Anthelminthika

Anthelminthika (Wurmmittel) sind Medikamente zur Bekämpfung parasitisch lebender Helminthen (Würmer). Sie finden sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin Anwendung. Die Behandlung mit einem Anthelminthikum bezeichnet man auch als Wurmkur oder Entwurmung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Anthelminthika?

Heilpflanzen mit anthelminthischer Wirkung sind beispielsweise das indianische Wurmkraut oder der einheimische Rainfarn. Die Blüten und Samen dieser Pflanzen enthalten ätherische Öle, die in der traditionellen Volksmedizin als breit wirksame Entwurmungsmittel eingesetzt wurden.

Anthelminthika sind in der Regel Substanzen, die als spezifische Gifte auf verschiedene Lebensfunktionen der Würmer wirken, während sie für Menschen, wenn nicht nebenwirkungsfrei, so doch weitestgehend harmlos sind.

Sie werden oral eingenommen und entfalten ihre Wirkung im Darm, dem Lebensraum der Würmer. Der Begriff Anthelminthika beschreibt ein Spektrum unterschiedlicher Wirkstoffe. Es gibt Anthelminthika, die allgemein gegen Cestoden (Bandwürmer) oder Nematoden (Fadenwürmer) wirken, und Anthelminthika, die vorwiegend gegen eine Wurmart aktiv sind.

Zu den Cestoden gehören die für den Menschen relevanten Rinder-, Schweine- und Hundebandwürmer. Zu den Nematoden zählen Spulwürmer, Madenwürmer und Hakenwürmer, die ebenfalls Menschen befallen.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Anthelminthika sind für die orale Aufnahme bestimmt, es gibt sie in Form von Tabletten oder Saft. In der homöopathischen Apotheke stehen anthelminthisch wirkende Globuli zur Verfügung. Sogenannte Wurmkräuter - gegen Würmer wirksame Heilpflanzen - werden in der Regel in Form von Tees verabreicht.

Die meisten Anthelminthika wirken nur gegen Würmer, nicht aber gegen ihre Eier. Auch die Wirksamkeit gegen Bandwurmfinnen ist nur begrenzt. Diese in Leber, Lunge, seltener auch anderen Organen verkapselten Larvenstadien von Hunde- oder Fuchsbandwurm verursachen das Krankheitsbild der Echinokokkose. Ist die operative Entfernung der Finnen nicht möglich, kann die Langzeitbehandlung mit einem Anthelminthikum das Fortschreiten der Erkrankung immerhin verlangsamen.

Bei der Bekämpfung von Darmparasiten muss der Lebenszyklus der Würmer in Betracht gezogen werden. Bei Befall mit dem Rinder- und Schweinebandwurm sind Einzeldosen eines geeigneten Anthelminthikums ausreichend, da hier die Eier für den Menschen keine unmittelbare Gefahr darstellen. Beim Schweinebandwurm ist das allerdings nur begrenzt wahr, es wurden auch Fälle von durch Schweinebandwurmfinnen verursachter Echinococcose bekannt.

Im Fall von Spul- und Madenwürmern finden sich alle Lebensstadien des Wurmes im menschlichen Wirt. Aus abgeschluckten Madenwurmeiern schlüpfen nach zwei bis drei Wochen im Darm die ersten Larven, die sich innerhalb von etwa zwei weiteren Wochen zu Würmern entwickeln. Spulwurmlarven sind, nachdem sie die Darmwand durchbohrt haben, etwa eine Woche lang in Leber, Blutgefäßen und Lunge unterwegs, bis sie wieder im Darm ankommen und zu erwachsenen Würmern werden.

Da Anthelminthika gegen Eier und Larven nicht oder nur wenig wirksam sind, empfiehlt sich hier eine mindestens einmalige Wiederholung der Behandlung. Bei Spulwurmbefall sollte man das Anthelminthikum nach zwei bis drei Wochen erneut einnehmen, um auch die aus den überlebenden Larven entstandenen neuen Bandwürmer abzutöten. Die effektivste Behandlung von hartnäckigem Madenwurmbefall ist die wöchentliche Gabe eines Anthelminthikums für mindestens vier Wochen. So werden wirklich alle nachreifenden Würmer abgetötet.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Anthelminthika

Häufig als Anthelminthika eingesetzte pharmazeutische Wirkstoffe sind Mebendazol (Handelsnamen: Vermox, Surfol), Praziquantel (Biltricide, Cesol oder Cysticide), Ivermectin (Stromectol), Pyrantel (Helmex) und Pyrvinium (Molevac, Pyrcon). Gegen Maden-, Spul- und Hakenwürmer wirken Mebendazol, Ivermectin und Pyrantel. Praziquantel wirkt gegen Bandwürmer. Mit Pyrvinium werden gezielt Madenwurminfektionen behandelt.

