Gebrechlichkeit
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Gebrechlichkeit bzw. Altersschwäche ist die altersbedingte Erschöpfung und verringerte Leistungsfähigkeit, die als natürlich angesehen werden kann. Pathologisch ist die Gebrechlichkeit, wenn sie sich zum sogenannten Frailty-Syndrom steigert. Dieses ist geprägt durch eine im Vergleich zu Gleichaltrigen verstärkte Infektanfälligkeit, begleitende Krankheiten und stark zunehmende Schwäche. Das Frailty-Syndrom galt lange als nicht heilbar, es kann jedoch in seinem Verlauf aufgehalten werden. Nach heutigem Kenntnisstand ist es zumindest teilweise umkehrbar: Mit gezieltem Krafttraining und ausreichender Eiweißzufuhr gewinnen viele Betroffene Kraft und Selbstständigkeit wieder zurück.
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Was ist Gebrechlichkeit
Gebrechlichkeit ist keine eigenständige Krankheit, sie ist eine komplexe Alterserscheinung. Mit dem Alterungsprozess kommt es zu Gedächtnis-, Organ- und Funktionsstörungen, die medizinische und pflegerische Unterstützung nötig machen. Gebrechlichkeit gilt als normale, natürliche Alterserscheinung, bei der es zunächst keinen Therapiebedarf gibt. Unvermeidlich ist sie deshalb aber nicht: Wie rasch die Kräfte nachlassen, hängt stark von Bewegung, Ernährung und sozialer Einbindung ab, und all das lässt sich in jedem Alter noch beeinflussen.
Nur das sogenannte Frailty-Syndrom, das mit einer gegenüber der Altersklasse verstärkten körperlichen und geistigen Schwäche und Symptomen wie Erschöpfung, Gewichtsverlust und Gangunsicherheit einhergeht, ist behandlungsbedürftig. Die Folgen der Gebrechlichkeit sind Muskelabbau und Muskelschwäche, Osteoporose und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche.
Ursachen
Als Ursache lässt sich primär das Alter der Betroffenen ausmachen. Ab einem bestimmten Lebensalter scheinen in der Regel Altersschwäche und Gebrechlichkeit unaufhaltbar und natürlich. Die medizinische Forschung beschäftigt sich aus diesem Grunde nur mit dem Frailty-Syndrom, da nur dieses als medizinisch relevant und behandlungsbedürftig gilt. Inzwischen richtet sich die Forschung zunehmend auch auf die Vorstufe, die sogenannte Pre-Frailty, weil sich der Verlauf in diesem Stadium noch am besten beeinflussen lässt.
Verschiedene Risikofaktoren und Entwicklungsprozesse scheinen dem Frailty-Syndrom zu Grunde zu liegen, darunter Krankheiten wie Diabetes mellitus und Hypertonie, chronische Entzündungsprozesse im Körper und soziodemografische und psychologische Faktoren. Bei Betroffenen konnten eine Zunahme der Entzündungswahrscheinlichkeit im Körper, ein schwächeres Immunsystem als in der Altersgruppe üblich, Blutarmut und ein veränderter Hormonspiegel festgestellt werden.
Typisch für das Frailty-Syndrom scheint ein erhöhter CRP-Spiegel zu sein. Ein reduzierter Testosteronspiegel konnte ebenfalls festgestellt werden und führt im Zusammenspiel mit einem zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel zur Muskelschwäche.
Eine altersabhängige Prävalenz des Frailty-Syndroms konnte festgestellt werden, so steigt diese ab 65 Jahren bedeutend an.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Eine Gebrechlichkeit äußert sich meist durch eine Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit. Betroffene sind rasch erschöpft und in der Folge weniger aktiv. Die Bewegungen sind verlangsamt und die Reaktionsfähigkeit ist meist ebenfalls stark reduziert. Im Allgemeinen ist die körperliche Aktivität ebenfalls eingeschränkt, was zu einer Verstärkung der Symptome führt.
Durch die mangelnde Bewegung kommt es zu einem Abbau von Muskelmasse und dadurch zu Muskelschwäche. Der Gang ist meist verlangsamt und unsicher. Bei einigen Patienten kommt zu dem Muskelabbau ein Knochenabbau hinzu. Die Osteoporose macht sich durch Knochenschmerzen, häufige Frakturen und andere typische Symptome bemerkbar.
