Gliom
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Das Gliom stellt einen Sammelbegriff für Hirntumoren oder Tumoren des Zentralnervensystems dar, die sich aus den Gliazellen (Stützzellen des Nervensystems) entwickeln. Dabei gibt es sowohl benigne als auch maligne Formen dieser Tumoren. Meist entwickeln sich die Gliome im Gehirn, aber auch das Rückenmark kann betroffen sein.
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Was sind Gliome?
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Gliome sind Tumoren, die sich aus den Gliazellen des Zentralnervensystems entwickeln. Gliazellen stellen sogenannte Stützzellen der Nervenzellen dar. Sie lassen sich in Astrozyten, Oligodendrozyten und Ependymzellen einteilen:
- Die Mehrheit der Gliazellen kann den Astrozyten zugeordnet werden. Das sind sternförmig verzweigte Zellen, die Grenzmembranen zu den Blutgefäßen und zur Gehirnoberfläche bilden.
- Oligodendrozyten bilden die Myelinscheiden der Axone und stellen sich in der weißen und grauen Substanz des Nervensystems als Satellitenzellen dar.
- Die Ependymzellen bilden eine einlagige Zellschicht um die Hirnventrikel und trennen so den Liquor vom Hirngewebe.
Im Griechischen bedeutet das Wort Glia auch Leim. Also sind Gliazellen verbindende Zellen im Zentralnervensystem. Ein vermehrtes Zellwachstum dieser Gliazellen bildet einen Tumor, welcher als Gliom bezeichnet wird. Gliome können in Astrozytome, Oligodendrogliome (früher Oligodendrozytome), Ependymome und Mischgliome eingeteilt werden. Ihr Malignitätsgrad wird nach der WHO in die WHO-Grade I - IV unterteilt. So gelten die Gliome des WHO-Grades I als benigne.
Gliome des WHO-Grades IV sind bereits hochgradig maligne. Allerdings können Tumoren niedriger Malignität sich im Laufe der Zeit in Tumoren hoher Malignität umwandeln. Astrozytome haben an den Gliomen einen Anteil von über 60 Prozent. Ein Astrozytom mit dem Malignitätsgrad IV wird als Glioblastom bezeichnet und stellt den am häufigsten auftretenden bösartigen Hirntumor dar.
Lange Zeit richtete sich diese Einteilung allein nach dem Bild der Tumorzellen unter dem Mikroskop. Seit der WHO-Klassifikation von 2016, die 2021 noch einmal überarbeitet wurde, werden Gliome zusätzlich nach ihren molekularen Merkmalen eingeteilt. Ausschlaggebend sind dabei vor allem die sogenannte IDH-Mutation und die 1p/19q-Kodeletion, also der Verlust bestimmter Chromosomenabschnitte. Die Grade schreibt man seither mit arabischen Ziffern von 1 bis 4 statt mit römischen.
Für die Praxis bedeutet das: Als Glioblastom gilt heute nur noch ein Tumor ohne IDH-Mutation. Ein Tumor, den man früher als sekundäres Glioblastom bezeichnet hätte, heißt heute Astrozytom, IDH-mutiert, WHO-Grad 4. Oligodendrogliome sind heute darüber definiert, dass beides zugleich vorliegt – eine IDH-Mutation und eine 1p/19q-Kodeletion; sie haben eine deutlich bessere Prognose als Astrozytome desselben Grades. Zwei Tumoren, die unter dem Mikroskop gleich aussehen, können sich damit in Behandlung und Aussichten erheblich unterscheiden.
Wichtig für Betroffene ist außerdem: Gliome streuen so gut wie nie in andere Organe. Das Problem ist nicht die Metastasierung, sondern das infiltrierende Wachstum, mit dem sich Tumorzellen fingerförmig in das umgebende Hirngewebe ausbreiten.
Ursachen
Über die Ursachen von Gliomen ist nicht viel bekannt. Lediglich bis zu fünf Prozent aller Gliome sind erblich bedingt. Sie bilden sich unter anderem bei der Neurofibromatose, beim Turcot-Syndrom oder beim Li-Fraumeni-Syndrom. In allen anderen Fällen treten die Gliome sporadisch auf.
