Antidepressiva

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Antidepressiva sind eine Gruppe von Psychopharmaka, die in erster Linie gegen verschieden schwere Depressionen eingesetzt werden. Die Antidepressiva greifen chemisch in den Hirnstoffwechsel ein und beeinflussen dort die Verfügbarkeit bestimmter Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin, um ein Ungleichgewicht dieser Stoffe wieder zu korrigieren. Obwohl die These vom Ungleichgewicht der Botenstoffe als Ursache von Depressionen nicht bewiesen ist, so wurde doch lange allgemein angenommen, dass Depressionen diese mangelnde Balance zugrunde liegt. Neuere Übersichtsarbeiten haben diese Annahme weiter geschwächt: Ein einfacher Mangel an Serotonin lässt sich als Ursache der Depression nicht belegen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antidepressiva?

Antidepressiva
Antidepressiva sollen ein Ungleichgewicht der Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin korrigieren.

Antidepressiva sind Medikamente, die zur Behandlung von Depressionen sowie einer Reihe anderer psychischer Störungen, einschließlich einiger Angststörungen, Zwangsstörungen und gelegentlich auch chronischer Schmerzzustände eingesetzt werden.

Sie zielen darauf ab, das chemische Gleichgewicht im Gehirn zu beeinflussen, insbesondere die Neurotransmitter, die an der Regulierung der Stimmung und des emotionalen Wohlbefindens beteiligt sind. Zu diesen Neurotransmittern gehören Serotonin, Dopamin und Noradrenalin.

Es gibt verschiedene Klassen von Antidepressiva, die sich in ihrer chemischen Struktur und Wirkungsweise unterscheiden. Zu den gängigsten gehören:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), die die Menge an verfügbarem Serotonin im Gehirn erhöhen. Beispiele sind Fluoxetin und Sertralin.
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs), die sowohl Serotonin als auch Noradrenalin beeinflussen. Venlafaxin und Duloxetin sind hier bekannte Vertreter.
  • Trizyklische Antidepressiva (TCAs), eine ältere Klasse, die auf mehrere Neurotransmitter-Systeme einwirkt. Sie sind potent, haben aber oft stärkere Nebenwirkungen.
  • Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), die den Abbau von Neurotransmittern im Gehirn verhindern und in der Regel bei Patienten verwendet werden, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen.

Die Wahl des richtigen Antidepressivums hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, darunter die spezifischen Symptome des Patienten, das Vorhandensein von Begleiterkrankungen, frühere Reaktionen auf Medikamente und potenzielle Nebenwirkungen. Die Behandlung mit Antidepressiva ist oft ein dynamischer Prozess, bei dem Dosierungen und Medikamente angepasst werden, um die beste Wirksamkeit und Verträglichkeit zu erzielen.

Neben diesen Klassen gibt es Wirkstoffe, die sich keiner von ihnen eindeutig zuordnen lassen. Mirtazapin etwa erhöht die Verfügbarkeit von Serotonin und Noradrenalin auf einem anderen Weg als die Wiederaufnahmehemmer und wirkt zugleich schlaffördernd. Agomelatin greift an den Rezeptoren des Schlafhormons Melatonin an und beeinflusst dadurch auch den Tag-Nacht-Rhythmus. Bupropion wiederum wirkt vor allem auf Noradrenalin und Dopamin und kaum auf das Serotoninsystem. Solche Unterschiede schlagen sich vor allem im Muster der Nebenwirkungen nieder und sind ein Grund dafür, dass bei unzureichender Verträglichkeit ein Wechsel innerhalb der Gruppe in Betracht kommt.

Geschichte und Entwicklung

Die Geschichte der Antidepressiva beginnt in den 1950er Jahren, als durch Zufall die antidepressive Wirkung einiger Medikamente entdeckt wurde. Der erste bedeutende Durchbruch erfolgte 1951 mit der Einführung des Tuberkulose-Medikaments Iproniazid, das sich zufällig auch als wirksam bei der Behandlung von Depressionen erwies. Iproniazid war ein Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), der die Abbaurate von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin im Gehirn vermindert und somit stimmungsaufhellend wirkt.

Kurz darauf, im Jahr 1957, wurde das trizyklische Antidepressivum Imipramin entwickelt. Es entstand ebenfalls aus einem ursprünglich für andere Zwecke entwickelten Medikament, das sich dann als wirksam bei der Behandlung depressiver Symptome herausstellte. Trizyklische Antidepressiva (TCAs) erhöhen die Konzentrationen von Neurotransmittern im Gehirn, indem sie die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzellen blockieren.