Ein weiteres Anzeichen von Gebrechlichkeit ist ein plötzlicher Gewichtsverlust, der von den Betroffenen nur schwer kontrolliert werden kann. Die körperliche Schwäche wirkt sich auch auf die seelische Verfassung aus und ruft oft eine emotionale Erschöpfung hervor. Die Gebrechlichkeit tritt meist in einem höheren Lebensalter auf.
Hormonelle Störungen oder eine genetische Veranlagung können dazu führen, dass die Beschwerden bereits in jungen Jahren auftreten und im Lauf der Zeit an Intensität zunehmen. Charakteristisch für die Gebrechlichkeit ist, dass die Beschwerden mit dem Alter stärker werden und ohne gezielte Gegenmaßnahmen fortschreiten.
Diagnose & Verlauf
Leiden Menschen ab einem bestimmten Alter unter einer auffallend starken und gegenüber Vergleichspersonen verstärkten Altersschwäche, so sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Besteht auch für diesen ein Verdacht auf das Vorliegen des Frailty-Syndroms, so wird der Mediziner den Senioren genauer untersuchen. Etabliert ist hierfür die Einteilung nach Fried: Treten drei oder mehr der folgenden fünf Symptome auf, so gilt das Frailty-Syndrom als gesichert:
Ein starker, ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 5% des Körpergewichts oder mehr als 4,5 Kilogramm in zwölf Monaten, Eine objektiv feststellbare Muskelschwäche mit Kraftverlust (messbar ist dies mit einem Handkraftmesser), subjektiv empfundene mentale, körperliche und/oder emotionale Erschöpfung, eine verlangsamte Ganggeschwindigkeit mit Gang- und Standunsicherheit und erhöhter Sturzgefahr, Immobilität und körperlicher Instabilität, die oftmals einhergeht mit verlangsamten Reaktionen, sowie eine verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und Aktivität.
Können nur ein oder zwei Symptome diagnostiziert werden, ist jedoch von einer altersbedingten Verschlechterung auszugehen, so wird das Prefrailty-Syndrom diagnostiziert.
Neben den Kriterien nach Fried ist im klinischen Alltag die Clinical Frailty Scale (CFS) verbreitet. Sie ordnet den älteren Menschen anhand von Selbstständigkeit, Aktivität und Hilfebedarf einer von neun Stufen zwischen „sehr fit“ und „terminal erkrankt“ zu und lässt sich schneller erheben als eine Messreihe.
Zu unterscheiden vom Frailty-Syndrom sind andere Alterskrankheiten wie Demenz oder Alzheimer. Diese können zwar zusätzlich auftreten, ihre Therapie unterscheidet sich jedoch deutlich von der der Gebrechlichkeit und des Frailty-Syndroms.
Ebenfalls abzugrenzen sind drei Begriffe, die häufig mit der Gebrechlichkeit verwechselt werden: Die Sarkopenie bezeichnet allein den Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft, die Kachexie den entzündlich bedingten Gewichtsverlust bei einer schweren Grunderkrankung, und Multimorbidität meint schlicht das gleichzeitige Bestehen mehrerer Krankheiten. Alle drei überschneiden sich mit dem Frailty-Syndrom, sind aber nicht dasselbe.
Über den Verlauf des Frailty-Syndroms gab es lange keine aussagekräftigen Studien. Wissenschaftler ziehen jedoch einen Vergleich zur altersbedingten Gebrechlichkeit und gehen von einer mit den Lebensjahren zunehmenden Krankheitsbelastung aus. Inzwischen zeigen Langzeituntersuchungen aber, dass der Zustand nicht zwangsläufig fortschreitet: Ein erheblicher Teil der Betroffenen wechselt unter geeigneter Förderung wieder in die Vorstufe oder sogar in einen robusten Zustand zurück. Die altersbedingte Gebrechlichkeit und das Frailty-Syndrom sind nicht im engeren Sinne heilbar, mit adäquaten Behandlungsmethoden kann der Verlauf jedoch aufgehalten und oft auch ein Stück weit umgekehrt werden.