Festgestellt wurde bereits ein Zusammenhang von ionisierender Strahlung mit einem gehäuften Auftreten von Gliomen. Außerdem wird berichtet, dass die Krebsforschungsagentur der WHO die intensive Nutzung von Mobiltelefonen im Jahr 2011 als möglicherweise krebserregend eingestuft hat.
Diese Einstufung war ausdrücklich kein Nachweis eines Zusammenhangs, sondern besagte nur, dass er sich damals nicht ausschließen ließ. Inzwischen liegen große Auswertungen über viele Jahre vor, darunter eine 2024 im Auftrag der WHO erstellte Übersichtsarbeit; sie fanden keinen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen und Hirntumoren. Als gesicherter äußerer Risikofaktor gilt damit weiterhin allein ionisierende Strahlung, etwa eine frühere Bestrahlung des Kopfes.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Die Symptome eines Glioms richten sich nach dem Malignitätsgrad und der Lage des Tumors. Langsam wachsende Tumoren können lange symptomfrei bleiben. Erst bei einem gewissen Verdrängungsgrad des übrigen Hirngewebes kommt es zu Beschwerden. Als erstes Symptom kann ein epileptischer Anfall auftreten.
Durch den steigenden Hirndruck sind starke Kopfschmerzen, ständige Übelkeit und Erbrechen typisch. Bei schnell wachsenden Tumoren kann es plötzlich zu Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen kommen. Daher besteht die Verwechslungsgefahr mit einem Schlaganfall. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können auch Wesensveränderungen auftreten.
Diagnose & Verlauf
Zur Diagnose eines Glioms ist zunächst eine ausgiebige Anamnese der Krankengeschichte erforderlich. Wenn lang anhaltende Kopfschmerzen auftreten, die mit ständiger Übelkeit und Erbrechen verbunden sind, kann neben vielen anderen Erkrankungen auch an ein Gliom gedacht werden.
Wenn durch bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eine Raumforderung bestätigt wurde, gilt es nun herauszufinden, um welchen Tumor es sich handelt. Dazu wird eine Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung im Labor genommen. Ein Gliom kann so festgestellt werden. Schwieriger erweist sich jedoch die Erfassung der Ausdehnung des Tumors.
Am entnommenen Gewebe wird heute zusätzlich das molekulare Profil bestimmt. Untersucht werden vor allem die IDH-Mutation, die 1p/19q-Kodeletion und der sogenannte MGMT-Methylierungsstatus. Erst diese Befunde ergeben zusammen mit dem mikroskopischen Bild die endgültige Diagnose; sie sagen zugleich voraus, wie gut der Tumor auf eine Chemotherapie ansprechen wird. Als bildgebendes Verfahren der Wahl gilt dabei die Magnetresonanztomografie mit Kontrastmittel, während die Computertomografie vor allem in der Notfallsituation eingesetzt wird.
Besonders bösartige Gliome wachsen in das Hirngewebe ein und zeigen eine besonders inhomogene Struktur. So ist es möglich, dass das Gliom nicht vollständig erfasst werden kann. Bei der Biopsie könnten so durchaus weniger maligne Bereiche entdeckt worden sein, obwohl der Tumor an anderer Stelle aggressiver ist.
Komplikationen
In der Regel kommt es durch ein Gliom zu den gewöhnlichen Beschwerden und Komplikationen eines Tumors. Dabei hängt der weitere Verlauf auch stark davon ab, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist und wie weit er sich schon in das umgebende Hirngewebe ausgebreitet hat. Nicht selten führt ein Gliom auch zu epileptischen Anfällen und zu weiteren Beschwerden im Gehirn.
Der Hirndruck kann dabei ansteigen, was zu starken Kopfschmerzen führen kann. Ebenso kommt es zu Erbrechen und zu Übelkeit. Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Krankheit erheblich eingeschränkt. Ohne Behandlung kann das Gliom im schlimmsten Falle auch zum Tode des Patienten führen. Die Schmerzen treten dabei typischerweise nachts oder in den frühen Morgenstunden auf und nehmen im Liegen zu. Weiterhin kann es auch zu einem Schlaganfall kommen, welcher mit verschiedenen Komplikationen und Beschwerden verbunden ist.
