Vagina

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 28. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Vagina (innere Geschlechtsorgane der Frau), (fälschlicherweise oftmals auch als Vulva (äußere Geschlechtsorgane der Frau) bezeichnet), oft auch umgangssprachlich Scheide genannt, bezeichnet man einen Teil der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Die Vagina befindet sich im Becken der Frau und stellt eine Verbindung zur Gebärmutter dar. Über die Vagina wird, bei einer natürlichen Geburt, das Neugeborene sprichwörtlich auf die Welt gebracht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Vagina?

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der weiblichen Fortpflanzungsorgane und Geschlechtsorgane. Klicken, um zu vergrößern.

Die Vagina gehört zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen und bezeichnet den Muskelschlauch, der eine Verbindung zwischen dem Vaginaleingang und dem Gebärmutterhals darstellt. Oftmals wird die Vagina auch als Scheide oder als Scheidenrohr bezeichnet.

Die Vagina ist sehr flexibel und kennzeichnet sich durch ein ausgeklügeltes Funktionsspektrum aus. Denn die Vagina hat weitaus mehr Aufgaben, als nur die das Neugeborene zum Zeitpunkt der Geburt aus dem Körper der Frau zu transportieren.

Anatomie & Aufbau

Bei der Vagina handelt es sich um ein sogenanntes Hohlorgan, welches aus einem glatten und flexiblen Muskelschlauch besteht, der etwa zehn Zentimeter lang ist. Die Vagina verbindet den Scheideneingang (Introitus vaginae) und den Übergang zum Gebärmutterhals (Porti) miteinander.

Durch ihre faserige und flexible Struktur ist die Vagina extrem dehnbar, sodass sie sich beim Geschlechtsverkehr dem Penis und bei der Geburt der Größe des Kindes anpassen kann. Zudem verfügt sie durch den besonderen Aufbau der Schleimhäute, durch ihre Struktur (sie besteht aus mehreren dünnen Schichten) und durch die saure Körperflora über einen relativ schnellen Selbstheilungsprozess.

Bei Jungfrauen - Frauen und Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten - wird die Vagina nahe dem Vaginaleingangbereich oft durch das Hymen (Jungfernhäutchen) verengt.

Funktion & Aufgaben

Die Vagina erfüllt eine ganze Reihe von Aufgaben. Zum einen liefert sie dem Menstruationsblut, welches mit dem Beginn der Periode jeden Monat ausgeschieden werden muss, einen Weg aus dem Körper heraus.

Zum anderen ermöglicht sie dem männlichen Geschlechtsorgan während des Geschlechtsakts das Eindringen in den Körper. So kann das männliche Sperma gezielt in das Innere der Frau gelangen und seinen Weg, geschützt und geleitet durch das Scheidensekret, in die Gebärmutter und zur reifen Eizelle finden. Wird diese befruchtet, kommt es zur Schwangerschaft und in den kommenden Monaten wächst die Zellvereinigung zu einem neuen Menschen heran.

Ist dieser lebensfähig, oder kommt es zu Komplikationen, wird der Geburtsvorgang eingeleitet – und in diesem spielt die Vagina eine sehr gravierende Rolle. Denn sie stellt nicht nur einen Teil des Geburtskanals dar: Durch die starken Muskelkontraktionen der Wehen, von denen auch die Muskeln und Muskelfasern des Scheidenrohrs betroffen sind, wird das Kind sozusagen gezielt aus dem Körper herausgetrieben.

Krankheiten

So viele Funktionen und Aufgaben die Vagina auch vorweisen kann, so viele Beschwerden, Krankheiten und Fehlbildungen können ebenso auftreten. Fehlbildungen wie ein gekrümmter Verlauf des Muskelschlauchs sind sehr häufig und können, je nach Grad der Krümmung, wenig bis sehr problematisch sein. Allerdings kann die Vagina bei einer Fehlbildung auch zu eng, zu kurz oder verschlossen sein.

Hier muss eine genaue Untersuchung feststellen, ob und wie man die Fehlbildung operativ behandeln kann. Die Vagina kann aber natürlich auch verletzt oder von Krankheiten befallen werden. Typische Verletzungen sind Risse in den Scheidenwänden, die zum Beispiel durch einen Fremdkörper oder beim Geschlechtsakt entstehen. Auch hier muss anhand der Schwere der Verletzungen entschieden werden, ob eine Behandlung nötig ist oder nicht. Denn da die Vagina ein sehr gutes Selbstheilungssystem vorweist, heilen schwache Verletzungen oft schnell und von selbst wieder ab.

