MRSA-Infektion

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Krankheiten MRSA-Infektion
Hinter der umgangssprachlich einfach als MRSA-Infektion bezeichneten gesundheitlichen Beeinträchtigung verbirgt sich ein ganzer Kreis von Symptomen, der in letzter Zeit und in der Gegenwart eine Vielzahl von stationär behandelten Patientinnen und Patienten betraf und betrifft. MRSA sind Bakterien der Art Staphylococcus aureus, die gegen die üblichen Penicilline und viele weitere Antibiotika unempfindlich geworden sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine MRSA-Infektion?

MRSA Infektion
Eine MRSA-Infektion macht sich durch Entzündungsprozesse bemerkbar, die lokal oder systemisch auftreten können. Örtlich begrenzte Infektionen kommen als eitrige Entzündungen der Haut, der Talgdrüsen oder der Haarbälge vor.
© joshya – stock.adobe.com

MRSA steht für eine Erkrankung, die durch eine Ansteckung gekennzeichnet ist und den Allgemeinzustand der Betroffenen erheblich und sogar lebensbedrohlich reduzieren kann.

Im Rahmen der Definition von MRSA als abgekürzter Begriff für methicillinresistenter Staphylococcus aureus oder multiresistenter Staphylococcus aureus kommt es zu einer Resistenz, einer Unempfindlichkeit eines bestimmten Stammes mikrobieller Krankheitserreger. Dies bedeutet bei MRSA, dass diese Bakterien gegen eine ganze Bandbreite von antibiotisch wirksamen Arzneistoffen unempfindlich sind und keine Behandlungseffekte zeigen.

Menschen, die ein gesundes Immunsystem aufweisen, können kaum an MRSA erkranken. Personen, die jedoch aufgrund ihrer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung, ihres fortgeschrittenen Alters oder einer bestehenden Erkrankung eine reduzierte Funktionstüchtigkeit des Immunsystems aufweisen, erkranken häufig an MRSA. An MRSA erkranken kaum vitale und gesundheitlich nicht eingeschränkte Personen. MRSA ist jedoch übertragbar.

Zu unterscheiden sind dabei zwei ganz verschiedene Situationen: Bei einer bloßen Besiedlung (Kolonisation) sitzen die Keime nur auf der Haut oder in der Nase, ohne Beschwerden zu verursachen; erst bei einer Infektion lösen sie eine behandlungsbedürftige Erkrankung aus. Eine Besiedlung mit MRSA ist kein Zeichen mangelnder Hygiene des Betroffenen – sie kann jeden treffen, der längere Zeit im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung war.

Ursachen

Zu den Ursachen für MRSA zählen zunächst die auch im intakten und gesunden Organismus normal auftretenden Erreger. Diese natürlicherweise auf Haut und Schleimhäuten vorkommenden Staphylococcus aureus-Bakterien werden durch die kontinuierliche, teilweise sogar unterdosierte Gabe von Antibiotika an diese Substanzen gewöhnt und reagieren darauf nicht mehr. Genau genommen gewöhnen sich die Bakterien nicht an die Wirkstoffe: Unter der Antibiotikagabe überleben und vermehren sich bevorzugt jene Keime, die zufällig bereits unempfindlich sind.

Dies führt dazu, dass bei MRSA eine große Vielfalt von Erkrankungen ausgeprägt werden kann. Diese sind mit den üblichen Antibiotika gegen krankmachende Bakterien nicht mehr behandelbar, weil die Keime nicht mehr unschädlich gemacht werden können. Die Bakterien sind also resistent gegenüber Antibiotika geworden.

Darüber hinaus sind eine verringerte Immunabwehr und eine hohe Ansteckungsrate durch prädestinierte Übertragungswege sowie eine mangelhafte Hygiene und Desinfektion (z.B. in Krankenhäusern) ebenfalls die Ursachen für MRSA.

