Knochenschmerzen


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 21. September 2018
Kategorie: Symptome

Unangenehmen Knochenschmerzen werden von Laien oftmals mit Schmerzen des Halte- und Muskel- sowie Bandapparates verwechselt und benötigen zur Abgrenzung einer genauen und umfassenden Diagnostik.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Knochenschmerzen?

In der Regel werden die Knochenschmerzen im fortgeschrittenen Alter auf das gesamte Skelett bezogen und umfassen überwiegend die Rippen, die Knochen der Wirbelsäule sowie das Becken.

Knochenschmerzen werden als schmerzhafte Beeinträchtigungen der Knochen und der Gelenke bezeichnet. Knochenschmerzen treten sowohl bei älteren Menschen und Erwachsenen als auch bereits bei Kindern und Jugendlichen auf. Die letztgenannte Personengruppe klagt häufig über Knochenschmerzen in den Beinen.

In der Regel werden die Knochenschmerzen im fortgeschrittenen Alter auf das gesamte Skelett bezogen und umfassen überwiegend die Rippen, die Knochen der Wirbelsäule sowie das Becken. Knochenschmerzen können sowohl unter körperlicher Belastung als auch im Ruhezustand auftreten und zeigen sich ebenfalls in Form des sogenannten Tennisarms.

Darüber hinaus können Knochenschmerzen die Auslöser für unterschiedliche Folgeerkrankungen sein. Neben einer Abhängigkeit von Schmerzmitteln leiden die Betroffenen unter einer wesentlichen Einschränkung ihrer Lebensqualität und schlafen schlecht. Dies kann wiederum psychische Erkrankungen begünstigen.

Ursachen

Die Ursachen, welche zu mehr oder minder starken Knochenschmerzen führen, sind recht unterschiedlicher Natur. In Anhängigkeit von der Lokalisation der Knochenschmerzen sind eindeutige Hinweise auf die möglichen Ursachen erkennbar.

Neben den regional manifestierten Knochenschmerzen können auch die generalisierten Knochenschmerzen durch Fehlbelastungen der Knochen sowie der Gelenke hervorgerufen werden. Darüber hinaus tragen auch Muskelverspannungen zu Knochenschmerzen bei. Einige Vor- oder Begleiterkrankungen wie Krebs oder Tumore können zu einer Beeinträchtigung der Knochenstruktur führen. Diese begründen ebenfalls Knochenschmerzen. Gerade für Tumore mit einer verbreiteten Streuung von Metastasen oder Tumore des Knochengewebes sind Knochenschmerzen weitgehend typisch. Bei einer manifestierten Osteoporose oder nach Unfällen sind Knochenschmerzen ebenfalls wahrnehmbar.

Bei älteren Menschen begründen degenerative Erkrankungen und Schädigungen der Nieren ebenfalls Knochenschmerzen. Erkrankungen, die mit einer starken Erhöhung der Körpertemperatur einhergehen, wie dies beim Dengue-Fieber der Fall ist sowie Erkältungen mit hohem Fieber tragen ebenfalls zu schmerzhaften Beschwerden an den Knochen bei. Eine Hepatitis A im fortgeschrittenen Stadium, die Borreliose und eine Unverträglichkeit von Gluten sind klassische Auslöser für Knochenschmerzen.

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Diagnose

Die Diagnose bei Knochenschmerzen kann sich recht schwierig gestalten, wenn diese sich auf den ganzen Körper beziehen. Handelt es sich um eindeutig lokalisierbare Knochenschmerzen, die von Frakturen stammen, ist die Diagnose schon mit dem Abtasten und durch Einsatz der Röntgentechnik möglich. Darüber hinaus sind bei den diagnostischen Untersuchungen zur Behandlung von Knochenschmerzen Verfahren wie eine Knochendichtemessung, ein Blutbild und die labortechnische Untersuchung von Urin und Serum sowie spezielle Tests möglich.

Komplikationen

Die möglichen Komplikationen von Knochenschmerzen sind vielfältig und hängen vor allem vom Auslöser der Schmerzen ab. Dabei ist zwischen relativ harmlosen Ursachen der Knochenschmerzen sowie ernsthaften Grunderkrankungen zu differenzieren. Akute, harmlose Knochenschmerzen entstehen in manchen Fällen bei Sportlern durch eine zu starke Belastung der Muskulatur.

