Rheumaknoten

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 22. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Krankheiten Rheumaknoten

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die in jedem Alter auftreten kann. Eine ihrer Begleiterscheinungen sind Rheumaknoten, die sich direkt unter der Haut bilden. Ihre Größe lässt sich zunächst mit einer Erbse vergleichen und mit der Zeit können sie das Ausmaß einer Walnuss annehmen. Sie sind leicht zu ertasten, lassen sich verschieben und bilden sich in der Regel an Körperstellen, die Druck ausgesetzt sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Rheumaknoten?

Rheumaknoten
Die ersten Anzeichen von Rheumaknoten zeigen sich plötzlich als Rötung der Haut, Spannungsschmerz und Erwärmung der betroffenen Gelenke.
© peterschreiber.media – stock.adobe.com

Der Fachbegriff für Rheumaknoten lautet „noduläre“ (knötchenförmige) Entzündungsherde. Sie treten bei etwa 20 Prozent der Patienten auf, die unter chronischem Rheuma leiden.

Meist liegt dabei eine schwerere Verlaufsform der Erkrankung zugrunde, bei der zugleich der Rheumafaktor im Blut nachweisbar ist.

Sie können sowohl an Gelenken als auch an inneren Organen auftreten. Rheumaknoten stellen eine krankhafte Anhäufung von kollagenen oder Bindegewebsfasern dar.

Von den Rheumaknoten abzugrenzen sind die Heberden-Knoten und die Bouchard-Knoten: Dabei handelt es sich um knöcherne Verdickungen bei einer Arthrose der Fingergelenke, nicht um Rheumaknoten. Bilden sie sich an den Fingerendgelenken, dann lautet der Fachbegriff Heberden-Knoten. Erscheinen sie an den Fingermittelgelenken, ist die Rede von Bouchard-Knoten.

Ursachen

Die Ursachen für Rheumatismus sind nicht eindeutig geklärt. Fakt ist aber, dass die Knoten aus derselben fehlgeleiteten Entzündungsreaktion hervorgehen, die auch zur Entzündung der Gelenkinnenhaut führt. Ursache dafür ist nicht eine zu schwache Abwehr: Die Abwehrkräfte richten sich vielmehr gegen die körpereigenen Stoffe.

Das führt zum Anschwellen der Gelenkinnenhaut, bis sie den Knorpel im Gelenk überwuchert hat. Die Synovia (Gelenkschmiere) kann ihre Aufgabe nicht mehr oder nur noch teilweise erfüllen und es kommt zu dauerhaften Schäden im Gelenk und den davon betroffenen Knochen. Die Gelenke können bis zur völligen Bewegungsunfähigkeit versteifen.

Wissenschaftler nennen eine Reihe von Risikofaktoren, die Rheuma und daraus resultierend auch Rheumaknoten hervorrufen können. Dazu zählt die Veranlagung innerhalb der Familie. Sind Eltern oder Großeltern erkrankt, können sie die Veranlagung dafür an ihre Nachkommen weitergeben; die Krankheit selbst wird nicht vererbt. Rauchen, falsche Ernährung und fortgeschrittenes Alter gelten ebenfalls als Ursachen für Rheumaknoten.

In einigen Fällen führt auch ein Stoß oder Quetschung zur Bildung der Knoten. Es gibt Studien, die belegen, dass auch die Einnahme bestimmter Medikamente eine Bildung von Rheumaknoten begünstigen kann.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die ersten Anzeichen von Rheumaknoten zeigen sich plötzlich als Rötung der Haut, Spannungsschmerz und Erwärmung der betroffenen Gelenke. Bei anderen Patienten kommt es nur sehr langsam zu den Anzeichen und es treten kaum Beschwerden auf. Typische Symptome sind, dass die Feinmotorik der Finger nachlässt.

Auch die Kraft ist vermindert. Betroffene können zwar beherzt zugreifen, der Gegenstand gleitet ihnen aber unwillkürlich aus den Händen. Rheumaknoten können ebenfalls in den inneren Organen, wie Herz, Lunge, Leber, Niere und Knochenmark entstehen. In der Lunge führen sie zu narbigen Veränderungen des Gewebes.

Die Knoten sind hier nur wenige Millimeter dick und verursachen zunächst keine Beschwerden. Da sie sich auf Röntgenaufnahmen aber nicht ohne Weiteres von einer Lungentuberkulose oder einem Karzinom unterscheiden lassen, ist eine ärztliche Abklärung und regelmäßige Kontrolle wichtig. Treten Rheumaknoten in der Lunge zusammen mit einer Staublunge auf, spricht man vom Caplan-Syndrom. Herzbeutelentzündungen können ebenfalls die Folge von Rheumaknoten sein.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Knoten treten nicht zwingend nur bei rheumatischen Erkrankungen auf. Es ist also wichtig, dass eine Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern erfolgt. Die Diagnose kann durch Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen stattfinden. Bei der Untersuchung erstellt der Facharzt zunächst die Anamnese.

