Immunkomplexvaskulitis

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Unter einer Immunkomplexvaskulitis wird eine Form der Blutgefäßentzündung verstanden. Sie zählt zu den Untergruppen der Gefäßentzündung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Immunkomplexvaskulitis?

Immunkomplexvaskulitis
Die verschiedenen gastrointestinalen und neurologischen Symptome rufen zahlreiche Komplikationen hervor, etwa Epilepsien oder Darminfarkte, die tödlich verlaufen können. Bei Beteiligung des Herzens kann es zu einer Angina pectoris und dadurch zum Herzinfarkt kommen.
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Die Immunkomplexvaskulitis ist eine Form der Gefäßentzündung (Vaskulitis). Bei einer Vaskulitis kommt es zur Entzündung der Gefäßwände. Von einer Immunkomplexvaskulitis ist die Rede, wenn die Gefäßentzündung durch eine immunologische Reaktion hervorgerufen wird. Dabei lagern sich Immunkomplexe an den Wänden von zahlreichen kleineren Blutgefäßen ab.

Mediziner sprechen dann auch von einer leukozytoklastischen Vaskulitis, einer Vaskulitis allergica oder einer Hypersensitivitätsvaskulitis. Die häufigste Form im Kindesalter ist die IgA-Vaskulitis, die früher als Purpura Schönlein-Henoch bezeichnet wurde; bei ihr lagern sich Immunkomplexe aus Antikörpern der Klasse IgA ab, und neben der Haut sind häufig auch Gelenke, Darm und Nieren betroffen. Ärzte unterscheiden zwischen einer kutanen sowie einer systemischen Immunkomplexvaskulitis:

Bei der kutanen Immunkomplexvaskulitis leiden die Betroffenen unter einer Entzündung der kleinen Blutgefäße in der Nähe der Haut. Im Vorfeld der Gefäßentzündung zeigt sich eine bakterielle Infektion, die zumeist durch Streptokokken ausgelöst wird, oder eine Viruserkrankung.

Wird die Vaskulitis dagegen durch sogenannte Kryoglobuline verursacht und nimmt einen chronischen Verlauf, lässt sich dies zumeist auf eine Hepatitis C zurückführen. Von einer systemischen Immunkomplexvaskulitis ist die Rede, wenn nicht nur die Haut durch die Gefäßentzündung in Mitleidenschaft gezogen wird, sondern auch die Nieren sowie das zentrale Nervensystem. Ebenso können die Gelenke und der Magen-Darm-Trakt betroffen sein.

Ursachen

Verursacht wird eine Immunkomplexvaskulitis durch das Ablagern von größeren Immunkomplexen, die aus dem Blut stammen, an den Gefäßwänden der Blutgefäße. Meist geschieht dies durch eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Arzneimittel oder Bestandteile von Keimen. Mitunter zeigt sich die leukozytoklastische Vaskulitis auch im Rahmen einer systemischen Immunkomplexvaskulitis.

Zur Bildung von kleineren Immunkomplexen kommt es unter anderem beim Befall einer kleineren Wunde mit Bakterien. Diese werden in der Wunde von spezifischen Antikörpern des Organismus gebunden. Im Blut lassen sich die Komplexe gut lösen. Ihr Abbau findet in der Leber statt. Treffen jedoch größere Ansammlungen von fremden Stoffen und entsprechenden Antikörpern zusammen, führt dies zur Bildung von großen Immunkomplexen.

Dieser Vorgang erfolgt zumeist im Rahmen von Infektionen, bei denen eine größere Keimanzahl ins Blut vordringt. Zu den häufigsten Auslösern gehören Racheninfektionen, die durch Viren oder Streptokokken-Bakterien ausgelöst werden, sowie Infektionen mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren. Von einigen Personen werden außerdem Antikörper gegen Medikamente wie bestimmte Antibiotika, Schmerzmittel, die Antibabypille oder Diuretika gebildet.

