Aromatherapie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Aromatherapie basiert auf Gerüchen, die einen kurzen Draht zum menschlichen Gehirn haben. Wenn sie einmal im Gehirn angekommen sind, entscheiden sie, je nachdem, ob wir einen Geruch mögen oder nicht, wie wir uns fühlen. Gerüche wirken sich meist stärker auf unser Wohlbefinden aus als Töne oder Farben. Deswegen entscheiden wir auch oft über unseren Geruchssinn, ob wir eine Person mögen oder nicht. Die Gerüche in einer Aromatherapie können außerdem Erinnerungen in uns wecken, die über unser Wohlbefinden entscheiden. Und das alles schneller als Töne und Farben es können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Aromatherapie?

Aromatherapie
Ein Anwendungsverfahren der Aromatherapie sind beispielsweise Bäder. Je nach Essenz wird Badezusätzen eine anregende oder beruhigende sowie schmerzstillende Wirkung zugeschrieben.

Unter Aromatherapie versteht man auf natürlichen ätherischen Ölen basierende und kontrollierte Anwendungen mit dem Ziel, die körperliche und psychische Gesundheit von Menschen zu erhalten. Dabei unterscheidet man den wissenschaftlichen Ansatz der Aromatherapie und den komplementären Ansatz.

Bei der wissenschaftlichen Aromatherapie geht man davon aus, dass die Wirkung aufgrund der eingeatmeten Öle als Folge des Geruchsempfindens des Menschen erfolgt. Des Weiteren sollen die pflanzlichen Inhalte der Öle durch die Schleimhäute der Atemwege ins Blut gelangen und auf diese Weise die Funktionen von verschiedenen Organen beeinflussen.

Beim wissenschaftlichen Ansatz der Aromatherapie kommt es auf den Ursprung der verwendeten ätherischen Öle an, während bei der komplementären Aromatherapie der Einsatz der Öle eine subjektive Entscheidung ist.

Funktion, Wirkung & Ziele

Ein Anwendungsverfahren der Aromatherapie sind beispielsweise Bäder. Badezusätze kann man fertig im Handel kaufen oder selbst herstellen. Wer Badezusätze selbst herstellen möchte, der mischt die Essenz zunächst mit einem Emulgator wie Sahne, weil sich ätherische Öle nicht in Wasser lösen.

Für Teilbäder wird entsprechend weniger Essenz verwendet. Das Ganze wird kräftig durchgerüttelt und dem Badewasser zugegeben. Je nach Essenz wird Badezusätzen eine anregende oder beruhigende sowie schmerzstillende Wirkung zugeschrieben. Allerdings sollte man bei einer Kreislauferkrankung auf die Temperatur des Wassers achten. Weiter Anwendungsverfahren sind: Inhalation, Duftlampen, Verdampfung ätherischer Öle im Raum, Massagen, Umschläge und Wickel.

Den einzelnen Ölen werden in der Aromatherapie sehr unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben. Ölen aus Thymian, Bohnenkraut oder Nelke wird eine keimhemmende Wirkung gegen Bakterien nachgesagt, Ölen von Zitrone oder Teebaum eine Wirkung gegen Viren. Lavendelöl soll psychisch ausgleichend wirken und den Schlaf fördern. Jasminöl soll entspannend und harmonisierend wirken. Angelikawurzel wird ängstlichen und zurückhaltenden Menschen empfohlen. Bei Reiseübelkeit wird ein Tropfen des Öls auf der Hand verrieben und eingeatmet. Bergamotte soll bei Stress und Erschöpfungszuständen stärkend wirken.

Des Weiteren soll Bergamotteöl entkrampfend, angstlösend und stimmungsaufhellend wirken und die Kreativität fördern. Citronella soll erfrischend und anregend wirken, außerdem soll das Öl zu neuem Optimismus verhelfen. Ebenfalls anregend wirken soll das Öl der Fichtennadel, es soll außerdem bei allgemeinen Schwächezuständen neue Energie spenden und gegen Nervosität und Stress helfen.

Mandarinöl wirkt aufheiternd und löst Verspannungen und Ängste. Melisse soll nicht nur harmonisierend, sondern auch stimmungsaufhellend und stärkend wirken und wird deshalb oft in einer Aromatherapie gegen Depressionen, Melancholie, Stress und Schlafstörungen eingesetzt.


