Neurosyphilis
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Neurosyphilis ist ein Syndrom, das sich als Spätfolge einer Syphilis-Infektion entwickeln kann. Sie äußert sich in psychiatrischen und neurologischen Ausfällen. Die Neurosyphilis wird auch als Neurolues oder als quartäre Syphilis bezeichnet (Syphilis im vierten Stadium).
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Was ist Neurosyphilis?
Die Neurosyphilis kann entstehen, wenn eine unbehandelte oder nicht vollständig ausgeheilte Syphiliserkrankung weit fortgeschritten ist. Die Erkrankung greift dann auf das zentrale Nervensystem über.
Zwischen einer Syphilisinfektion und dem Ausbruch der Neurosyphilis können Jahrzehnte vergehen. Entsprechend liegt das Ausbruchsalter meist im mittleren bis fortgeschrittenen Lebensalter. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Wird die Syphiliserkrankung rechtzeitig und gründlich therapiert, ist reichlich Zeit gegeben, um den Ausbruch der Neurosyphilis zu verhindern.
Die Bezeichnung „quartäre Syphilis“ stammt aus der früher üblichen Einteilung der Erkrankung in vier Stadien. Nach heutigem Verständnis zählt die Neurosyphilis zum Spätstadium der Syphilis, kann das Nervensystem aber grundsätzlich in jeder Phase der Infektion befallen. Neben den späten Formen gibt es deshalb auch frühe Formen, die bereits in den ersten Jahren nach der Ansteckung auftreten und vor allem die Hirnhäute und die Hirnnerven betreffen.
Ursachen
Auch eine Ansteckung des ungeborenen Kindes durch eine infizierte Mutter ist möglich. Bei etwa 10-20% aller an Syphilis Erkrankten entwickelt sich eine Neurosyphilis. Während die Neurosyphilis in früheren Jahrhunderten einer der häufigsten Gründe für eine psychiatrische Hospitalisierung war, ist sie dank guter Behandlungsmöglichkeiten und einer besseren Diagnostik inzwischen in den Industrieländern selten geworden.
Seit den 1990er-Jahren steigen die Syphilis-Zahlen in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern jedoch wieder deutlich an, sodass auch die Neurosyphilis wieder häufiger diagnostiziert wird. Bei Menschen mit einer HIV-Infektion tritt sie zudem früher und häufiger auf, mitunter schon im ersten Jahr nach der Ansteckung.
In Ländern, in denen eine ausreichende medizinische Versorgung und damit die rechtzeitige Diagnostik und Therapie einer Syphilis noch nicht gegeben ist, stellt die Neurosyphilis weiterhin eine häufige Komplikation dar.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
In den frühen Stadien der Neurosyphilis treten vor allem Reizerscheinungen der Hirnhäute (Meningen) auf. Diese äußern sich insbesondere durch starke Kopfschmerzen sowie durch Ausfälle der Hirnnerven. Je nach betroffenem Hirnnerv können diese unterschiedliche Symptome hervorrufen. So führt eine Schädigung des Nervus olfactorius zu Riechstörungen, eine Entzündung des Nervus opticus hat hingegen Sehstörungen zur Folge.
Eine frühe Neurosyphilis kann sich ebenfalls durch das sogenannte polyradikuläre Syndrom bemerkbar machen. Typische Symptome dieser Nervenwurzelirritation sind Missempfindungen wie Kribbeln, Schmerzen oder Taubheit im Bereich der betroffenen Nervenwurzel. Nur selten zeigt sich im Rahmen der frühen Neurosyphilis eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) mit Nackensteifigkeit und außergewöhnlich starken Kopfschmerzen.
Bei der späten Neurosyphilis, die nur bei einem Zehntel der an Syphilis erkrankten Patienten auftritt, kommt es häufig zu Entzündungen von Blutgefäßen der Hirnhäute, des Gehirns und des Rückenmarks. Die Areale, die normalerweise von diesen Arterien versorgt werden, weisen dann eine Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen auf.
