Nasennebenhöhlenentzündung
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Nasennebenhöhlenentzündung oder Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Sie wird zumeist von Viren oder Bakterien ausgelöst und kann in akuter oder chronischer Form verlaufen. Typische Symptome sind Schnupfen und stechende und pochende Schmerzen im Bereich der Stirn und Augen.
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Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
Eine Nasennebenhöhlenentzündung wird in der Medizin auch als Sinusitis bezeichnet. Dabei sind vor allem die Nasennebenhöhlen entzündet. Eine Nasennebenhöhlenentzündung tritt in der Regel akut auf, sie kann sich unter Umständen auch zu einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln. Als Grenze zwischen beiden Formen gelten heute zwölf Wochen: Halten die Beschwerden länger als zwölf Wochen an oder kehren sie mehrmals im Jahr zurück, spricht man von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung.
Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen tritt recht häufig auf. Bei einer akuten Erkrankung sind zumeist die Kieferhöhle, die Stirnhöhle, das Siebbein oder die Keilbeinhöhle im Schädel betroffen. Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung breitet sich die Krankheit meist nur im Siebbein oder in der Kieferhöhle aus. In seltenen Fällen sind alle Nebenhöhlen entzündet. Dies wird dann als Pansinusitis oder Polysinusitis bezeichnet.
Ursachen
Die Ursachen für eine Nasennebenhöhlenentzündung werden in akute und chronische Ursachen unterschieden und sollen nun im Anschluss genauer beleuchtet werden.
Akute Nasennebenhöhlenentzündung
Zusätzlich begünstigen bereits vorhandene Nasenpolypen, eine vergrößerte Nasenmuschel oder eine schiefe Nasenscheidewand die Entzündung. Ebenso ist als unterstützender Auslöser eine erkrankte Zahnwurzel oder eine Entzündung durch einen gezogenen Zahn möglich. Eher seltener kommt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung nach einem Bad oder Schwimmen vor, bei denen Erreger im Wasser zur Entzündung der Nebenhöhlen führen können.
Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Die Ursachen für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung sind zumeist eine unzureichende Durchlüftung der Nasennebenhöhlen, die dann verengt sind. Ebenso zählen eine schiefe Nasenscheidewand, Nasenpolypen und vergrößerte Nasenmuscheln zu den Auslösern. Weiterhin kommen auch aggressive bakterielle Erreger gekoppelt an ein geschwächtes Immunsystem in Frage. Da hierbei über einen langen Zeitraum der Schleimtransport behindert wird, können die Bakterien zu chronischen Entzündungen führen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Die akute Entzündung der Nasennebenhöhlen beginnt mit Schnupfen, der nicht in der üblichen Zeit abklingt. Stattdessen verfestigt sich das Nasensekret, die Nase ist verstopft und lässt sich nicht ausschneuzen. Nasenatmung ist nicht mehr möglich, Geruchs- und Geschmackssinn sind eingeschränkt. Hinzu kommt ein Druckgefühl im Kopf und im Gesicht, das sich verstärkt und klopfend wird, wenn der Betroffene sich nach vorne beugt, vom Sitzen aufsteht oder hüpft.
Auch Niesen und Husten verstärken die Schmerzen. Die Gesichtshaut kann berührungsempfindlich werden. Welche der Nebenhöhlen entzündet ist, zeigt sich daran, in welchen Arealen sich der Schmerz befindet. Bei der Stirnhöhlenentzündung schmerzen die Stirn und die Augen.
Sind die Kieferhöhlen erkrankt, liegt der Schmerz in den Wangenknochen und im Oberkiefer. Diese Beschwerden fühlen sich manchmal wie Zahnschmerzen an und können sogar bis in den Unterkiefer ausstrahlen. Wenn der Schmerz an den Schläfen und am Hinterkopf verspürt wird, liegt die Entzündung in den Siebbeinzellen oder den Keilbeinhöhlen.
