Neuroophthalmologie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Neuroophthalmologie ist das Grenzgebiet zwischen Augenheilkunde und Neurologie. Sie befasst sich mit Erkrankungen des Sehnervs und der Sehbahn, mit Störungen der Pupillenreaktion und mit Augenbewegungsstörungen, die auf einer Nervenlähmung beruhen. Eng verwandt ist die Orthoptik, die das sogenannte Schielen behandelt. Es handelt sich dabei um eine dauerhafte oder wiederholt auftretende Fehlstellung der Augen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Neuroophthalmologie?

Neuroophthalmologie
Die Neuroophthalmologie ist das Grenzgebiet zwischen Augenheilkunde und Neurologie; sie befasst sich mit Erkrankungen des Sehnervs und der Sehbahn, mit Störungen der Pupillenreaktion und mit Augenbewegungsstörungen.

Die Augenheilkunde unterscheidet zwei Formen dieser Fehlstellung: die angeborene und die erworbene. Wenn ein Mensch schielt, schauen seine Augen nicht in dieselbe Richtung, sondern der Blick geht nach innen oder außen, nach oben oder unten. Die Symptome können variieren. Es gibt Patienten mit einer auffälligen Fehlstellung, bei anderen fällt sie wiederum kaum auf. Das Schielen kann einseitig oder wechselseitig auftreten. Über das Schielen hinaus befasst sich die Neuroophthalmologie mit Erkrankungen des Sehnervs und der Sehbahn sowie mit Störungen der Pupillenreaktion.

Vier Millionen Menschen in Deutschland sind von dieser Fehlstellung der Augen betroffen, sowohl Erwachsene als auch Kinder. Fünfzig Prozent leiden unter Amblyopie (Schwachsichtigkeit). Ein kleiner Teil der Bevölkerung hat kein ausreichendes räumliches Sehen. Dieses beidäugige räumliche Sehen wird als Stereosehen bezeichnet.

Der Gegenstand des Fachs erklärt sich aus einer anatomischen Besonderheit: Der Sehnerv ist entwicklungsgeschichtlich keine gewöhnliche periphere Nervenbahn, sondern eine nach vorn verlagerte Bahn des Gehirns. Von der Netzhaut bis zur Sehrinde im Hinterhauptslappen legt die Information eine lange Strecke zurück, die als Sehbahn bezeichnet wird. Im Chiasma opticum, der Sehnervenkreuzung an der Schädelbasis, wechseln die Fasern aus den nasenwärts gelegenen Netzhauthälften auf die jeweils andere Seite; hinter der Kreuzung führt jede Bahn deshalb die Information einer Gesichtsfeldhälfte beider Augen. Weil an jeder Station andere Fasern beieinanderliegen, hinterlässt eine Schädigung je nach Ort ein charakteristisches Muster im Gesichtsfeld. Aus diesem Muster auf den Ort der Schädigung zu schließen, ist die eigentliche Denkaufgabe der Neuroophthalmologie.

Ein zweiter Zuständigkeitsbereich ist die Pupillenreaktion. Sie beruht auf einem Regelkreis, dessen zuführender Schenkel über den Sehnerv verläuft und dessen abführender Schenkel über Nervenfasern des dritten Hirnnervs zum Schließmuskel der Regenbogenhaut zieht. Fällt die Zuleitung einseitig aus, reagiert die Pupille auf Licht am betroffenen Auge schwächer als am gesunden - ein Befund, der sich bereits mit einer Untersuchungslampe erheben lässt. Drittens gehören Augenbewegungsstörungen zum Fach, sofern sie nicht auf dem Muskel selbst, sondern auf einer Lähmung der steuernden Hirnnerven beruhen. Für die Bewegung der Augen sind drei von ihnen zuständig; jeder erzeugt bei Ausfall ein eigenes Bild aus Schielstellung, Doppelbildern und ausweichender Kopfhaltung.