Die Schmerzen strahlen dann in die Knochen aus. In diesem Zusammenhang sind auch minimale Prellungen von Knochen, etwa der Schienbeine, möglich. Derartige Knochenschmerzen vergehen meist rasch wieder und führen kaum zu Komplikationen. Mitunter entstehen Knochenschmerzen jedoch durch maligne Erkrankungen, etwa Knochenkrebs oder Metastasenbildungen im Bereich der Knochen.

Eine ausbleibende Behandlung führt dann zu lebensbedrohlichen Komplikationen, da sich der Krebs ungehindert ausbreitet. Bei einem Befall innerer Organe drohen ernsthafte Komplikationen bis hin zum Organversagen, sodass die Patienten mitunter versterben. Aus diesem Grund sind länger anhaltende Knochenschmerzen in jedem Fall ärztlich untersuchen zu lassen.

Auch durch eine Therapie von Knochenschmerzen ergeben sich manchmal Komplikationen. Bei chirurgischen Eingriffen im Bereich der Knochen besteht die Gefahr von Verletzungen mit weitreichenden Folgen. So erleiden einige Patienten durch Komplikationen während oder nach Operationen am Knochen mitunter Lähmungen oder andere Mobilitätseinschränkungen. Diese Behinderungen sind entweder vorrübergehend oder dauerhaft, beeinträchtigen aber in jedem Fall die selbstständige Bewältigung des Alltags der Patienten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Beim gesunden Menschen schmerzen die Knochen nur selten. Deswegen sind Knochenschmerzen unabhängig von Alter und Gesundheit Grund für einen Arztbesuch. Bei Kindern handelt es sich wahrscheinlich um Wachstumsschmerzen - sie treten vor allem nachmittags bis in die Nacht hinein auf und sind morgens wieder verschwunden. Da Knochenschmerzen aber nicht automatisch Wachstumsschmerzen sind, sondern auch auf seltene Krebsarten oder Wachstumsstörungen hindeuten könnten, sollte der Kinderarzt bestätigen, dass die Beschwerden wirklich harmlos sind.

Bei einem Erwachsenen können Knochenschmerzen durch starke Belastung der Knochen auftreten, beispielsweise nach schwerem Schleppen. Allerdings können derartige Schmerzen auch daher rühren, dass eine Belastung bereits Schäden an den Knochen hinterlassen hat. Treten nach der ersten Beobachtung immer wieder Knochenschmerzen auf oder bessern diese sich nicht, sollte ärztlich untersucht werden, woher sie kommen und wie sie behandelt werden können. Schäden an den Knochen sind nicht immer reversibel, was bedeutet, dass manche Beeinträchtigungen der Knochen nicht mehr richtig abheilen.

Bei wiederkehrenden, regelmäßigen Knochenschmerzen liegt auch der Verdacht einer Erkrankung der Knochen nah, beispielsweise Arthrose oder Osteoporose. Starke, plötzlich auftretende Knochenschmerzen mit Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder der Bildung eines großen blauen Flecks an der schmerzenden Stelle deuten auf einen Knochenbruch hin. Ein Knochenbruch muss umgehend von einem Arzt behandelt werden. Der Betroffene muss entweder zum Arzt gebracht oder vom Krankenwagen abgeholt werden, da er den Weg in diesem Fall nicht mehr allein schafft.

Behandlung & Therapie

Zur Behandlung von Knochenschmerzen werden ganz unterschiedliche therapeutische Methoden angewandt. Welche Verfahren bei Knochenschmerzen genutzt werden, hängt vom Ergebnis der Diagnostik, dem Ausmaß sowie den Ursachen und der Lokalisation der Knochenschmerzen ab.

Bleiben Knochenschmerzen unbehandelt, so kann dies im weiteren Verlauf ein hohes Risiko für die weitere gesundheitliche Verfassung und Leistungsfähigkeit der Betroffenen darstellen. Treten die Knochenschmerzen durch Fehlbelastungen oder Verspannungen auf, helfen krankengymnastische Übungen und Massagen sowie entsprechende Medikamente.

Zum einen werden die Knochenschmerzen mit den üblichen und bewährten schulmedizinischen Maßnahmen, zum anderen jedoch auch mit alternativmedizinischen Ansätzen wie die der Homöopathie gelindert. Neben der Einnahme von Schmerzmitteln und zusätzlichem Vitamin A bei Mangelerscheinungen sind spezielle Medikamente beispielsweise bei Rachitis oder Arthrose erforderlich, um die Knochenschmerzen zu vermindern.

