Ibuprofen

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 12. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ibuprofen ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum bzw. Analgetikum, das heißt, ein Arzneimittel mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkweise. Bei bestimmten Erkrankungen handelt es sich nicht mehr um eine Schutz- oder Warnfunktion von Schmerzen und Entzündungen. In solchen Fällen ist der Einsatz von Schmerzmitteln, z.B. mit dem Wirkstoff Ibuprofen, sinnvoll.

Inhaltsverzeichnis

Medizinische Wirkung & Anwendung

Ibuprofen
Ibuprofen ist ein Arzneimittel mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkweise.

Schmerzen und Entzündungen sind äußerst unangenehm, dennoch haben sie auch schützende und warnende Funktionen, welche unter Umständen von lebenswichtiger Bedeutung sein können. Die dabei freigesetzten Botenstoffe (Prostaglandine) übertragen Schmerzsignale an das Gehirn bzw. aktivieren Immunzellen, wodurch eindringende Krankheitserreger bekämpft werden.

Ibuprofen hemmt die Enzyme, die diese Botenstoffe bilden, die sogenannten Cyclooxygenasen. Dadurch entstehen weniger Prostaglandine, und Schmerz, Fieber und Entzündung gehen zurück. Weil dieselben Botenstoffe zugleich die Magenschleimhaut schützen, die Durchblutung der Nieren regeln und an der Verklumpung der Blutplättchen beteiligt sind, erklären sich aus demselben Angriffspunkt auch die wichtigsten unerwünschten Wirkungen.

Ibuprofen wird zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen, bei akuten Gelenkentzündungen (Arthritiden) einschließlich Gichtanfällen sowie chronischen Gelenkentzündungen, insbesondere rheumatoider Arthritis und chronischer Polyarthritis, Reizzuständen bei Arthrosen und Spondylarthrosen (degenerative Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen), entzündlichen rheumatischen Erkrankungen der Wirbelsäule, z.B. Morbus Bechterew, entzündlichen Erkrankungen bei Weichteilrheumatismus sowie schmerzhaften verletzungsbedingten Entzündungen und Schwellungen angewendet.

Ibuprofen ist in verschiedenen Darreichungsformen, wie Tabletten, Kapseln, Granulat, Kindersäften, Zäpfchen oder Salben auf dem Markt. Der Wirkstoff Ibuprofen unterliegt der Apothekenpflicht und kann bis zu einer bestimmten Dosierung rezeptfrei in Apotheken erworben werden. Präparate mit einem höheren Wirkstoffanteil von Ibuprofen, z.B. zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, sind vom Arzt verschreibungspflichtig.

Im rezeptfreien Bereich steht dabei ein engerer Kreis von Beschwerden im Vordergrund. Die Fachinformationen der niedrig dosierten Präparate weisen als Anwendungsgebiet die kurzzeitige Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen aus, genannt werden Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Regelschmerzen, sowie die Behandlung von Fieber. Das ist etwas anderes als die dauerhafte Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen, für die die höheren Stärken vorgesehen sind und deren Fachinformationen entsprechend die Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen aufzählen.

Wo die Grenze zwischen beiden Bereichen genau verläuft, regelt die Arzneimittelverschreibungsverordnung. Ohne Rezept abgegeben werden dürfen danach Salben und ähnliche Zubereitungen zum Auftragen auf die Haut bis zu einem niedrigen Wirkstoffgehalt sowie wirkstoffhaltige Pflaster; ferner Tabletten, Zäpfchen und flüssige Zubereitungen bis zu einer festgelegten Einzel- und Tagesmenge, und dies wiederum nur für bestimmte Anwendungsgebiete – leichte bis mäßig starke Schmerzen, Fieber und die akute Kopfschmerzphase einer Migräne mit oder ohne Aura. Alles darüber bleibt dem Rezept vorbehalten.

Ausgenommen von der Verschreibungspflicht sind außerdem einige Kombinationen, jeweils in begrenzter Stärke, zum Teil auch in begrenzter Packungsgröße, und jeweils nur für ein bestimmtes Anwendungsgebiet. Die Kombination mit Coffein ist für akute mäßig starke Schmerzen bei Erwachsenen vorgesehen, die Kombination mit Paracetamol für die kurzzeitige Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und die Kombination mit einem abschwellenden Wirkstoff für die akute Entzündung von Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen im Rahmen einer Erkältung.

Für Kinder stehen eigene Darreichungsformen zur Verfügung. Säfte werden nach dem Körpergewicht dosiert und sind bereits für Säuglinge ohne Rezept erhältlich, sobald diese ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben; Zäpfchen treten hinzu, wenn ein Kind erbricht oder den Saft verweigert. Tabletten in der für Erwachsene üblichen Stärke sind für kleine Kinder dagegen nicht geeignet, weil sich der auf das Körpergewicht bezogene Bedarf mit ihnen nicht treffen lässt; ihre Fachinformationen nennen deshalb eine untere Gewichts- und Altersgrenze.