Gelangen größere Mengen an Keimen oder Medikamenten, gegen die bereits Antikörper existieren, ins Blut, hat dies das Entstehen von riesigen Immunkomplexen zur Folge. Da sich diese im Blut nur schwer lösen lassen, lagern sie sich als feste Stoffe an den Wänden der Blutgefäße ab. Dies gilt besonders für Blutgefäße, bei denen ein langsamer Blutfluss besteht, wie sehr kleinen Venen.

Haben sich die Immunkomplexe an den Gefäßwänden abgelagert, führt dies zu einer Wanderung von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) vom Blut in die Gefäßwände. Dies löst wiederum eine entzündliche Reaktion aus. Die Leukozyten unternehmen den Versuch eines Abbaus der Immunkomplexe, indem sie bestimmte Inhaltsstoffe freisetzen, was jedoch nur zum Teil von Erfolg gekrönt ist. Gewissermaßen aus Versehen können die aggressiven Inhaltsstoffe in benachbarte Gewebe vordringen, was eine weitere Beschädigung der Blutgefäßwände nach sich zieht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den typischen Beschwerden der Immunkomplexvaskulitis zählen viele kleine Einblutungen, die auf der Haut sichtbar sind. Zuerst zeigen sie sich an den Unterschenkeln in Form von roten Punkten, die eine Größe von maximal drei Millimetern erreichen können. Charakteristisch und für die Diagnose entscheidend ist, dass sich diese Flecken leicht erhaben anfühlen: Fährt man mit dem Finger darüber, sind sie zu tasten. Ärzte sprechen deshalb von einer tastbaren (palpablen) Purpura. Anders als ein Ausschlag lassen sich die Flecken außerdem nicht wegdrücken, wenn man ein Glas darauf presst. Nach einigen Tagen verfärben sich die Punkte blaurot. Außerdem treten in der Unter- und Oberschenkelregion weitere rote Einblutungen auf. Dass die Beschwerden an den Unterschenkeln beginnen, hat einen einfachen Grund: Dort ist der Blutfluss in den kleinsten Gefäßen am langsamsten, sodass sich die Immunkomplexe besonders leicht ablagern. Zu Juckreiz oder Brennen kommt es aber nur gelegentlich.

Bei der systemischen Form kommen weitere Beschwerden hinzu: Gelenkschmerzen vor allem an Sprung- und Kniegelenken, krampfartige Bauchschmerzen mit Übelkeit oder blutigem Stuhl sowie eine Beteiligung der Nieren. Letztere verursacht zunächst keine Schmerzen und fällt oft nur dadurch auf, dass sich Blut und Eiweiß im Urin nachweisen lassen. Deshalb gehört bei jeder Immunkomplexvaskulitis eine Urinuntersuchung zur Basisdiagnostik.

Im Falle einer stärkeren Entzündungsreaktion erreichen die dunkelroten Knötchen einen Durchmesser von mehreren Millimetern. Fällt die Immunkomplexvaskulitis schwer aus, kommt es in der Mitte der Knötchen zum Absterben der obersten Hautschicht, was sich durch eine hellgraue Verfärbung oder Blasenbildung bemerkbar macht.

Weiterhin bilden sich oberflächliche Hautdefekte, die nässen. Im schlimmsten Fall sind zudem Gewebsnekrosen möglich, was sich durch schwarze Knötchen und schmerzende kleine Wunden bemerkbar macht.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Im Rahmen der Untersuchung befragt der Arzt den Patienten danach, ob er vor einiger Zeit unter einem Infekt litt oder neue Arzneimittel einnimmt. Außerdem möchte er wissen, ob der Betroffene unter chronischen Grunderkrankungen leidet. Schließlich wird die Haut des Patienten überprüft. Dabei achtet der Mediziner besonders auf die roten Flecken.

Zur Sicherung der Diagnose findet die Entnahme zweier Gewebeproben (Biopsie) statt. Die erste Probe wird in einem Labor mikroskopisch auf eine Gefäßentzündung kontrolliert. Bei der zweiten Probe lassen sich durch das Immunfluoreszenz-Verfahren abgelagerte Immunkomplexe an den Wänden der Gefäße feststellen. Finden sich dabei Immunkomplexe der Klasse IgA, spricht das für eine IgA-Vaskulitis. Hinzu kommen Blut- und Urinuntersuchungen, mit denen sich eine Beteiligung der Nieren erkennen lässt; ist sie nachweisbar, spricht man von einer IgA-Nephritis beziehungsweise einer Vaskulitis-bedingten Glomerulonephritis. Wird die Immunkomplexvaskulitis nicht behandelt oder liegt eine Beteiligung des zentralen Nervensystems vor, nimmt die Erkrankung meist einen negativen Verlauf.