Risiken & Nebenwirkungen

Bei der Aromatherapie gilt es, einige Regeln zu beachten, da sie auch Risiken beinhaltet. Grundsätzlich gilt: Ätherische Öle sollte man niemals unverdünnt auf die Haut auftragen, da es sonst zu Hautreizungen und Allergien kommen kann.

Ein Augenkontakt mit den Ölen ist zu vermeiden. Außerdem erhöhen einige ätherische Öle die Lichtempfindlichkeit, was die Haut sensibler macht und zu schweren Hautreaktionen führen kann, insbesondere bei starker Sonneneinstrahlung. Auch bei normaler Haut sind bestimmte Öle nicht zu empfehlen. Zu vermeiden ist der Einsatz von ätherischen Ölen bei offenen Wunden und Neigung zur Thrombose. Des Weiteren bei Epilepsie. Giftige ätherische Öle wie Beifuß oder Thuja sollten grundsätzlich nicht verwendet werden.

Menschen, die sich mit homöopathischen Mitteln behandeln lassen, können zwar Duftlampen verwenden, auf eine hoch dosierte äußerliche Anwendung mit ätherischen Ölen sollten sie allerdings verzichten. Hier sind insbesondere folgende Öle zu nennen, welche nach homöopathischer Lehre die Wirkung homöopathischer Mittel stark beeinträchtigen können: Pfefferminze, Thymian, Kamille.

Während einer Schwangerschaft sollten Angelikawurzel, Anis, Basilikum und Bohnenkraut nicht angewendet werden. Das Gleiche gilt für Minze, Muskat, Myrrhe, Gewürznelke, Origanum, Wacholder und weitere. Für schwangere Frauen empfiehlt es sich grundsätzlich, einen Experten zu befragen, welche Öle verwendet werden dürfen. Stillende Frauen können wundheilende Öle äußerlich anwenden. Zum Beispiel Rose und Jasmin. Auf Anwendungen in Massageölen, Bädern und Inhalationen mit hoch dosierten Ölen sollten Frauen zwei Stunden vor dem Stillen verzichten.

Bestimmte ätherische Öle haben eine toxische Wirkung und können bei innerlicher Einnahme zu Organschäden führen. Zum Beispiel Basilikum, Bohnenkraut, Fenchel, Kampfer, Zimt und weitere. Als vergleichsweise gut verträglich gelten in der äußerlichen Anwendung Teebaum, Lavendel und Rose, die auch das breiteste und wichtigste Anwendungsspektrum in der Aromatherapie abdecken; zum Einnehmen ist aber auch Teebaumöl nicht geeignet.

Geschichte & Entwicklung

Duftende Pflanzenteile wurden lange vor der Entdeckung der ätherischen Öle im heutigen Sinn verwendet: als Räucherwerk in Tempeln, als Zusatz zu Salben und Ölen, zur Konservierung und in der Wundbehandlung. Harze wie Myrrhe und Weihrauch gehörten im Altertum zu den kostbarsten Handelswaren, und in vielen Kulturen war der Umgang mit Duftstoffen zugleich religiöse Handlung und Heilkunde.

Voraussetzung für die Aromatherapie war ein technisches Verfahren: die Wasserdampfdestillation, mit der sich der flüchtige Anteil einer Pflanze abtrennen und getrennt auffangen lässt. Ihre Verfeinerung wird traditionell den Ärzten und Gelehrten des arabisch-persischen Raums zugeschrieben; über Spanien gelangte sie nach Europa, wo Destillate seit dem Spätmittelalter in Apotheken hergestellt wurden. Die Kräuterbücher der frühen Neuzeit führen zahlreiche solcher Öle mitsamt den Beschwerden auf, gegen die sie eingesetzt wurden.

Den Begriff Aromatherapie prägte in den 1930er Jahren der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé, der sich beruflich mit Riechstoffen befasste und ihnen darüber hinaus heilkundliche Eigenschaften zuschrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg griff der französische Arzt Jean Valnet den Ansatz auf und beschrieb die innerliche wie äußerliche Anwendung ätherischer Öle in der ärztlichen Praxis; auf ihn geht die in Frankreich verbreitete, stark medizinisch ausgerichtete Spielart zurück. In derselben Zeit verband eine in Frankreich und England tätige Kosmetikerin die Öle mit der Massage und begründete damit die im englischsprachigen Raum vorherrschende Richtung, die stärker auf Körperbehandlung und Entspannung zielt.

Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich die Aromatherapie seit den 1980er Jahren. Seither hat sie zwei sehr unterschiedliche Wege genommen. Auf der einen Seite steht ein großer Markt für Duftlampen, Badezusätze und Kosmetik. Auf der anderen steht die Aromapflege: der planvolle Einsatz ätherischer Öle in Krankenhäusern, in der Altenpflege und in der Sterbebegleitung, wo Pflegekräfte mit festgelegten Rezepturen und mit Dokumentationspflichten arbeiten.

Gewinnung und Zusammensetzung ätherischer Öle

Das gebräuchlichste Gewinnungsverfahren ist die Wasserdampfdestillation. Heißer Wasserdampf wird durch das Pflanzenmaterial geleitet, nimmt die flüchtigen Bestandteile auf und wird anschließend gekühlt; das Öl setzt sich vom Wasser ab und wird abgenommen. Das zurückbleibende Wasser, das Hydrolat, enthält die wasserlöslichen Anteile und wird ebenfalls verwendet. Zitrusöle werden dagegen aus der Fruchtschale kalt gepresst, weil ihre Bestandteile hitzeempfindlich sind. Für empfindliche Blüten kommen Verfahren mit Lösungsmitteln zum Einsatz; das Ergebnis wird als Absolue bezeichnet und ist im strengen Sinn kein destilliertes ätherisches Öl. Der Ertrag ist bei vielen Pflanzen sehr gering – für Öl aus der Rose etwa müssen große Mengen Blüten verarbeitet werden, was den Preis solcher Öle erklärt.

Ein ätherisches Öl ist kein einzelner Stoff, sondern ein Gemisch aus einer Vielzahl flüchtiger Verbindungen. Dazu gehören Monoterpene und Sesquiterpene, Alkohole, Ester, Aldehyde, Ketone und Phenole. Diese Zusammensetzung bestimmt Geruch und Eigenschaften und entscheidet auch über die Verträglichkeit: Phenolreiche Öle wie Gewürznelke oder Thymian gelten als hautreizend, ketonreiche Öle wie Thuja, Beifuß oder Salbei als bedenklich für das Nervensystem.

Die Zusammensetzung schwankt zudem erheblich. Herkunft, Boden, Klima, Erntezeitpunkt und Verarbeitung beeinflussen das Ergebnis, und manche Arten bilden sogenannte Chemotypen aus: Pflanzen derselben Art, deren Öl von unterschiedlichen Hauptbestandteilen geprägt ist. Beim Thymian etwa unterscheidet man einen phenolreichen von einem milderen, alkoholreichen Typ – beide werden unter demselben Pflanzennamen verkauft. Angaben zur botanischen Art, zum Herkunftsland, zum verarbeiteten Pflanzenteil und zum Gewinnungsverfahren gehören deshalb zu den Merkmalen, an denen sich die Güte eines Öls beurteilen lässt; im Labor wird sie mit chromatographischen Verfahren bestimmt. Naturidentische oder synthetische Duftöle riechen ähnlich, haben aber eine andere Zusammensetzung und werden in der Aromatherapie nicht verwendet.

Ätherische Öle sind nicht unbegrenzt haltbar. Sie verändern sich unter Licht, Wärme und Sauerstoff, wobei Zitrusöle besonders rasch altern. Durch die Aufnahme von Sauerstoff entstehen dabei Verbindungen, die stärker allergen wirken als das frische Öl. Dunkle, gut verschlossene Flaschen, kühle Lagerung und ein Blick auf das Haltbarkeitsdatum gehören deshalb zum üblichen Umgang mit ihnen.

Wie die Anwendung abläuft

Am Anfang einer aromatherapeutischen Behandlung steht ein Gespräch, in dem der Behandelnde die Beschwerden, Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamente und bekannte Allergien erfragt. Da Gerüche sehr unterschiedlich bewertet werden, lässt er die in Frage kommenden Öle in der Regel riechen, bevor er sich festlegt; abgelehnte Düfte werden nicht eingesetzt.