Unabhängig von Stärke und Darreichungsform gilt derselbe Grundsatz: die niedrigste Menge, die die Beschwerden lindert, über den kürzesten Zeitraum, der dafür nötig ist. Unerwünschte Wirkungen lassen sich auf diesem Weg verringern. Die Selbstbehandlung ohne Rezept ist zudem auf wenige Tage angelegt – halten Fieber oder Schmerzen darüber hinaus an oder verschlimmern sie sich, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Ibuprofen und anderen Medikamenten ist unter Umständen besondere Vorsicht geboten, insbesondere kann Ibuprofen die Wirkung anderer Medikamente entweder verstärken oder abschwächen. Eine Kombination mit anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika bzw. Analgetika ist zu vermeiden. Mit der zeitgleichen Gabe von Ibuprofen und oralen Kortikosteroiden, blutgerinnungshemmenden Medikamenten, z.B. Marcumar, SSRI (zur Behandlung von Depressionen) oder Thrombozytenaggregationshemmern, z.B. ASS, besteht die Gefahr von Blutungen oder einer Geschwürbildung im Magen-Darm-Trakt.

Beim Auftreten dieser Faktoren ist die Therapie mit Ibuprofen sofort zu beenden. Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Ibuprofen und von Schmerzmitteln im allgemeinen, insbesondere eine Kombination von Präparaten mit verschiedenen schmerzlindernden Wirkstoffen kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung und zum Nierenversagen führen.

Eine weitere Wechselwirkung betrifft die niedrig dosierte Acetylsalicylsäure, die viele Patienten zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall einnehmen. Beide Wirkstoffe greifen am selben Enzym der Blutplättchen an, und Ibuprofen versperrt der Acetylsalicylsäure dort den Zugang. Die Acetylsalicylsäure schaltet dieses Enzym dauerhaft aus, Ibuprofen dagegen nur vorübergehend; deshalb ist es die Acetylsalicylsäure, die den Gefäßschutz leistet, und Ibuprofen, das ihn stört. Bei regelmäßiger Einnahme von Ibuprofen lässt sich deshalb nicht ausschließen, dass der erwartete Gefäßschutz geringer ausfällt; bei nur gelegentlicher Anwendung ist eine klinisch bedeutsame Wechselwirkung dagegen nicht zu erwarten.

Für Patienten, deren Risiko für Blutungen und Geschwüre im Magen-Darm-Trakt ohnehin erhöht ist – etwa nach einem früheren Magengeschwür, im höheren Lebensalter oder bei gleichzeitiger Einnahme von Kortisonpräparaten, Gerinnungshemmern oder Thrombozytenaggregationshemmern –, kommt eine schützende Begleitbehandlung in Betracht. Dafür stehen Protonenpumpenhemmer und ein magenschleimhautschützender Abkömmling der Prostaglandine zur Verfügung. Die Behandlung beginnt bei diesen Patienten mit der niedrigsten verfügbaren Stärke; ungewöhnliche Beschwerden im Bauchraum sollten gerade zu Beginn ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Wechselwirkungen betreffen die Niere und den Blutdruck. Ibuprofen kann die Wirkung von entwässernden Mitteln und von blutdrucksenkenden Arzneimitteln abschwächen. Nehmen ältere Menschen oder Patienten mit eingeschränkter Nierenleistung gleichzeitig einen ACE-Hemmer, einen Betarezeptorenblocker oder einen Angiotensin-II-Antagonisten ein, kann sich die Nierenfunktion weiter verschlechtern, im Einzelfall bis zu einem vorübergehenden Nierenversagen; ausreichendes Trinken und Kontrollen der Nierenwerte sind dann angezeigt. Der Blutspiegel von Digoxin, Phenytoin und Lithium kann unter Ibuprofen ansteigen, ebenso die Giftigkeit von Methotrexat, wenn beide Mittel kurz nacheinander gegeben werden. Bei blutzuckersenkenden Tabletten aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe wird vorsichtshalber der Blutzucker kontrolliert.

Unabhängig von der Acetylsalicylsäure hemmt Ibuprofen die Funktion der Blutplättchen vorübergehend; Patienten mit einer Störung der Blutgerinnung werden deshalb sorgfältig überwacht. Für den Ginkgo ist beschrieben, dass er das Blutungsrisiko nichtsteroidaler Antiphlogistika erhöhen kann. Zusammen mit Ciclosporin oder mit dem verwandten Tacrolimus steigt das Risiko einer Nierenschädigung. Bei Antibiotika aus der Gruppe der Chinolone deuten tierexperimentelle Daten darauf hin, dass nichtsteroidale Antiphlogistika das mit ihnen verbundene Risiko für Krampfanfälle erhöhen können.

