Hornhauttrübung
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Hornhauttrübung ist eine Erkrankung der Hornhaut, welche vergleichsweise häufig auftritt. Dennoch ist sie relativ unbekannt, was an den vielzähligen Ursachen liegt. Auch die Behandlung gestaltet sich schwierig.
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Was ist eine Hornhauttrübung?
Unter einer Hornhauttrübung versteht man eine verminderte Durchsichtigkeit der Hornhaut. Das Krankheitsbild entsteht zumeist durch krankhafte oder degenerative Veränderungen der Hornhaut und steht häufig im Zusammenhang mit einer auffälligen Verfärbung der äußersten Schicht.
Ursachen
Verletzungen am Auge und speziell an der Hornhaut sind generell eine häufige Ursache für eine Trübung. Insbesondere, wenn es zu Verdickungen kommt, die nicht behandelt werden, kann der Effekt dauerhaft bestehen bleiben. Zuletzt kann eine Trübung der Hornhaut auch durch eine Infektion mit Herpesviren bedingt sein. Diese Viren verbleiben nach der Erstinfektion lebenslang im Körper und können am Auge immer wieder aufflammen; jeder erneute Schub kann eine weitere Narbe und damit eine zunehmende Trübung hinterlassen. Augenerkrankungen wie etwa Keratokonus bedingen ebenfalls eine Hornhauttrübung.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Eine Hornhauttrübung äußert sich zunächst durch eine Verminderung der Sehstärke. Die Betroffenen nehmen zuerst eine Sehschwäche wahr, die sich unter anderem durch eine Trübung des Sichtfelds und eine übermäßige Lichtempfindlichkeit äußern kann. Die Betroffenen bemerken meist auch eine Art Fremdkörpergefühl im Auge, welches sich im Verlauf der Erkrankung verstärkt und als sehr unangenehm empfunden wird.
Im Bereich der Hornhaut können sich kleine Bläschen bilden, die bei Berührung schmerzen. Wenn sich die Bläschen öffnen, treten starke Schmerzen auf und es besteht das Risiko einer akuten Augenentzündung. Im weiteren Verlauf können sich Hornhautgeschwüre bilden. Wird die Hornhauttrübung nicht ausreichend behandelt, nehmen die Sehbeschwerden zu und es kann schließlich zur vollständigen Erblindung kommen.
Zuvor werden Bilder zunehmend verschwommen und verzerrt wahrgenommen, oft führt die Trübung zu Stürzen oder Unfällen im Alltag. Äußerlich zeigt sich eine Hornhauttrübung durch weiße Verfärbungen, die einen Film auf der Hornhaut bilden und das betroffene Auge stark eintrüben. Die Verfärbungen intensivieren sich im Verlauf der Erkrankung und betreffen schließlich die gesamte Hornhaut. Manchmal kommt eine Rötung der Augenränder hinzu oder es bildet sich eine sichtbare Verhornung im Bereich der Lider.
Diagnose & Verlauf
Die Hornhauttrübung wird von den Betroffenen in der Regel zuerst selbst bemerkt. Dies geschieht anhand der verschiedenen Symptome wie etwa einer Verminderung der Sehstärke und einer übermäßigen Lichtempfindlichkeit.
Zudem kann es zu kleinen Bläschen an der Oberfläche der Hornhaut kommen. Dies ist etwa bei unbehandelten Verletzungen der Fall. Liegt eines oder mehrere der genannten Symptome vor, ist der Besuch beim Augenarzt anzuraten. Dieser kann die möglichen Erkrankungen im Gespräch mit dem Betroffenen eingrenzen und anhand verschiedener Untersuchungen die Diagnose stellen.
Ein Sehtest sowie eine genaue Untersuchung der Hornhaut mit Hilfe einer so genannten Spaltlampe sind wichtige Bestandteile der Untersuchung. Die genaue Diagnose kann gestellt werden, wenn bei diesen Untersuchungen weiß-gräuliche Verfärbungen im Bereich der Hornhaut festgestellt werden. Auch Verdickungen sind ein klares Zeichen.