Häufig auftretende Krankheiten sind Entzündungen und Infektionen wie beispielsweise Pilzinfektionen, welche die Schleimhäute der Vagina befallen. Diese stören meistens das Gleichgewicht der Scheidenflora, was allerdings auch ein eigenes Krankheitsbild – zum Beispiel verursacht durch Hormonstörungen – sein kann. Infektionen und Entzündungen machen sich oft durch Juckreiz, durch Rötungen, durch bräunlichen oder gelblichen Ausfluss und durch einen brennenden, stechenden oder ziehenden Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar.


Typische & häufige Erkrankungen

10 Dinge, die Sie über die Vagina wissen sollten

Die Vagina ist ein zentraler Bestandteil der weiblichen Reproduktionsorgane und spielt eine wichtige Rolle in der reproduktiven Gesundheit, im Sexualleben sowie in der allgemeinen Gesundheit der Frau. Hier sind zehn interessante Fragen und Antworten, die grundlegendes Wissen über die Vagina vermitteln:

Was ist die normale pH-Balance der Vagina und warum ist sie wichtig?

Die normale pH-Balance der Vagina liegt zwischen 3,8 und 4,5, was ein leicht saures Milieu darstellt. Dies hilft, das Wachstum von schädlichen Bakterien zu hemmen und unterstützt das Wachstum von nützlichen Laktobazillen, die vor Infektionen schützen.

Wie verändert sich die Vagina während des Menstruationszyklus?

Während des Zyklus verändern sich die Vaginalflora und der pH-Wert aufgrund hormoneller Schwankungen, was zu einer erhöhten Empfindlichkeit für Infektionen zu bestimmten Zeiten führen kann.

Kann die Vagina sich selbst reinigen?

Ja, die Vagina ist selbstreinigend. Ausfluss ist ein natürlicher Reinigungsmechanismus, der tote Zellen und Bakterien aus der Vagina entfernt. Es ist wichtig, von aggressiven Seifen oder Duschen abzusehen, da diese das natürliche Gleichgewicht stören können.

Was verursacht vaginale Trockenheit und wie kann sie behandelt werden?

Vaginale Trockenheit kann durch hormonelle Veränderungen, insbesondere während der Menopause, oder durch Medikamente und Stress verursacht werden. Behandlungen umfassen die Verwendung von Gleitmitteln und, wenn angebracht, östrogenhaltigen Cremes.

Was sind Anzeichen einer vaginalen Infektion?

Typische Symptome sind Juckreiz, Brennen, ungewöhnlicher Ausfluss und unangenehmer Geruch. Bei solchen Symptomen sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Wie beeinflusst die Ernährung die vaginale Gesundheit?

Eine ausgewogene Ernährung, reich an Probiotika und natürlichen Joghurts, kann helfen, die gesunde Vaginalflora zu unterstützen und Infektionen vorzubeugen.

Sind vaginale Duschen gesundheitlich empfehlenswert?

Nein, vaginale Duschen können das natürliche mikrobielle Gleichgewicht der Vagina stören und das Risiko für Infektionen und Entzündungen erhöhen.

Wie oft sollte Unterwäsche gewechselt werden, um die vaginale Gesundheit zu fördern?

Täglicher Wechsel von Unterwäsche ist empfohlen, idealerweise aus atmungsaktiven Materialien wie Baumwolle.

Können Tampons oder Menstruationstassen Infektionen verursachen?

Bei richtiger Hygiene und regelmäßigem Wechsel besteht in der Regel kein erhöhtes Risiko für Infektionen durch Tampons oder Menstruationstassen.

Was ist ein vaginaler pH-Test und wann sollte er durchgeführt werden?

Ein vaginaler pH-Test misst den Säuregrad in der Vagina und kann helfen, das Vorliegen einer Infektion festzustellen. Dieser Test kann sinnvoll sein bei Symptomen einer Infektion oder zur Überwachung des vaginalen pH-Werts nach einer Behandlung.

Diese Fragen und Antworten bieten eine solide Grundlage für das Verständnis der wichtigen Aspekte der vaginalen Gesundheit und können Frauen dabei helfen, informierte Entscheidungen über ihre körperliche Gesundheit zu treffen.

Frauengesundheit: 7 Tipps für eine gesunde Vagina

Die Aufrechterhaltung einer gesunden Vagina ist entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden und die reproduktive Gesundheit von Frauen. Hier sind sieben Tipps, die dazu beitragen können:

1. Vermeide aggressive Reinigungsmittel: Die Vagina ist selbstreinigend und benötigt keine aggressiven Seifen oder Duschen. Warmes Wasser ist oft ausreichend. Für die äußeren Genitalien kann eine milde, unparfümierte Seife verwendet werden.

2. Trage atmungsaktive Unterwäsche: Baumwollunterwäsche ist ideal, da sie Luftzirkulation ermöglicht und Feuchtigkeitsansammlung reduziert, was das Risiko von Infektionen verringert.

