Urologe

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 30. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Arzt Urologe

Ein Urologe ist der geeignete Ansprechpartner für alle, die an Problemen oder Erkrankungen des Harnsystems leiden. Auch für Männer, die unter sexuellen Problemen leiden, ist der Urologe der geeignete Spezialist zu diesem Thema.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Urologe?

Der Urologe ist ein Facharzt, der sich in erster Linie mit Erkrankungen der Blase, der Niere, der Harnleiter sowie der Harnröhre befasst.

Der Urologe ist ein Facharzt, der sich in erster Linie mit Erkrankungen der Blase, der Niere, der Harnleiter sowie der Harnröhre befasst. Außerdem zählen zu seinem Fachgebiet auch die Feststellung und Behandlung von Erkrankungen der männlichen Geschlechtsteile, zu denen Penis, Samenleiter, Hoden und Nebenhoden, Samenbläschen sowie Prostata zählen.

Urologen, die sich in erster Linie mit Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane oder der männlichen Fruchtbarkeit beschäftigen, bezeichnet man als Andrologen. Wer Urologe werden möchte, der muss zunächst ein Medizinstudium absolvieren. Im Anschluss daran erfolgt die Weiterbildung zum Facharzt für Urologie, die fünf Jahre dauert, und dem Arzt erlaubt, sich als Urologe zu bezeichnen.

Ausbildung & Qualifikation

Ein Urologe ist ein medizinischer Facharzt, der sich auf die Diagnose, Behandlung und das Management von Erkrankungen des Harntraktes und des männlichen Reproduktionssystems spezialisiert. Die Ausbildung zum Urologen beginnt mit einem abgeschlossenen Medizinstudium, welches in der Regel sechs Jahre dauert. Nach dem Studium folgt eine mehrjährige Weiterbildung in der Urologie, die fünf bis sechs Jahre in Anspruch nimmt und mit einer Facharztprüfung abschließt.

Im Laufe dieser spezialisierten Weiterbildung erwerben angehende Urologen umfangreiche Kenntnisse in Bereichen wie der Behandlung von Nierensteinen, Prostataerkrankungen, Harninkontinenz sowie urologischen Krebserkrankungen. Sie lernen auch operative Techniken, einschließlich minimal-invasiver und roboterassistierter Chirurgie.

Das Berufsbild eines Urologen beinhaltet nicht nur medizinische und chirurgische Fähigkeiten, sondern auch eine hohe ethische Verantwortung. Urologen behandeln oft sehr persönliche, intime Gesundheitsprobleme, was ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Diskretion erfordert. Sie müssen ethische Prinzipien wie Patientenautonomie, Vertraulichkeit und informierte Zustimmung wahren.

Urologen unterscheiden sich von ähnlichen medizinischen Fachgebieten wie Nephrologen, die sich auf Erkrankungen der Nieren konzentrieren, aber nicht operativ tätig sind. Im Gegensatz dazu behandeln Urologen ein breiteres Spektrum an Erkrankungen, die sowohl die operativen als auch nicht-operativen Aspekte des Harn- und männlichen Geschlechtssystems umfassen.

Aufgabenbereich

Ein Urologe ist ein medizinischer Facharzt, der sich auf die Erkennung, Behandlung und das Management von Erkrankungen und Störungen des Harntraktes bei Männern und Frauen sowie des männlichen Reproduktionssystems spezialisiert. Das Fachgebiet der Urologie ist weitreichend und umfasst sowohl konservative als auch operative Therapien.

Diagnostik: Die Grundlage der urologischen Praxis bildet eine umfassende Diagnostik. Urologen führen eine Vielzahl von Untersuchungen durch, um die genaue Ursache von Symptomen wie Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Urinieren, Inkontinenz, oder Schmerzen im Unterbauch zu ermitteln. Zu den diagnostischen Methoden gehören Ultraschalluntersuchungen der urologischen Organe, Röntgen, CT- und MRT-Scans, Uroflowmetrie zur Messung des Urinflusses und Zystoskopien, bei denen das Innere der Harnblase und der Harnröhre mit einem speziellen Endoskop betrachtet wird.