Der Verlauf einer Hornhauttrübung fällt in den meisten Fällen ähnlich aus. Zunächst nimmt der Betroffene lediglich kleinere Eintrübungen wahr und sieht Bilder verzerrt und verschwommen. Wird die Trübung dann nicht behandelt, nimmt der Betroffene immer weniger wahr und erblindet schließlich vollständig. Dieser Prozess kann sich über Jahre ziehen. Es kann auch sein, dass die Trübung ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter fortschreitet, die Einschränkungen im täglichen Leben sind dennoch erheblich.
Komplikationen
Eine Hornhautentzündung, die antibiotisch und entzündungshemmend mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden muss, kann begleitend oder anschließend nicht ausgeschlossen werden. Es besteht die Gefahr, dass im oder am Auge Strukturen beschädigt werden. Auch Entzündungen sowie Einheilungsstörungen oder Narbenbildungen können nicht ausgeschlossen werden. Blutungen und Entzündungen an der Netzhaut können entstehen, werden aber zum Glück als sehr selten eingestuft.
Gleichfalls besteht die Gefahr einer erneuten Hornhauteintrübung. Dies hätte eine erneute Operation zur Folge. In seltenen Fällen kommt es zu Netzhautschäden beziehungsweise allergischen Reaktionen. Eine manchmal auftretende Fehlsichtigkeit oder eine Veränderung der Brechkraftwerte ist meistens gut mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen auszugleichen, sodass die Komplikation in der Regel zu keinen gravierenden Einschränkungen führt. Extrem selten kommt es zu einer Erblindung oder dem Verlust des operierten Auges.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Man sollte immer dann einen Augenarzt aufsuchen, wenn Symptome wie eine starke Lichtempfindlichkeit auftreten, möglicherweise noch in Kombination mit einer Verschlechterung der Sehkraft und Schmerzen im Auge. Wenn eine Hornhauttrübung früh genug erkannt wird, sind die Behandlungschancen gut. Deshalb ist es auch wichtig, schon bei den ersten Symptomen zum Arzt zu gehen. Zu den Risikogruppen gehören Träger von Kontaktlinsen, Menschen, die in der Vergangenheit schon Hornhautverletzungen oder -geschwüre hatten und Menschen mit einer zurückliegenden Herpesinfektion.
Diese Betroffenen sollten bei ersten Hinweisen auf eine Hornhauttrübung die Beschwerden untersuchen lassen. Sinnvoll ist es, sie in einem Tagebuch festzuhalten. Diese Aufzeichnungen sind für den Arzt hilfreich. Basiert die Hornhauttrübung auf einer erblichen Veranlagung, versuchen Ärzte, eine präventive Behandlung durchzuführen. Eine Hornhauttrübung muss unbedingt ärztlich behandelt werden, sonst kann es zu irreparablen Schäden am Auge kommen, im schlimmsten Fall kann eine Erblindung drohen.
Behandlung & Therapie
Eine ausgeprägte Hornhauttrübung ist durch herkömmliche Therapiemethoden nicht zu beheben. Die wirksamste Möglichkeit, die Trübung zu behandeln, ist dann die Transplantation einer Spenderhornhaut. Diese werden über spezielle Hornhautbanken vergeben, für welche lange Wartelisten bestehen. Sie können bei einer Notfallsituation wie etwa einem Unfall oder einer Verschlimmerung des Hornhautzustandes jedoch auch sofort eingesetzt werden. Die Wartezeiten haben sich allerdings deutlich verkürzt, seit die Hornhautbanken die Spenderhornhäute mehrere Wochen in einem Kulturmedium lagern und die Eingriffe dadurch planbar geworden sind.
Kleinere Narben oder Eintrübungen können mit Hilfe moderner Behandlungsmethoden zumindest soweit behoben werden, dass für den Betroffenen keine Schwierigkeiten im Alltag mehr bestehen. In der Regel wird hierfür ein Laser eingesetzt. Bei dieser, als Phototherapeutische Keratektomie (PTK) bezeichneten Behandlungsform, wird das verhärtete Gewebe, welches zu der Trübung führt, vorsichtig entnommen und damit auch die Trübung behoben.
