Muskelverhärtung

Eine Muskelverhärtung oder Myogelose ist eine Verhärtung im Bereich der verschiedensten Muskel. Dabei kommt es zu schmerzhaften Verhärtungen, die als Knoten oder Wulste spürbar in Erscheinung treten können. Nur bei starken Schmerzen und wiederholtem Autreten sollte ein Arzt aufgesucht werden. Als Hausmittel gegen Muskelverhärtungen empfehlen sich Wärmebehandlungen wie Sauna oder warme Bäder. Auch leichte Massagen sind als Behandlung hilfreich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Muskelverhärtung?

Eine Physiotherapie ist besonders bei Sportverletzungen von Nutzen. Muskelverhärtungen werden gelockert, Laktat abgebaut, Zerrungen und kleine Muskelrisse frühzeitig erkannt und behandelt.

Eine Muskelverhärtung oder Myogelose ist eine starke und meist schmerzhafte Verspannung der Muskulatur. Sie entsteht in den meisten Fällen bei übermäßigen sportlichen Aktivitäten. Eine derartige Überbelastung führt zu einer dauerhaften Verspannung der Muskulatur. Eine Muskelverhärtung kann jedoch auch durch das Einklemmen von Nerven oder Arthrose entstehen.

Gerade Sportler kennen diese oder ähnliche Situationen mit Sicherheit: Nach einem anstrengenden Langstreckenlauf oder Marathon kurz vor dem Zieleinlauf verspürt man ganz plötzlich im Oberschenkel, im Unterschenkel oder in der Wade einen stark stechenden Schmerz.

Eine Muskelverhärtung kann jedoch auch in den Oberarmen im Rücken oder im Schulterbereich auftreten. In vielen Fällen lässt der Schmerz nach einer kurzen Regenerationszeit wieder nach. Doch eine Muskelverhärtung kann auch über längere Zeit anhalten und zu einer großen Qual werden.

Ursachen

Doch wie entsteht eine solche Muskelverhärtung? Eine Muskelverhärtung entsteht durch eine lang anhaltende, starke Anspannung der Muskelfasern. Durch diese Anspannung drücken die Muskelfasern die feinen Kapillaren in der Muskulatur stark zusammen.

Dadurch werden diese nur eingeschränkt durchblutet und es entsteht eine Entzündung, welche die Muskulatur stark anspannen lässt. Das ist wiederum die Ursache für diese krampfartigen Schmerzen an den betroffenen Körperstellen. Man spricht hierbei von einer Muskelverhärtung.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Muskelverhärtungen lassen sich zum einen ertasten. Betroffene spüren teils steinhart wirkende Muskelpartien. Neben diesen klar tastbaren Anzeichen sprechen zahlreiche Symptome für Muskelverhärtungen. Schmerzen im Bereich des verhärteten Muskels können dabei verschiedene Formen annehmen.

So können die Schmerzen sowohl als dumpf als auch als beißend empfunden werden. Verhärtete Muskeln im Bereich des Kiefers beispielsweise sorgen bei manchen Betroffenen für ein dumpfes Druckgefühl. Andere berichten von immer wieder einschießenden, ausstrahlenden Schmerzen.

Verhärtete Muskeln im Bereich des Nackens kann Beschwerden sowohl im Rücken verursachen als auch zu Kopfschmerzen führen. Je nachdem, wo Muskeln verhärtet sind, können die Beschwerden aber auch sehr diffus sein und sind entsprechend nicht immer eindeutig dem eigentlich verhärteten Muskel zuzuordnen. Probleme mit der Brustmuskulatur können sich zum Beispiel auch in unklaren Bauchbeschwerden äußern und auch Verdauungsprobleme hervorrufen.

Gerade, weil die Symptome bei Muskelverspannungen sehr unterschiedlich sein können, kommt einer sorgfältigen Diagnostik große Bedeutung zu. Zum einen werden Beschwerden, die von verhärteten Muskeln kommen, ohne zielführende Behandlung in den wenigsten Fällen von allein besser. Die beanspruchte Muskulatur verhärtet eher immer mehr und sorgt somit für immer stärker werdende Beschwerden. Zum anderen muss gerade bei anhaltender Symptomatik zeitnah ausgeschlossen werden, dass die Beschwerden von einer anderen organischen Erkrankung herrühren.

Krankheitsverlauf

Dauert eine Muskelverhärtung trotz der weiter unten genannten Hausmittel und der vorbeugenden Maßnahmen mehrere Tage an, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, denn es könnte sich auch um eine nervliche Erkrankung handeln.

Nach einer ärztlichen Untersuchung kann die Lockerung und Entspannung der Muskeln mit entzündungshemmenden Medikamenten oder Magnesium-Präparaten gefördert werden. Sollte der Arzt keine andere medizinische Ursache finden, liegt das Entstehen einer Muskelverhärtung meist an einem zu starken oder einseitigem Training.

