Nierenbeckenentzündung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann in akuter oder chronischer Form auftreten. Verursacht wird die Krankheit zumeist über eine Infektion durch Bakterien. Es kommt in der Folge zu Entzündungen des Nierenbeckens in der Nähe der Harnleiter. Typische Anzeichen sind Schmerzen und Fieber sowie Beschwerden beim Wasserlassen. Eine Nierenbeckenentzündung sollte immer vom Arzt untersucht und behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenbeckenentzündung?

Nierenbeckenentzuendung
Eine Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) kann eine ganze Reihe sehr ernsthafter Komplikationen nach sich ziehen. In manchen Fällen entwickelt sich eine einfache Pyelonephritis zu einer eitrigen Nierenbeckenentzündung.
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Das Fachwort für Nierenbeckenentzündung lautet Pyelonephritis, welches von den griechischen Worten "nephros" = Niere und "pyelos" = Becken stammt. Hierbei handelt es sich um eine ernste Erkrankung der harnleiternahen Nierenbecken. Dies ist eine akute oder chronische Entzündung, welche in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst wird. Sie ist eine der häufigsten Erkrankungen der Niere und im Regelfall ist nur eine der beiden menschlichen Nieren betroffen.

Differentialdiagnostisch unterscheidet sich die Nierenbeckenentzündung von der Nierenrindenentzündung darin, dass im ersteren Fall typischerweise das Nierenbindegewebe betroffen ist und es im chronischen Verlauf auch zu betroffenen Nachbarorganen kommen kann. Aufgrund der weiblichen Anatomie der Harnröhre, die im Vergleich zu der des Mannes viel kürzer ist, sind Frauen doppelt so häufig von einer Nierenbeckenentzündung betroffen wie Männer.

Erreicht der Mensch jedoch ein bestimmtes Alter, dreht sich die Häufigkeit um, dann sind es mehr Männer als Frauen, die an einer Nierenbeckenentzündung leiden. Der Grund dafür liegt meist in einer harnflussbehindernden vergrößerten Prostata, was die Vermehrung von Bakterien begünstigt.

Ursachen

Generelle Ursache der Nierenbeckenentzündung ist, wie bei einer Blasenentzündung auch, die Behinderung des normalen Urinabflusses, was eine starke Vermehrung von Bakterien verursachen kann. Hier kann beispielsweise ein Harnstein die Ursache sein. Wenn die Harnleiter nicht regelmäßig mit Urin durchspült werden, können Erreger von außen aufsteigen und sich in den urinsammelnden Nierenbecken vermehren. Dann kommt es meist zu Infektionen, die eine Nierenbeckenentzündung zur Folge haben.

Nur sehr selten wird eine solche Nierenbeckenentzündung durch Erreger, die über die Blutbahn transportiert werden, verursacht. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr, wie es beispielsweise bei bereits vorhandenen Infekten der Fall ist oder während der Behandlung mit bestimmten Medikamenten. Verursachende Erreger sind meist bestimmte Darmbakterien oder Staphylokokken.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Je nachdem, ob eine akute oder eine chronische Nierenbeckenentzündung vorliegt, unterscheiden sich die Symptome. Bei der akuten Form treten typischerweise an den seitlichen Rückenregionen starke Schmerzen auf, die bis ins Becken ausstrahlen können. Dazu kommt ein allgemeines Krankheitsgefühl; die Betroffenen fühlen sich müde, schlapp und angeschlagen.

Häufig erhöht sich die Temperatur; Fieber bis zu 40 Grad ist möglich und kann manchmal auch mit Schüttelfrost einhergehen. Weiterhin kommen Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit vor. Der Puls kann sich erhöhen. Meist begleiten die typischen Anzeichen einer Blasenentzündung die Erkrankung, wie beispielsweise ständiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Aber auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sind möglich.