Gegenüber der allgemeinen Augenheilkunde grenzt sich das Fach dadurch ab, dass die Ursache der Sehstörung häufig nicht im Auge selbst liegt: Der vordere Augenabschnitt kann unauffällig sein, während die Störung im Sehnerv, im weiteren Verlauf der Sehbahn oder in den steuernden Hirnnervenkernen sitzt. Gegenüber der Neurologie unterscheidet sie sich durch den Untersuchungszugang, denn der Augenhintergrund ist die einzige Stelle des Körpers, an der sich Nervengewebe und kleine Blutgefäße ohne Eingriff unmittelbar betrachten lassen. In der Versorgung ist die Neuroophthalmologie deshalb selten eine eigene Praxis, sondern meist eine Spezialsprechstunde an Augenkliniken und größeren neurologischen Abteilungen, in der Augenärzte und Neurologen gemeinsam beurteilen und in der die Magnetresonanztomographie regelmäßig hinzugezogen wird. Die eng verwandte Orthoptik arbeitet an derselben Schnittstelle, hat ihren Schwerpunkt jedoch beim Zusammenspiel beider Augen, bei der Behandlung des Schielens und bei der Schwachsichtigkeit im Kindesalter.

Behandlungen & Therapien

Die Augen können nach außen, innen, unten, oben, verrollend oder auch kombiniert abweichen. Leidet ein Mensch unter dieser Fehlstellung der Augen und schielt infolgedessen, weichen die entstehenden Bilder so weit voneinander ab, dass sein Gehirn diese Wahrnehmung nicht mehr zu einem einheitlichen räumlichen Bild zusammenfügen kann. Dadurch entsteht das doppelte Sehen. Der Patient nimmt alles, was er sieht, doppelt wahr.

Schielende Kinder sehen nicht doppelt, weil das durch das schielende Auge übertragene Doppelbild durch das Gehirn einfach ausgeschaltet wird. Was zunächst nach einer einfachen Lösung der Natur aussieht, ist jedoch keinesfalls so hinzunehmen, da die betroffenen Kinder durch diesen Vorgang bereits nach kurzer Zeit eine immer stärker werdende Schwachsichtigkeit entwickeln. Diese sich im ausgeschalteten Auge entwickelnde Schwachsichtigkeit bezeichnet die Fachsprache als Amblyopie. Je früher Babys und Kleinkinder therapiert werden, desto wirkungsvoller lässt sich diese Schwachsichtigkeit beseitigen oder zumindest so weit korrigieren, dass die Betroffenen gut damit leben können. Diese Schwachsichtigkeit kann nur im frühen Kindesalter mit konservativen Methoden wirkungsvoll therapiert werden.

Je älter ein Mensch ist, desto schwieriger gestaltet sich eine Korrektur des Schielens. Oft hilft nur ein operativer Eingriff an der Augenmuskulatur. Augenärzte weisen Eltern deshalb darauf hin, ihr Kind genau zu beobachten, um ein Schielen so früh wie möglich zu erkennen. Erhöhte Vorsicht ist geboten, wenn Schielen in der direkten Familienlinie bei Eltern und Großeltern aufgetreten ist. Auch die Seitenlinie wie elterliche Geschwister und deren Nachkommen ist zu berücksichtigen. Säuglinge werden augenärztlich-orthoptisch untersucht auf Augenzittern, Hornhauttrübungen, Schielen, Augenauffälligkeiten, grau-weiße Pupillen, vergrößerte, lichtscheue Augen und Lidveränderungen.

Im Alter von sechs bis zwölf Monaten werden Kleinkinder untersucht, die rückständig in der Entwicklung sind, Frühgeborene und Kinder, deren Familienhistorie festgestellte Augenerkrankungen aufweist. Im Alter von zwei bis drei Jahren werden alle Kinder, bei denen der Verdacht auf eine Schielerkrankung oder allgemeine Sehschwäche besteht, untersucht. Auf diese Weise können Augenärzte frühzeitig das kleinwinklige Schielen und einen optischen Brechungsfehler erkennen.