In diesem Fall sollte das Trainingsprogramm gründlich analysiert werden, damit der Grund für die Überbelastung der Muskeln festgestellt werden kann. Anschließend muss das Training so umgestellt werden, dass die Muskeln gleichmäßig belastet werden und eine erneute Muskelverhärtung vermieden wird.

Komplikationen

Durch die Muskelverhärtung leiden die Betroffenen in erster Linie an sehr starken und vor allem an stechenden Schmerzen. Diese Schmerzen können dabei die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verringern und einschränken. Ebenso kommt es auch zu Einschränkungen im Alltag, wobei die Durchführung bestimmter Arbeiten oder Sportarten durch die Muskelverhärtung nicht mehr ohne Weiteres möglich ist.

Auch die Ausübung des Berufes kann durch die Muskelverhärtung eingeschränkt sein. Weiterhin können Ruheschmerzen in der Nacht zu erheblichen Schlafstörungen und damit zu Depressionen oder zu einer allgemeinen Gereiztheit des Patienten führen. Weiterhin treten auch Bewegungseinschränkungen ein. Die genauen Einschränkungen und Komplikationen hängen bei der Muskelverhärtung auch stark vom betroffenen Muskel ab.

Vor allem bei einer weiteren starken Belastung kann es bei der Muskelverhärtung zu deutlichen Schmerzen und weiteren Folgeschäden kommen. Bei dauerhaften Schmerzen sollte aus diesem Grund auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung der Muskelverhärtung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Massagen oder durch Wärmebehandlungen.

Dabei treten keine weiteren Komplikationen oder Beschwerden auf und es kommt in den meisten Fällen zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Muskelverhärtung in der Regel nicht eingeschränkt oder verringert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Muskelverhärtung muss nicht immer medizinisch versorgt werden. In einer Vielzahl der Fälle können Betroffene auch ohne die Unterstützung eines Arztes eine Linderung der Beschwerden erreichen. Eine ausreichende Wärmezufuhr sowie der Konsum von genügend alkoholfreien Flüssigkeiten führen zu einer Verbesserung der Unannehmlichkeiten. Der Betroffene sollte seinen Organismus insgesamt schonen und keinen erneuten starken Belastungen aussetzen. Fehlhaltungen und eine schiefe Körperhaltung sollten ebenfalls vermieden werden. Die Bereiche, in denen eine Muskelverhärtung vorliegt, können mit den Fingern oder anderen Hilfsmitteln durch kreisende Bewegungen aufgelockert werden. Zusätzlich wird die Ausübung von Sportarten empfohlen, die zu einer besseren Versorgung der Muskelfasern und einem Ausgleich durch die allgemeinen Bewegungsabläufe beitragen. Durch Schwimmen können beispielsweise Linderungen und eine Beschwerdefreiheit erreicht werden.

Halten die Muskelverhärtungen an oder nehmen sie trotz aller Bemühungen weiter zu, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Schafft es der Betroffene nicht, innerhalb weniger Tage eine deutliche Verbesserung seiner Gesundheit zu erreichen oder stellen sich weitere Beschwerden ein, benötigt er Hilfe. Es können Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie ein dauerhafter Schiefstand des Beckens oder der Schultern auftreten, die behandelt werden müssen. Insbesondere Schäden des Skelettsystems können zu einer Manifestierung der Beeinträchtigungen führen, die lebenslange Folgen haben.

Behandlung & Therapie

Die geeignetste Methode, um einer bereits entstandenen Muskelverhärtung entgegen zu wirken, ist eine Wärmebehandlung und Sauna. So sind warme oder heiße Bäder, warme Umschläge oder das gezielte Auflegen einer Wärmflasche auf die verkrampften Stellen sehr empfehlenswert. Wärme fördert die Durchblutung und bringt auch starke Verspannungen zum Abklingen.

Eine sehr hilfreiche Maßnahme gegen eine Muskelverhärtung ist außerdem eine Massage der verhärteten Muskeln. Während einer bestehenden Muskelverhärtung, sollte das übliche Trainingspensum auf jeden Fall reduziert werden. Sportliche Aktivitäten trotz einer Muskelverhärtung können zu einer Verschlimmerung führen und den Muskel im schlimmsten Fall weiter schädigen.

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Vorbeugung

Der Nutzen einer Massage liegt in: der Förderung der Durchblutung, der Entspannung der Muskulatur, in der Schmerzlinderung und in der psychischen Entspannung.

Doch es muss nicht erst zu einer ausgeprägten Muskelverhärtung kommen. Es gibt einige hilfreiche Tipps, um einer Muskelverhärtung vorzubeugen. Auch wenn es draußen noch kalt ist, sollten Sportler immer genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Manchmal entsteht eine Muskelverhärtung auch durch einen Magnesiummangel im Körper. Daher ist es empfehlenswert, täglich eine in Wasser aufgelöste Magnesiumtablette zu sich nehmen.

