Platzwunde

Letzte Aktualisierung am 27. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Platzwunden zählen zu den üblichen Verletzungen, die im Laufe eines Menschenlebens auftreten und meist problemlos und ohne Komplikationen ausheilen. Bei großflächigen Platzwunden oder solchen, die sehr stark und dauerhaft bluten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um eine gute Wundversorgung zu gewährleisten. Auch eine optimale Wundheilung der Platzwunde wird so sichergestellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Platzwunde?

Als Platzwunde werden - meist stark - blutende Verletzungen der Haut bezeichnet. Diese treten besonders häufig an Körperstellen auf, an denen die Haut sehr dicht auf dem Knochen aufliegt.

Platzwunden finden sich häufig am Kopf, am Ellbogen oder am Schienbein, also überall, wo keine oder nur wenig polsternde Fettschicht vorhanden ist. Die Wundränder bei einer Platzwunde sind meist gut durchblutet, können aber je nach Art der Platzwunde auch stark zerrissen oder verschmutzt sein.

Ursachen

Eine Platzwunde entsteht, wenn die Haut des Menschen auf einen harten oder stumpfen Gegenstand auftrifft und dadurch aufplatzt. Dies wird auch als stumpfe Gewalteinwirkung bezeichnet.

Kinder und Jugendliche ziehen sich durch das Erlernen neuer Bewegungen oder sportlicher Aktivitäten und den damit verbundenen Stürzen besonders häufig eine Platzwunde zu. Doch auch ältere Menschen, die nicht mehr sicher gehen und stehen können, sind bei einem Sturz gefährdet, eine Platzwunde zu haben.

Die Ursache eines Sturzes bei älteren Menschen kann unter anderem auch ein Schlaganfall sein, weshalb eine Platzwunde in diesem Fall unbedingt abgeklärt werden muss.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Platzwunde entsteht in der Regel durch eine starke äußere Gewalteinwirkung. Das wohl eindeutigste Symptom einer Platzwunde ist die starke Blutung. Selbst kleine Platzwunden entwickeln oftmals einen großen Blutfluss, den es unmittelbar zu stillen gilt. Starke Schmerzen sind hingegen kein typisches Symptom einer Platzwunde.

Allerdings kann es aufgrund des hohen Blutverlusts, zu einem erheblichen Schwindelgefühl kommen. Unter Umständen kann der Blutverlust so groß sein, dass es sogar zu einem Ohnmachtsanfall kommt. Bei einer besonders starken Gewalteinwirkung kann es sogar zu einer Schädigung des darunter liegenden Knochen kommen. Wenn eine Fraktur vorliegt, so ist das natürlich mit erheblichen Schmerzen verbunden.

In vielen Fällen muss eine ärztliche und medikamentöse Behandlung erfolgen, da eine tiefe Platzwunde ansonsten nicht richtig zusammenwachsen kann. Gefühlsstörungen sind ebenfalls ein häufiges Symptom, das im Zusammenhang mit einer Platzwunde auftritt. Dabei kann es unter Umständen zu einem dauerhaften Taubheitsgefühl kommen.

Auch ein starkes und langanhaltendes Kribbeln ist möglich, sodass auch dies ein deutliches Anzeichen für eine bestehende Platzwunde ist. Generell sollten Platzwunden somit immer ärztlich versorgt werden, damit eine reibungslose Genesung gewährleistet werden kann. Andernfalls drohen hässliche Narben, die jahrelang bestehen bleiben werden.

Diagnose & Verlauf

Eine Platzwunde lässt sich meist auch ohne ärztliche Hilfe relativ eindeutig diagnostizieren. Um das Ausmaß und die Tiefe der Platzwunde einschätzen zu können, ist es dennoch ratsam, einen Arzt um Rat zu fragen. Vor allem bei stark blutenden oder sehr großflächigen Platzwunden, wie sie besonders häufig am Schädel vorkommen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Der Arzt wird zunächst erfragen, wie die Platzwunde entstanden ist und anschließend abklären, wie schlimm die Verletzung ist. Nach der Einleitung einer geeigneten Behandlung sind die Heilungschancen sehr gut - vorausgesetzt, die Platzwunde infiziert sich nicht mit Keimen. In einigen Fällen entsteht im Bereich der Verletzung nach der Abheilung eine Narbe, was vor allem bei großflächigen oder tiefen Platzwunden der Fall ist.

Komplikationen

Von Platzwunden sind vor allem Kinder betroffen, die sich beim Spielen oder Radfahren verletzen. Aber auch Erwachsene ziehen sich gelegentlich eine Platzwunde zu. Bei gesunden Personen verheilen diese Verletzungen in aller Regel ohne dass es zu Komplikationen kommt. In jedem Fall sollte die Wunde aber gründlich gesäubert und anschließend mit einem Pflaster oder einem Verband abgedeckt werden, da sie sich sonst infizieren könnte.

Vorsicht ist dann geboten, wenn Schmutz oder Erde in die Wunde gelangt sind und keine Impfung gegen Wundstarrkrampf besteht. Betroffene, die nicht gegen Tetanus geimpft sind, sollten in jedem Fall auf einschlägige Symptome achten. Wer nach einer Verletzung mit offener Wunde unter Schmerzen und Muskelsteifigkeit im Kopfbereich oder unter Schluckstörungen leidet, muss sofort einen Arzt aufsuchen. Tetanus ist lebensgefährlich und muss so früh wie möglich behandelt werden.

Personen, die an Hämophilie leiden, laufen auch bei sonst harmlosen Verletzungen Gefahr, zu verbluten und sollten deshalb bei Platzwunden vorsorglich einen Arzt konsultieren.