Wird die Sinusitis nicht behandelt, können Sehstörungen, extreme Kopfschmerzen oder Lichtempfindlichkeit hinzukommen. Außerdem besteht bei Nichtbehandlung die Gefahr, dass die Erkrankung chronisch wird. Bei diesem Verlauf verringern sich zwar mit der Zeit die bestehenden Schmerzen, aber der Allgemeinzustand verschlechtert sich und die Leistungsfähigkeit lässt nach. Der Patient fühlt sich krank.
Krankheitsverlauf
Der Verlauf einer Nasennebenhöhlenentzündung kann positiv verlaufen, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Eine akute Nebenhöhlenentzündung wird in der Regel vom Hausarzt schnell behandelt. Bei einer chronischen Erkrankung könnte eine Entfernung von Polypen oder die Operation einer schiefen Nasenscheidewand in Frage kommen.
Komplikationen können in Form einer Kehlkopfentzündung oder einer chronischen Rachenentzündung auftreten. Ebenso auch eine akute Bronchitis. In schwerwiegenden und unbehandelten Fällen kann es gar zu einem Durchbruch der Stirnhöhle kommen, wobei dann die Stirnhaut mit entzündet werden kann. Bei der Kombination mit einer Kieferhöhlenentzündung kann ein Durchbruch der Entzündung zur Augenhöhle einsetzen. Dies führt dann manchmal zu irreversiblem Sehverlust oder Sehstörungen. Eine erst nach Jahren auftretende Spätfolge der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung ist außerdem die Nasennebenhöhlenmukozele: Ist der Ausführungsgang einer Nebenhöhle dauerhaft verschlossen, kapselt sich das Sekret ab und verdrängt über Jahre hinweg langsam den umgebenden Knochen.
Wird das Gehirn von der Nasennebenhöhlenentzündung erfasst, kann es zur Hirnhautentzündung, Nackenschmerzen und Hirnabszessen kommen. Dabei können lebenslange neurologische Störungen auftreten. Lähmungen und Krampfanfälle sind hierbei besonders auffällig.
Durch eine Nasennebenhöhlenentzündung können unterschiedliche Komplikationen auftreten. Diese zeigen sich bei einer fachgerechten Therapie allerdings nur selten. Ohne eine entsprechende Behandlung drohen jedoch schwerwiegende Auswirkungen.
Komplikationen
Infolgedessen zeigen sich auch Begleiterkrankungen wie eine akute Bronchitis, eine Entzündung des Rachens oder eine Kehlkopfentzündung. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einem sinubronchialen Syndrom. Ein weiteres mögliches Problem der Nasennebenhöhlenentzündung ist ihre Ausbreitung auf angrenzendes Gewebe. Zum Beispiel können die Krankheitserreger leichte Knochenhautentzündungen oder schwerwiegende Entzündungen von Knochengewebe und Weichteilgewebe verursachen.
In manchen Fällen drohen aufgrund der Sinusitis auch gravierende Komplikationen wie eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder sogar eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns). Bemerkbar machen sich diese Folgeerscheinungen durch Lichtempfindlichkeit, intensive Kopfschmerzen, ausgeprägte Müdigkeit und Reizbarkeit. Treten diese Anzeichen auf, muss eine umgehende Behandlung in einem Krankenhaus stattfinden. Als Warnzeichen für ein Übergreifen der Entzündung auf Augenhöhle oder Schädelinneres gelten eine Schwellung oder Rötung des Augenlids, ein hervortretender Augapfel, Doppelbilder oder eine plötzliche Sehverschlechterung sowie stärkste Kopfschmerzen, Nackensteife, hohes Fieber, Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung. Bei diesen Anzeichen sollte über den Notruf 112 sofort der Rettungsdienst gerufen und nicht bis zum nächsten Praxistermin gewartet werden.