Auch das richtige Aufwärmtraining vor einer jeden sportlichen Betätigung wirkt einer Muskelverhärtung entgegen, denn es regt die Muskelaktivität an. Gerade wenn ein Marathon oder ein anderes größeres Sportturnier ansteht, sollte man sich ausreichend aufwärmen und die Muskeln dehnen.

Auch das Tragen der richtigen Kleidung beugt einer Muskelverhärtung vor. Wenn der Körper bei starker Anstrengung sehr viel schwitzt, sollte die Kleidung nicht zu luftig sein, denn beim Schwitzen kühlt der Körper sehr schnell aus. Dies schadet der Muskulatur. Daher empfehlen Experten wärmere Kleidung, da die Durchblutung durch die Wärme gefördert wird.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Muskelverhärtung ist es zunächst wichtig, sportliche Aktivitäten zu reduzieren oder ganz einzustellen. Um den betroffenen Muskel rasch wieder zu entspannen, sind kurze Dehnübungen empfehlenswert. Dies sollte jedoch niemals bis zur Schmerzgrenze gehen, da hier unter Umständen ernsthafte Schäden im Gewebe entstehen können. Anschließend ist Entspannung angebracht. Jede Art von Stress kann den Zustand verschlechtern oder die Heilung verlangsamen.

Ein 15-minütiges Bad mit warmen Wasser entspannt die Muskulatur schnell. Wärmende Umschläge aus der Apotheke lockern den Muskel ebenfalls gründlich auf. Weitere Wärmebehandlungen sind Saunagänge und Rotlichtbestrahlung. Je nach Wetter kann auch Sonnenbestrahlung eine Linderung der Schmerzen bewirken. Eine weitere Möglichkeit, die Verspannung zu lösen sind lokale Massagen an den betreffenden Muskeln. Dabei können zusätzlich entzündungshemmende Salben zur Schmerzlinderung sanft einmassiert werden. Dies empfiehlt sich besonders abends, kurz vor dem Schlafengehen.

Wichtig ist, während der gesamten Selbstbehandlung genügend Flüssigkeit aufzunehmen, um die Verspannung abklingen zu lassen. Für längerfristigen Erfolg gegen Muskelverhärtungen ist hingegen ein ausgeglichener Magnesiumhaushalt im Körper die beste behandelnde und vorbeugende Maßnahme. Dazu sind Magnesium-Präparate und Nahrungsmittel mit besonders hohem Magnesium-Anteil bestens geeignet.

Video: Hüft-Arthrose: Muskelverhärtung bekämpfen

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 14. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

gluecksstern kommentierte am 27.09.2012

Meine Ergotherapeutin meinte die Muskelverhärtungen von der Achsel zur Brust kämen von einer Muskelverkürzung durch falsche Körperhaltung. (nach vorne gebeugt). Ich habe oberhalb und zur Brust hin, dicke, harte, schmerzhafte Muskel-Stränge, die ich mit Akupressur behandelt habe, aber die Schmerzen wurden stärker. Außerdem habe ich weiter sehr schmarzhafte Koten und Verhärtungen oberhalb der Brust links und in der Brust und oberhalb der Brust rechts und links sehr schmerzhafte Verhärtungen. Habe außerdem mit dem Herzen zu tun. Kann das links vielleicht davon kommen? Auf der Herzseite sind die Verhärtungen mehr und schmerzhafter. Vielen Dank.

rehlein06 kommentierte am 19.06.2013

Ich habe gute Erfolge durch Quaddeln erziehlt.
Bei mir hat es mein Hausarzt durchgeführt.
Zusätzlich habe ich ein Muskelentspannendes Medikament erhalten.

charlotte kommentierte am 21.11.2015

Myogelosen sind Muskelknoten, die durch Druck von einer Fachkraft gelöst werden müssen. Sie unterbrechen den normalen Sauerstofffluss, so dass es zu Atembeschwerden und zur erniedrigten Sauerstoffsättigung kommt. Auch verbunden mit schlechtem Kurzzeitgedächtnis. Natürlich auch Verkürzung der Muskulatur. Die Ursache bei mir dürfte eine neurogene Muskelatrophie sein.

SUSANNA kommentierte am 27.12.2015

Nach einer OP im Arm-Schulter-Bereich, Achsel ebenfalls gebrochen, wurde mir eine Platte mit Schrauben eingesetzt. Leider löste sich alles und musste wieder heraus nach drei Wochen. Dabei steckte die ganze Zeit eine Schraube im Muskel. Daraufhin bekam ich eine Prothese. Der Muskel neben dem Achselkopf ist bis heute, nach drei Monaten, sehr schmerzhaft und es blockiert meine Bewegungen. Es haben sich Vernarbungen gebildet, wie man mir sagte. Physio hilft bis jetzt nicht. Was kann ich machen?

Monteverdi kommentierte am 24.02.2017

Man muss kein Sportler sein, um sich mit falschem Schuhwerk schon auf einem normalen Spaziergang eine Muskelverhärtung in den Beinen einzuhandeln.