Kleine Braunelle

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 22. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Kleine Braunelle wird eine Heilpflanze bezeichnet, die in Europa verbreitet ist. Sie weist eine antibiotische Wirkung auf.

Vorkommen & Anbau der Kleinen Braunelle

Die mehrjährige Kleine Braunelle erreicht eine Wuchshöhe von maximal 20 Zentimetern. Ihrem geringen Umfang verdankt sie auch ihren Namen.
Die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) ist auch als Gewöhnliche Braunelle oder Kleine Brunelle bekannt. Sie gehört der Gattung der Braunellen (Prunella) sowie der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) an.

Die mehrjährige Kleine Braunelle erreicht eine Wuchshöhe von maximal 20 Zentimetern. Ihrem geringen Umfang verdankt sie auch ihren Namen. Die länglichen Blätter der Pflanze sind eiförmig und wachsen unmittelbar am Stängel.

Die Blütezeit der Kleinen Braunelle findet zwischen Mai und Oktober statt. Verbreitet ist sie von Mitteleuropa bis nach Westasien. Im Laufe der Zeit gelangte die Pflanze in die gemäßigten Klimazonen. In Mitteleuropa ist die Kleine Braunelle häufig anzutreffen und gedeiht bis auf einer Höhe von 2000 Metern. Bevorzugte Lebensräume der Pflanze sind Moorwiesen, Halbtrockenrasen sowie Ufer und Waldlichtungen. Außerdem benötigt sie ausreichend feuchten und stickstoffhaltigen Lehmboden.

Wirkung & Anwendung

Die Kleine Braunelle verfügt über eine starke antibiotische Wirkung. So lässt sie sich therapeutisch gegen unterschiedliche Beschwerden, die von Halsschmerzen bis zu Bluthochdruck reichen, einsetzen. In früheren Zeiten war die Braunelle eine wichtige Heilpflanze. In der heutigen Zeit ist sie in Europa jedoch größtenteils vergessen, was auch auf die Einführung chemischer Arzneimittel zurückzuführen ist. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) weiß die positiven Effekte der Heilpflanze allerdings nach wie vor zu schätzen und bietet unterschiedliche Zubereitungen an.

Mehrere Studien asiatischer Forscher ergaben weitere positive Effekte der Braunelle. So wirkt sie antiviral, antiseptisch, entzündungshemmend, harntreibend, wundheilend und leberschützend. Sogar schwere Erkrankungen wie AIDS (HIV) oder Tumore sollen durch die Heilpflanze gehemmt werden. Nach Auffassung von südkoreanischen Forschern wirken einige Pflanzenbestandteile auch antidiabetisch.

Dabei entfalten sie einen antioxidativen Effekt, reduzieren den Anstieg des Blutzuckerspiegels im Körper und schützen die Bauchspeicheldrüse. Die Kleine Braunelle lässt sich auch heute noch gegen Halsentzündungen einsetzen. Zu diesem Zweck wird aus dem Pflanzenkraut ein Tee zubereitet. Diesen nimmt der Patient dann in kleinen Schlucken zu sich. Zusätzlich kann der Tee zum Gurgeln verwendet werden, um eine schmerzhafte Halsentzündung zu bekämpfen.

Zur Zubereitung des Tees werden zwei Teelöffel mit Pflanzenkraut mit einer Tasse abgekochtem, heißem Wasser übergossen. Anschließend zieht der Tee noch 10 Minuten. Nach dem Abseihen kann ihn der Patient einnehmen. Weitere positive Wirkungen der Braunelle sind das Absenken des Blutdrucks sowie das Lösen von Krämpfen. Auf diese Weise lassen sich Magenkrämpfe und Blähungen lindern. In der Kleinen Braunelle kommen zudem östrogenähnliche Stoffe vor.

Daher gilt sie als hilfreich gegen Wechseljahresbeschwerden und Menstruationsprobleme. Sogar der Eisprung der Frau soll durch den Inhaltsstoff Stigmasterol gefördert werden. Die Kleine Braunelle eignet sich auch zur äußerlichen Anwendung. So dient sie in Form von Umschlägen, Waschungen und Bädern zur Behandlung von Hautentzündungen und Wunden.

Wunde Hautstellen werden einfach mit einem Wattebausch abgetupft. Mithilfe eines Sitzbades können zudem Hämorrhoidalleiden behandelt werden. Ebenso lassen sich Zahnfleischprobleme mit einer Tinktur der Braunelle bekämpfen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

In früheren Zeiten diente die Kleine Braunelle als Therapiemittel gegen Diphtherie. Damals war diese schwere Krankheit in Europa noch weit verbreitet und gefürchtet. Sie wurde auch Halsbräune genannt, wodurch wohl auch die Heilpflanze den Namen Braunelle erhielt. Heutzutage hat die Diphtherie ihren Schrecken jedoch verloren und kommt nur noch selten vor. Stattdessen wird die Kleine Braunelle zum Behandeln von Halsschmerzen genutzt.

Die Volksheilkunde verwendet die Braunelle gegen zahlreiche unterschiedliche Erkrankungen. Dazu gehören Magen-Darm-Erkrankungen, Entzündungen und Geschwüre in der Mund- und Rachenregion sowie Fieber und Wunden. Durch moderne Medikamente wurde die Heilpflanze jedoch zurückgedrängt und in Europa kaum noch genutzt. In Asien setzt die Traditionelle Chinesische Medizin die Kleine Braunelle aber schon seit Jahrtausenden gegen die verschiedensten Krankheiten wie Brustdrüsenentzündungen, Hepatitis, Tuberkulose, Bluthochdruck und Krebs ein.

Im Kaschmir zählt die Braunelle zur anerkannten Unani-Medizin. Dort wird sie in Kräutermischungen gegen Erkältungen eingesetzt oder kommt nach der Geburt in einem Sitzbad zur Anwendung. Außerdem wird heiß aufgegossenes Braunellenkraut zur Behandlung von Kopfschmerzen empfohlen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Therapie von Herpes mit wässrigen Pflanzenauszügen.

Ebenso geschätzt wurde die Kleine Braunelle in Nordamerika von den einheimischen Indianern. Diese setzten Braunellentee gegen Fieber ein. Mit einem milden Dekokt aus Blüten, Blättern und Wurzeln stärkten die Algonquin ihre Herzen, während die Irokesen Pflanzenauszüge gegen Erkältungen, Husten, Durchfall und Erbrechen anwandten. Auch Augenentzündungen oder Druckstellen bei Pferden wurden mit der Braunelle behandelt. Mitunter diente die Pflanze lediglich als kühlendes Getränk.

Südkoreanischen Studien zufolge gilt die Kleine Braunelle auch als hilfreich zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Außerdem soll die Heilpflanze einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vorbeugen. Verantwortlich dafür machen die südkoreanischen Forscher den entzündungshemmenden Effekt des Pflanzenextraktes auf die Blutgefäßzellwände. Ferner wird ein unerwünschtes Wachstum von weichen Muskelzellen innerhalb der Gefäße reduziert.

Chinesische und kanadische Forscher fanden wiederum heraus, dass die Kleine Braunelle auch gegen Herpes hilft. So wirken bestimmte Pflanzenextrakte gegen Herpesformen, die sich als resistent gegen Aciclovir erweisen. Dazu wird frischer Pflanzensaft schon beim Auftreten erster Bläschen auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Einziger Nachteil ist die dunkle Verfärbung der Lippen. Diese kann jedoch problemlos wieder abgewaschen werden.


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