Ibuprofen darf nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen weiteren Bestandteil von Ibuprofen, bei in der Vergangenheit erlittenen Asthmaanfällen, Nasenschleimhautschwellungen oder allergischen Reaktionen der Haut nach der Anwendung, bei bestimmten Blutbildungsstörungen, Hirnblutungen, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder -Blutungen, Magen-Darm-Blutung oder Magendurchbruch in der Vergangenheit unter der Einnahme von nichtsteroidalen Antiphlogistika oder Antirheumatika (NSAR), bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, schwerer Herzmuskelschwäche, im letzten Drittel einer bestehenden Schwangerschaft sowie von Kindern und Jugendlichen, die die für die jeweilige Präparatestärke vorgesehene Altersgrenze noch nicht erreicht haben.

Diese Altersgrenze hängt von der Stärke des Präparats ab und gilt nicht für den Wirkstoff als solchen: Säfte und Zäpfchen mit geringem Wirkstoffgehalt sind bereits für Säuglinge und Kleinkinder zugelassen, während höher dosierte Tabletten Jugendlichen und Erwachsenen vorbehalten bleiben.

Eine Behandlung mit Ibuprofen von Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes, hohen Cholesterinwerten, Rauchern und älteren Patienten sollte in begründeten Fällen unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Nur unter strenger Abwägung des Verhältnisses von Nutzen und Risiko ist Ibuprofen bei bestimmten Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Lupus erythematodes und Mischkollagenose, oder einigen angeborenen Störungen der Blutbildung, wie etwa der akuten intermittierenden Porphyrie, anzuwenden.

Nach größeren Operationen, bei bekannten Allergien, wie z.B. früheren Hautreaktionen auf andere Arzneimittel, Heuschnupfen, chronischen Schwellungen der Nasenschleimhaut, Asthma bronchiale, chronischen Atemwegserkrankungen, bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und der Einnahme von Ibuprofen ist eine besondere ärztliche Betreuung erforderlich.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf Ibuprofen nicht angewendet werden, weil Prostaglandine beim ungeborenen Kind Vorgänge steuern, in die der Wirkstoff mit seinem Angriffspunkt eingreift. In diesem Zeitraum kann der Wirkstoff beim Kind die vorgeburtliche Kurzschlussverbindung zwischen Lungenschlagader und Hauptschlagader vorzeitig verengen oder verschließen, einen Lungenhochdruck auslösen und die Nierenfunktion beeinträchtigen. Bei der Mutter und beim Neugeborenen kann sich die Blutungszeit verlängern, und die Zusammenziehung der Gebärmutter kann gehemmt werden, sodass sich die Wehen verzögern oder die Geburt länger dauert.

Auch in den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft wird Ibuprofen nur angewendet, wenn es unbedingt notwendig ist, und dann in möglichst geringer Menge über einen möglichst kurzen Zeitraum. Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte kann der Wirkstoff über eine Störung der kindlichen Nierenfunktion zu einer verminderten Fruchtwassermenge führen; sie bildet sich nach dem Absetzen in der Regel zurück. Wird über mehrere Tage behandelt, werden die Fruchtwassermenge und die Kurzschlussverbindung zwischen Lungenschlagader und Hauptschlagader deshalb vorgeburtlich überwacht. Beobachtungsstudien weisen darüber hinaus auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten und für bestimmte Fehlbildungen hin, wenn ein Hemmstoff der Prostaglandinbildung in der Frühschwangerschaft angewendet wird.

In der Stillzeit gehen Ibuprofen und seine Abbauprodukte nur in geringen Mengen in die Muttermilch über. Nachteilige Folgen für den Säugling sind bislang nicht bekannt geworden, sodass eine kurzfristige Anwendung das Stillen in der Regel nicht unterbricht. Für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist zu bedenken, dass Wirkstoffe, die die Cyclooxygenase hemmen, die weibliche Fruchtbarkeit über eine Wirkung auf den Eisprung beeinträchtigen können; nach dem Absetzen ist diese Wirkung rückläufig.


Risiken & Nebenwirkungen

Unter der Einnahme von Ibuprofen kann es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Magenschmerzen, Magenschleimhautblutungen, Magen-Darm-Geschwüren, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung kommen. Insbesondere die Anwendung von Ibuprofen in Zäpfchenform kann zu Schleimhautreizungen, Schmerzen beim Stuhlgang und blutigen Schleimabsonderungen führen.