Behandlung von Harnwegsinfektionen und Entzündungen: Urologen behandeln akute und chronische Harnwegsinfektionen sowie spezifische Entzündungen der Blase, Prostata und Hoden. Sie verschreiben und managen die entsprechende Antibiotikatherapie und beraten zur Prävention weiterer Infektionen.

Steinerkrankungen: Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Behandlung von Nieren- und Harnsteinen. Urologen verwenden verschiedene Techniken zur Steinentfernung, einschließlich der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL), bei der Steine durch Schallwellen zerkleinert werden, oder endoskopische Methoden, bei denen die Steine direkt aus den Harnwegen entfernt werden.

Prostataerkrankungen: Ein großer Teil der urologischen Praxis widmet sich der Behandlung von Prostataerkrankungen, einschließlich gutartiger Prostatavergrößerung und Prostatakrebs. Therapeutische Ansätze können Medikamente, minimal-invasive Therapien oder operative Eingriffe umfassen, je nach Stadium und Art der Erkrankung.

Männliche Sexualgesundheit: Urologen sind auch auf die Behandlung von Erkrankungen der männlichen Sexualität spezialisiert, darunter erektile Dysfunktion und vorzeitige Ejakulation. Sie bieten Beratung und Behandlungsoptionen, die Medikamente, Injektionstherapien oder Implantate umfassen können.

Urologische Onkologie: Ein kritischer Bereich der Urologie ist die Behandlung urologischer Krebserkrankungen wie Blasenkrebs, Nierenkrebs, Hodenkrebs und Prostatakrebs. Urologen arbeiten oft in multidisziplinären Teams, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten, die Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie einschließen kann.

Kinderurologie: Einige Urologen spezialisieren sich auf kinderurologische Probleme, wie angeborene Fehlbildungen der Harnwege, nächtliches Einnässen oder vesikoureteralen Reflux.

Chirurgische Eingriffe: Urologen führen eine Vielzahl chirurgischer Eingriffe durch, von kleinen ambulanten Operationen bis hin zu komplexen Eingriffen wie der Zystektomie (Entfernung der Blase) oder Prostatektomie (Entfernung der Prostata). Sie beherrschen sowohl offene chirurgische Techniken als auch minimal-invasive Verfahren, einschließlich der Verwendung von Robotern.

Zusammengefasst deckt der Aufgabenbereich eines Urologen eine breite Palette von Erkrankungen und Therapien ab, die ein hohes Maß an Fachwissen und spezialisierte Fähigkeiten erfordern. Urologen spielen eine zentrale Rolle in der Diagnose, Behandlung und Langzeitbetreuung ihrer Patienten, wobei sie stets ein hohes Maß an Empathie und ethischer Verantwortung wahren.

Spezialisierungen

Nach der Grundausbildung und Facharztanerkennung in Urologie haben Urologen verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden und zu spezialisieren, um ihr Fachwissen zu vertiefen und auf spezifische Patientenbedürfnisse oder medizinische Fortschritte zu reagieren.

1. Urologische Onkologie: Eine Spezialisierung, die sich mit der Diagnose und Behandlung von urologischen Krebserkrankungen befasst, wie Prostatakrebs, Blasenkrebs, Nierenkrebs und Hodenkrebs. Urologen in diesem Bereich arbeiten oft in interdisziplinären Teams zusammen mit Onkologen und Strahlentherapeuten.

2. Kinderurologie: Diese Subspezialität konzentriert sich auf urologische Probleme bei Kindern, die von Geburtsfehlern wie Hypospadien oder kryptorchiden Hoden bis zu funktionellen Störungen wie nächtliches Einnässen reichen.

3. Endourologie und minimal-invasive Techniken: Diese Spezialisierung umfasst die Behandlung von Harnsteinen, Tumoren und anderen urologischen Erkrankungen durch minimal-invasive Techniken, einschließlich der Verwendung von Lasern, Ultraschall und anderen endoskopischen Instrumenten.

