Stirnlifting

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 5. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Wer die ersten Falten auf der Stirn bemerkt, wird sich noch keine Sorgen machen. Werden die Falten jedoch intensiv und erinnern bereits an "Furchen", greifen viele Betroffene auf Botox zurück. Langanhaltende Erfolge gibt es aber nur mit einem Stirnlifting.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Stirnlifting?

Stirnlifting
Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten von Liftings. Das Stirnlift, eine Möglichkeit der Gesichtsstraffung, soll die Falten - wie der Name schon sagt - auf der Stirn entfernen.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten von Liftings. Das Stirnlift, eine Möglichkeit der Gesichtsstraffung, soll die Falten - wie der Name schon sagt - auf der Stirn entfernen.

Das "obere Facelift", wie das Stirnlift auch gerne bezeichnet wird, reduziert die Falten auf der Stirn und in weiterer Folge Faltenbildungen an den Schläfen sowie Augenbrauen. Das Stirnlift wird operativ durchgeführt, heute vielfach ambulant; ein stationärer Aufenthalt ist nicht zwingend. Als nichtoperative Alternativen werden gerne Lasertherapien oder Botox-Behandlungen durchgeführt.

Was beim Stirnlifting bewegt wird, ergibt sich aus dem Aufbau der Stirn. Unter der Haut liegt der Stirnmuskel (Musculus frontalis), der keine Verbindung zum Knochen hat, sondern in eine straffe Sehnenplatte einstrahlt, die Galea aponeurotica. Zieht er sich zusammen, hebt er die Augenbrauen und legt die Haut in Querfalten. Zwei kleinere Muskeln zwischen den Brauen, der Musculus corrugator supercilii und der Musculus procerus, ziehen die Brauen zusammen und nach unten und erzeugen dabei die senkrechten Zornesfalten sowie die Querfalte über der Nasenwurzel. Alle drei werden vom Nervus facialis, dem Gesichtsnerv, versorgt. Über die Jahre hinterlässt das ständige Spiel dieser Muskeln bleibende Furchen, während gleichzeitig die Elastizität der Haut nachlässt und das Gewebe absinkt. Beides zusammen ergibt das Bild, das ein Stirnlifting angeht: tiefe Falten bei gleichzeitig tiefer stehenden Brauen.

Daraus erklärt sich auch, warum die verschiedenen Verfahren nicht dasselbe leisten. Das Stirnlifting hebt und strafft das Gewebe als Ganzes und verändert damit die Position der Brauen. Eine Behandlung mit Botulinumtoxin entspannt dagegen gezielt einzelne Muskeln, sodass sie die Haut vorübergehend nicht mehr zusammenziehen; sie wirkt nur, solange der Wirkstoff anhält, und muss wiederholt werden. Laserverfahren wiederum arbeiten an der Hautoberfläche und verbessern die Beschaffenheit der Haut, ohne abgesunkenes Gewebe anzuheben. Von alldem zu trennen ist die Lidstraffung (Blepharoplastik), die am Augenlid selbst ansetzt; hängen sowohl die Brauen als auch die Lider, werden beide Eingriffe mitunter miteinander verbunden.

Neu ist der Gedanke nicht: Als erste dokumentierte Beschreibung einer Stirnstraffung gilt eine Arbeit des deutschen Chirurgen Erich Lexer aus dem Jahr 1910. Die endoskopische Technik, die heute einen großen Teil der Eingriffe ausmacht, kam erst sehr viel später hinzu, als sich die Endoskopie in der Chirurgie allgemein durchsetzte.

Vor dem Eingriff steht ein ausführliches Beratungs- und Aufklärungsgespräch. Darin beurteilt der Arzt die Stirnhöhe, die Lage des Haaransatzes, die Beweglichkeit der Stirn und die Position der Augenbrauen und bespricht mit dem Patienten, was sich erreichen lässt und was nicht. Diese Untersuchung fließt auch in die Wahl der Schnittführung ein: Ein Schnitt hinter dem Haaransatz bleibt zwar von den Haaren verdeckt, verschiebt den Haaransatz durch die Straffung aber nach hinten, was bei einer ohnehin hohen Stirn auffällt; ein Schnitt unmittelbar am Haaransatz vermeidet das, hinterlässt dafür aber eine Narbe an der Grenze zum Haar. Üblich sind außerdem Fotos zur Dokumentation des Ausgangszustands.