Komplikationen
Gebrechlichkeit im Alter oder nach einer Erkrankung geht in der Regel mit diversen Komplikationen einher. So steigt mit der Gebrechlichkeit, die vorwiegend im Alter auftritt, auch das Risiko für Unfälle. Betroffene sind weniger mobil als noch zuvor und leiden unter Gang- und Standunsicherheiten, die zu Stürzen und schweren Verletzungen führen können.
Eine typische Komplikation der Gebrechlichkeit sind vor allem Oberschenkelhals-, Handgelenks- und Wirbelkörperbrüche. Betroffen sind insbesondere ältere Menschen, die bereits unter einer Gelenk- oder Knochenerkrankung leiden. Gebrechlichkeit kann allerdings auch in Folge einer anderen Erkrankung auftreten und schwere Komplikationen hervorrufen. So kommt es im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Entzündungsprozessen häufig zu einem fortschreitenden Verfall von Knochen, Muskeln oder Nervensträngen.
Dadurch entwickeln sich in der Folge weitere körperliche Beschwerden, welche die ursprüngliche Gebrechlichkeit noch verstärken können. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit kann auch mit seelischen Belastungen einhergehen. So entwickeln Betroffene mit zunehmender Gebrechlichkeit oftmals auch Depressionen und Ängste, die umgehend zu behandeln sind. Bleibt eine Gebrechlichkeit im Alter unbehandelt, kann es zu einem schweren Verlauf mit Stürzen und der Ausbildung weiterer körperlicher und seelischer Beschwerden kommen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Die Gebrechlichkeit gehört zum natürlichen Alterungsprozess des Menschen, es muss im Normalfall kein Arzt aufgesucht werden. Tritt sie im hohen Alter auf gilt sie als wenig besorgniserregend und bedarf eher einer Umstellung der Lebensart. Eine Anpassung der körperlichen Möglichkeiten an die Lebensführung kann eigenständig erfolgen. Keine normalen Alterserscheinungen sind dagegen ein ungewollter Gewichtsverlust, wiederholte Stürze und eine rasch zunehmende Schwäche: Sie gehören ärztlich abgeklärt, denn je früher gegengesteuert wird, desto besser lässt sich die Selbstständigkeit erhalten.
Die täglichen Aufgaben müssen langsamer erfüllt werden, da der Körper nicht mehr über die gewohnte Kraft und Leistungsfähigkeit verfügt. Daher besteht oftmals aus medizinischer Sicht kein weiterer Handlungsbedarf. Leiden junge Menschen oder Erwachsene im mittleren Lebensalter unter der Gebrechlichkeit, sollten sie einen Arzt aufsuchen.
Es liegen Erkrankungen vor, die untersucht und behandelt werden müssen, da es sich hier keinesfalls um eine natürliche Erscheinung handelt. Treten zusätzlich Schmerzen auf oder kommt es zu starken Beeinträchtigungen bei der Bewältigung des Alltags, ist ein Arztbesuch ratsam.
Sobald eine eigenständige Lebensführung nicht mehr gegeben ist, wird Hilfe benötigt. Bei der Gebrechlichkeit handelt es sich um einen schleichenden Prozess der sich über Jahre entwickelt. Ein Arzt wird benötigt, sobald der Betroffene unter dem Entwicklungszustand leidet oder die Beeinträchtigungen zu seelischen Problemen führen. Kommt es zu Erscheinungen wie Suizidgedanken, einer Unterversorgung des Organismus oder mangelnden hygienischen Maßnahmen, sollte ein Arzt konsultiert werden.
Behandlung & Therapie
Wichtig für die Behandlung von altersbedingter Gebrechlichkeit ist die ausgewogene Ernährung, insbesondere als Versorgung mit allen nötigen Nährstoffen und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.
Empfohlen wird dabei eine Eiweißzufuhr von etwa 1,0 bis 1,2 Gramm je Kilogramm Körpergewicht am Tag, also deutlich mehr, als viele ältere Menschen tatsächlich zu sich nehmen. Vitamin-D wird ergänzt, wenn ein Mangel nachgewiesen ist, nicht vorsorglich bei jedem.
Sind die Betroffenen zu schwach oder vergesslich, um sich ausreichend zu ernähren, so sind Angehörige oder Pfleger gefragt. Im Extremfall ist die intravenöse Ernährung möglich. Vor der intravenösen (parenteralen) Ernährung werden heute allerdings zunächst hochkalorische Trinknahrung und, wenn nötig, die Ernährung über eine Magensonde bevorzugt, weil sie den Darm in Funktion halten.