Die nächste große Entwicklung in der Behandlung von Depressionen war die Einführung der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) in den 1980er Jahren; weite Verbreitung fand vor allem Fluoxetin (Prozac), das 1987 auf den Markt kam. SSRIs bieten eine bessere Verträglichkeit und ein günstigeres Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu ihren Vorgängern, was zu einer breiten Akzeptanz und Anwendung führte.

Diese Medikamente rückten die Bedeutung von Serotonin in der Pathophysiologie der Depression in den Vordergrund und revolutionierten die psychiatrische Medikation. Die Entdeckung und Weiterentwicklung der Antidepressiva ist ein fortlaufender Prozess, der die Behandlungsmöglichkeiten für Millionen von Menschen weltweit verbessert hat.

Antidepressiva gegen Depressionen & Stimmungsschwankungen

Ein vermutetes Ungleichgewicht der Botenstoffe sucht man durch Antidepressiva chemisch zu beeinflussen. Antidepressiva greifen somit in komplexe gehirnorganische Prozesse ein, um Depressionen zumindest zu lindern, wenn keine vollständige Besserung möglich ist. Die medizinischen Anwendungsgebiete sind vielfältig.

Obwohl Antidepressiva - wie der Name schon sagt - in erster Linie gegen Depressionen entwickelt wurden (und werden), so finden sie auch in anderen Bereichen Anwendung. Viele Antidepressiva haben nämlich weitere positive Wirkungen, so dass sie auch bei anderen psychischen Störungen erfolgreich zur Anwendung kommen. Dies sind in erster Linie Zwangsstörungen, Panikattacken, generalisierte Angststörungen und Phobien.

Aber auch Essstörungen, chronische Schmerzen, Entzugserscheinungen, Stimmungsschwankungen, Symptome wie Antriebslosigkeit und Schlafstörungen sowie die Posttraumatische Belastungsstörung können mit bestimmten Antidepressiva erfolgreich behandelt werden. Sehr gute Erfahrungen hat man mit Antidepressiva bei Panikattacken gemacht.

Bei Depressionen wird vor allem die stimmungsaufhellende Wirkung der Antidepressiva genutzt. Diese Wirkung setzt in der Regel erst nach einigen Wochen ein, während Nebenwirkungen oft schon zu Beginn der Behandlung auftreten. Doch die Antidepressiva können neben dieser Wirkung auch andere Effekte zeitigen. Dazu zählt eine gewollte Antriebssteigerung bei vermindertem Antrieb oder eine beruhigende Wirkung (bei agitierter Depression und Schlaflosigkeit). Manche Psychopharmaka aus dieser Gruppe haben auch eine angstlösende Wirkung und haben den Effekt, dass Patienten gelassener werden.

Ob überhaupt mit Medikamenten behandelt wird, hängt wesentlich von der Schwere der Erkrankung ab. Bei leichten depressiven Episoden gilt eine alleinige medikamentöse Behandlung als nicht vorrangig; hier stehen begleitende Gespräche, eine Beobachtung des Verlaufs und psychotherapeutische Verfahren im Vordergrund. Bei mittelschweren und schweren Episoden werden Medikamente und Psychotherapie häufig miteinander verbunden, weil sich beide Ansätze in ihrer Wirkung ergänzen.

Bei einer bipolaren Störung, in deren Verlauf sich depressive und manische Phasen abwechseln, werden Antidepressiva zurückhaltender eingesetzt. Sie können bei einem Teil der Betroffenen ein Umschlagen in eine manische Phase begünstigen, weshalb die depressive Phase dieser Erkrankung anders behandelt wird als eine unipolare Depression.

Einzelne Wirkstoffe dieser Gruppe haben Anwendungsgebiete weit außerhalb der Stimmungserkrankungen gefunden. Bupropion wird auch zur Unterstützung bei der Entwöhnung von der Nikotinabhängigkeit eingesetzt, einzelne trizyklische Wirkstoffe wurden früher bei kindlichem Bettnässen verwendet. Bei der Winterdepression, die an die dunkle Jahreszeit gebunden ist, steht mit der Lichttherapie zudem ein Verfahren zur Verfügung, das ohne Wirkstoff auskommt.

Pflanzliche, natürliche & chemische Antidepressiva

Man unterscheidet dabei pharmazeutische Antidepressiva und pflanzlich-natürliche. Bei den Psychopharmaka gibt es - je nach Unterscheidungskriterien - mehrere Typen.

Das sind die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SRI), die Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NRI), die Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) und die trizyklischen Antidepressiva älteren Typs. Hinzu kommen die Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer). Jedes dieser Antidepressiva hat eine stimmungsaufhellende Wirkung, wirkt aber bezüglich Antrieb, Schlaf und Unruhe unterschiedlich.