Zur Vorbereitung gehört, dass gerinnungshemmende Medikamente in Absprache mit dem behandelnden Arzt rechtzeitig pausiert werden, weil sie die Neigung zu Blutergüssen und Nachblutungen erhöhen. Wer raucht, wird gebeten, vor und nach dem Eingriff darauf zu verzichten: Nikotin verengt die kleinen Blutgefäße der Kopfhaut und verschlechtert die Wundheilung genau dort, wo die Schnitte liegen. Ist eine Vollnarkose vorgesehen, muss der Patient nüchtern erscheinen; bei kleineren Eingriffen genügt häufig eine örtliche Betäubung, gegebenenfalls ergänzt um ein Beruhigungsmittel. Der Eingriff selbst nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch als eine Faltenunterspritzung, ist aber in aller Regel an einem Tag abgeschlossen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei einem Stirnlift gibt es zwei Möglichkeiten: Mediziner führen die Stirnstraffung entweder mittels eines endoskopischen Verfahrens oder in einer offenen Methode durch. Entscheidet sich der Mediziner für eine endoskopische Stirnstraffung, setzt er zwei bis höchstens vier Schnitte beim Haaransatz. Die Schnitte liegen dabei hinter dem Haaransatz, sodass die späteren Narben von den Haaren verdeckt werden.

Die Schnitte sind relativ klein und dienen vorwiegend der Öffnung für das Endoskop. Über einen Monitor kann der behandelnde Arzt ein Bild von der Stirn erhalten. In den zweiten Schnitt führt der Mediziner ein Instrument ein, mit welchem die Haut vom Gewebe sowie auch von der Muskulatur abgehoben werden kann. Jenes wird bis zu den Augenbrauen geführt. Durch diese Methode kann der Mediziner das Gewebe des Patienten glätten. Er kann es aber auch abtragen oder schleifen. Ist es notwendig, dass die Augenbrauen gehoben werden, zieht der Chirurg feine Fäden ein, sodass die Brauen einerseits gehoben und sodann verankert werden können.

Der "eingebaute" Faden löst sich - innerhalb von mehreren Monaten - selbst auf. Einige Mediziner entscheiden sich auch für die Verankerung des Fadens hinter dem Ohr, sodass die Behandlungsergebnisse "stabilisiert" bleiben. Der Faden, welcher hinter dem Ohr angebracht wird, muss aber - im Rahmen einer Nachkontrolle - vom Mediziner wieder entfernt werden.

Liegt bereits ein ausgeprägtes Faltenbild vor oder stellt der Mediziner fest, dass auch ein überschüssiger Hautanteil abgetragen werden muss, entscheidet sich dieser für das offene Verfahren. Beim offenen Verfahren kann der Mediziner entweder seitliche Schnitte setzen (sogenanntes temporales Stirnlifting) oder im Bereich des Haaransatzes schneiden und sodann die Haut bis zu den Brauen ablösen.

Das temporale Stirnlifting - also das Setzen der seitlichen Schnitte - ist empfehlenswert, wenn bereits Probleme mit den Brauen aufgetreten sind. Herabhängende Augenbrauen verursachen ebenfalls Falten sowie Runzeln, welche - wenn der Mediziner jene anhebt - ebenfalls behandelt werden können. Öffnet der Mediziner jedoch die Haut beim Haaransatz, kann er jene in der Art und Weise präparieren, dass er eine direkte Sicht auf die Muskulatur und das Unterhautgewebe erhält. So erkennt der behandelnde Arzt nicht nur Dellen, sondern kann auch überschüssiges Gewebe entfernen. Danach klappt der Arzt die Haut hoch und zieht jene straff. Der überschüssige Hautanteil, der durch die Straffung auftritt, wird entfernt. Der Wundverschluss erfolgt mittels feiner Naht.

Nach den Eingriffen werden die Patienten mit einem Druckverband aus Wickeln und Kompressen versorgt. Zusätzlich erhalten die Patienten einen "Stülper", einen Schlauchverband aus Netz, der - vergleichbar mit einer Mütze - über den Kopf gezogen wird, sodass der Druckverband nicht verrutschen kann.

Der Druckverband bleibt in den ersten Tagen liegen und wird bei einer Nachkontrolle abgenommen. In dieser Zeit sind Schwellungen und Blutergüsse an Stirn, Schläfen und um die Augen die Regel; sie erreichen meist am zweiten oder dritten Tag ihren Höhepunkt und bilden sich danach zurück. Kühlen und eine erhöhte Kopflage beim Schlafen lindern die Beschwerden. Fäden oder Klammern werden nach etwa ein bis zwei Wochen entfernt, sofern kein selbstauflösendes Material verwendet wurde.