Auch der Aufbau der Muskeln und damit der körperlichen Kraft ist anzuraten. Dies erfolgt entweder mit eigenständigem Fitnesstraining oder mit, gegebenenfalls auch betreutem, Seniorensport und Krankengymnastik.
Als wirksamster Einzelfaktor gilt dabei ein progressives Krafttraining, bei dem der Widerstand schrittweise gesteigert wird. Es verbessert Muskelmasse, Gehfähigkeit und Selbstständigkeit nachweislich auch noch jenseits des 80. Lebensjahres. Längere Bettruhe und allgemeine Schonung verschlimmern die Gebrechlichkeit dagegen, weil Muskulatur bei Inaktivität schon binnen weniger Tage abgebaut wird.
Zur Behandlung gehört außerdem eine regelmäßige Überprüfung aller eingenommenen Medikamente. Für ältere Menschen ungeeignete Präparate, wie sie etwa die PRISCUS-Liste aufführt, werden dabei abgesetzt oder ersetzt; dieses gezielte Absetzen wird als Deprescribing bezeichnet. Hinzu kommen eine Sturz- und Ernährungsberatung sowie Angebote, die der Vereinsamung entgegenwirken.
Eine Kombination aus Krafttraining und Koordinationsaufgaben schult Muskeln und Gehirn und vermindert das Sturzrisiko.
Aussicht & Prognose
Zur Gebrechlichkeit selbst kann bezüglich der Prognose gesagt werden, dass diese mit steigendem Alter weiter zunehmen wird. Entsprechend verschlimmern sich die objektive und subjektive Schwäche des Betroffenen zusätzlich. Weitere Erkrankungen, Stürze und ähnliches beschleunigen dies. Festgelegt ist dieser Verlauf jedoch nicht: Wer trainiert, ausreichend isst und in Kontakt bleibt, kann die Zunahme über Jahre bremsen und einzelne Fähigkeiten auch wieder zurückgewinnen.
Umgekehrt verschlechtert Gebrechlichkeit die Prognose für den Betroffenen in sehr vielen Situationen. So steigt das Komplikationsrisiko für Operationen und Krankenhausaufenthalte mit zunehmender Gebrechlichkeit. Genesungsprozesse werden zudem langsamer. Knochenbrüche werden infolge einer höheren Anfälligkeit für Gehfehler und Stürze wahrscheinlicher.
Bei gebrechlichen Menschen ist allgemein zu erwarten, dass Krankheiten einen schwereren Verlauf nehmen. Auch führen die Folgen von Krankheiten in Kombination mit dem Frailty-Syndrom häufiger zu Mobilitätseinschränkungen. Die Betroffenen sind im Alltag häufiger auf Unterstützung angewiesen und verlieren ihre Autonomie schneller.
Gebrechlichkeit kann auch die Prognose bezüglich der kognitiven Fähigkeiten verschlechtern. So sind Betroffene auch anfälliger für Verwirrtheitszustände. Emotionale Belastungen werden teils weniger gut ertragen und es kann somit verstärkt zu depressiven Verstimmungen oder Stressreaktionen kommen.
Insgesamt kann Gebrechlichkeit die Lebensqualität sowie die Lebenserwartung bei den Betroffen erheblich vermindern. Die Prognose bei Gebrechlichkeit kann verbessert werden, wenn Maßnahmen zum Erhalt der körperlichen Funktionen ergriffen werden. Wird der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen verbessert, kann dieser seine Kräfte teilweise zurückerlangen.
Vorbeugung
Die wichtigste präventive Maßnahme ist die lebenslange Vermeidung von Risikofaktoren durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Auch der soziale Kontakt mit jungen Menschen hält Senioren geistig und körperlich fit. Besonders wirksam ist regelmäßiges Krafttraining, denn die Muskelmasse nimmt schon ab etwa dem 30. Lebensjahr langsam ab und wird ohne Belastung nicht ersetzt. Zwei Trainingseinheiten pro Woche genügen bereits, um dem entgegenzuwirken.