Beim Auftreten schwerer allergischer Reaktionen, wie Hautausschlägen, Rötungen und Juckreiz der Haut, Schleimhautläsionen oder selten auftretender schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Atemnot bis hin zu Herz-Kreislauf-Versagen und Schock, muss die Behandlung mit Ibuprofen sofort abgebrochen und umgehend der behandelnde Arzt darüber in Kenntnis gesetzt werden, welcher entsprechende medizinische Maßnahmen einleiten wird.

Besonders höher dosierte Einnahmen von Ibuprofen können zentralnervöse Störungen mit Müdigkeit, Reizbarkeit und Schwindel hervorrufen. Im Einzelfall ist das Reaktionsvermögen so stark verändert, dass eine aktive Teilnahme im Straßenverkehr sowie die Fähigkeit zum Arbeiten an und mit Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt insbesondere bei gleichzeitigem Konsumieren von Alkohol. Während einer Behandlung mit Ibuprofen sollte Alkohol generell vermieden werden, da dies zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen führen kann.

Klinische Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Anwendung von Ibuprofen vor allem in hohen Tagesmengen mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall einhergehen kann. Für die niedrigen, rezeptfrei erhältlichen Mengen ergibt sich ein solcher Zusammenhang aus den vorliegenden Daten nicht. Bei Herzschwäche, nicht ausreichend eingestelltem Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Durchblutungsstörungen der Beine oder einer Erkrankung der Hirngefäße sollen hohe Dosen deshalb vermieden werden. Bei diesen Patienten wird Ibuprofen darüber hinaus nur nach sorgfältiger Abwägung angewendet. Dieselbe Abwägung ist vor einer Langzeitbehandlung von Menschen mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Ereignisse angezeigt, also bei Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes oder Rauchen.

Selten, aber ernst sind schwere Hautreaktionen. Beschrieben worden sind unter Ibuprofen ausgedehnte Blasenbildungen und Ablösungen der Haut wie beim Stevens-Johnson-Syndrom und bei der toxischen epidermalen Nekrolyse sowie Arzneimittelreaktionen, an denen mehrere Organe beteiligt sind. Solche Reaktionen können lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen; die meisten von ihnen traten früh im Behandlungsverlauf auf. Treten entsprechende Anzeichen auf, wird Ibuprofen unverzüglich abgesetzt und eine andere Behandlung gewählt.

Während einer Windpockenerkrankung sollte Ibuprofen gemieden werden: In Ausnahmefällen sind schwere Infektionen der Haut und der Weichteile aufgetreten, und ein Beitrag der nichtsteroidalen Antiphlogistika ließ sich bislang nicht ausschließen. Allgemein kann der Wirkstoff die Zeichen einer Infektion verdecken – Fieber und Schmerzen gehen zurück, während die zugrunde liegende Erkrankung fortbesteht. Wird Ibuprofen bei einer Infektion gegen Fieber oder Schmerzen eingenommen, ist der Verlauf deshalb im Auge zu behalten; halten die Beschwerden an oder verschlimmern sie sich, ist ärztlicher Rat einzuholen.

Eine Besonderheit betrifft die Behandlung von Kopfschmerzen selbst. Werden Schmerzmittel über längere Zeit regelmäßig gegen Kopfschmerzen eingenommen, können sie diese verschlimmern; die Fachwelt spricht dann von Kopfschmerz bei Arzneimittelübergebrauch. Der Verdacht liegt nahe, wenn jemand an häufigen oder täglichen Kopfschmerzen leidet, obwohl – oder gerade weil – er regelmäßig Mittel dagegen einnimmt. In diesem Fall ist die Behandlung abzubrechen und ärztlicher Rat einzuholen.

Empfindlich reagiert die Niere, wenn dem Körper Flüssigkeit fehlt. Bei starkem Erbrechen, Durchfall oder unzureichender Flüssigkeitsaufnahme kann Ibuprofen die Nierenleistung verschlechtern; bei schwerem Flüssigkeitsmangel ist die Anwendung ausgeschlossen. Das gilt ausdrücklich auch für Kinder und Jugendliche, bei denen ein Flüssigkeitsmangel rasch entsteht. Auf ausreichendes Trinken ist während der Einnahme daher zu achten.

Die genannten Risiken und Nebenwirkungen können, müssen jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten. Bei einer längeren Einnahme von Ibuprofen sind regelmäßige ärztliche Kontrollen des Blutbildes, der Nierenfunktion sowie der Leberwerte erforderlich. Insbesondere bei älteren Personen sind auf Grund des häufigeren Eintretens von Nebenwirkungen eine ärztliche Überwachung und ggf. Dosisanpassung von Ibuprofen erforderlich.

Quellen

  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Freissmuth, M., Offermanns, S., Böhm, S.: Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783662684696
  • Geber, C., Gierthmühlen, J., Klinger, R., Rittner, H. (Hrsg.): Praktische Schmerzmedizin.
    ISBN: 9783662736074
  • Herdegen, T. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783132453470
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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