Lange Zeit nahmen die MRSA-Fälle in deutschen Krankenhäusern zu. Seit etwa 2010 geht ihr Anteil dank konsequenter Hygiene- und Screeningprogramme jedoch deutlich zurück. Übertragen werden die Keime vor allem über die Hände von Personal, Besuchern und Patienten sowie über gemeinsam genutzte Flächen und Gegenstände. Viele Wundinfektionen gehen zudem von den Keimen aus, die der Patient bereits selbst auf der Haut oder in der Nase trägt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Häufig verursacht MRSA überhaupt keine Beschwerden. Erst wenn die Keime über Wunden, Katheter oder Beatmungsschläuche in den Körper gelangen, entsteht aus der Besiedlung eine Infektion.

Eine MRSA-Infektion macht sich durch Entzündungsprozesse bemerkbar, die lokal oder systemisch auftreten können. Örtlich begrenzte Infektionen kommen als eitrige Entzündungen der Haut, der Talgdrüsen oder der Haarbälge vor: Sie zeigen sich meist als druckempfindliche Eiterbeulen (Abszesse), kleine eitrige Knoten (Furunkel) oder Hautausschläge. Nach Verletzungen oder Operationen treten durch die multiresistenten Keime Wundinfektionen auf, die sich auch unter der Gabe von Antibiotika nicht bessern und im schlimmsten Fall das Absterben von Gewebe (Nekrose) zur Folge haben.

Dringen die Erreger in tiefer liegende Körperregionen vor, können sich Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Harnwegsinfekte oder Gehirnhautentzündungen entwickeln. Husten und Atemnot deuten auf eine Beteiligung der Lunge hin, auch ein Befall der Herzinnenhaut (Endokarditis) oder des Knochenmarks (Osteomyelitis) ist möglich. Gelegentlich siedeln sich die Bakterien in Gelenken an und lösen dort Entzündungsreaktionen mit Schwellungen und Überwärmung der Gelenke aus (septische Arthritis).

Systemische MRSA-Infektionen gehen oft mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl einher, bei einer Blutuntersuchung sind die Entzündungswerte signifikant erhöht. Gelangen die Erreger in den Blutkreislauf, kann sich die Infektion auf den gesamten Organismus ausbreiten und zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) mit hohem Fieber, Schüttelfrost, erhöhtem Pulsschlag und fortschreitendem Organversagen führen. Im Rahmen einer Lebensmittelvergiftung verursachen von den Bakterien gebildete Giftstoffe (Toxine) schwere Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Diagnose

Innerhalb der diagnostischen Maßnahmen zur Erkennung von MRSA kommen spezielle labortechnische Verfahren in Frage, die insbesondere einen Keimnachweis und dessen Resistenztestung erbringen sollen. Sogenannte molekularbiologische Verfahren ergänzen diese Diagnostik bei MRSA.

Ein als Antibiogramm bezeichneter Status zeigt, gegen welche antibiotischen Arzneistoffe der Bakterienstamm Staphylococcus aureus widerstandsfähig ist. Molekularbiologische Schnelltests können MRSA innerhalb weniger Stunden nachweisen, während die Anzucht der Keime auf Nährböden ein bis zwei Tage dauert.

Als Untersuchungsmaterialien dienen Abstriche aus der Nasenschleimhaut im Nasenvorhof, aus dem Rachenbereich und den Achseln.

Auch Blut, eitrige Absonderungen und Ausscheidungen aus Wunden werden für die labortechnischen Untersuchungen verwendet. Darüber hinaus weisen lang anhaltende und kaum zu behandelnde Störungen der Wundheilung sowie permanente Infekte auf ein Vorhandensein von MRSA hin.

Komplikationen

Durch die MRSA-Infektion erleiden die Betroffenen nicht selten eine Blutvergiftung. Diese stellt einen sehr gefährlichen Zustand für den Körper des Patienten dar und kann zum Tod führen, wenn keine umgehende Behandlung erfolgt. Ebenso kommt es zu Erbrechen oder zu Durchfall, sodass die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringert und eingeschränkt wird.