Komplikationen

Durch die Immunkomplexvaskulitis kommt es zu Einblutungen in der Haut. Diese Einblutungen werden für den Betroffenen als kleine Punkte sichtbar und können sich im weiteren Verlauf der Krankheit verfärben und größer werden. Gelegentlich kommt es an den betroffenen Regionen auch zu einem starken Juckreiz und zu brennenden Schmerzen.

Nicht selten treten die Schmerzen auch in Form von Ruheschmerzen auf und können damit zu erheblichen Schlafbeschwerden und zu einer Reizbarkeit des Patienten führen. In schwerwiegenden Fällen können auch die oberen Hautschichten an den jeweiligen Regionen komplett absterben, was vor allem zur Ausbildung von Narben und Blasen führen kann. Dies äußert sich in einer verringerten Ästhetik und damit in einem verringerten Selbstwertgefühl.

Die eigentlich gefürchteten Komplikationen betreffen jedoch nicht die Haut, sondern die inneren Organe. An erster Stelle steht die Beteiligung der Nieren: Sie verläuft anfangs unbemerkt, kann aber in eine dauerhafte Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen münden und entscheidet damit maßgeblich über die Prognose. Im Magen-Darm-Trakt können heftige krampfartige Bauchschmerzen, Blutungen und in seltenen Fällen ein Darmverschluss oder ein Darminfarkt auftreten. Sind Nerven betroffen, kommt es zu Taubheitsgefühlen und Lähmungen; bei Beteiligung der Lunge zu Husten und Atemnot. Es wird in erster Linie immer die Grunderkrankung behandelt, die für die Immunkomplexvaskulitis verantwortlich ist. Sollte es bereits zu einer Entzündung gekommen sein, so können Antibiotika eingenommen werden, um dieser entgegenzuwirken. Auch die Behandlung selbst kann Komplikationen mit sich bringen: Eine längere Kortisontherapie begünstigt Knochenschwund, erhöhten Blutzucker und Infektionen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wer plötzlich Einblutungen auf der Haut bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen. Die Hautveränderungen deuten auf eine Hauterkrankung hin, die abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden muss. Ob es sich dabei um eine Immunkomplexvaskulitis handelt, kann nur von einem Arzt festgestellt werden. Deshalb sollte bereits bei ersten Anzeichen einer Erkrankung ärztlicher Rat eingeholt werden. Deutliche Warnzeichen, die möglichst sofort abgeklärt werden müssen, sind blaurote Verfärbungen auf der Haut, oft verbunden mit Juckreiz oder Brennen.

Spätestens, wenn die Entzündungen größer werden oder die Hautareale absterben, ist ein Arztbesuch angezeigt. Die Erkrankung tritt häufig nach einer Infektion mit Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren auf. Die Einnahme von Schmerzmitteln oder Antibiotika kann ebenfalls zu einer Immunkomplexvaskulitis führen. Auf wen diese Faktoren zutreffen, der sollte genannte Symptome rasch abklären lassen. Neben dem Hausarzt kann ein Dermatologe oder ein Immunologe hinzugezogen werden. Patienten mit chronischen Beschwerden sollten einen Therapeuten hinzuziehen, da die Erkrankung oft auch Auswirkungen auf die Psyche hat.