Angriffsstellen und Wirkungsmechanismen der Anthelminthika sind unterschiedlich. Praziquantel, Ivermectin und Pyrantel machen Faden- und Bandwürmer bewegungsunfähig, sodass sie mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Mebendazol und Pyrvinium blockieren die Nährstoffaufnahme im Darm der Würmer.

Heilpflanzen mit anthelminthischer Wirkung sind beispielsweise das indianische Wurmkraut, der einheimische Rainfarn, der Wurmsamen - eine in Vorderasien heimische Beifußart - und der Wurmsamen-Drüsengänsefuß. Blüten und Samen dieser Pflanzen enthalten ätherische Öle, die in der traditionellen Volksmedizin als breit wirksame Entwurmungsmittel eingesetzt wurden. Aufgrund der Giftigkeit dieser Pflanzen ist jedoch die Selbstmedikation nicht zu empfehlen.

Diese Heilpflanzen bilden den Ausgangsstoff für eine Reihe homöopathischer Arzneimittel gegen Würmer. Tinkturen aus Wurmkraut, Wurmsamen und Wurmsamen-Drüsengänsefuß sind unter den Namen Spigelia anthelma, Cina maritima und Chenopodium anthelminthicum in der Homöopathie als Wurmmittel gebräuchlich, weiterhin auch Artemisia abrotanum, die Eberraute.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei einer einmaligen Entwurmung spielen die Nebenwirkungen von Anthelminthika meist keine große Rolle. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kopf- und Muskelschmerzen und seltene allergische Reaktionen bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff des Anthelminthikums sind typische Nebenwirkungen. Beim Einsatz in der Langzeittherapie von Echinococcosen können diese Nebenwirkungen allerdings das Allgemeinbefinden nicht unerheblich herabsetzen und zudem Leber und Niere belasten.

Einige Anthelminthika haben sich in Versuchen mit Labortieren als fruchtschädigend erwiesen. Von einer Behandlung mit Mebendazol während der Schwangerschaft wird daher abgeraten, die Therapie mit Praziquantel, Pyrvinium und Pyrantel ist nach sorgfältiger Abwägung der Optionen unter ärztlicher Aufsicht möglich. Ist eine Entwurmung in der Stillzeit notwendig, muss die Muttermilch während der Behandlung abgepumpt und verworfen werden.

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Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 25. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Ivo kommentierte am 23.03.2016

Wie sollte man Indianisches Wurmkraut oder Wurmgraskraut dosieren (Teelöffel pro Tasse?)? Wie lange sollte man es kochen um einen Tee zu bekommen? Wie oft sollte man es am Tag nehmen?

Beliebter Darm kommentierte am 10.01.2017

Wir haben zwei Pflegekinder, die seit acht Jahren in unserer Familie wohnen, welche mit Würmern aus dem Kinderheim gekommen sind. Erst ein halbes Jahr später entdeckt durch Ausscheidung bei Pflegemutter. Sie haben Vermox bekommen. Alle fünf Familienmitglieder wurden behandelt. Peinlichste Sauberkeit. Kiloweise Wäsche. Kuscheltiere in Säcke. Kleider aus den Kinderzimmerschränken ausgelagert. Jeder bekam eine eigene Handschrubbürste. Das Ganze ging über fünf Wochen lang.
Dann ein Dreivierteljahr später das Gleiche. Nur wurde jetzt Surfont verabreicht. Seither Rezidive alljährlich. Letzte Behandlung im letzten Jahr, vier Monate lang alle vier Wochen Eskazole. Uns sind nach und nach fast alle Haare ausgegangen. Völlige, nahezu komatöse Erschöpfung. Darm völlig im Arsch. Aufnahmestörung im Darm und Dauerdurchfälle führen zur Unterversorgung. Und jetzt ein Dreivierteljahr nach der letzten Eskazole - wieder Würmer.
Ich glaube, die Viecher sind resistent. Vielleicht überleben sie im Wurmfortsatz des Blinddarm. Zu denken gibt auch, dass bei einer Dunkelfelduntersuchung meines Blutes durch einen nicht eingeweihten Heilpraktiker tatsächlich Oxyureneier zu finden waren. Ein noch nicht erforschtes Stadium, von dem in schulmedizinischer Literatur nichts zu finden ist. Übrigens haben die Kinder permanent Kopfschmerzen, klagen über diffuse Darmschmerzen. Keine Abwehrspannung des Bauches. Öfter Blinddarmreizung und Schmerzen um den Nabel. Dennoch muss ich mir sagen lassen, ein paar Würmer seien ja nicht schlimm. Über eine Idee, die nicht im schulmedizinischen Bereich liegt, würde ich mich freuen.

Wurmfrei kommentierte am 07.02.2017

@Ivo und @Beliebter Darm: das habe ich entdeckt: http://www.entgiftung-darmreinigung.com