Daraus resultieren Krankheitserscheinungen wie ganz- oder halbseitige Lähmungen, Hirnnervenausfälle, Empfindungs- und Sensibilitätsstörungen sowie Krampfanfälle. Im Verlauf der Erkrankung kann sich ferner das Krankheitsbild Tabes dorsalis entwickeln. Die Rückenmarksschwindsucht ist vor allem durch eine Störung des Vibrationsempfindens sowie durch Störungen des Stellungs- und des Bewegungssinns gekennzeichnet.
Diagnose & Verlauf
Bei Verdacht auf eine Neurosyphilis wird zunächst per Bluttest die zu Grunde liegende Syphilis nachgewiesen. Die Neurosyphilis kann durch eine Untersuchung des Nervenwassers diagnostiziert werden. Dabei wird der Wirbelkanal unterhalb des Rückenmarks im Bereich der Lendenwirbelsäule punktiert und eine Probe entnommen. Im Nervenwasser lassen sich bestimmte Antikörper und erhöhte Eiweißwerte nachweisen, die Rückschluss auf eine Neurosyphilis zulassen.
Beim Ausbruch der Neurosyphilis kommt es zunächst zu einer Entzündung der Hirnhäute, die sich in Sehstörungen äußert - typisch ist hierbei das Sehen von Doppelbildern. Auf dieses sogenannte meningovaskuläre Stadium kann nach einem längeren Zeitraum dann das parenchymatöse Stadium folgen, in dem das Gewebe des Gehirns zu Grunde geht. Dies äußert sich in Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Lähmungen der Extremitäten, Wesensveränderungen, Wahnvorstellungen, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen und Anfällen. Die Patienten verlieren ihre geistigen Fähigkeiten, wirken stark verwirrt und orientierungslos. Die Symptome ähneln teilweise einer altersbedingten Demenz. Diese Form der späten Neurosyphilis wird als progressive Paralyse bezeichnet.
Während der Übergang vom meningovaskulären Stadium zum parenchymatösen Stadium oft viele Jahre in Anspruch nimmt, schreitet der Niedergang des Gehirngewebes und damit der geistige Abbau des Patienten schnell voran. Eine weitere Form der späten Neurosyphilis ist die sogenannte Tabes dorsalis, bei der die Nervenscheiden, Nervenwurzeln und Nervenknoten zerstört werden. Dies führt zu Inkontinenz und Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz- und Temperaturreizen, so dass die Patienten teilweise sich entzündende Wunden nicht bemerken oder sich versehentlich verbrühen. Dazu kommen Gangstörungen und ein Verlust der Reflexe bis hin zur vollständigen Lähmung.
Komplikationen
Komplikationen, die mit dem zerstörten Nerven- und Hirngewebe einhergehen, resultieren beispielsweise aus sensorischen Störungen. So können Betroffene eventuell Wunden und Entzündungen nicht bemerken, was zum Absterben von Gewebe führen kann. Auch Überempfindlichkeit kann auftreten. Viele alltägliche Dinge können von den Betroffenen nicht mehr ausgeführt werden.
Die veränderte Persönlichkeitsstruktur bei einer voranschreitenden Neurosyphilis sorgt für eine soziale Entfremdung. So kann es vorkommen, dass Betroffene sich häufig missverstanden fühlen und Angehörigen gegenüber aggressiv werden. Dies kann zu einer völligen Isolation führen, was besonders dann enorm belastend für die Betroffenen ist, wenn sie zeitgleich zu einem Pflegefall werden.
Da die Lähmung der Nerven weiter voranschreitet, werden Betroffene alsbald zu einem Pflegefall mit allen verbundenen Komplikationen (Dekubitusrisiko, Vereinsamung, Mangel- oder Fehlernährung). Dies ist zumeist durch die voranschreitenden Entzündungen im Hirn beziehungsweise der Hirnhaut zu erklären. Man spricht hier von chronisch progredient verlaufender Meningitis beziehungsweise Enzephalitis.