Zu Komplikationen kann es außerdem bei Personen mit stark geschwächtem Immunsystem kommen. Hier besteht das Risiko, dass Keime, die über die offene Wunde eindringen, nicht vom Körper eliminiert werden, sondern sich vermehren und in die Organe gelangen. In diesen Fällen droht eine Blutvergiftung (Sepsis).

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Platzwunde entsteht in der Regel durch eine starke äußere Gewalteinwirkung, wie zum Beispiel durch einen Sturz. Häufig tritt Sie im Kopfbereich auf und ist mit einer starken Blutung verbunden. Der Besuch beim Arzt ist bei einer bestehenden Platzwunde zwingend erforderlich, da es ansonsten zu verschiedenen Komplikationen kommen kann. Ein entsprechender Arzt kann die starke Blutung schnell stoppen und für einen fachgerechten Verschluss der Wunde sorgen. Bakterien und Keime können somit nicht in die Wunde gelangen, sodass eine gefährliche Infektion vermieden werden kann.

Wenn die betroffene Person auf ärztliche und medikamentöse Versorgung verzichtet, ist die Gefahr einer Infektion sehr groß. Bakterien können innerhalb kurzer Zeit für eine Infektion sorgen, sodass es zur Bildung von Eiterflüssigkeit kommt. Bei ersten Anzeichen einer solchen Infektion sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Andernfalls besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Somit gilt: Eine Platzwunde kann mit ärztlicher und medikamentöser Behandlung schnell und effektiv behandelt werden. Ohne eine entsprechende Behandlung kann es unter Umständen zu gefährlichen Komplikationen kommen.

Behandlung & Therapie

Bei einer Platzwunde, die mit einer starken Blutung einhergeht, sollte zunächst die Blutung gestoppt werden, was beispielsweise mit Hilfe eines Druckverbandes erfolgen kann. Um keine Keime in die Platzwunde einzubringen, ist es unbedingt empfehlenswert, steriles Verbandsmaterial wie etwa Kompressen zu verwenden.

Blutet die Wunde sehr stark oder klaffen die Ränder der Platzwunde sehr weit auseinander, so ist ein Arzt- oder Krankenhausbesuch erforderlich. Dort wird die Platzwunde ärztlich untersucht und desinfiziert. Bei sehr tiefen oder großen Platzwunden kann es erforderlich sein, dass der Arzt diese klammert oder näht, um so die optimale Wundheilung zu unterstützen und Narbenbildung zu vermeiden.

Gleichzeitig wird der Arzt untersuchen, ob weitere Verletzungen wie beispielsweise Knochenbrüche im Bereich der Platzwunde entstanden sind. Auch der wichtige Tetanusschutz wird vom behandelnden Arzt überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt.

Bei kleineren, weniger stark blutenden Platzwunden bedarf es nicht unbedingt eines Arztbesuches. Es sollte dennoch unbedingt eine Desinfektion der Platzwunde erfolgen, um eine Infektion der offenen Stelle zu vermeiden. Ist die Platzwunde durch einen Sturz auf den Kopf entstanden, so ist ein Besuch des Arztes oder Krankenhauses unbedingt ratsam, um eine Gehirnerschütterung als Folge des Sturzes auszuschließen. Dort ist auch eine angemessene Versorgung der Platzwunde gewährleistet.

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Vorbeugung

Einer Platzwunde vorzubeugen gestaltet sich recht schwierig, da sich nahezu jeder Mensch im Laufe seines Lebens eine oder mehrere Platzwunden zuzieht. Die Benutzung eines Helmes und von gut sitzenden Gelenkschonern hilft, empfindliche Körperstellen vor allem bei sportlichen Aktivitäten zu schützen. Bei älteren Menschen ist die Verwendung von Gehhilfen wie beispielsweise eines Rollators empfehlenswert, um ihnen mehr Sicherheit beim Laufen zu vermitteln. Auf diese Weise kann zumindest versucht werden, einer Platzwunde vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Eine Platzwunde muss nicht zwingend vom Arzt behandelt werden. Kleinere, vor allem nicht tiefe Platzwunden können auch in Selbstbehandlung versorgt werden. Auch bei ärztlich versorgten Platzwunden ist Selbsthilfe möglich, die zu einem rascheren Heilen des verletzten Areals beitragen kann.

Wird eine Platzwunde selbst behandelt, ist die Wunde zunächst von Verschmutzung zu reinigen und zu desinfizieren, um eine spätere Infektion zu vermeiden. Anschließend wird die Wunde steril abgedeckt, entweder mit einem Pflaster oder einem Verband über einer Kompresse. Bei Blutungen ist die Verbandslösung rechtzeitig zu erneuern beziehungsweise vor dem Verbinden erst einmal Druck auf die Wunde auszuüben, bis die Blutung versiegt ist. Ein Hochlagern der betroffenen Extremität unterstützt das Stillstehen der Blutung. Wer sichergehen will, lässt die Wunde bei Gelegenheit vom Arzt auf Infektion oder Narbenbildung noch einmal kontrollieren.

Bei einer Wunde, die vom Arzt behandelt und vielleicht sogar geklammert und genäht worden ist, ist ebenfalls Selbsthilfe möglich. Diese umfasst vom Arzt empfohlene Verbandswechsel sowie das Unterlassen aller Maßnahmen, die den Heilungsprozess stören können. Dazu gehört das wasserdichte Abschirmen der Wunde beim Duschen oder Baden ebenso wie konsequenter Verschmutzungsschutz. Bei Platzwunden in Augennähe ist besser auf das Tragen von Make-up und Druckbelastung durch eine Brille zu verzichten, bis die Wunde geschlossen und ausgeheilt ist.

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin. Springer, Heidelberg 2011

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