Gerade bei Kindern besteht die Gefahr, dass die Nasennebenhöhlenentzündung auf die Augenhöhlen übergreift. Dabei schwellen die Augenlider an und röten sich. Zur Behandlung werden Antibiotika verabreicht. Nicht selten muss zudem eine Operation erfolgen. Im Extremfall droht eine Blutvergiftung (Sepsis), die lebensgefährliche Ausmaße annehmen kann.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung verschwindet in der Regel von alleine wieder bei entsprechender Ruhe. Allerdings ist sie äußerst unangenehm, ein Arzt kann die Beschwerden lindern. Anhaltender und nicht abklingender Schnupfen sollte einem Arzt vorgestellt werden. Kommt es zusätzlich zu Beeinträchtigungen der geschmacklichen Wahrnehmung und Schmerzen im Gesicht oder Kopf, wird ein Arzt benötigt.
Kann der Betroffene keine ausreichende Nasenreinigung vornehmen, ist die Hilfe eines Arztes in Anspruch zu nehmen. Bei einer Störung der Atmung, einer erschwerten Sauerstoffzufuhr sowie einer nasalen Lautgebung, besteht Anlass zur Besorgnis. Der Betroffene benötigt medizinische Hilfe, damit es zu keinem akuten Zustand oder der Entwicklung verschiedener Folgeerscheinungen kommt. Störungen des Sehens, eine Empfindlichkeit gegenüber Lichteinflüssen sowie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite sind mit einem Arzt zu besprechen.
Zahnschmerzen oder ein Druckgefühl im Kopfinnern werden als äußerst unangenehm wahrgenommen. Vor der längeren Einnahme schmerzreduzierender Medikamente ist die Rücksprache mit einem Mediziner aufgrund möglicher Nebenwirkungen zu empfehlen. Können die alltäglichen Verpflichtungen nicht mehr ausgeführt werden, leidet der Betroffene unter einer Gereiztheit oder einer erhöhten Körpertemperatur, ist ein Arzt aufzusuchen. Patienten berichten von einem pochenden sowie klopfenden Gefühl im Kopf. Dies ist charakteristisch für eine Nasennebenhöhlenentzündung und sollte ärztlich abgeklärt werden. Kommt es zu Unannehmlichkeiten im Kopf, sobald sich der Betroffene leicht nach vorn beugt, ist dies als Anzeichen einer bestehenden Erkrankung zu deuten. Ein Arztbesuch ist notwendig, da es unbehandelt meist zu einer Zunahme der Beschwerden kommt.
Behandlung & Therapie
Bei der Therapie bzw. Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung kommen sowohl konservative Methoden als auch operative Eingriffe in Frage. Die akute Nebenhöhlenentzündung wird in der Regel mit konservativen Maßnahmen behandelt. Ärztlicher Rat ist erforderlich, wenn die Beschwerden länger als zehn Tage anhalten, sich nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtern, mit hohem Fieber oder starken einseitigen Schmerzen einhergehen oder wenn das Immunsystem geschwächt ist. Bei der konservativen Behandlung haben sich besonders abschwellende Nasentropfen bewährt. Diese können direkt verabreicht werden oder mit einem Wattestück in die betroffene Nasenhöhle eingeführt werden. Abschwellende Nasentropfen und Nasensprays dürfen allerdings nur kurzfristig angewendet werden, in der Regel höchstens eine Woche am Stück. Bei längerer Anwendung gewöhnt sich die Schleimhaut daran und schwillt nach dem Absetzen immer wieder an, so dass ein Dauergebrauch entsteht. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es eigens dosierte Präparate; die Mittel für Erwachsene sind für sie nicht geeignet.
Um die allgemeinen Beschwerden und Symptome, wie den stechenden Schmerzen der Stirnhöhle, zu lindern, werden vom Arzt fiebersenkende, entzündungshemmende und schleimlösende Medikamente (oftmals mit den Inhaltsstoffen Ibuprofen oder Paracetamol) empfohlen oder verschrieben. Nur in seltenen Fällen muss Antibiotika verabreicht werden. Der Grund dafür ist, dass die akute Nasennebenhöhlenentzündung meist von Viren verursacht wird, gegen die Antibiotika nicht wirken. Nach heutigem Kenntnisstand sind sie nur bei starken, einseitigen Beschwerden mit hohem Fieber, bei erneuter Verschlechterung nach anfänglicher Besserung, bei Anzeichen für eine Ausbreitung der Entzündung sowie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem angezeigt. Wärmeanwendungen wie Rotlicht werden von manchen Betroffenen als angenehm empfunden; bei eitriger Entzündung können sie die Beschwerden jedoch verstärken. Für homöopathische Mittel und Akupunktur liegt bei der Nasennebenhöhlenentzündung kein Wirksamkeitsnachweis vor. Viele Ärzte bieten auch eine Spülung der Nebenhöhlen an.
Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung wurde lange überwiegend eine Operation der Ursachen durchgeführt. Hierbei galt besonders die Nebenhöhlenpunktion als erfolgreich. Nach heutigem Kenntnisstand steht am Anfang jedoch die konservative Behandlung mit kortisonhaltigen Nasensprays und regelmäßigen Nasenspülungen mit Salzlösung; operiert wird erst, wenn diese Behandlung über mehrere Monate nicht ausreichend hilft. Die Nebenhöhlenpunktion wird heute nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt. Bei der Operation werden je nach Ursache entweder eine krumme Nasenscheidewand gerichtet, Polypen entfernt oder die Nasenmuscheln verkleinert. Als Operationsinstrument wird das Endoskop mit mikrochirurgischen Aufsätzen verwendet. Der operative Eingriff kann in leichten Fällen ambulant erfolgen oder bei größeren Eingriffen auch im Krankenhaus. Auch nach einer erfolgreichen Operation muss die Behandlung mit kortisonhaltigem Nasenspray in der Regel fortgesetzt werden, da die Entzündung sonst zurückkehrt.
Nachsorge
Zu unterscheiden sind die akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Die akute Verlaufsform heilt innerhalb weniger Wochen aus. Anschließend ist keine Nachsorge notwendig, weil Beschwerdefreiheit vorliegt. Der Patient benötigt weder weitere Medikamente noch eine Unterstützung in seinem Alltag. Allerdings besteht auch keine Immunität. Wichtig ist die Einschränkung: Das gilt nur, wenn die Beschwerden tatsächlich vollständig verschwunden sind. Bestehen sie länger als zwölf Wochen fort oder kehren sie mehrmals im Jahr wieder, liegt eine chronische Verlaufsform vor, die weiter ärztlich betreut werden muss.
Dem Entstehen einer erneuten Nasennebenhöhlenentzündung lässt sich am besten durch das vollständige Auskurieren eines Schnupfens begegnen. Patienten sollten daher unbedingt den Anweisungen ihres Arztes folgen. Anders verhält es sich bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Sie führt zu einer langwierigen Dauerbehandlung beziehungsweise Nachsorge.
Sogar eine lebenslange Therapie ist nicht auszuschließen. Vorstellungen bei einem Arzt empfehlen sich quartalsweise. In diesen wird der allgemeine und spezifische Gesundheitszustand erhoben. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, um den Fortgang zu dokumentieren. Geeignete Methoden sind etwa die Nasenspiegelung, bildgebende Verfahren sowie ein Abstrich des Nasensekrets, der dann im Labor untersucht wird.
Der Arzt verspricht sich daraus, Komplikationen wie ein Übergreifen auf das Gehirn zu verhindern oder auf Schwierigkeiten schnellstmöglich reagieren zu können. Zudem kann die Frage einer Operation erörtert werden, die bei bestimmten Krankheitsbildern angezeigt ist. Medikamentös helfen kortisonhaltige Nasensprays weiter. Hierfür erhält der Patient weitere Verordnungen.
Aussicht & Prognose
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung klingt im Regelfall bereits nach einer kurzen Zeit wieder ab. Bei 60 bis 80 Prozent der Betroffenen dauert sie ungefähr zwei Wochen. Wohingegen rund 90 Prozent aller Fälle von einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung innerhalb von sechs Wochen abheilen. Die Krankheitsdauer einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung demgegenüber kann sich auch über viele Jahre erstrecken. In Einzelfällen leiden Patienten sogar lebenslang unter der Erkrankung.