Nachsorge
Gebrechlichkeit kann aufgrund verschiedener Faktoren entstehen. Was darunter verstanden wird, wird derzeit neu definiert. Muskuläre Schwäche, ein erhöhtes Sturzrisiko und die Unfähigkeit, alleine zurecht zu kommen, gehören dazu. Zu den häufigsten Gründen für zunehmende Gebrechlichkeit zählt ein hohes Alter.
Hier geht es nur dann um Nachsorge, wenn die Gebrechlichkeit zu einem Sturz oder zu einer schweren Erkrankung geführt hat. Vielmehr geht es um Fürsorge und Vorsorge, zum Beispiel um Sturzprophylaxe. Der altersgebrechliche Mensch sollte einen Gehstock oder Rollator benutzen, um sicherer zu gehen.
Zu Gebrechlichkeit kann es auch aufgrund schwerer Erkrankung oder infolge einer Chemotherapie kommen. Während die medizinische Behandlung meist das Erkrankungsbild im Fokus hat, kann die Nachsorge eine psychosoziale Betreuung, Physiotherapie oder eine Reha-Maßnahme umfassen. Nach einem schweren Schlaganfall ist meist ein höherer Grad an Pflegebedürftigkeit gegeben. Hier werden viele Nachsorgemaßnahmen notwendig - vom Anschaffen eines Pflegebettes bis hin zum Gehtraining.
Ziel aller Nachsorge-Maßnahmen ist es, die Gebrechlichkeit möglichst weitgehend wieder zurückzudrehen. Der Patient soll in die Lage versetzt werden, nach und nach zu regenerieren. Die Nachsorge bei einer fortgeschrittenen Osteoporose mit wiederholten Knochenbrüchen kann noch komplexer sein. Der gebrechliche Patient wird meist auf den Rollstuhl angewiesen sein. Er benötigt möglicherweise einen hohen Pflegegrad. Viele gebrechliche Menschen sind auf die Hilfe ambulanter Pflegedienste angewiesen.
Das können Sie selbst tun
Eine Zunahme der Gebrechlichkeit im Alter ist völlig normal, Gegenmaßnahmen sind aber spätestens dann angezeigt, wenn die Störung pathologische Ausmaße annimmt oder gar das Stadium des sogenannten Frailty-Syndroms erreicht.
Eine der wichtigsten Selbsthilfemaßnahmen besteht in einer gesunden Lebensführung. Im Alter leiden Menschen häufig an Appetitlosigkeit, was sehr schnell zu einem beträchtlichen Gewichtsverlust in Verbindung mit einem akuten Nährstoffmangel führen kann. Senioren, die keine Freude mehr am Essen haben, sollten sich deshalb von einem Ernährungsberater einen Ernährungsplan zusammenstellen lassen, der aus überwiegend kleinen, aber gehaltvollen Mahlzeiten besteht.
Oft ist es für Senioren auch leichter, Kalorien und Nährstoffe in flüssiger Form aufzunehmen. Wer noch im eigenen Haushalt lebt, sollte sich einen Mixer anschaffen und Obst oder Gemüse zu frischen Smoothies verarbeiten. Dies ist mit weit weniger Arbeit verbunden als kochen und kann auch von Personen geleistet werden, deren körperliche Leistungsfähigkeit bereits stark eingeschränkt ist.
Der schmackhafte und gesunde Gemüsebrei versorgt den Körper gleichzeitig mit Flüssigkeit, was wichtig ist, da Senioren oftmals zu wenig trinken. Gegen ein akutes Nährstoffdefizit kann darüber hinaus durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln vorgegangen werden. Weil Obst- und Gemüsesmoothies allein kaum Eiweiß liefern, sollten sie mit Milch, Joghurt oder Quark angereichert werden.
Des Weiteren ist es wichtig, den Kreislauf und die Muskulatur durch regelmäßige Bewegung zu stimulieren. Dazu kommt neben einer Physiotherapie auch Seniorengymnastik, Seniorenschwimmen oder regelmäßiges Spazierengehen in Frage. Außerdem sollte auch die geistige Stimulation nicht vernachlässigt werden, wobei selbst simple Maßnahmen wie das regelmäßige Lesen der Tageszeitung und das Ausfüllen des Kreuzworträtsels bereits einen positiven Effekt haben.
Quellen
- Willkomm, M. (Hrsg.): Praktische Geriatrie.
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- Füeßl, H. S., Middeke, M.: Anamnese und klinische Untersuchung.
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