4. Neurourologie: Urologen können sich auf die Behandlung von urologischen Problemen spezialisieren, die durch neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen oder Parkinson-Krankheit verursacht werden.

5. Andrologie: Dies ist die Spezialisierung auf männliche Gesundheitsprobleme, insbesondere auf die reproduktive Gesundheit und Sexualfunktion, einschließlich der Behandlung von Unfruchtbarkeit, erektiler Dysfunktion und Hypogonadismus.

6. Rekonstruktive Urologie: Urologen in diesem Bereich behandeln strukturelle oder angeborene Anomalien des Harntraktes und der männlichen Genitalien, oft unter Verwendung komplexer chirurgischer Techniken zur Wiederherstellung der normalen Funktion und des Erscheinungsbildes.

Durch diese Weiterbildungen und Spezialisierungen können Urologen ihr Wissen erweitern und verbessern sowie auf spezifische und oft komplexe Patientenanforderungen reagieren. Jede Spezialisierung erfordert zusätzliche Schulungen, oft in Form von Kursen, Workshops und praktischen Erfahrungen unter der Anleitung erfahrener Fachärzte.

Behandlungen

Ein Urologe deckt ein relativ breites Behandlungsspektrum ab. So führt er beispielsweise Voruntersuchungen für Krebserkrankungen der Prostata oder der Hoden durch. Auch Nieren, Blase und Harnleitersystem werden von einem Urologen auf mögliche bösartige Veränderungen kontrolliert.

Darüber hinaus zählen zum Behandlungsspektrum eines Urologen aber auch die Untersuchung auf Erkrankungen wie beispielsweise Entzündungen der Blase, Niere oder Prostata. Ein Teilgebiet der Urologie ist die Kinderurologie, bei der der Urologe sich mit typischen Problemen des Kindes- und Jugendalters befasst.

Dazu zählen beispielsweise der Hodenhochstand, die Vorhautverengung oder das langjährige Einnässen. Wenn ein Urologe auf Andrologie spezialisiert ist, so beschäftigt er sich in erster Linie mit Hormon-, Fruchtbarkeits- und Erektionsproblemen des Mannes sowie mit Problemen beim Kinderwunsch.

Der Urologe kennt sich beispielsweise mit vorzeitigem Samenerguss, Fruchtbarkeitsproblemen, Erektionsstörungen und hormonell bedingten Erkrankungen aus und behandelt diese. Ein Urologe ist jedoch nicht nur für Männer zuständig, sondern bei Problemen mit Niere und Blase selbstverständlich auch für Frauen. Auch bei Inkontinenzproblemen ist ein Urologe der richtige Ansprechpartner.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Begibt sich ein Patient bei einem Urologen in Behandlung, so richten sich die Methoden zur Stellung einer Diagnose in erster Linie nach dem Beschwerdebild des Patienten. Dem Urologen steht ein breites Spektrum unterschiedlicher Methoden zur Verfügung. So kann er durch eine Laboruntersuchung des Urins Entzündungsparameter sowie Tumormarker erkennen.

Auch Veränderungen wie beispielsweise Harn- oder Nierensteine hinterlassen Anzeichen im Urin. Eine Laboruntersuchung des Blutes kann bei vielen Diagnosen hilfreich sein - so gibt das Blutbild Aufschluss über Tumormarker, Entzündungszeichen oder Funktionsstörungen der Organe. Ein wichtiges Hilfsmittel, das der Urologe nutzt, ist die Ultraschalluntersuchung. Mit ihrer Hilfe kann er sich die Strukturen von Niere, Blasen, Hoden und Penis ansehen und eventuell vorhandene Auffälligkeiten erkennen.

Auch eine Tastuntersuchung zählt zu den von einem Urologen angewendeten Methoden, um Veränderungen im Uro-Genital-Bereich zu erkennen. Vor allem bei der Untersuchung der Prostata ist eine Tastuntersuchung unumgänglich.