Entscheidend ist, dass die Ursachen der chronischen Entzündung beseitigt werden. Dies können z.B. Engstellen im Naseninneren sein. Komplikationen einer Nasennebenhöhlenentzündung sind bei rechtzeitiger und korrekter Therapie sehr selten. Allerdings kann eine chronische eitrige Nasennebenhöhlenentzündung unbehandelt auch auf angrenzende Knochenhaut und das Knochen- sowie Weichteilgewebe übergreifen. Ernstere Probleme drohen den Betroffenen, wenn sich beispielsweise eine Augenhöhle, die Hirnhäute oder sogar das Gehirn entzünden. Bei solchen gefährlichen Komplikationen der Nasennebenhöhlenentzündung ist dann in den meisten Fällen eine Therapie im Krankenhaus nötig.
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung, die bei Kindern auftritt, heilt meist problemlos aus. Ist sie aber zu einer chronischen Entzündung fortgeschritten, ist die Prognose davon abhängig, wie effektiv die Behandlung der verursachenden Faktoren gelingt. Ohne jegliche Behandlung kann die Nasennebenhöhlenentzündung jedoch ähnliche Komplikationen wie bei Erwachsenen hervorrufen, wie beispielsweise das Übergreifen der Entzündung auf die Hirnhäute. Dies passiert jedoch nur selten.
Das können Sie selbst tun
Die Verwendung von Nasenspülungen hilft bei einer Nasennebenhöhlenentzündung unterstützend zu einer eingeleiteten medizinischen Behandlung. Die Spülung der Nase kann durch eigens dafür entwickelte Spülapparate und unter Verwendung einer Salzlösung eigenverantwortlich genutzt werden. Durch die Nasenspülung wird die Abschwellung der Schleimhäute im gesamten Nasenbereich gefördert. Zusätzlich kommt es zu einem verbesserten Abfluss des Nasensekrets. Die Krankheitserreger werden durch diesen Vorgang aus dem Nasenbereich transportiert und können vom Organismus ausgeschieden werden. Für die Spülung sollte abgekochtes und wieder abgekühltes oder steriles Wasser verwendet werden; das Spülgerät ist nach jedem Gebrauch zu reinigen und trocknen zu lassen.
Die Inhalation mit verschiedenen Heilmitteln wird ebenfalls bei einer Nasennebenhöhlenentzündung empfohlen. Es kann mit Salzlösung, aber ebenso mit Kamille inhaliert werden. Der Vorgang ist mit oder ohne die Verwendung eines Inhaliergerätes möglich. Verkrustungen an den Nasenwänden werden gelöst, die Schleimhaut befeuchtet und der Abtransport des Nasensekrets gefördert. Die Inhalation ist ein schonender Vorgang, bei dem die Schleimhäute abschwellen und Krankheitserreger ausgeleitet werden.
Das im Volksmund bekannte Hochziehen der Nase ist nicht zu empfehlen. Da eine laufende Nase ein Hinweis auf eine Absonderung des erkrankten Sekrets ist, würde das Hochziehen zu Verkrustungen führen und den Heilungsprozess unterbrechen. Regelmäßiges gründliches Säubern der Nase ist in diesen Fällen anzuraten. Dabei sollte nicht zu viel Kraft verwendet werden, da ein hoher Druck im Kopf und den Nasennebenhöhlen ungünstig ist. Selbsthilfemaßnahmen ersetzen die ärztliche Behandlung nicht: Treten Schwellung oder Rötung am Auge, Doppelbilder, stärkste Kopfschmerzen, Nackensteife oder Bewusstseinstrübung auf, ist über den Notruf 112 sofort der Rettungsdienst zu verständigen.
Quellen
- Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
ISBN: 9783131521231
- Lenarz, T., Boenninghaus, H.-G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
ISBN: 9783642211300
- Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde.
ISBN: 9783662581773
- Guntinas-Lichius, O.; Klußmann, J. P.; Lang, S.: Referenz HNO-Heilkunde.
ISBN: 9783132422421
- Strutz, J., Mann, W. (Hrsg.): Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie.
ISBN: 9783132454606

