen im Gesicht und kann schwer verlaufen. Der Warnhinweis rezeptfreier Ibuprofen-Präparate nennt deshalb nicht nur eine frühere Reaktion auf Ibuprofen selbst als Grund, das Mittel nicht anzuwenden, sondern eine solche Reaktion auf ein beliebiges anderes Schmerz- oder Fiebermittel – die Unverträglichkeit bleibt in der Regel nicht auf den einzelnen Stoff beschränkt. Bei bestehender Nierenerkrankung und bei gleichzeitiger Behandlung mit entwässernden Mitteln raten die Packungshinweise rezeptfreier Ibuprofen-Präparate dazu, vor der Anwendung ärztlichen Rat einzuholen.
Wie groß die Gefahr einer Magen-Darm-Blutung unter einem nichtsteroidalen Antirheumatikum ist, hängt weniger vom Mittel als von den Umständen ab. Der Warnhinweis rezeptfreier Ibuprofen-Präparate zählt sie auf: höheres Lebensalter, frühere Magengeschwüre oder Blutungen, die gleichzeitige Einnahme gerinnungshemmender Mittel oder eines Kortisonpräparats, täglicher Alkoholkonsum in größerer Menge sowie eine Anwendung, die über das auf der Packung Angegebene hinausgeht. Als Zeichen einer solchen Blutung nennt derselbe Hinweis blutigen oder schwarzen Stuhl, Bluterbrechen, Ohnmachtsgefühl und anhaltende Bauchschmerzen. Unmittelbar vor und nach einer Herzoperation sind diese Mittel nicht anzuwenden.
Für die Schwangerschaft gelten bei den nichtsteroidalen Antirheumatika zwei verschiedene Zeitgrenzen. Etwa ab der zwanzigsten Schwangerschaftswoche kann Ibuprofen die Nierenfunktion des Ungeborenen beeinträchtigen und dadurch die Fruchtwassermenge vermindern; die Produktinformation eines Ibuprofen-Präparats zur Infusion sieht in diesem Fall eine Überwachung per Ultraschall vor. Etwa ab der dreißigsten Woche kommt ein zweites Risiko hinzu: der vorzeitige Verschluss des Ductus arteriosus, jener Gefäßverbindung, die vor der Geburt den noch nicht durchbluteten Lungenkreislauf umgeht und sich normalerweise erst nach der Geburt schließt. Von diesem Zeitpunkt an ist die Anwendung zu vermeiden. Beide Grenzen betreffen die Stoffgruppe insgesamt und nicht allein den einzelnen Wirkstoff.
Bei Paracetamol liegt das wichtigste Risiko nicht in der Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln, sondern in der Schädigung der Leber bei Überdosierung. Die Produktinformation eines paracetamolhaltigen Präparats führt in einer besonders hervorgehobenen Warnung Fälle von akutem Leberversagen auf, die eine Lebertransplantation nötig gemacht haben oder tödlich verliefen; bei schwerer Leberfunktionsstörung oder schwerer aktiver Lebererkrankung ist das Mittel gegenanzeigt, und regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht die Gefahr zusätzlich. Für die Vergiftung gibt es allerdings ein Gegenmittel: N-Acetylcystein, das umso besser wirkt, je früher es gegeben wird. Deshalb wird bei begründetem Verdacht auf eine Überdosierung nicht abgewartet, bis Beschwerden auftreten – die Leberschädigung setzt zunächst unbemerkt ein, und die Wirksamkeit des Gegenmittels nimmt mit der verstrichenen Zeit ab.
Grenzen der dauerhaften Anwendung
Werden Schmerz- und Fiebermittel über Monate hinweg an vielen Tagen im Monat eingenommen, können sie selbst Kopfschmerzen unterhalten. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft führt diesen Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch in ihrer Klassifikation als eigenes Krankheitsbild. Betroffen sind Menschen, die schon zuvor an einer Kopfschmerzerkrankung litten, meist an Migräne oder Spannungskopfschmerz; die Beschwerden bilden sich in der Regel, aber nicht immer zurück, wenn der Übergebrauch endet. Für Kombinationspräparate aus mehreren Schmerzmitteln sieht die Klassifikation eine eigene Einordnung vor, und auch wer mehrere verschiedene Mittel nebeneinander verwendet, ohne bei einem einzelnen die Schwelle zu überschreiten, kann diesen Kopfschmerz entwickeln.
Quellen
- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
ISBN: 9783804746541
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., et al. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437061257
- Herdegen, T. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783132453470
- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
ISBN: 9783982116655
- Gesenhues, S., Gesenhues, A.: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin.
ISBN: 9783437224577