Keinen Aufschub duldet dagegen eine Beteiligung innerer Organe. Treten zu den Hautblutungen heftige krampfartige Bauchschmerzen, Erbrechen oder blutiger Stuhl hinzu, ist umgehend eine Klinik aufzusuchen; bei anhaltenden starken Bauchschmerzen mit hartem Bauch, Kreislaufschwäche oder Bewusstseinstrübung ist über die Notrufnummer 112 der Rettungsdienst zu alarmieren, weil dahinter ein Darmverschluss oder eine Darmblutung stecken kann. Ebenfalls sofort ärztlich abzuklären sind blutiger Urin, stark nachlassende Urinmenge oder Wassereinlagerungen in Beinen und Gesicht – sie weisen auf eine Beteiligung der Nieren hin.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Immunkomplexvaskulitis richtet sich nach den auslösenden Ursachen. Sind Medikamente oder ein Krankheitserreger für die Überempfindlichkeit verantwortlich, gilt es, den Auslöser auszuschalten. In der Regel bilden sich die Entzündungsbeschwerden schon bald wieder zurück. Sind Bakterien an der Gefäßentzündung beteiligt, kann die Gabe von Antibiotika sinnvoll sein.

Handelt es sich bei der Ursache um ein bestimmtes Medikament, wird es abgesetzt oder gegen ein anderes Präparat ausgetauscht. Als hilfreich gilt das Tragen von speziellen Kompressionsstrümpfen. Auf diese Weise fließt das Blut in den kleinen Gefäßen schneller, wodurch sich neue Immunkomplexe schlechter an den Gefäßwänden ablagern können. Aus demselben Grund werden bei akuten Schüben Schonung und das Hochlagern der Beine empfohlen. In den meisten Fällen erfolgt zudem eine Kortisontherapie. Bei einer rein auf die Haut beschränkten Form genügen oft schon das Meiden des Auslösers und diese einfachen Maßnahmen. Sind dagegen Nieren, Darm oder Nervensystem beteiligt, wird höher dosiert mit Kortison und gegebenenfalls zusätzlich mit Immunsuppressiva behandelt; eine Nierenbeteiligung gehört in die Hand eines Nierenfacharztes und muss über Monate durch Urin- und Blutkontrollen überwacht werden.


Aussicht & Prognose

Die Immunkomplexvaskulitis bedarf einer umfassenden Behandlung. Wird die nicht-bakterielle Entzündung der Blutgefäße nicht behandelt, ist die Prognose ungünstig. Die verschiedenen gastrointestinalen und neurologischen Symptome rufen zahlreiche Komplikationen hervor, etwa Epilepsien oder Darminfarkte, die tödlich verlaufen können. Bei Beteiligung des Herzens kann es zu einer Angina pectoris und dadurch zum Herzinfarkt kommen.

Die Patienten sind durch das Leiden stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und müssen verschiedenste Medikamente einnehmen. Dennoch ist das Wohlbefinden reduziert, woraus langfristig auch seelische Beschwerden resultieren können. Auch eine umfassende Behandlung garantiert keine Genesung. Bei Beteiligung des Zentralnervensystems kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Bei schweren systemischen Verläufen, insbesondere mit dauerhafter Nierenschädigung, kann die Lebenserwartung verringert sein.

Diese ungünstigen Aussichten gelten allerdings nicht für alle Formen. Bleibt die Gefäßentzündung auf die Haut beschränkt und lässt sich der Auslöser – etwa ein Medikament oder ein Infekt – ausschalten, heilt sie in der Regel innerhalb einiger Wochen folgenlos ab. Auch die IgA-Vaskulitis des Kindes hat eine gute Prognose: Die weitaus meisten betroffenen Kinder werden wieder vollständig gesund. Entscheidend ist in beiden Fällen, ob die Nieren mitbetroffen sind; deshalb wird der Urin über Monate hinweg regelmäßig kontrolliert, auch wenn die Hautveränderungen längst verschwunden sind.

Faktoren wie eine frühzeitige Behandlung sowie eine, abgesehen von der Immunkomplexvaskulitis, gute körperliche Verfassung verbessern die Aussichten auf eine Genesung. Bei umfassender medizinischer Therapie kann das Leiden in einem Zeitraum von drei Monaten bis mehreren Jahren ursächlich behandelt werden. Begleitend dazu ist eine symptomatische Therapie vonnöten. Bei älteren Menschen und Patienten mit einer Immunschwäche ist die Prognose schlechter. Bei ihnen treten schwere Verläufe mit Organbeteiligung häufiger auf, und Komplikationen können bereits in den ersten Wochen bis Monaten nach dem Ausbruch der Immunkomplexvaskulitis lebensbedrohlich werden.