Handelt es sich bei den Knochenschmerzen um eine Krebserkrankung oder ein sogenanntes Plasmozytom, sind eine Chemo- sowie eine zusätzliche Strahlentherapie des Tumors grundlegend.

Aussicht & Prognose

Falls die Knochenschmerzen durch einen Knochenbruch entstehen, müssen sie umgehend von einem Arzt behandelt werden. Je früher die Behandlung eintritt, desto höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung des Bruches. In den meisten Fällen dauert es mehrere Wochen, bis die Knochen wieder zusammengewachsen sind. In dieser Zeit kann der Schmerz mit Hilfe von Schmerzmitteln gestillt werden, was allerdings nicht über einen zu langen Zeitraum geschehen sollte.

Im Falle einer Überbelastung der Muskulatur können ebenso Knochenschmerzen eintreten. Diese verschwinden wieder, wenn die Muskeln ausgeruht und entspannt werden. Durch die Knochenschmerzen ist der Patient oft eingeschränkt und kann sich nicht selbstständig bewegen. Er ist auf Krücken oder auf einen Rollstuhl angewiesen.

Starke Knochenschmerzen ohne vorangehendem Unfall können auf Probleme mit den inneren Organen hindeuten. Ob eine Heilung in diesem Fall möglich ist, hängt stark von der Ausprägung des Symptoms ab. In jedem Fall sollten Knochenschmerzen von einem Arzt untersucht werden, wenn sie mehrere Tage andauern oder zu unerträglichen Schmerzen führen.

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Vorbeugung

Um Knochenschmerzen vorzubeugen, sind eine ausgewogene Ernährungsweise, körperliche Bewegung und die Vermeidung von Fehlhaltungen sowie einseitiger Belastungen des Knochen- und Halteapparates bedeutsam. Um Knochenschmerzen durch osteoporotische Ursachen vorzubeugen, sollten die Knochen und die Muskeln durch gezielte Ernährung und wirksame Medikamente gestärkt werden.

Treten bestimmte Anzeichen bei einer Erkrankung auf, die mit Knochen- oder Gliederschmerzen verbunden sind, ist der rechtzeitige Gang zum Arzt empfehlenswert. Dieser kann einer weiteren Verschlimmerung der Knochenschmerzen entgegenwirken und diese sogar ganz beseitigen. Manchmal helfen auch bewährte Hausmittel und Kräuter als Einreibungen vorbeugend gegen Knochenschmerzen.

Das können Sie selbst tun

Falls die Knochenschmerzen durch einen Bruch des Knochens auftreten, ist keine Selbsthilfe möglich. In diesem Fall muss der Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen, damit es zu keinen Spätfolgen kommt. Ein Schwindelgefühl oder Erbrechen können ebenso mit einem Knochenbruch einhergehen.

Die Knochenschmerzen können für einen kurzen Zeitraum mit Schmerzmitteln betäubt werden. Die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln ist allerdings nicht gesund und sollte nicht durchgeführt werden. Die betroffene Stelle am Körper kann mit Hilfe von Wärme und Kälte behandelt werden. Hier helfen Bäder, ein Besuch in der Sauna und das Kühlen der jeweiligen Stelle mit Eis oder mit einem Kühlpad. Auch helfen Cremes und Salben mit einer kühlenden Wirkung auf der Haut. In den meisten Fällen verschwinden die Knochenschmerzen nach wenigen Tagen wieder.

Allgemein hilft gegen die Knochenschmerzen eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und Nährstoffen. Diese fördern die Heilung von Knochen und Muskeln. Der Körper sollte bei Knochenschmerzen keinen unnötigen Belastungen ausgesetzt werden. Vor allem die betroffenen Stellen dürfen nur wenig belastet oder eingesetzt werden. Sollte es sich um einen Knochenbruch handeln, so kann die Heilung ebenso durch gesundes Essen und wenig Bewegung der gebrochenen Stelle beschleunigt werden.