Für Anwendungen auf der Haut werden die ätherischen Öle in einem fetten Trägeröl verdünnt, etwa in Mandel-, Jojoba- oder Olivenöl. Der Anteil richtet sich nach Anwendungsgebiet, Alter und Zustand der Haut und fällt bei Kindern, bei alten Menschen und bei empfindlicher Haut deutlich niedriger aus. Vor der ersten großflächigen Anwendung wird die Mischung häufig an einer kleinen Hautstelle geprüft.

Die Anwendungsformen unterscheiden sich danach, ob der Duft eingeatmet oder das Öl auf die Haut gebracht wird. Zur Beduftung eines Raumes dienen Duftlampen, Diffusoren und Duftsteine; zur Inhalation wird das Öl in heißes Wasser gegeben oder auf ein Taschentuch getropft. Auf der Haut kommen Einreibungen, Massagen, Kompressen und Wickel sowie Voll- und Teilbäder zum Einsatz, bei denen die Öle wegen ihrer Wasserunlöslichkeit zuvor an einen Emulgator gebunden werden. In der Aromapflege werden zusätzlich Mischungen zur Mund- und Hautpflege verwendet.

In Kliniken und Pflegeeinrichtungen ist die Aromapflege meist geregelt: Es gibt eine festgelegte Auswahl an Ölen, schriftliche Rezepturen, Verantwortliche für Einkauf und Zubereitung sowie eine Dokumentation der Anwendungen und der Reaktionen darauf. Anlässe sind vor allem Unruhe, Schlafprobleme, Übelkeit, Hautpflege und die Mundpflege. Die Öle treten dort nicht an die Stelle einer ärztlich verordneten Behandlung, sondern begleiten sie.

Erklärungsansätze

Für die Wirkungen, die der Aromatherapie zugeschrieben werden, gibt es mehrere Erklärungen, die einander nicht ausschließen.

Die erste ist anatomisch. Duftmoleküle erreichen die Riechschleimhaut im oberen Nasenraum und binden dort an Sinneszellen. Deren Fortsätze bilden den Riechnerv, der zum Riechkolben zieht. Von dort bestehen kurze Verbindungen zu Bereichen des limbischen Systems, die an der Entstehung von Gefühlen und an der Speicherung von Erinnerungen beteiligt sind. Anders als die übrigen Sinneswahrnehmungen werden Gerüche dabei nicht zwingend über den Thalamus umgeleitet, bevor sie diese Bereiche erreichen. Damit wird begründet, warum Düfte unmittelbar und ohne den Umweg über eine bewusste Bewertung mit Stimmungen und Erinnerungen verknüpft sind.

Die zweite Erklärung ist pharmakologisch. Bestandteile ätherischer Öle sind fettlöslich und können über die Haut sowie über die Schleimhäute der Atemwege in den Körper aufgenommen werden. Für einzelne Stoffe sind örtliche Wirkungen gut beschrieben, etwa die kühlende Wirkung von Menthol oder die durchblutungsfördernde Wirkung hautreizender Öle. Damit ist allerdings nichts darüber gesagt, ob die geringen Mengen, die bei der Beduftung eines Raumes aufgenommen werden, für innere Organe von Bedeutung sind.

Die dritte Erklärung ist psychologischer Art. Die Bewertung eines Geruchs ist zu großen Teilen erlernt. Ein Duft, der mit angenehmen Erfahrungen verknüpft ist, kann beim erneuten Wahrnehmen dieselbe Empfindung hervorrufen; ein Duft, der an eine belastende Situation erinnert, ebenso. Aus dieser Sicht ist die persönliche Vorgeschichte des Behandelten mindestens so wichtig wie die Zusammensetzung des Öls – was zugleich erklärt, warum sich Empfehlungen für einzelne Öle so schwer verallgemeinern lassen und warum die Auswahl in der Praxis dem Geruchsurteil des Behandelten überlassen wird.