Durch die Beschwerden wird auch der Alltag des Patienten drastisch eingeschränkt, sodass die Ausführung anstrengender Tätigkeiten für den Patienten in der Regel nicht mehr möglich ist. Ebenso kommt es durch die MRSA-Infektion zu einer stark verzögerten Wundheilung und damit zu dauerhaften Infekten und Entzündungen. Auch diese können zu weiteren Komplikationen und im schlimmsten Falle zum Tode führen.

Die Behandlung der MRSA-Infektion wird mit Hilfe von verschiedenen Antibiotika durchgeführt. Die dafür nötigen Reserveantibiotika sind nicht selten mit Nebenwirkungen behaftet: Vancomycin kann beispielsweise Nieren und Gehör schädigen, Linezolid das Blutbild verändern. Weiterhin sind auch Spülungen des Mundraumes notwendig. Im Krankenhaus müssen Betroffene außerdem vorübergehend von anderen Patienten getrennt untergebracht werden. Ob es durch die MRSA-Infektion zu einer verringerten Lebenserwartung kommt, kann nicht allgemein prognostiziert werden. Diese Prognose hängt stark von der Ausprägung und der Behandlung dieser Krankheit ab.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Veränderungen des Hautbildes, Ausschläge oder die Entstehung von Abszessen sind Anzeichen einer bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung, die ärztlich abgeklärt werden sollte. Bilden sich Knoten auf der Haut, kommt es zu einer Eiterbildung, Juckreiz oder offenen Wunden, wird ein Arzt benötigt. Kann der Betroffene keine ausreichende sterile Wundversorgung der betroffenen Stellen am Körper gewährleisten, ist die Hilfe und Unterstützung eines Arztes notwendig, damit keine Komplikationen eintreten.

Schmerzen beim Toilettengang, ein Schmerzerleben im Körperinnern sowie ein allgemeines Unwohlsein sind Symptome, die ärztlich untersucht werden müssen. Vor der Einnahme eines Schmerzmedikaments muss die Rücksprache mit einem Mediziner erfolgen, damit sich keine zusätzlichen Beeinträchtigungen ausbilden. Treten Beschwerden wie Husten oder Probleme der Atmung ein, ist ein Arztbesuch erforderlich. Ein allgemeines Krankheitsgefühl, eine Abnahme der gewohnten Leistungsfähigkeit sowie Fieber, Übelkeit und Erbrechen sind Anzeichen einer Erkrankung.

Ein Arztbesuch ist notwendig, damit die Ursache der Beschwerden ermittelt werden kann und eine Behandlung eingeleitet wird. Leidet der Betroffene unter Schüttelfrost, Störungen des Herzrhythmus, Durchfall oder Schlafstörungen, sollte er einen Arzt konsultieren. Können alltägliche Verpflichtungen nicht mehr erfüllt werden oder kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einer starken Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wird ein Arzt benötigt. Ein plötzliches Wärmeempfinden an den Gelenken ist ebenfalls einem Arzt vorzustellen. Bei Anzeichen einer Blutvergiftung – hohes Fieber mit Schüttelfrost, Verwirrtheit, sehr schneller Atmung, niedrigem Blutdruck oder fleckiger, kalter Haut – ist sofort der Notruf 112 zu wählen: Eine Sepsis ist ein Notfall, bei dem jede Stunde zählt.

Behandlung & Therapie

Im Rahmen der therapeutischen Maßnahmen gegen MRSA kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung. Unter Einhaltung der entsprechenden Desinfektionsmaßnahmen und zur Vermeidung der Übertragung der Keime werden die Betroffenen in der Regel isoliert. Dies muss jedoch nicht in jedem Fall so sein.

Behandelt wird nur eine tatsächliche Infektion. Eine reine Besiedlung wird nicht mit Antibiotika bekämpft, sondern durch die unten beschriebene Sanierung beseitigt.