Da der Eingriff riskant ist, kommt er nur dann in Frage, wenn er wirklich notwendig ist. Falls es zu einem chirurgischen Eingriff kommt, wird je nach Situation eine Vollnarkose oder eine örtliche Betäubung vorgenommen. Der Chirurg entfernt mit Hilfe eines Operationsmikroskops die kranke Hornhaut und näht im Anschluss daran die Spenderhornhaut auf das Auge. Nach der Operation muss der Patient zusätzlich Antibiotika, Salben und andere Präparate nutzen, um Entzündungen vorzubeugen. Nach etwa einem Jahr werden schließlich die Fäden entfernt; das Sehvermögen bessert sich dann in der Regel deutlich, wie gut es am Ende wird, hängt jedoch auch vom Zustand der übrigen Augenabschnitte ab. Lange Zeit wurde dabei stets die gesamte Hornhautdicke ausgetauscht (perforierende Keratoplastik). Heute werden nach Möglichkeit lamelläre Verfahren bevorzugt, bei denen nur die erkrankte Schicht ersetzt wird – etwa die DMEK bei einem Schaden der innersten Zellschicht oder die DALK bei oberflächlichen Narben. Sie kommen mit weniger oder ganz ohne Nähte aus, heilen schneller und werden häufig in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Aussicht & Prognose
Wird die Hornhauttrübung nach einem Sturz oder Unfall durch eine Schwellung im Auge ausgelöst, kommt es im Normalfall zu einer vollständigen Genesung des Patienten, sobald die Schwellung ausgeheilt ist. Voraussetzung dafür ist, dass keine dauerhaften Schäden oder irreparable Beschädigungen entstanden sind.
Bei einer Narbe in der Hornhaut oder einer Stoffwechselerkrankung des Patienten muss in einer individuellen Analyse des Gesundheitszustandes entschieden werden, welche Schritte zur Verbesserung der Gesundheit möglich sind. Kleinere Narben können mit den modernen Therapiemethoden behandelt werden. Oftmals ist eine deutliche Linderung der Beschwerden oder eine Beschwerdefreiheit möglich.
Bei größeren Narben oder Beschädigungen ist die Prognose ungünstig. Ohne einen operativen Eingriff kommt es zu keiner Verbesserung der Sehkraft. Es ist eine Transplantation notwendig, damit eine Chance zur Linderung der Beschwerden besteht. Hierfür wird die Hornhaut eines Spenders in das Auge des Patienten transplantiert. Bei einer erfolgreichen Operation kann eine vollständige Genesung stattfinden. Die transplantierte Hornhaut übernimmt alle Funktionen des entfernten Gewebes.
Treten Komplikationen auf oder wird die neue Hornhaut vom Organismus abgestoßen, sinken die Aussichten auf eine Heilung. Unter Umständen kann nach einiger Zeit eine neue Transplantation erfolgen. Jedoch gibt es lange Wartelisten und eine Erfolgsgarantie bei einem erneuten Eingriff kann im Vorfeld nicht gegeben werden. Eine beginnende Abstoßungsreaktion lässt sich allerdings meist mit kortisonhaltigen Augentropfen aufhalten, wenn der Patient sie früh bemerkt und sofort zum Augenarzt geht. Insgesamt ist die Hornhautverpflanzung die häufigste und erfolgreichste Gewebeübertragung überhaupt: Weil die Hornhaut keine Blutgefäße enthält, heilen die Transplantate in unkomplizierten Fällen in weit über neunzig Prozent dauerhaft ein.
Vorbeugung
Einer Hornhauttrübung kann auf mehrere Weisen vorgebeugt werden. So wird das Risiko bereits durch den Verzicht auf Kontaktlinsen minimiert, da durch diese Infektionen im Auge entstehen können. Generell sollte versucht werden, mit den Augen pfleglich umzugehen und Verletzungen sowie Entzündungen zu vermeiden. Wer nicht auf Kontaktlinsen verzichten möchte, sollte sie sorgfältig pflegen, nicht über Nacht tragen und niemals mit Leitungswasser in Berührung bringen.
Gelangen Fremdkörper ins Auge, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um eine Hornhauttrübung zu vermeiden. Auch, wenn die Sehkraft eingeschränkt ist oder anderweitige Sehbeschwerden auftreten, sollte ein Augenarzt konsultiert werden. Die Erkrankung verläuft in der Regel schleichend, weshalb sie von Betroffenen meist erst erkannt wird, wenn sie bereits weit fortgeschritten ist.