Patienten jeder Altersklasse werden nicht nur untersucht, wenn eine sichtbare Schielerkrankung vorliegt, sondern auch bei Symptomen, deren klinisches Bild sich zunächst nicht eindeutig zuordnen lässt: Störungen in der Motorik, häufiges Danebengreifen, unsicherer Gang, vermehrtes Anstoßen und Stolpern, Reiben und Zukneifen der Augen, Kopfschiefhaltung und Doppelbilder. Hausärzte empfehlen ihren Patienten eine fachärztliche Untersuchung. Augenärzte und Kliniken beraten hinsichtlich der frühkindlichen Förderung bei Kindern mit Sehbehinderung, zum Beispiel bei der Auswahl einer Sehbehindertenschule. Bei Arbeitnehmern mit Sehstörungen verweisen sie an die richtigen Ansprechpartner für Berufsförderungswerke und berufsbegleitende Dienste. Sie beraten ihre Patienten hinsichtlich einer sehbehindertengerechten Arbeitsplatzausstattung.

Die neuroophthalmologischen Krankheitsbilder im engeren Sinn betreffen den Sehnerv, den weiteren Verlauf der Sehbahn und die Steuerung der Augen. Eine Sehnerventzündung äußert sich meist einseitig mit einer innerhalb von Stunden bis Tagen zunehmenden Sehverschlechterung, einem Schmerz bei Augenbewegungen und einem abgeschwächten Farbeindruck; sie tritt gehäuft bei jüngeren Erwachsenen auf und kann die erste Erscheinung einer Multiplen Sklerose sein, weshalb der Befund regelmäßig eine neurologische Abklärung nach sich zieht. Davon abzugrenzen ist die Durchblutungsstörung des Sehnervenkopfes, die typischerweise ältere Menschen betrifft und sich als plötzlicher, schmerzloser Ausfall eines Gesichtsfeldteils bemerkbar macht. Geht sie auf eine Arteriitis temporalis zurück, gilt sie als augenärztlicher Notfall, weil ohne rasch eingeleitete Behandlung mit Kortison auch das zweite Auge betroffen werden kann; begleitende Hinweise sind Schläfenkopfschmerz, Schmerzen beim Kauen und deutlich erhöhte Entzündungszeichen in der Blutuntersuchung.

Ein weiterer Anlass ist die Stauungspapille, die beidseitige Schwellung der Sehnervenköpfe bei erhöhtem Druck im Schädelinneren. Sie ist kein Augenleiden, sondern ein Warnzeichen; die Sehschärfe bleibt anfangs oft erhalten, während Kopfschmerzen, kurze Verdunkelungen des Sehens beim Aufstehen und Doppelbilder auffallen. Als Ursachen kommen unter anderem raumfordernde Prozesse im Schädelinneren, eine Sinusvenenthrombose oder eine Druckerhöhung ohne nachweisbare Raumforderung in Betracht, die gehäuft jüngere Frauen mit Übergewicht betrifft. Die Behandlung richtet sich in diesen Fällen nicht gegen das Auge, sondern gegen die Ursache; die augenärztliche Aufgabe besteht darin, den Verlauf des Sehvermögens zu überwachen, damit eine drohende dauerhafte Schädigung des Sehnervs rechtzeitig erkannt wird.

Augenbewegungsstörungen durch Nervenlähmung verursachen Doppelbilder, die im Unterschied zum kindlichen Schielen plötzlich einsetzen und von den Betroffenen als ausgesprochen störend erlebt werden. Je nach betroffenem Hirnnerv weicht das Auge nach innen, nach außen oder nach oben ab; eine hängende Lidspalte zusammen mit einer erweiterten, träge reagierenden Pupille auf derselben Seite gilt als Alarmzeichen, weil dahinter ein Aneurysma stehen kann und dann umgehend eine Bildgebung veranlasst wird. Nicht jede solche Lähmung beruht auf einer Nervenschädigung: Bei der Myasthenia gravis schwanken Lidsenkung (Ptosis) und Doppelbilder im Tagesverlauf und nehmen bei Ermüdung zu, bei einer Schilddrüsenüberfunktion können die Augenmuskeln selbst verdickt und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein. Solange die Ursache behandelt wird und sich der Befund noch verändert, lassen sich störende Doppelbilder vorübergehend durch Abkleben eines Brillenglases oder durch aufgesetzte Folienprismen ausgleichen; erst bei einem über längere Zeit unveränderten Befund kommt ein Eingriff an den Augenmuskeln in Betracht.