Quellen

  • Grifka, J., Kuster, M. (Hrsg.): Orthopädie und Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Niethard, F.U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Reiser, M., Baur-Melnyk, A., Glaser, C.: Bewegungsapparat. Thieme, Stuttgart 2007


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

lisa kommentierte am 23.11.2012

Ich leide seit zwei Jahren an Knochenschmerzen. Ich war schon bei einigen Ärzten, die mich aber gegen Muskelschmerzen behandeln. Die Schmerzmittel machen einen schlapp, an Arbeit ist nicht zu denken, da ich auch Konzentrationsschwierigkeiten habe. Meine Augen ermüden schnell. Das Laufen fällt mir schwer (Hüften). Da ich keinen Sport mehr mache habe zugenommen. Ich bin am Ende. Lisa.

Cole kommentierte am 06.10.2014

Hallo, ich leide seid über 10 Jahren an Knochenschmerzen. Zur Zeit sind sie am meisten in der mittleren Körperhälfte ausgeprägt. Im unterer Lendenwirbelbereich, in der Symphyse. Die Schmerzen ziehen ins (hauptsächlich) linke Bein hinein. Ich habe immer wieder auftretende Blutergüsse an den Beinen. Letztes Jahr wurde ein anfangender Grauer Star diagnostiziert und beginnende Taubheit linksseitig. Ich laufe seit Jahren in einem sogenannten Watschelgang, im Moment stellenweise mit Gehhilfen, weil ich den Schmerz beim Gehen unerträglich finde und ich meine Beine manchmal kaum voreinander bekomme. Ich habe schon sehr viele Ärzte aufgesucht. Die Diagnosen beliefen sich auf Bandscheibenvofall (mittlerweile angeblich schon vier) und Rheuma. In meiner linken Hand ist schon eine Osteomalazie und Chondromalazie diagnostiziert und auch operiert worden. Ich bin etwa zehn Jahre unter anderem mit MTX behandelt worden. Nach der pathologischen Untersuchung des Knochengewebes der linken Hand meinte man, die Osteomalazie könne durch Rheuma verursacht worden sein. Dies hat man vor fünf Jahren zurückgezogen. Meine Beschwerden und Schmerzen nehmen überhand. Vor vier Wochen bekam ich eine neue Diagnose durch ein MRT: Knochenmarködem in der Symphyse.
Schmerzmedikamente schlagen bisher nicht an.
Ärzte schicken mich seit Monaten nur weiter.
Letzte Woche wurde ein Ganzkörperszintigramm gemacht, wodurch Auffälligkeiten in der Symphyse, im unteren Lendenwirbelbereich, in der rechten Schulter, vereinzelt in den Fingerkuppen und am Rippenansatz zu sehen waren.
Der Arzt sagte nur: "Rheuma ist das nicht, aber was mit ihren Knochen los ist, das weiß ich leider nicht". Ich arbeite zum Glück nur zweimal die Woche und habe im Haushalt Unterstützung von meiner Familie. Von gesellschaftlichen Aktivitäten kann kaum die Rede sein.
Ich bin wirklich am Ende, die Schmerzen machen mich fertig.
Cole

Martha kommentierte am 08.07.2015

Meine Knochenschmerzen treten sporadisch am Schienbein, an der Wirbelsäule, an den Hüften und in den Händen auf. Ich bin 61 J., w. und habe ein MRT der Wirbelsäule und Hüfte machen lassen - ohne Befund. Von einer altersmäßigen Abnutzung abgesehen, ist alles in Ordnung. Eine Knochendichtemessung war gleichfalls ohne Befund und ein Blutbild mit Prüfung der "Rheumazeiger" ebenfalls. Ich bin ratlos, was das sein könnte. Die Beweglichkeit ist kaum eingeschränkt, aber es schmerzt als hätte ich mich gestoßen, was ich nicht habe. Schmerzmittel helfen nicht. Die Muskulatur ist nicht betroffen. Was tun?

Behrens kommentierte am 31.07.2015

Meine Frau hat nach dem 120sten Tag nach einer Knochenmark-Transplantation (KMT) wegen einer akut myeloischen Leukämie Knochenmarkschmerzen bekommen. Sie erstrecken sich auf Becken, Schulterblätter und Rippen und strahlen in den ganzen Körper aus. Tilidin hilft nur kurz und mässig, Die Lebensqualität sinkt rapide. Weiss wer, was tun? Die Ärzte wissen nicht weiter.

soni kommentierte am 17.02.2016

Werden bei Schmerzen durch Knochenmetastasen Opioide verabreicht?