Das Ausbilden einer Tabes dorsalis (Rückenmarksschwund) führt zu starken motorischen Einschränkungen und damit zu einem erhöhten Unfallrisiko durch Stürze oder fehlerhaften Gebrauch von Objekten.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn im Intimbereich die typischen Knötchen bemerkt werden, sollte der Frauenarzt oder Urologe konsultiert werden. Geschwülste mit eingesunkener Mitte weisen auf eine Syphilis hin, aus der sich unbehandelt eine Neurosyphilis entwickeln kann; sie müssen sofort abgeklärt und behandelt werden. Spätestens, wenn zu den Hautveränderungen weitere Symptome wie Fieber oder Gelenkschmerzen hinzukommen, ist ärztlicher Rat gefragt. Die Erkrankung tritt in Phasen auf und kann über Wochen oder Monate unbemerkt verlaufen. Umso wichtiger ist es, nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder dem Kontakt mit einer möglicherweise infizierten Person medizinischen Rat einzuholen.
Wenn im Zusammenhang mit den genannten Auslösern ungewöhnliche körperliche Beschwerden bemerkt werden, die auf keine andere Ursache zurückzuführen sind, wird am besten der Arzt angesprochen. Mütter, die nach der Geburt des Kindes typische Syphilis-Anzeichen bemerken, sollten medizinische Hilfe einholen. Ebenso Personen, die entsprechende Symptome nach einer Bluttransfusion bemerken sowie Menschen, bei denen bereits einmal eine Geschlechtskrankheit diagnostiziert wurde. Menschen mit einer Immunschwäche, etwa einer HIV-Infektion, sprechen mit dem Hausarzt, wenn der Verdacht auf eine Neurosyphilis besteht. Neben dem Allgemeinmediziner können der Gynäkologe, der Urologe oder ein Internist aufgesucht werden. Auch der Hautarzt kann in die Behandlung involviert werden.
Die eigentlichen Zeichen der Neurosyphilis betreffen jedoch das Nervensystem: anhaltende Kopfschmerzen, Doppelbilder oder nachlassendes Sehvermögen, Missempfindungen und Schmerzen in Armen oder Beinen, ein unsicherer Gang sowie Gedächtnis- und Wesensveränderungen. Treten solche Beschwerden bei einer bekannten oder möglichen Syphilis auf, gehören sie zum Neurologen. Kommt es zu einem Krampfanfall, zu einer plötzlichen Lähmung, zu Sprachstörungen oder zu einer Bewusstseinstrübung, ist sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren – die Neurosyphilis kann über eine Entzündung der Hirngefäße einen Schlaganfall auslösen. Während der Behandlung ist eine enge Rücksprache mit dem Arzt wichtig, damit die Therapie an den individuellen Krankheitsverlauf angepasst werden kann.
Behandlung & Therapie
Es ist möglich, eine Syphiliserkrankung auch dann noch zu behandeln, wenn sie bereits in das Stadium der Neurosyphilis fortgeschritten ist. Hierzu wird in erster Linie Penicillin eingesetzt. Dieses Antibiotikum tötet die Erreger der Syphilis ab.
Anders als bei den früheren Stadien der Syphilis genügen bei der Neurosyphilis weder Tabletten noch eine Spritze in den Muskel: Das Penicillin muss hoch dosiert und über die Vene gegeben werden, in der Regel über 14 Tage, weil es nur so in ausreichender Menge ins Nervenwasser gelangt. Besteht eine Penicillinallergie, kommt Ceftriaxon infrage; alternativ kann der Patient unter stationärer Überwachung an Penicillin gewöhnt werden. Zu Beginn der Behandlung kann durch den Zerfall der Erreger eine fieberhafte Reaktion mit Schüttelfrost auftreten (Jarisch-Herxheimer-Reaktion); sie ist bekannt und wird ärztlich behandelt.
Jedoch kann durch Neurosyphilis zerstörtes Nervengewebe des Gehirns und des Rückenmarks sich nicht mehr regenerieren. Durch eine ursächliche Behandlung der Syphilisinfektion kann jedoch der weitere Niedergang der Nervenzellen verhindert werden.