Bei Schädigungen hinter der Sehnervenkreuzung fehlt beiden Augen dieselbe Gesichtsfeldhälfte. Betroffene bemerken das häufig nicht als halbes Bild, sondern daran, dass sie beim Lesen die Zeile verlieren, im Straßenverkehr auf einer Seite anstoßen oder Gegenstände auf dem Tisch übersehen. Eine Wiederherstellung des ausgefallenen Bereichs ist nach heutigem Stand nicht möglich; die Behandlung setzt deshalb auf Übungen, mit denen der Blick systematisch in die betroffene Hälfte geführt wird, auf angepasste Lesehilfen und auf die Beratung zu Beruf und Alltag. Da ein solcher Ausfall auch die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs berühren kann, gehört die Aufklärung darüber zum ärztlichen Gespräch.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

Zur Abklärung von Schielerkrankungen (Strabismus) werden verschiedene orthoptische Untersuchungen herangezogen. Die einzelnen Schritte umfassen die Früherkennung von Sehschwäche und Schielen, Behandlung und Therapie durch Brille oder Pflastersetzung und Erreichen der beidäugigen Interaktion. Kontaktlinsen können Stabsichtigkeit (Astigmatismus) und hohe Fehlsichtigkeit, Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), irreguläre Hornhautverkrümmung, Keratokonus (kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut), Irisdefekte und Anisometropie mit verschiedenen Bildgrößen auf der Netzhaut ausgleichen. Neben der Bestimmung der Fehlsichtigkeit erfolgt eine topografische Messung der Hornhautform.

Vergrößernde Sehhilfen und Kantenfiltergläser können ein weiteres Hilfsmittel sein, um sich im Alltag wieder besser zurechtzufinden. Weist ein Patient eine Schielstellung auf, die durch konservative Behandlungsmöglichkeiten nicht zu therapieren ist, erfolgt die Beseitigung der Schielfehler durch eine Augenkorrektur mittels eines operativen Eingriffs an den Augenmuskeln. Die orthoptische Diagnostik bestimmt die Sehleistung in Nähe und Ferne, ein- oder beidäugig, überprüft die Augenstellung und misst den Schielwinkel.

Sie überprüft die Interaktion beider Augen, die Blickziel- und Blickfolgebewegungen sowie die Fixation. Spezielle neuroophthalmologische Untersuchungen sind das Ganzfeld-Elektroretinogramm (ERG), das Veränderungen der Netzhaut mit Hilfe auf der lokal betäubten Hornhaut angebrachten Elektroden verlässlich feststellt. Um die Netzhaut gleichmäßig auszuleuchten, wird die Pupille durch Augentropfen erweitert. Durch die Untersuchung visuell evozierter Potenziale (VEP) werden die auf die Netzhaut eingehenden Sinneseindrücke in einen Strom umgewandelt, der über den Sehnerv an das Sehzentrum des Gehirns weitergeleitet wird. Diese Methode misst die Zeit, die das Nervensignal für den Weg vom Augenhintergrund bis zum Gehirn braucht.

Dazu werden Elektroden am Hinterkopf und an der Stirn angebracht. Ferner untersucht der Augenarzt, ob das Farb- und Kontrastsehen korrekt verlaufen. Die Bestimmung der Fehlsichtigkeit erfolgt bei der Erstuntersuchung stets durch Vergabe pupillenerweiternder Augentropfen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine Überprüfung der Lesegeschwindigkeit, da diese Fähigkeit zum großen Teil durch die Sehschärfe beziehungsweise Sehschwäche des Patienten bestimmt wird. Je schlechter die betroffene Person sieht, desto schwerer fällt ihr die Wahrnehmung von Schriftzeichen.