Beschwerden im Gehirn können sich auch negativ auf die Psyche des Patienten auswirken und auch zu Depressionen führen. Falls das Gliom chirurgisch entfernt werden kann, bessern sich die Beschwerden häufig deutlich; der Eingriff selbst kann jedoch je nach Lage des Tumors neurologische Ausfälle hinterlassen. Weiterhin ist gegebenenfalls eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung notwendig.
Bei einer erfolgreichen Entfernung wird die Lebensqualität in der Regel nicht verringert. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass ein Gliom wieder auftritt. Aus diesem Grund ist der Patient auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen angewiesen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Ein solcher Gehirntumor muss zwingend von einem Arzt behandelt werden, andernfalls sind die Überlebenschancen der betroffenen Person sehr gering. Eine frühe Diagnose ist bei einem bestehenden Gehirntumor sehr wichtig, denn je früher dieser festgestellt wird, desto höher stehen die Chancen auf eine vollständige und schnelle Genesung. Bestimmte Anzeichen und Symptome sollten daher nicht ignoriert werden. Unerklärliche und stetig andauernde Kopfschmerzen können unter Umständen auf einen Gehirntumor hinweisen.
Drückt der Tumor von innen auf die Hörbahn, so kommt es zu einer Hörminderung oder zu Ohrgeräuschen, die sich Allgemeinmediziner in der Regel nicht erklären können. Für eine genaue Diagnose ist der frühzeitige Gang zum Arzt sehr wichtig.
Nicht jedes Anzeichen erlaubt es allerdings, einen Termin abzuwarten. Treten ein erster Krampfanfall, eine plötzliche Lähmung, eine Sprachstörung, eine rasch zunehmende Bewusstseinstrübung oder ein schlagartig einsetzender heftigster Kopfschmerz auf, ist das ein Notfall. Dann muss sofort der Notruf 112 gewählt werden, statt einen Arzttermin zu vereinbaren. Nur so kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden, sodass sich die Überlebenschancen der erkrankten Person deutlich erhöhen. Wenn allerdings auf eine ärztliche und medikamentöse Behandlung verzichtet wird, dann sind die Genesungs- bzw. Überlebenschancen äußerst gering.
Behandlung & Therapie
Ein Gliom des WHO-Grades I kann chirurgisch vollständig entfernt werden. Tumoren dieses Malignitätsgrades sind noch nicht ins Hirngewebe migriert und haben noch keine Metastasen gebildet. Die vollständige Entfernung des Tumors bedeutet hier auch eine vollständige Heilung. Bei Gliomen höheren Malignitätsgrades reicht eine Operation meist nicht mehr aus. Es muss eine Radiatio (Strahlenbehandlung) angeschlossen werden. Dabei erfolgt eine gezielte Bestrahlung des Tumorbettes.
Bei der Operation selbst kommen heute Verfahren zum Einsatz, die möglichst viel Tumorgewebe entfernen und zugleich wichtige Hirnareale schonen. Dazu gehören die fluoreszenzgestützte Operation, bei der sich Tumorzellen nach Gabe eines Farbstoffs unter speziellem Licht anfärben, sowie die elektrische Überwachung von Nervenbahnen während des Eingriffs. Bei Tumoren nahe den Sprachzentren wird zum Teil eine Wachoperation durchgeführt, bei der der Patient während des Eingriffs spricht, damit der Operateur die Sprachfunktion unmittelbar prüfen kann.
Zurzeit wird untersucht, inwieweit eine Ganzhirnbestrahlung Erfolge bei Bekämpfung eines Glioms verspricht. Diese Frage gilt heute als beantwortet: Bestrahlt wird beim Gliom gezielt die Tumorregion mit einem Sicherheitssaum, denn eine Bestrahlung des gesamten Gehirns bringt keinen Überlebensvorteil, schädigt aber gesundes Hirngewebe. Bei Glioblastomen wird gleichzeitig noch eine Chemotherapie durchgeführt. Die Ergebnisse der Gliombehandlung sind derzeit noch nicht befriedigend. Während ein niedrig maligner Hirntumor nach einer Operation völlig ausheilen kann, übersteigt die Lebenserwartung bei einem Glioblastom kaum ein Jahr nach seiner Entdeckung.