Einer Hornhauttrübung, die erblich bedingt ist, lässt sich nur schwerlich vorbeugen. Allerdings kann die Ausprägung der Erkrankung durch eine frühzeitige Behandlung eingedämmt werden. Dasselbe gilt, wenn die Trübung der Hornhaut durch eine Krankheit bedingt ist.
Nachsorge
Bei einer Hornhauttrübung erweisen sich die Maßnahmen einer Nachsorge in den meisten Fällen als relativ schwierig, da es dabei nicht immer zu einer vollständigen Heilung kommen kann. Je früher die Krankheit dabei diagnostiziert und behandelt wird, desto besser ist in der Regel auch der weitere Verlauf, sodass der Patient schon bei den ersten Symptomen dieser Krankheit einen Arzt kontaktieren sollte.
In den meisten Fällen kann die Krankheit nur dann vollständig geheilt werden, wenn eine Spenderhornhaut vorliegt und diese auch transplantiert werden kann. Dieser Eingriff erfolgt je nach Situation unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung und verläuft in der Regel ohne Komplikationen. Der Betroffene muss nach dem Eingriff seine Augen schonen und sie keinem grellen Licht aussetzen. Das betroffene Auge gewöhnt sich dann mit der Zeit wieder an das gewöhnliche Licht.
Weiterhin ist häufig auch die Einnahme von Antibiotika notwendig, damit es nicht zu Entzündungen kommt. Der Betroffene sollte dabei auf eine richtige Dosierung und auch auf die regelmäßige Einnahme dieser Medikamente achten. Sie sollten dabei auch nicht mit Alkohol eingenommen werden. Ein grundsätzliches Alkoholverbot gilt bei Antibiotika allerdings nicht; zwingend ist der Verzicht nur bei einzelnen Wirkstoffen wie Metronidazol. Da es durch die Hornhauttrübung auch zu psychischen Verstimmungen oder zu Depressionen kommen kann, sind intensive und liebevolle Gespräche mit der eigenen Familie oder mit Freunden sehr sinnvoll.
Das können Sie selbst tun
Da sich eine Hornhauttrübung bei jedem Patienten unterschiedlich stark äußert, variieren die Optionen zur Selbsthilfe im Alltag erheblich.
Bei einer leichten Hornhauttrübung, bei der noch die Möglichkeit zur Rückbildung besteht, unternehmen die Patienten besondere Vorsichtsmaßnahmen zur Schonung des Auges. So ist es wichtig, das erkrankte Auge vor Überanstrengung zu bewahren. Derartige Überlastungen kommen beispielsweise durch angestrengtes und langes Starren auf diverse Bildschirme zu Stande, etwa bei der Arbeit am Computer oder beim Fernsehen. Darüber hinaus ist das Auge auch vor Stress durch Witterungseinflüsse zu schützen, etwa Wind und direkter Sonneneinstrahlung. Übertragen auf Innenräume, ist auch zu grelles Licht zu vermeiden. Patienten mit Hornhauttrübung verzichten zunächst auf Kontaktlinsen, solange der Arzt nicht sein ausdrückliches Einverständnis dazu gibt. Eine penible Augenhygiene bewahrt das Auge vor Infektionen, die die Hornhauttrübung womöglich weiter verschlimmern.
Bei einer stark ausgeprägten Hornhauttrübung mit erheblichen Einschränkungen der Sehfähigkeit ist es für die Betroffenen wichtig, sich mit der Situation zu arrangieren und soweit möglich adäquate Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dies gilt insbesondere für zu Hause, wo sich durch Veränderungen der Einrichtung oder stärkere Farbkontraste die Orientierung verbessern lässt. Therapeutische Angebote unterstützen den Patienten dabei, seine anderen Sinne stärker zu trainieren.
Quellen
- Grehn, F.: Augenheilkunde.
ISBN: 9783662591536
- Lang, G. K., Lang, S. J., Lang, G. E., et al.: Augenheilkunde.
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- Salmon, J. F.: Kanskis Klinische Ophthalmologie.
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- Füeßl, H. S., Middeke, M.: Duale Reihe Anamnese und Klinische Untersuchung.
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- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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