Hinter der Naht bleibt die Kopfhaut häufig für einige Zeit taub oder juckt. Dieses Gefühl bildet sich meist über Wochen bis Monate zurück, während die durchtrennten feinen Hautnerven wieder einwachsen. Bücken, schweres Heben, Sport, Sauna und Solarium sollten erst nach Freigabe durch den Arzt wieder aufgenommen werden, weil sie Nachblutungen und Schwellungen begünstigen. Die Narben sind in den ersten Monaten besonders lichtempfindlich und werden deshalb vor Sonne geschützt. Gesellschaftsfähig sind die meisten Patienten nach etwa zwei Wochen; das endgültige Ergebnis zeigt sich jedoch erst, wenn die Schwellung vollständig abgeklungen ist und sich das Gewebe gesetzt hat, was mehrere Monate dauern kann.

Wie lange das Ergebnis anhält, lässt sich nicht in einer festen Zahl angeben. Die Straffung selbst ist dauerhaft, doch der Alterungsvorgang läuft weiter: Haut und Bindegewebe verlieren auch nach dem Eingriff an Elastizität, sodass sich das Gesicht über die Jahre erneut verändert. Im Vergleich zu den nichtoperativen Verfahren hält das Ergebnis eines Stirnliftings gleichwohl um ein Vielfaches länger, weil nicht die Muskelbewegung vorübergehend ausgeschaltet, sondern die Lage des Gewebes verändert wird.

Wer sich für eine Stirnstraffung entscheidet, kann die Querfalten auf der Stirn sowie zwischen den Augen minimieren. Auch die senkrechten Zornesfalten, die zwischen den Augenbrauen entstehen, können reduziert werden. Die Augenbrauen können im Rahmen des Liftings angehoben werden, sodass das Gesicht jugendlicher wirkt. Auch können die Lid-Positionen positiv verändert werden, wenn die Augenbrauen bereits niedrig waren bzw. erschlafft sind.

Nicht jede Falte der oberen Gesichtshälfte lässt sich damit angehen. Die feinen Krähenfüße am äußeren Augenwinkel entstehen durch einen anderen Muskel und bleiben von einer Stirnstraffung weitgehend unberührt; auch tiefe Falten, die sich bereits als Furche in die Haut eingegraben haben, verschwinden nicht vollständig, sondern werden lediglich flacher. Steht das Herabhängen der Brauen so weit im Vordergrund, dass es das Gesichtsfeld einengt, überschneidet sich die ästhetische Fragestellung mit einer funktionellen. In solchen Fällen ist zunächst zu klären, ob die Ursache tatsächlich in der Brauenposition liegt oder in einem Herabhängen des Oberlids selbst (Ptosis), das anders behandelt wird.

Häufig wird die Stirnstraffung nicht allein durchgeführt, sondern mit anderen Eingriffen an der oberen Gesichtshälfte verbunden. Werden Brauenanhebung und Lidstraffung in einer Sitzung erledigt, ist nur eine Betäubung und nur eine Heilungsphase nötig, und das Zusammenspiel von Brauenhöhe und Lidfalte lässt sich unmittelbar am Ergebnis beurteilen. Umgekehrt bedeutet ein größerer Umfang eine längere Operationsdauer und eine ausgeprägtere Schwellung danach. Was in einem Schritt zusammengefasst und was besser nacheinander vorgenommen wird, gehört deshalb in die Vorbesprechung.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Stirnstraffung zählt heute zu den Routineeingriffen. Schwerwiegende Komplikationen sind selten. Vor allem dann, wenn der Patient eine normale Wundheilung hat, sind unauffällige Narben zu erwarten; in vielen Fällen bleiben keine sichtbaren Spuren einer Stirnstraffung zurück. Mitunter kann es aber auch zu einer unschönen Narbenbildung kommen.

Vor allem, wenn unerfahrene Mediziner die Stirnstraffung vornehmen, können Nervenschädigungen auftreten, die in weiterer Folge zu Lähmungserscheinungen führen. Gefährdet ist dabei vor allem der Stirnast des Gesichtsnervs, dessen Verletzung die Stirn auf der betroffenen Seite bewegungslos werden lässt; werden die Gefühlsnerven der Stirn verletzt, bleiben Taubheitsgefühle oder Juckreiz in der Kopfhaut zurück. Wird die Haarwurzel beim Eingriff verletzt, können an jener Stelle die Haare nicht mehr nachwachsen.