Standard beim Glioblastom ist heute das nach seinem Erstbeschreiber benannte Stupp-Schema: Auf die möglichst weitgehende Operation folgt eine sechswöchige Bestrahlung, die von der täglichen Einnahme des Zellgifts Temozolomid begleitet wird, danach werden weitere Zyklen dieses Medikaments in Tablettenform gegeben. Damit liegt die mittlere Überlebenszeit heute bei etwa 15 Monaten; Patienten, deren Tumor eine MGMT-Methylierung aufweist, sprechen deutlich besser an und leben im Mittel länger. Für ältere oder geschwächte Patienten gibt es verkürzte Bestrahlungsschemata, und bei IDH-mutierten Gliomen niedrigeren Grades wird nach eigenen Behandlungsplänen vorgegangen, bei denen oft zunächst abgewartet und engmaschig kontrolliert wird.
Aber auch für die Gliome der Malignitätsgrade II und III ist eine Therapie oft schwierig. Diese Gliome sind einerseits durch ein infiltrierendes und andererseits durch ein unregelmäßiges Wachstum gekennzeichnet. Bei einer Operation können oft nicht alle Tumorherde entfernt werden. Durch das diffuse Eindringen von Tumorzellen in das benachbarte gesunde Gewebe wird schließlich die vollständige Resektion des Tumors unmöglich.
Jedoch ist eine weitgehende Resektion des Glioms durchaus sinnvoll, weil dann nur noch kleinere Resttumoren einer Folgetherapie unterworfen werden müssen. Dadurch kann die Bildung eines Rezidivs hinausgezögert werden. Bei Astrozytomen wird als Folgetherapie entweder eine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt. Oligodendrogliale Tumoren werden nach der Operation mit einer Strahlentherapie und anschließend chemotherapeutisch nach dem PCV-Schema behandelt, einer Kombination aus drei Wirkstoffen. Gerade bei ihnen zahlt sich diese aufwendige Kombination aus, denn viele Betroffene leben damit noch viele Jahre.
Aussicht & Prognose
Wie bei vielen anderen Tumorerkrankungen hängt auch die Prognose beim Gliom davon ab, wie frühzeitig die Erkrankung entdeckt wurde und wie weit der Tumor schon fortgeschritten ist. Durch die Lage im Gehirn hat das Gliom im Hinblick auf die Heilungsaussichten noch zwei weitere Charakteristika, die bei Tumoren an anderen Organen in der Regel so nicht vorhanden sind:
Zum einen spielt es beim Gliom eine große Rolle, in welchem Teil des Gehirns die Geschwulst sich befindet. Wenn sich die Raumforderung in einem weniger wichtigen Areal befindet, kann unter Umständen eine Operation mit großem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe erfolgen. Wenn dies der Fall ist, steigt die Chance, dass alle Zellen des Tumors entfernt werden können und die Rezidivwahrscheinlichkeit sinkt besonders bei gutartigen Tumoren deutlich.
Zum anderen kann auch bei Gehirntumoren zwischen gut- und bösartigen Tumorneubildungen unterschieden werden. Zielführend im Hinblick auf die Prognose ist dies jedoch nicht immer. Wenn ein gutartiger Tumor in einem wichtigen Zentrum des Gehirns sitzt, also inoperabel ist, ist er trotz seiner Gutartigkeit gefährlich.
Mit fortschreitendem Wachstum verdrängt er Gehirnstrukturen, deren Funktion zunehmend gefährdet wird. Das liegt daran, dass Zellen zerstört werden, weil die starre Schädelkapsel keine Ausweichmöglichkeit bietet. Aus diesem Grund ist auch die Prognose eines gutartigen, aber schnell wachsenden Tumors nicht allzu günstig, wenn das Gliom auf Strahlen- oder Chemotherapie nicht hinreichend anspricht.
Vorbeugung
Es gibt keine allgemeinen Empfehlungen zur Vorbeugung vor Gliomen. Die Ursachen für Gliome sind heute noch weitgehend unbekannt. Lange Zeit wurde vermutet, dass die intensive Nutzung von Handys das Risiko erhöhen könnte, an einem Gliom zu erkranken. Diese Vermutung hat sich in den großen Untersuchungen der vergangenen Jahre nicht bestätigt, sodass sich daraus keine Vorbeugungsempfehlung ableiten lässt. Im Arbeitsbereich sollte dagegen ionisierende Strahlung vermieden werden, weil diese nach allen Studien übereinstimmend als hoher Risikofaktor für eine Gliomentstehung gilt.