3. Halte die Vaginalflora im Gleichgewicht: Eine ausgewogene Ernährung, die probiotische Lebensmittel wie Joghurt enthält, kann helfen, die natürliche Flora der Vagina zu unterstützen und das Wachstum von schädlichen Bakterien zu verhindern.

4. Vermeide übermäßigen Gebrauch von Antibiotika: Diese können das Gleichgewicht der gesunden Bakterien stören. Nutze sie nur wie verschrieben.

5. Wechsle Hygieneprodukte regelmäßig: Tampons, Pads oder Menstruationstassen sollten regelmäßig gewechselt werden, um das Risiko von Infektionen und toxischem Schocksyndrom zu minimieren.

6. Überprüfe auf regelmäßige gesundheitliche Untersuchungen: Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sind wichtig, um Gesundheitszustände frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

7. Vermeide enge Kleidung: Enge Hosen oder synthetische Kleidung können die Luftzirkulation einschränken und ein feuchtes Umfeld schaffen, das das Wachstum von Bakterien und Hefen fördern kann.

Durch die Befolgung dieser einfachen Tipps können Frauen dazu beitragen, die Gesundheit ihrer Vagina zu schützen und zu fördern.

Vaginalflora: Schlüssel zur weiblichen Intimgesundheit

Die Vaginalflora besteht aus einer Vielzahl von Mikroorganismen, die die weibliche Vagina besiedeln und eine entscheidende Rolle für die Gesundheit des weiblichen Intimbereichs spielen. Diese Mikroorganismen, hauptsächlich Laktobazillen, helfen, ein saures Milieu zu erhalten, das schädliche Bakterien und Pilze abwehrt und Infektionen vorbeugt. Die Aufrechterhaltung dieses empfindlichen Gleichgewichts ist entscheidend für die Prävention von vaginalen Gesundheitsproblemen.

Einer der Hauptfaktoren, die die Vaginalflora beeinflussen, ist der pH-Wert. Ein normaler vaginaler pH-Wert liegt zwischen 3,8 und 4,5. Dieses saure Umfeld ermöglicht es den Laktobazillen, effektiv zu funktionieren und schädliche Pathogene abzuwehren. Verschiedene Faktoren, darunter Hormonschwankungen, Antibiotika, die Wahl der Intimpflegeprodukte und sexuelle Aktivität, können den pH-Wert verändern und das Risiko für Infektionen erhöhen.

Hormonelle Einflüsse: Hormonelle Veränderungen, wie sie während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten, können die Zusammensetzung der Vaginalflora beeinflussen. Während der Menstruation kann der pH-Wert ansteigen, was die Vagina anfälliger für Infektionen macht. Östrogen fördert das Wachstum von Laktobazillen, während ein Abfall dieses Hormons, wie er typischerweise in den Wechseljahren auftritt, zu einer Abnahme der Laktobazillen und einer Zunahme des pH-Werts führen kann.

Auswirkungen von Antibiotika: Antibiotikabehandlungen können nicht nur krankheitserregende Bakterien abtöten, sondern auch die nützlichen Laktobazillen der Vagina. Dies stört das mikrobielle Gleichgewicht und kann zu einer übermäßigen Vermehrung von Hefen führen, was zu einer vaginalen Candidiasis (Hefepilzinfektion) führt.

Intimpflegeprodukte: Viele Frauen glauben fälschlicherweise, dass intensive Reinigung oder die Verwendung spezieller Vaginalduschen und -sprays zur Gesundheit beitragen. Diese Produkte können jedoch den natürlichen pH-Wert stören und die Vaginalflora schädigen. Die beste Pflege ist oft die einfachste: Wasser und gegebenenfalls milde, unparfümierte Seifen.

Sexuelle Gesundheit: Ungeschützter Geschlechtsverkehr kann auch die Vaginalflora beeinflussen, indem fremde Bakterien eingeführt werden oder sich der pH-Wert verändert, insbesondere wenn spermizide Mittel oder Gleitgele verwendet werden. Die konsequente Verwendung von Kondomen kann helfen, das natürliche Gleichgewicht der Vagina zu erhalten.

Zur Unterstützung einer gesunden Vaginalflora können Frauen Probiotika einnehmen, die speziell auf die Gesundheit des weiblichen Intimbereichs abzielen. Diese können helfen, die Laktobazillenpopulation wiederherzustellen und das natürliche saure Milieu der Vagina zu fördern.

Insgesamt ist das Verständnis und die Pflege der Vaginalflora entscheidend für die Vorbeugung von Gesundheitsproblemen und die Erhaltung der allgemeinen weiblichen Gesundheit. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen und ein offener Dialog mit dem Gesundheitsdienstleister können dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und effektiv zu behandeln.

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Schmidt, R., et al.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, duale Reihe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Sanyal, Mithu M.: Vulva: Die Enthüllung des "unsichtbaren Geschlechts". Wagenbach, 2009

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