Die orthoptische Diagnose und Versorgung konzentriert sich jedoch nicht alleine auf die Erkrankung der Augen, sondern berücksichtigt auch sekundäre Begleiterscheinungen, die unmittelbar auf diese Sehstörung zurückzuführen sind. In diesen Bereich fallen Kinder und Jugendliche, die Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten sowie eine Leseschwäche aufweisen. Auch Patienten mit einer erworbenen Sehstörung, die auf Hirnschädigung durch Unfall oder Schlaganfall mit anschließenden Gesichtsfeldausfällen zurückzuführen ist, gehören in diesen Therapieansatz.

Die neuroophthalmologische Untersuchung im engeren Sinn beginnt mit dem Gesichtsfeld. Bei der Perimetrie blickt der Patient auf einen festen Punkt und meldet Lichtreize, die an wechselnden Stellen des Umfelds erscheinen; das Ergebnis wird als Karte für jedes Auge dargestellt. Aus dem Vergleich beider Karten ergibt sich die Zuordnung zum Ort der Schädigung: Ein Ausfall nur eines Auges spricht für eine Schädigung vor der Sehnervenkreuzung, ein Ausfall der äußeren Hälften beider Augen für eine Schädigung an der Kreuzung selbst, wie sie ein Tumor der Hypophyse verursachen kann, und ein gleichseitiger Ausfall bei beiden Augen für eine Schädigung dahinter.

Die Prüfung der Pupillen erfolgt zunächst im abgedunkelten Raum, um Größe und Seitengleichheit zu beurteilen, und anschließend mit einer Lampe, die im Wechsel von einem Auge zum anderen geführt wird. Erweitert sich die Pupille regelmäßig genau dann, wenn das Licht auf ein bestimmtes Auge trifft, spricht das für eine Leitungsstörung auf dieser Seite. Eine seitenungleiche Pupillenweite mit gleichzeitig leicht hängendem Lid und ohne Bewegungsstörung des Auges kann dagegen auf ein Horner-Syndrom hinweisen, also auf eine Störung der sympathischen Versorgung des Auges, deren Bahn einen langen Weg durch Brustkorb und Hals nimmt und deshalb an vielen Stellen unterbrochen werden kann.

Beim Blick in den Augenhintergrund beurteilt der Arzt vor allem den Sehnervenkopf: Eine Schwellung spricht für einen akuten Prozess oder für erhöhten Druck im Schädelinneren, eine abgeblasste Eintrittsstelle für eine bereits eingetretene Optikusatrophie, also für einen Untergang von Nervenfasern. Ergänzend misst die Optische Kohärenztomografie die Dicke der Nervenfaserschicht der Netzhaut und macht einen Faserverlust zahlenmäßig fassbar, bevor er beim Blick in das Auge deutlich sichtbar wird. Die Beweglichkeit beider Augen wird in den verschiedenen Blickrichtungen geprüft und die Lage der Doppelbilder festgehalten, weil Abstand und Richtung der beiden Bilder anzeigen, welcher Muskel und damit welcher Nerv betroffen ist. Bleibt der Ort der Schädigung nach diesen Schritten offen, folgt eine Bildgebung des Kopfes; bei Verdacht auf eine entzündliche oder gefäßbedingte Ursache kommen Labor- und Nervenwasseruntersuchungen hinzu.

Quellen

  • Grehn, F.: Augenheilkunde.
    ISBN: 9783662591536
  • Hacke, W., Poeck, K.: Neurologie.
    ISBN: 9783662468913
  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
    ISBN: 9783662606759
  • Trepel, M.: Neuroanatomie.
    ISBN: 9783437413292
  • Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
    ISBN: 9783110783346

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