Nachsorge
Das Gliom ist eine Erkrankung des Gehirns, die nach Abschluss der Behandlung eine konsequente Nachsorge benötigt. Hier geht es zum einen darum, die Folgen der belastenden Therapie zu regenerieren, um dem Körper, aber auch Geist und Seele die Möglichkeit der Erholung zu bieten. Zum anderen geht es natürlich auch darum, ein mögliches Rezidiv so früh wie möglich zu erkennen und eine adäquate Therapie durchzuführen.
Die Nachsorge wird in der Regel vom behandelnden Arzt, zum Beispiel einem Neurologen, in Verbindung mit dem Hausarzt durchgeführt. Oft sind Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten in die Nachsorge beim Gliom eingebunden. Der Radiologe übernimmt zudem die Kontrolle durch bildgebende Verfahren.
Der Patient kann Maßnahmen der Nachsorge durch eine gesunde Lebensweise im Alltag wirksam unterstützen. Ausreichend Schlaf gehört ebenso dazu wie eine gesunde Ernährung mit ausreichender Trinkmenge. Sport und Bewegung werden mit dem Arzt abgesprochen und können Motorikprobleme positiv beeinflussen. Selbsthilfegruppen unterstützen den psychischen Umgang mit der Erkrankung.
Auch Entspannungsmethoden und Yoga helfen Geist und Seele, sich wieder zu regenerieren. Bei den Entspannungsmethoden sind die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und das Autogene Training zu empfehlen. Gespräche mit Angehörigen und Freunden helfen, die Situation besser zu bewältigen. Soziale Aktivitäten bieten nicht nur Gesellschaft, sondern auch die manchmal nötige Ablenkung.
Das können Sie selbst tun
Das Gliom ist eine Tumorform, die generell ärztliche Behandlung notwendig macht. Dennoch gibt es auch für den Patienten einige Maßnahmen, die im Rahmen der Selbsthilfe im Alltag ergriffen werden können.
Zunächst geht es darum, nach einer erfolgten Behandlung wie einer Operation, einer Strahlen- oder Chemotherapie die Regeneration zu unterstützen. Dies ist beispielsweise dadurch möglich, dass ein Patient eventuelle in der Physio- oder Ergotherapie erlernte Übungen auch zu Hause durchführt. Oft ist nach einer intensiven Therapie beim Betroffenen auch eine Erschöpfung festzustellen.
Diese kann häufig durch ein moderates sportliches und spaßbetontes Training aufgefangen werden. Wichtig ist bei einigen Sportarten wie beispielsweise Schwimmen oder Klettern, dass eine möglicherweise vorhandene Bereitschaft zu Krampfanfällen medikamentös gut eingestellt ist. Dies gilt selbstverständlich auch insbesondere für das Führen von Fahrzeugen. Im geistigen Bereich können Funktionsstörungen durch spezielles Gedächtnistraining oder Rätsel in Eigenregie verbessert werden.
Ob und ab wann nach einem Krampfanfall wieder Auto gefahren werden darf, richtet sich nach festen Fristen, die der behandelnde Arzt kennt. Wer sich darüber hinwegsetzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern verliert im Schadensfall auch den Versicherungsschutz.
Nach der Diagnose Hirntumor fühlen sich viele Betroffene auch emotional belastet. Die psychische Anspannung kann auf unterschiedlichen Wegen reduziert werden: Betroffene, die die Erkrankung direkt aufarbeiten möchten, können ihr Gliom in Gesprächen mit vertrauten Personen oder in Selbsthilfegruppen thematisieren. Wer das Gliom nach der Therapie und außerhalb der wichtigen Nachkontrollen nicht zum Thema machen möchte, kann seine seelische Verfassung durch Yoga oder Entspannungsmethoden stabilisieren.
Quellen
- Moskopp, D., Wassmann, H. (Hrsg.): Neurochirurgie.
ISBN: 9783794524426
- Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
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- Hacke, W. (Hrsg.): Neurologie.
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- Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
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- Diener, H.-C., Steinmetz, H., Kastrup, O. (Hrsg.): Referenz Neurologie.
ISBN: 9783132413870