Pflanzlich ist vor allem das Johanniskraut für seine stimmungsaufhellende Wirkung bekannt; als natürliches Antidepressivum wird darüber hinaus, vor allem in südlichen Ländern, das sogenannte SAMe verwendet. Es handelt sich dabei um eine Aminosäureverbindung, die im menschlichen Körper vorkommt. Das SAM-E soll dabei die Ablaufprozesse im Körper nicht stören, wie es die chemischen Antidepressiva tun. Belege für eine solche Überlegenheit gegenüber pharmazeutischen Antidepressiva liegen jedoch nicht vor.

Pflanzlich bedeutet nicht nebenwirkungsfrei. Für Johanniskraut ist gut untersucht, dass es in der Leber Enzyme anregt, die andere Arzneistoffe abbauen. Dadurch kann es die Wirkung zahlreicher Medikamente abschwächen, darunter hormonelle Verhütungsmittel, gerinnungshemmende Mittel und Arzneimittel, die nach Organtransplantationen eingenommen werden. Zusammen mit anderen Antidepressiva angewendet, kann es außerdem zu einer übermäßigen Wirkung am Serotoninsystem beitragen.

Hinzu kommt ein Unterschied in der Verfügbarkeit, der leicht als Aussage über die Sicherheit missverstanden wird: Pharmazeutische Antidepressiva sind in Deutschland verschreibungspflichtig, während johanniskrauthaltige Präparate teils frei verkäuflich sind und teils der Verschreibungspflicht unterliegen. Aus der freien Verfügbarkeit eines Präparats folgt nicht, dass es beliebig mit anderen Arzneimitteln kombiniert werden kann.

Als weiteres natürliches Antidepressivum wird das 5-HTP gehandelt, das auf dem Prinzip basiert, dass 5-HTP im Körper eine Vorstufe des Serotonins ist und dessen Bildung fördern soll. Diese These bedarf noch genauerer Überprüfung.

Auch gibt es homöopathische Mittel, für die sich in kontrollierten Studien jedoch keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung nachweisen ließ. Hier ist zum Beispiel das Ignatia zu nennen, das gegen neurotische Depressionen in Verbindung mit Trauergefühlen, Nervosität und Angstzuständen wirksam sein soll.


Risiken & Nebenwirkungen

Vor allem Antidepressiva aus dem Bereich der Psychopharmaka haben dabei eine Reihe zum Teil gravierender Nebenwirkungen.

Hier ist zunächst die häufige Gewichtszunahme und der gesteigerte Appetit zu nennen, ein Umstand, der für viele Patienten ein großes Problem darstellt.

Zum Teil können auch Müdigkeit und Lethargie auftreten, andererseits auch Ruhelosigkeit und Zittern (Tremor). Bei bestimmten Antidepressiva kann insbesondere bei Jugendlichen Suizidalität auftreten.

Besonders starke Nebenwirkungen treten bei den trizyklischen Antidepressiva auf, die zwar wirksam sind, aber weniger gut verträglich. Hier kann starke Benommenheit und starke Gewichtszunahme die Folge sein.

Welche Nebenwirkungen im Vordergrund stehen, richtet sich nach der Wirkstoffklasse. Bei den trizyklischen Antidepressiva sind es vor allem Beschwerden, die auf der Blockade des Botenstoffs Acetylcholin beruhen: Mundtrockenheit, Verstopfung, Sehstörungen in der Nähe und Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Auch der Kreislauf kann betroffen sein, etwa durch einen Blutdruckabfall beim Aufstehen.

Bei den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern stehen zu Beginn eher Übelkeit, innere Unruhe und Schlafstörungen im Vordergrund. Häufig, aber selten von selbst angesprochen sind Störungen der Sexualität bis hin zu sexueller Unlust. Bei älteren Menschen kann es unter einigen dieser Wirkstoffe zu einem Absinken des Natriumgehalts im Blut kommen, das sich zunächst nur durch Müdigkeit, Verwirrtheit oder Stürze bemerkbar macht.

Werden mehrere Arzneimittel kombiniert, die auf das Serotoninsystem wirken, kann sich ein Serotoninsyndrom entwickeln – ein Zustand mit Unruhe, Muskelzuckungen, Schwitzen und Temperaturanstieg, der ärztlich behandelt werden muss. Aus diesem Grund ist die gleichzeitige Anwendung mehrerer serotonerg wirkender Substanzen, einschließlich pflanzlicher Präparate und einiger Schmerzmittel, ein wichtiger Punkt bei der Auswahl.

Von den Beruhigungsmitteln unterscheiden sich Antidepressiva grundsätzlich. Sie erzeugen kein Rauschgefühl und führen nicht zu einer Sucht im Sinne einer Abhängigkeitserkrankung, wie sie etwa für Benzodiazepine beschrieben ist. Davon zu trennen sind Beschwerden, die beim Beenden einer längeren Behandlung auftreten können; sie beruhen auf der Umstellung des Nervensystems und nicht auf einem Verlangen nach dem Wirkstoff.