Bei der medikamentösen Behandlung von MRSA setzen die Mediziner auf eine komplexe Zusammenstellung unterschiedlicher Antibiotika. Diese werden auf der Grundlage des Antibiogramms bei MRSA ermittelt und beinhalten nur solche Substanzen, welche für die Bakterien abtötend sind. Spezielle Antibiotika wie Rifampicin, Clindamycin sowie Gentamicin können verabreicht werden. Die Einnahmeverordnungen müssen in diesem Zusammenhang mit einer wirkungsvollen Therapie von MRSA exakt eingehalten werden. Darüber hinaus kommen Wirkstoffe wie Fosfomycin, Fusidinsäure sowie Linezolid zum Einsatz gegen MRSA. Penicilline und verwandte Mittel wirken dagegen nicht, weil MRSA gerade gegen sie unempfindlich ist. Bei schweren MRSA-Infektionen sind Vancomycin und Linezolid die wichtigsten Reserveantibiotika; sie werden meist als Infusion über die Vene gegeben. Daneben stehen neuere Wirkstoffe wie Daptomycin, Tigecyclin und Ceftarolin zur Verfügung.

Therapie ergänzend sind bei MRSA Spülungen des Mund- und Rachenraums, mupirocinhaltige Nasensalben sowie Hautreinigungen auf Basis antiseptischer Zusatzmittel erforderlich. Diese Maßnahmen bilden die sogenannte Sanierung: Sie sollen die Besiedlung von Haut und Nasenschleimhaut beseitigen und werden in der Regel über etwa fünf Tage durchgeführt. Anschließend wird mit Kontrollabstrichen geprüft, ob die Keime verschwunden sind. Regelmäßige laborgestützte Kontrollen der geeigneten Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen werden bei MRSA erforderlich und ermöglichen eine genaue Verlaufsbegutachtung sowie eine gezielte Behandlung spezifischer Krankheitssymptome.


Aussicht & Prognose

Bei den meisten Patienten ist die Prognose bei einer MRSA-Infektion günstig. Es kommt zur Gabe von Arzneien, sodass innerhalb kurzer Zeit mit einer Abnahme der Beschwerden zu rechnen ist. Sobald Komplikationen auftreten, werden alternative Präparate verschrieben, die ebenfalls das Ziel einer Linderung der Beschwerden verfolgen. Häufig wird nach wenigen Wochen eine Beschwerdefreiheit dokumentiert und der Patient als genesen aus der Behandlung entlassen. Unterstützend für eine gute gesundheitliche Entwicklung kann der Betroffene zusätzlich unterstützende Maßnahmen der Selbsthilfe anwenden.

Neben unterschiedlichen Möglichkeiten der Vorsorge können auch während des Heilungsprozesses Reinigungen und Spülungen eigenverantwortlich genutzt werden. Dies verkürzt zum einen den Heilungsweg und mobilisiert zusätzlich das körpereigene Abwehrsystem. Bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf kann sich jedoch ein lebensbedrohlicher Zustand herausbilden. Unbehandelt oder bei einem sehr unglücklichen Verlauf der weiteren gesundheitlichen Entwicklungen kann der Betroffene eine Folgeerkrankung erleiden.

Es besteht bei der MRSA-Infektion ein erhöhtes Risiko, eine Blutvergiftung zu bekommen. Eine Sepsis ist potentiell lebensgefährlich für den Patienten und kann innerhalb kurzer Zeit zu einem vorzeitigen Ableben führen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass es zu dauerhaften Infektionen oder anderen Entzündungserkrankungen kommt. Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem können diese ebenfalls zu einem vorzeitigen Tod des Patienten führen.

Vorbeugung

Um einer Erkrankung durch MRSA vorzubeugen, die bei gesunden Menschen kaum ausbricht, ist es grundlegend, auf eine entsprechende Hygiene zu achten. Wichtigste Einzelmaßnahme ist dabei die Händedesinfektion. Wenn bekannt ist, dass sich im täglichen Umfeld Menschen befinden, die an MRSA erkrankt sind, dann werden auch im privaten Bereich zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sein.

Sinnvoll sind im Rahmen der Vorbeugung Wegwerfhandschuhe und geeignete Desinfektionsmittel; gegen einen normalen Haut- oder Körperkontakt mit Betroffenen ist dagegen nichts einzuwenden, solange keine offenen Wunden vorliegen. Bestehen jedoch offene Wunden oder zu behandelnde Hautverletzungen, ist es wichtig, sich an die Desinfektionsvorgaben zu halten, um eine Keimverschleppung und eine Ansteckung zu vermeiden.