Zu den größten Risiken, die jedoch im Bereich der Ästhetik liegen, zählen die unnatürlichen, fast schon maskenhaften Ergebnisse, die auch als "starres Gesicht" bezeichnet werden. Die Augenbrauen können nach dem Eingriff asymmetrisch wirken, das Gesicht versteinert und "fremd". Dies liegt an der Tatsache, dass der Mediziner die Haut zu stark gestrafft hat. In weiterer Folge können die Augenbrauen "zu hoch" sein, sodass auch hier ein unnatürliches Gesicht die Folge ist.

Zu den weiteren, meist vorübergehenden Folgen zählt ein Haarausfall entlang der Narbe. Die Haarwurzeln im Bereich des Schnitts reagieren auf den Eingriff, sodass die Haare dort zunächst ausfallen und erst nach einigen Monaten wieder nachwachsen; bleibt eine Wurzel dauerhaft geschädigt, entsteht an dieser Stelle eine haarlose Linie. Sammelt sich unter der abgelösten Haut Wundflüssigkeit an, spricht man von einem Serom, das gegebenenfalls entlastet werden muss. Auch verbreiterte oder wulstige Narben kommen vor, vor allem bei entsprechender Veranlagung.

Erhöht ist das Risiko von Wundheilungsstörungen bei Rauchern, bei schlecht eingestelltem Diabetes und unter gerinnungshemmenden Medikamenten. Kommt eine Vollnarkose zum Einsatz, treten deren allgemeine Risiken hinzu. Führt der Eingriff nicht zum gewünschten Ergebnis, ist eine Korrekturoperation möglich; sie ist jedoch aufwendiger als der ursprüngliche Eingriff, weil das Gewebe vernarbt ist, und sollte erst nach vollständiger Abheilung erwogen werden. Ausdrücklich nicht zu erwarten ist eine Wirkung auf die Beschaffenheit der Haut selbst: Pigmentflecken, erweiterte Äderchen und feine Knitterfältchen bleiben von einer Straffung unberührt.

Eine finanzielle Seite hat der Eingriff ebenfalls. Da eine Stirnstraffung in aller Regel ästhetisch begründet ist, zählt sie nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und ist vollständig selbst zu bezahlen. Das reicht weiter, als vielen bewusst ist: Nach § 52 Absatz 2 des Fünften Sozialgesetzbuchs muss die Krankenkasse Versicherte, die sich durch eine medizinisch nicht angezeigte ästhetische Operation eine Krankheit zuziehen, in angemessener Höhe an den Kosten der Folgebehandlung beteiligen; das Krankengeld kann sie für diese Zeit ganz oder teilweise versagen oder zurückfordern. Wer sich für den Eingriff entscheidet, sollte deshalb nicht nur den Preis der Operation kennen, sondern auch diese Regelung.

Auch wenn die Stirnstraffung ein Routineeingriff ist, sind allgemeine Operationsrisiken zu berücksichtigen. Zu jenen zählen Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Schwellungen, Infektionen, Blutergüsse oder auch die Gefahr einer Thrombose (Blutgerinnsel). Die Thrombose kann mitunter auch zu einer Embolie (Verschluss des Blutgefäßes) führen. Der Mediziner muss den Patienten vor dem Eingriff auf mögliche Komplikationen sowie Risiken hinweisen; auch wenn es sich – wie schon erwähnt – um einen Routineeingriff handelt und Komplikationen die Ausnahme sind, müssen sie dennoch in einem vorher stattfindenden Beratungsgespräch Erwähnung finden.

Quellen

  • Heimburg, D. von, Richter, D. F., Lemperle, G.: Ästhetische Chirurgie.
    ISBN: 9783609768649
  • Momeni, A., Hirche, C. (Hrsg.): Facharztwissen Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.
    ISBN: 9783662701966
  • Berger, A., Hierner, R., Pallua, N. (Hrsg.): Plastische Chirurgie.
    ISBN: 9783662488492
  • Bingöl, A.: Plastische und Ästhetische Chirurgie.
    ISBN: 9783437414848
  • Kaufmann, R., Podda, M.: Dermatologische Operationen.
    ISBN: 9783132412958

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