Vorbeugung

Präventionsmaßnahmen gegen eine Immunkomplexvaskulitis sind nicht bekannt. Umso wichtiger ist es, im Erkrankungsfall rasch mit einer Therapie zu beginnen.

Nachsorge

Betroffenen stehen bei einer Immunkomplexvaskulitis in den meisten Fällen keine besonderen Möglichkeiten einer Nachsorge zur Verfügung, sodass bei dieser Krankheit in erster Linie eine schnelle Diagnose herbeigeführt werden sollte. Bei einer frühen Diagnose und auch einer frühzeitigen Einleitung der Behandlung kommt es meist zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Eine Selbstheilung kann bei dieser Erkrankung nicht eintreten. In der Regel müssen die Betroffenen bei der Immunkomplexvaskulitis bestimmte Medikamente absetzen oder durch andere ersetzen. Dabei sollte allerdings immer Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Bei der Einnahme von Medikamenten ist immer auf eine richtige Dosierung und auch auf eine regelmäßige Einnahme zu achten, um die Beschwerden richtig und dauerhaft zu lindern.

Sollte es zu Fragen oder zu Unklarheiten kommen, empfiehlt es sich, zuerst einen Arzt zu konsultieren. Zur Nachsorge gehören außerdem regelmäßige Kontrollen des Urins auf Blut und Eiweiß über mehrere Monate, weil sich eine Nierenbeteiligung auch noch Wochen nach dem Abklingen der Hautveränderungen zeigen kann. Häufig kann sich auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen positiv auf den Verlauf der Immunkomplexvaskulitis auswirken. Viele Patienten benötigen aufgrund der Krankheit in ihrem Alltag auch die Hilfe der eigenen Familie oder der Freunde.

Dabei wirken sich häufig liebevolle Gespräche mit den Betroffenen positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus und können mitunter das Aufkommen von Depressionen oder anderen psychischen Beschwerden verhindern. Eventuell ist durch die Krankheit die Lebenserwartung des Betroffenen verringert.

Das können Sie selbst tun

Einer Immunkomplexvaskulitis kann leider nicht direkt vorgebeugt werden. Beim Auftreten der Erkrankung sollte aus diesem Grund immer sofort ein Arzt aufgesucht werden. Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto höher sind die Chancen auf einen positiven Krankheitsverlauf. Auch die Möglichkeiten der Selbsthilfe sind bei dieser Erkrankung leider stark eingeschränkt.

Sofern der Arzt dem Patienten Antibiotika verschreibt, sollten diese eingenommen werden. Bei der Einnahme von Antibiotika müssen die entsprechenden Hinweise beachtet werden. Hierbei sollte auch die Einnahme anderer Medikamente überprüft werden. Weiterhin können die Beschwerden der Immunkomplexvaskulitis durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen eingeschränkt werden. Diese können in der Regel von einem Arzt verschrieben werden. Auch eine Therapie mit Kortison wirkt sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus. Der Betroffene sollte aufmerksam darauf achten, ob bestimmte Medikamente die Beschwerden der Immunkomplexvaskulitis verstärken. Sollte dieser Fall vorliegen, so können die Medikamente eventuell nach einer Absprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt oder durch andere Medikamente ersetzt werden.

Hautbeschwerden oder Narben können mit Hilfe von pflegenden Salben oder Cremes ebenfalls eingeschränkt und vermieden werden. In schwerwiegenden Fällen eignet sich allerdings ein operativer Eingriff, um ästhetische Beschwerden zu vermeiden.

Quellen

  • Puchner, R., Mazzucato-Puchner, A. (Hrsg.): Rheumatologie aus der Praxis.
    ISBN: 9783662696927
  • Bröker, B. M., Fleischer, B.: Grundwissen Immunologie.
    ISBN: 9783662664230
  • Murphy, K., Weaver, C.: Janeway Immunologie.
    ISBN: 9783662560037
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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