Aussicht & Prognose
Die Neurosyphilis tritt als Spätfolge der Syphilis auf. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einem vorzeitigen Ableben des Betroffenen. Der Betroffene sollte für eine Linderung der Beschwerden und eine gute Prognose schnellstmöglich einen Arzt konsultieren, damit notwendige Behandlungsschritte eingeleitet werden können. In einer medikamentösen Therapie werden die Krankheitserreger an einer Ausbreitung gehindert. Gleichzeitig werden sie durch die in den Präparaten enthaltenen Wirkstoffe abgetötet und anschließend aus dem Organismus abtransportiert. Es kommt zu einer schrittweisen Verbesserung des allgemeinen gesundheitlichen Befindens.
Auch eine vollständige Genesung ist im weiteren Verlauf möglich. Voraussetzung dafür ist, dass keine irreversiblen Schäden eingetreten sind. Werden beim Betroffenen Schädigungen des Nervengewebes festgestellt, verschlechtert sich die Prognose. In diesen Fällen treten Langzeitfolgen auf, da sich das Rückenmark wie auch das Gehirn nicht mehr regenerieren lassen. Ziel der Behandlung ist dann die regelmäßige Versorgung der individuell auftretenden Beschwerden und eine Verbesserung der Lebensqualität.
Eine Genesung wird bei diesem Krankheitsverlauf trotz der Anwendung bestmöglicher Therapiemethoden nicht mehr erreicht. Dennoch kann eine Ausbreitung und damit ein Fortschritt der Syphiliserkrankung verhindert werden. Das Leben des Betroffenen ist durch die Gabe der Arzneien nicht mehr unmittelbar durch die Infektion bedroht. Bleiben schwere Nervenschäden zurück, kann die daraus folgende Pflegebedürftigkeit die Lebenserwartung dennoch verkürzen. Der aktuelle gesundheitliche Zustand kann emotional belastend sein. Daher besteht ein erhöhtes Risiko, an einer psychischen Folgestörung zu erkranken.
Vorbeugung
Die Neurosyphilis ist eine Komplikation der Syphilis-Infektion. Der beste Weg der Vorbeugung ist also, eine Syphilis-Infektion zu verhindern. Da es sich hier um eine sexuell übertragbare Krankheit handelt, ist hierzu ein verantwortungsbewusstes Sexualverhalten vonnöten.
Die Verwendung von Kondomen schützt nicht nur vor einer Ansteckung mit Syphilis, sondern auch vor anderen schwerwiegenden Krankheiten. Es muss jedoch angemerkt werden, dass Syphilis schon durch engen Haut- und Schleimhautkontakt übertragen werden kann, etwa beim Oralsex. Liegen ansteckende Hautveränderungen außerhalb des vom Kondom bedeckten Bereichs, schützt es deshalb nicht vollständig. Wurde bei einem Sexualpartner eine Syphilis festgestellt, sollten alle Partner untersucht und mitbehandelt werden, auch wenn sie beschwerdefrei sind.
Zur Verhinderung einer Neurosyphilis ist es essentiell, eine bestehende Syphiliserkrankung schnell und konsequent zu therapieren. Auf diesem Weg können schwerwiegende Folgeerkrankungen wie die Neurosyphilis vermieden werden.
Damit die Infektion nicht auf das ungeborene Kind übergeht, gehört in Deutschland ein Syphilis-Suchtest zu den Untersuchungen der Mutterschaftsvorsorge und wird von den Krankenkassen bezahlt. Wird dabei eine Syphilis entdeckt, lässt sie sich noch in der Schwangerschaft mit Penicillin behandeln.
Nachsorge
Die Penicillinbehandlung wird über den gesamten verordneten Zeitraum durchgeführt, auch wenn die Beschwerden schon vorher nachlassen; nur so ist die Ausheilung der Syphilis gewährleistet. Nach der Therapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Körperliche Untersuchungen, regelmäßige Patientengespräche und Laboruntersuchungen stellen sicher, dass die Erkrankung komplett ausgeheilt ist beziehungsweise Komplikationen rasch erkannt werden.