Nachsorge

Durch die MRSA-Infektion erleiden Betroffene mitunter eine Blutvergiftung. Aus diesem Grund muss eine unverzügliche Behandlung durch einen Arzt erfolgen. Es kommt zu Durchfall und Erbrechen. Die Lebensqualität von Betroffenen wird erheblich beeinträchtigt. Bei schweren Verläufen sind Betroffene vorübergehend auf die Hilfe und Unterstützung von Angehörigen angewiesen, weil einfache Tätigkeiten nicht mehr selbstständig ausgeführt werden können.

Dies kann zu schweren Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen bei Betroffenen führen. Es ist nur noch eine geringe Belastbarkeit möglich. Anstrengende Tätigkeiten können nicht ausgeführt werden, da die Beschwerden sich dann verschlimmern. Aufbauende Gespräche mit Freunden und Verwandten können dabei helfen, den mentalen Druck abzubauen und der Entstehung von depressiven Verstimmungen vorzubeugen.

Betroffene müssen häufig den Mundraum spülen. Im häuslichen Umfeld ist ein normaler Umgang mit Familie und Freunden möglich; auf sorgfältige Händehygiene ist dabei zu achten, und der enge Kontakt zu abwehrgeschwächten Menschen sollte gemieden werden. Ob die MRSA-Infektion die Lebenserwartung von Betroffenen verringert, kann nur von Fall zu Fall entschieden werden. Dies hängt von dem Schweregrad der Krankheit und dem Beginn der Behandlung ab. Auch nach der akuten Erkrankungsphase sollten regelmäßige Termine mit dem Arzt erfolgen, um sicher zu gehen, dass keine weiteren Komplikationen auftreten.

Das können Sie selbst tun

Eine MRSA-Infektion gehört in ärztliche Behandlung; begleitend können Betroffene mit einigen Maßnahmen selbst dazu beitragen, dass die Erkrankung ausheilt und sich die Keime nicht weiterverbreiten. Wichtig ist vor allem die Einhaltung der vorgeschriebenen Desinfektionsmaßnahmen. Nur durch eine ausreichende Hygiene kann eine Ausbreitung der Infektion zuverlässig verhindert und auch das Ansteckungsrisiko reduziert werden. Die Übertragung der Keime lässt sich außerdem vermeiden, indem der Betroffene sich in den ersten Tagen der Erkrankung krankschreiben lässt. Notwendig ist dies vor allem aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr der auslösenden Erreger.

Antibiotische Präparate aus der Naturheilkunde oder der Homöopathie gibt es nicht. Gegen multiresistente Keime wie MRSA wirken weder pflanzliche Mittel wie die Teufelskralle noch homöopathische Zubereitungen wie Belladonna; sie können die verordneten Antibiotika und die Sanierungsmaßnahmen nicht ersetzen, und diese dürfen keinesfalls eigenmächtig abgesetzt werden. Unabhängig davon, welches Mittel zusätzlich eingesetzt wird, sollte ein Arzt der Behandlung zustimmen und diese überwachen. Weiterhin sind regelmäßige Spülungen des Mund- und Rachenraums angezeigt. Der Betroffene kann außerdem zu mupirocinhaltigen Nasensalben und Pflegeprodukten auf Basis antiseptischer Zusatzmittel greifen.

Daneben ist immer auch eine engmaschige Kontrolle durch den Arzt erforderlich. Sollten die genannten Maßnahmen keine Wirkung zeigen oder sich ungewöhnliche Symptome einstellen, wird am besten noch einmal der zuständige Arzt konsultiert.

Quellen

  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Kramer, A., Assadian, O., Exner, M., et al. (Hrsg.): Krankenhaus- und Praxishygiene.
    ISBN: 9783437223136
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Brodt, H.-R., Simon, C. (Hrsg.): Infektionstherapie.
    ISBN: 9783132423435
  • Hof, H., Schlüter, D. (Hrsg.): Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie.
    ISBN: 9783132443198

Das könnte Sie auch interessieren