Er möchte wissen, ob es in der Familie Rheumaerkrankungen gibt. Danach folgt die äußere Untersuchung der Gelenke und des gesamten Bewegungsapparates. Bei der Analyse des Blutes werden Entzündungswerte und Rheumafaktoren bestimmt. Hier gilt die Bestimmung des Anti-CCP-Wertes (Antikörper gegen cyclische citrullinierte Proteine) als wichtigste Neuerung der Rheumadiagnostik.

Dieser ist bei Patienten mit Rheuma in den meisten Fällen erhöht. Antikörper helfen dem Körper, Schadstoffe abzuwehren und schützen ihn vor Krankheiten. Bei Autoimmunerkrankungen, wie Rheuma, bildet der Organismus jedoch Antikörper, die sich gegen den eigenen Körper richten. Es entwickeln sich Entzündungen und diese führen mit der Zeit zur Zerstörung von Gelenkkapsel und -knorpel. Es entstehen Rheumaknoten.

Haben diese sich an den inneren Organen gebildet, werden sie durch Ultraschall, CT und Gewebeproben (Biopsien) diagnostiziert. Je nach Umfang der Knoten können sie unbehandelt zu einem lebensbedrohlichen Prozess führen. Sie sind zwar selten, gelten aber als Auslöser für Herzbeutelentzündung und Einschränkung der Lungenfunktion.

Komplikationen

In erster Linie leiden die Betroffenen bei einem Rheumaknoten an Hautbeschwerden. Es kommt dabei zu starken Rötungen auf der Haut und in einigen Fällen auch zur Ausbildung eines Juckreizes. Vor allem beim Kratzen der Haut kann es auch zu Narben kommen. Weiterhin leiden die Betroffenen auch an einer deutlich verringerten Feinmotorik und Kraft in den Fingern.

Dadurch kommt es zu Einschränkungen im Alltag des Patienten, sodass diese auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sind. Auch an den inneren Organen können sich Rheumaknoten ausbilden und zu Beschädigungen am Gewebe führen. Der weitere Verlauf der Erkrankung hängt damit auch stark vom betroffenen Organ ab, sodass eine allgemeine Voraussage in der Regel nicht getroffen werden kann.

Auch Beschwerden an der Lunge oder eine Entzündung am Herzbeutel können krankheitsbedingt auftreten. Die Behandlung von Rheumaknoten erfolgt in der Regel mit Hilfe von Medikamenten. Brechen die Knoten an Druckstellen wie dem Ellenbogen auf, können sich die Wunden entzünden; liegen sie in der Nähe eines Nervs, kann dieser eingeengt werden und Taubheitsgefühle oder Lähmungen verursachen. Unter einer Behandlung mit Methotrexat bilden sich bei einem Teil der Patienten zudem neue, kleine Knoten. In schwerwiegenden Fällen ist eine operative Entfernung der Knoten notwendig. Ob es zu einer verringerten Lebenserwartung kommt, kann nicht im Allgemeinen vorausgesagt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der Regel sollten Rheumaknoten immer von einem Arzt behandelt werden. Diese Erkrankung lässt sich meist nicht durch Mittel der Selbsthilfe behandeln, und die Knoten bilden sich nur selten von allein zurück. Der Betroffene ist daher immer auf eine Behandlung durch einen Arzt angewiesen. Ein Arzt muss dann aufgesucht werden, wenn der Betroffene an einer stark geröteten Haut leidet und die Rötung nicht wieder von alleine verschwindet. Dabei kann es auch zu einem Spannen auf der Haut kommen, wobei das Spannen selbst auch mit starken Schmerzen verbunden ist. Die Haut ist dabei warm und fühlt sich unangenehm an. Weiterhin kann auch die Feinmotorik in den Fingern nachlassen. Sollten diese Beschwerden auftreten, muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

In der Regel werden Rheumaknoten durch einen Rheumatologen behandelt; sitzen sie unmittelbar in der Haut, wird zusätzlich ein Hautarzt hinzugezogen. Da Rheumaknoten in der Lunge im Röntgenbild einem Tumor ähneln können, sollten regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, um eine bösartige Veränderung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Behandlung & Therapie

Rheumaknoten, die weder Schmerzen noch Bewegungsbeeinträchtigungen mit sich bringen, müssen nicht therapiert werden. Treten sie an den Händen auf, können sie allerdings zu einem kosmetischen Problem werden. Die Behandlung erfolgt durch orale Medikamentengaben, die kortisonhaltig sind und den Entzündungsprozess verlangsamen oder ganz abstellen.

Eine Umstellung der Ernährung kann dabei begleitende Unterstützung leisten. Kortisoninjektionen, die direkt in den Knoten gespritzt werden, können zum Rückgang der Schmerzen führen. Eine weitere Möglichkeit der Therapie ist die operative Entfernung der Rheumaknoten.