Kontrolliert wird insbesondere der Liquor. Anhand des Liquorbefundes und der serologischen Untersuchungen kann der Gesundheitszustand des Patienten genau bestimmt werden. Sind die Werte nach 24 Monaten unauffällig, spricht dies für eine Heilung. Bei einem Wiederauftreten der Neurosyphilis können umgehend die notwendigen Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden. Die Fachgesellschaft für sexuell übertragbare Infektionen (STI) empfiehlt Kontrolluntersuchungen drei, sechs und zwölf Monate nach der Therapie.
Voraussetzung für eine Verlängerung der Abstände ist ein mindestens vierfacher Titerabfall. Andernfalls muss eventuell erneut mit der Behandlung begonnen werden. Bei einer erfolgreichen Therapie kommt das Fortschreiten der Erkrankung zum Stillstand, und die Beschwerden bessern sich häufig innerhalb von neun bis zwölf Monaten. Bereits eingetretene Schäden am Nervengewebe bleiben allerdings bestehen, sodass nicht jeder Patient beschwerdefrei wird.
Die Nachsorge kann nach zwei Jahren beendet werden, insofern bei der Liquor-Untersuchung keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Die Nachsorge-Maßnahmen orientieren sich immer am individuellen Krankheitsverlauf, der Konstitution des Patienten und einer ganzen Reihe anderer Faktoren.
Das können Sie selbst tun
Eine Neurosyphilis als schwerwiegende Komplikation einer unbehandelten oder unzureichend behandelten Syphilis lässt keine Möglichkeiten der Selbsthilfe zu, die einer Therapie nahe kommen. Es ist nicht möglich, den bakteriellen Erreger der Syphilis durch Hausmittel, alternative Therapien oder sonstige angebotene Heilmittel zu therapieren. Die einzig mögliche Heilung besteht in der Anwendung starker Antibiotika.
Abzuraten ist unterdessen nach dem jetzigen Stand der medizinischen Forschung dringend von nicht zugelassenen Medikamenten und Substanzen, die nicht von approbierten Ärzten verschrieben werden.
Es gibt jedoch Möglichkeiten, wie der Erkrankte die Symptome besser überstehen kann. So können gegen Schmerzen, die im Zuge von Nervenschäden oder Lähmungen auftreten, vorsichtige Massagen oder eine milde Kühlung helfen. Von heißen Bädern, Wärmflaschen, Heizkissen und Rotlicht ist dagegen dringend abzuraten: Wer wie bei einer Tabes dorsalis Temperaturen nicht mehr zuverlässig spürt, bemerkt Verbrennungen erst, wenn die Haut bereits geschädigt ist. Auch die Wassertemperatur beim Duschen und Baden sollte deshalb mit dem Thermometer oder von einer zweiten Person geprüft werden. Was hilft, unterscheidet sich von Person zu Person. Es handelt sich allerdings nur um eine vorübergehende Linderung dieser Symptome. Andere Selbsthilfemaßnahmen richten sich unterdessen nach den verursachten Symptomen. Gerade bei den psychischen Symptomen, die mit einer Neurosyphilis einhergehen, sind Maßnahmen zur Selbsthilfe kaum vorhanden.
Schäden am Nervensystem, die durch Neurolues bedingt sind, können von den Betroffenen teilweise durch gezieltes Training kompensiert werden. Betroffene einer Neurosyphilis, die sich einer medikamentösen Therapie unterzogen haben, können deshalb eventuell von verschiedenen Bewegungstherapien und kognitivem Training Gebrauch machen. Art und Umfang sind mit dem behandelnden Arzt zu eruieren.
Quellen
- Suttorp, N., Mielke, M., Kiehl, W., Stück, B. (Hrsg.): Infektionskrankheiten.
ISBN: 9783131585813
- Mylonas, I.: Sexuell übertragbare Erkrankungen.
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- Berlit, P.: Klinische Neurologie.
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- Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., et al. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
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- Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
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