Röntgenbilder geben dem Urologen Aufschluss über mögliche Nierenprobleme. Bei Fruchtbarkeitsproblemen führt der Urologe neben einer hormonellen Analyse des Blutes auch ein Spermiogramm durch. Dies bedeutet, dass er die Zusammensetzung des Ejakulats auf Spermienanzahl, Menge, Konsistenz und weitere Parameter überprüft. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden anschließend in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Urologen besprochen.


Moderne Technologien und Hilfsmittel

Urologen nutzen eine Vielzahl von diagnostischen Geräten, Instrumenten und Ausrüstungen, um eine präzise Diagnose zu stellen und effektive Behandlungen durchzuführen. Diese Werkzeuge ermöglichen es ihnen, die Funktionalität des Harntrakts und der männlichen Geschlechtsorgane detailliert zu untersuchen und zu behandeln.

1. Zystoskop: Dies ist ein dünnes, flexibles Instrument mit einer Kamera und Lichtquelle am Ende, das in die Harnröhre und Blase eingeführt wird, um das Innere dieser Organe visuell zu inspizieren. Es wird zur Diagnose von Blasenentzündungen, Blasensteinen, Tumoren und anderen Anomalien verwendet.

2. Ultraschallgerät: Urologen verwenden Ultraschall, um Bilder der Nieren, Blase, Prostata und anderen urologischen Organen zu erstellen. Dieses Gerät ist besonders nützlich für die Beurteilung von Organstrukturen und dem Fluss von Körperflüssigkeiten sowie zur Überwachung von Schwangerschaften und zur Führung bei biopsischen Verfahren.

3. Uroflowmeter: Ein Gerät zur Messung der Urinflussrate. Es wird verwendet, um festzustellen, ob eine Harnwegsobstruktion oder eine Blasenfunktionsstörung vorliegt.

4. Urodynamisches Testsystem: Dieses umfassende System beurteilt die Funktion der Blase und der Harnröhre. Es misst den Blasendruck während der Füllung und Entleerung und ist entscheidend für die Diagnose von Inkontinenz und anderen Dysfunktionen.

5. Nierensteinzertrümmerer: Ein Gerät, das Stoßwellen erzeugt, um Nierensteine zu zerkleinern, sodass sie natürlich ausgeschieden werden können. Dieses nicht-invasive Verfahren wird als extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) bezeichnet.

6. Endourologische Instrumente: Dazu gehören verschiedene Werkzeuge wie Laser, spezielle Zangen und Schlingen, die durch das Zystoskop eingeführt werden können, um Steine zu entfernen oder Gewebeproben zu entnehmen.

Diese spezialisierten Instrumente und Geräte sind unerlässlich für moderne urologische Praktiken, da sie eine genaue Diagnose und effektive Behandlung urologischer Erkrankungen ermöglichen. Sie tragen dazu bei, den Patientenkomfort zu erhöhen und die Erholungszeiten zu verkürzen.

Worauf sollte der Patient achten?

Wer einen Urologen aufsuchen möchte oder muss, der benötigt als gesetzlich versicherter Kassenpatient eine Überweisung durch den Hausarzt, der meist auch einen geeigneten Kollegen empfehlen kann.

Außerdem können die Erfahrungen von Bekannten hilfreich sein, um herauszufinden, welcher Urologe einen guten Ruf genießt. Letztendlich ist es jedoch unerlässlich, den Urologen kennenzulernen und zu überprüfen, ob ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient entstehen kann.

Für Männer, die Probleme mit der Fruchtbarkeit oder sexuelle Störungen haben, ist es empfehlenswert, einen Andrologen aufzusuchen, der seinen Hauptaufgabenbereich in diesem Gebiet hat. Manche Urologen arbeiten auch direkt mit einer Kinderwunschklinik zusammen. Die Ausstattung der Praxis, also beispielsweise Röntgengerät oder Möglichkeit zum Spermiogramm, unterscheidet sich je nach Schwerpunktsetzung des Urologen.

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Michel, M. S., et al.: Die Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2016

Das könnte Sie auch interessieren