Ausbildung, Qualifikation & Kostenübernahme

Aromatherapeut ist keine geschützte Berufsbezeichnung, und eine staatlich geregelte Ausbildung besteht nicht. Kurse werden von privaten Schulen, Fachverbänden und Herstellern angeboten und unterscheiden sich in Umfang und Anspruch erheblich. Wer ätherische Öle im Rahmen der Heilkunde einsetzt, benötigt eine Approbation als Arzt oder eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. In den Pflegeberufen hat sich die Aromapflege als Zusatzqualifikation etabliert, für die Fachverbände eigene Lehrpläne anbieten; angewendet wird sie dort im Rahmen der pflegerischen Aufgaben und in Absprache mit den behandelnden Ärzten.

Zu unterscheiden ist außerdem der rechtliche Status der Öle selbst. Nur wenige Zubereitungen aus ätherischen Ölen sind in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und haben damit ein geprüftes Anwendungsgebiet. Der weitaus größte Teil der im Handel erhältlichen Öle wird als Kosmetikum, als Duftstoff oder als Aroma vertrieben und unterliegt den dafür geltenden Vorschriften; an einen Nachweis medizinischer Wirksamkeit sind diese nicht geknüpft. Für Kosmetika schreibt das europäische Recht vor, dass eine Reihe bekannter Duftstoffallergene auf der Verpackung genannt werden muss – Angaben, die auch für Menschen mit einer Kontaktallergie von Bedeutung sind.

Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist für aromatherapeutische Behandlungen nicht vorgesehen; sie werden ebenso privat bezahlt wie die Öle selbst. Erstattungen kommen allenfalls über private Krankenversicherungen, über Zusatzversicherungen für Heilpraktikerleistungen oder über freiwillige Satzungsleistungen einzelner Kassen in Betracht. Wird Aromapflege im Krankenhaus oder im Pflegeheim erbracht, ist sie Teil der dortigen Versorgung und wird nicht gesondert abgerechnet.

Forschungslage und Grenzen

Die Aromatherapie ist aus einem Grund schwer zu untersuchen, der in ihrer Natur liegt: Ein Duft lässt sich nicht verbergen. Wer ein ätherisches Öl einatmet, bemerkt das, und wer eine geruchlose Vergleichssubstanz erhält, bemerkt das ebenfalls. Eine verblindete Untersuchung, wie sie für Arzneimittel üblich ist, lässt sich deshalb kaum durchführen. Hinzu kommt, dass die untersuchten Öle in Herkunft, Zusammensetzung und Menge so verschieden sind, dass sich Ergebnisse selten von einer Untersuchung auf die nächste übertragen lassen.

Am ehesten untersucht sind Anwendungen bei Unruhe, bei Angst vor Eingriffen, bei Schlafproblemen und bei Übelkeit sowie in der Betreuung von Menschen mit Demenz. Die vorliegenden Untersuchungen sind meist klein und ihre Ergebnisse uneinheitlich; belastbare Aussagen darüber, welches Öl bei welcher Erkrankung wirkt, lassen sich daraus nicht ableiten. Unbestritten ist dagegen, dass die Aromapflege den Umgang mit Patienten verändert: Sie bringt Zuwendung, Berührung und einen angenehmen Sinnesreiz in eine Umgebung, die davon oft wenig bietet.

Die Grenzen der Methode ergeben sich daraus von selbst. Anhaltende, unklare oder sich verschlimmernde Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt; eine Aromatherapie kann eine Diagnose nicht ersetzen und eine notwendige Behandlung nicht aufschieben. Besondere Zurückhaltung gilt bei Säuglingen und kleinen Kindern: Öle mit Menthol, Kampfer oder Eukalyptus dürfen bei ihnen nicht im Gesicht oder in der Nähe der Nase angewendet werden, weil sie einen Krampf der Stimmritze mit Atemnot auslösen können. Ätherische Öle gehören außerdem außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt, da bereits kleine verschluckte Mengen gefährlich sein können. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder an einer chronischen Erkrankung leidet, bespricht die Anwendung sinnvollerweise mit den behandelnden Ärzten.

Quellen

  • Zimmermann, E.: Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe.
    ISBN: 9783132443273
  • Wabner, D., Beier, C. (Hrsg.): Aromatherapie.
    ISBN: 9783437569913
  • Wabner, D., Theierl, S.: Klinikhandbuch Aromatherapie.
    ISBN: 9783864010392
  • Wabner, D.: Taschenlexikon der Aromatherapie.
    ISBN: 9783864010101
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg.): Lehrbuch Naturheilverfahren.
    ISBN: 9783830453338

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