Wird eine länger bestehende Behandlung beendet, können Absetzerscheinungen auftreten, etwa Schwindel, grippeähnliches Gefühl, Schlafstörungen oder Missempfindungen. Sie sind für kurzwirksame Wirkstoffe stärker beschrieben als für andere. Eine Änderung der Behandlung gehört deshalb in ärztliche Begleitung und ist von einem Wiederauftreten der Erkrankung selbst zu unterscheiden.

Alternativen

Neben traditionellen Antidepressiva gibt es eine Reihe von alternativen Medikamenten und Therapieformen, die zur Behandlung von Depressionen verwendet werden können. Diese Alternativen bieten oft Lösungen für Patienten, die auf herkömmliche Antidepressiva nicht ansprechen oder von deren Nebenwirkungen betroffen sind.

Stimmungsstabilisatoren wie Lithium sind vor allem bei bipolaren Störungen wirksam, werden aber auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Antipsychotika in niedriger Dosierung werden manchmal additiv zu Antidepressiva verwendet, besonders wenn Symptome wie Wahnvorstellungen oder starke Unruhe bestehen.

Psychotherapie ist eine weitere wichtige Behandlungsoption, die oft in Kombination mit Medikamenten oder allein angewendet wird. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und interpersonelle Psychotherapie (IPT) sind wirksame Methoden zur Behandlung von Depressionen, indem sie den Patienten helfen, negative Denkmuster zu identifizieren und zu ändern und ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu verbessern.

Physikalische Therapien wie die Elektrokrampftherapie (EKT) oder transkranielle Magnetstimulation (TMS) sind Optionen für schwerere Fälle oder wenn andere Behandlungen versagen. Diese Methoden beeinflussen direkt die Gehirnaktivität und können schnelle Verbesserungen der Symptome bewirken.

Verglichen mit traditionellen Antidepressiva bieten diese Alternativen unterschiedliche Wirkmechanismen und Nebenwirkungsprofile, was sie zu wertvollen Optionen in einem individuell angepassten Behandlungsplan macht. Besonders in der Kombinationstherapie können sie die Wirksamkeit der Behandlung erhöhen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Forschung & Zukunft

In der Forschung zu Antidepressiva gibt es einige vielversprechende Trends und neue Behandlungsansätze, die darauf abzielen, die Effektivität und Verträglichkeit der Therapien zu verbessern sowie schneller wirkende Mittel zu entwickeln.

Ketamin und seine Derivate: Ein bedeutender Durchbruch in der Depressionsbehandlung war die Entdeckung des schnell wirkenden Antidepressivums Ketamin. Im Gegensatz zu herkömmlichen Antidepressiva, die Wochen benötigen können, um Wirkung zu zeigen, kann Ketamin oft innerhalb von Stunden signifikante Verbesserungen bewirken. Esketamin, eine verwandte Substanz, wurde im Jahr 2019 als Nasenspray für die Behandlung von therapieresistenter Depression zugelassen und wird in klinischen Umgebungen unter ärztlicher Aufsicht verwendet.

Psychedelika: Forschungen zu Substanzen wie Psilocybin (der Wirkstoff in „magischen“ Pilzen) und MDMA (Ecstasy) zeigen vielversprechende Ergebnisse in der Behandlung von Depressionen und PTSD. Diese Substanzen scheinen die neuronale Plastizität zu fördern und tiefgreifende, positive Veränderungen in der emotionalen Verarbeitung zu ermöglichen.

Genetische und personalisierte Medizin: Die genetische Kartierung und personalisierte Medizin gewinnen an Bedeutung, um zu verstehen, warum einige Patienten gut auf bestimmte Medikamente ansprechen, während andere nicht. Dies führt zur Entwicklung personalisierter Behandlungspläne, die auf der genetischen Ausstattung des Einzelnen basieren.

Entzündungshemmer: Da zunehmend Verbindungen zwischen Entzündungsprozessen im Körper und Depressionen festgestellt werden, untersucht die Forschung die Möglichkeit, entzündungshemmende Medikamente als Antidepressiva einzusetzen. Dies könnte eine Behandlungsoption für Patienten sein, deren Depression mit körperlichen Entzündungen zusammenhängt.

Diese Ansätze stellen spannende Entwicklungen in der psychiatrischen Forschung dar, die das Potenzial haben, die Behandlung von Depressionen und anderen psychischen Störungen grundlegend zu verändern.

Quellen

  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432673
  • Falkai, P., Laux, G., Kapfhammer, H.-P., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.
    ISBN: 9783662741702
  • Schneider, F. (Hrsg.): Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783662706671
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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