Vorbeugen

Vorbeugende Maßnahmen können viel Bewegung und eine angepasste Ernährung sein. Beim Sport ist darauf zu achten, dass die Gelenke geschont werden. Empfohlen werden Schwimmen und Radfahren. Vitaminreiche Kost und möglichst wenig tierische Produkte auf dem Speiseplan gelten ebenfalls als prophylaktische Maßnahmen. Da Rauchen als wichtigster beeinflussbarer Risikofaktor sowohl für die rheumatoide Arthritis als auch für die Bildung von Rheumaknoten gilt, ist der Rauchverzicht die wirksamste vorbeugende Maßnahme.

Zucker- und fettreiche Nahrungsmittel können die Bildung von Rheumaknoten begünstigen. Betroffene müssen auf ihren Körper achten. Das heißt, dass sie auf kleinste Veränderungen reagieren sollten. Registrieren sie, dass sie nach dem Verzehr eines Tortenstücks Schmerzen in den Gelenken spüren, werden sie künftig auf zuckerhaltige Delikatessen verzichten.

Nachsorge

Besteht ein Rheumaknoten in der Hand, kann dieser einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen, der wiederum einer Nachbehandlung bedarf. Dabei entfernt der Chirurg die Knoten operativ. In den meisten Fällen braucht die betroffene Hand nach dem Entfernen der Rheumaknoten nicht ruhiggestellt zu werden. Bei manchen Patienten ist es jedoch notwendig, zügelnde Verbände anzulegen.

Durch dieses Vorgehen werden einerseits die Wunden vor Infektionen oder Schäden geschützt und andererseits die Finger in der gewünschten Position gehalten. Dabei kann der Patient seine Finger durchaus beugen und strecken.

Verläuft die Heilung der Wunde planmäßig, wechselt der Arzt den Verband in der ersten Woche zwei oder drei Mal aus. Nach etwa 14 Tagen werden schließlich auch die Fäden gezogen. Dabei sind für den Patienten kaum schmerzhafte Beschwerden zu befürchten. Lediglich das Anziehen des Fadens durch eine Pinzette ist zu verspüren.

Leidet der Patient nach der Operation unter Schmerzen oder Schwellungen, wird die Hand in der Regel ruhig gestellt. Außerdem verabreicht der Arzt ein Anti-Rheumamittel, um die Schmerzen zu stillen und gegen die Schwellung vorzugehen.

Im Anschluss an die Operation wird die behandelte Hand Schritt für Schritt wieder an die alltäglichen Belastungen herangeführt. Dies kann allerdings einige Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen. Zur Unterstützung werden regelmäßige Handbäder in lauwarmem Wasser empfohlen.

Das können Sie selbst tun

Rheumaknoten können ein schmerzhaftes Symptom an den Gelenken sein, wie beispielsweise den Fingergelenken. Sie sind auch der Selbsthilfe im Alltag zugänglich, nachdem die Erkrankung durch den behandelnden Hausarzt oder Orthopäden einwandfrei diagnostiziert worden ist. Rheumaknoten werden von Patienten mit Wärme oder Kälte behandelt. Es kann in diesem Zusammenhang nicht pauschal vorhergesagt werden, was dem Patienten gut tut. Hier ist individuelles Ausprobieren durch die Betroffenen wichtig.

Bewegung ist wichtig bei Rheumaknoten, auch wenn Patienten dies aufgrund der Schmerzen am liebsten vermeiden möchten. Doch Schonhaltung führt zur Versteifung der Gelenke, die durch die rheumatische Erkrankung ohnehin schon betroffen sind, und ein negativer Kreislauf kann entstehen. Bewegung in warmem Wasser kann ebenfalls besonders hilfreich sein. Warme Bäder können ebenfalls zielführend sein, wenn sie vom Patienten toleriert werden. Auch dies muss ausgetestet werden.

Auch die Ernährung ist ein wichtiger Faktor bei rheumatischen Erkrankungen und damit auch in Hinblick auf die Entstehung von Rheumaknoten. Studien haben bereits vielfach nachgewiesen, dass Fleisch und Wurst in Zusammenhang mit Rheuma und den damit in Verbindung stehenden Arthritis-Prozessen eher ungünstig sind. Daher ist mediterrane Kost mit Obst und Gemüse hilfreich, der Entstehung neuer Knoten vorzubeugen. Auch eine ausreichende Trinkmenge ist sinnvoll, um entzündliche Prozesse im Körper rascher zu beseitigen.

Quellen

  • Hettenkofer, H.-J., Schneider, M., Braun, J. (Hrsg.): Rheumatologie.
    ISBN: 9783136578063
  • Zeidler, H., Michel, B. A. (Hrsg.): Differenzialdiagnose rheumatischer Erkrankungen.
    ISBN: 9783662565742
  • Manger, B., Schulze-Koops, H. (Hrsg.): Checkliste Rheumatologie.
    ISBN: 9783131516848
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

Das könnte Sie auch interessieren