Von einer einfachen Blasenentzündung unterscheidet sich die Nierenbeckenentzündung durch drei Merkmale: Fieber, einseitige Flankenschmerzen und ein deutlicher Klopfschmerz über der betroffenen Niere. Klopft der Arzt mit der Handkante seitlich auf den Rücken in Höhe der unteren Rippen, ist das auf der erkrankten Seite schmerzhaft. Eine reine Blasenentzündung macht dagegen weder Fieber noch Flankenschmerz. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil eine Nierenbeckenentzündung anders und deutlich länger behandelt werden muss. Wer bei einem Harnwegsinfekt Fieber bekommt oder Schmerzen in der Flanke verspürt, sollte deshalb noch am selben Tag ärztlich untersucht werden.

Die Symptome können ganz plötzlich auftreten oder sich schleichend ausbilden. Bei einem eher schleppenden Einsetzen der Entzündung liegen zu Beginn oft nur untypische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Müdigkeit vor. Die chronische Nierenbeckenentzündung bleibt häufig anfangs unentdeckt, da sie eine ganze Zeit lang keine Symptome verursacht.

Da aber die Nieren kontinuierlich geschädigt werden, macht sich das irgendwann in chronischen Kopf- und Rückenschmerzen, Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Bluthochdruck, Magenschmerzen und im Blutbild bemerkbar. Auch häufig wiederkommende Blasenentzündungen oder sich wiederholende Fieberschübe können ein Hinweis auf eine chronische Nierenbeckenentzündung sein. In seltenen Fällen verläuft die Erkrankung völlig ohne Beschwerden, was man als stummen Verlauf bezeichnet.

Komplikationen

Eine Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) kann eine ganze Reihe sehr ernsthafter Komplikationen nach sich ziehen. In manchen Fällen entwickelt sich eine einfache Pyelonephritis zu einer eitrigen Nierenbeckenentzündung. Dann können Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen und eine von den Harnwegen ausgehende Blutvergiftung (Urosepsis) auslösen.

Manche Patienten beobachten bei einem schweren Verlauf der Infektion auch Blut im Urin, was besonders dann oft der Fall ist, wenn sich aufgrund der Entzündung ein Nierenabszess gebildet hat. Mit einem komplizierten Krankheitsverlauf ist auch in den Fällen zu rechnen, in denen sich der Patient während eines Krankenhausaufenthalts infiziert hat.

Die Behandlung gestaltet sich dann häufig schwierig, weil an der Infektion oft viele verschiedene, immer häufiger auch antibiotikaresistente, Keime beteiligt sind. Mit Komplikationen muss zudem beim Vorliegen anderer Risikofaktoren, insbesondere bei einer Harnwegsverengung, Diabetes mellitus oder bei schwangeren Frauen gerechnet werden. Auch bei Männern gilt eine Nierenbeckenentzündung grundsätzlich als komplizierte Infektion, weil ihr häufig ein Abflusshindernis, eine vergrößerte Prostata oder eine Entzündung der Vorsteherdrüse zugrunde liegt. Sie wird bei Männern deshalb länger behandelt, und die Ursache wird in jedem Fall abgeklärt.

Eine Nierenbeckenentzündung während einer Schwangerschaft ist immer besonders ernst zu nehmen. Weil der Harnabfluss durch Hormone und die wachsende Gebärmutter behindert wird, steigen Bakterien leichter auf; unbemerkt bleibt dabei oft nur die reine Bakterienbesiedlung des Urins ohne Beschwerden, die in der Schwangerschaft deshalb routinemäßig mituntersucht und behandelt wird. Kommt es tatsächlich zu einer Nierenbeckenentzündung, wird sie in der Regel im Krankenhaus behandelt. Unbehandelt kann die Erkrankung eine Fehl- oder Frühgeburt sowie eine Blutvergiftung auslösen. Werden die Nieren durch eine chronische Nierenbeckenentzündung dauerhaft beeinträchtigt, kann dies zu Bluthochdruck und einer Störung des Elektrolythaushalts führen. Ein akutes Nierenversagen ist bei einer Nierenbeckenentzündung in der Regel nicht zu erwarten, in sehr seltenen Fällen tritt diese Komplikation aber auf.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald sich ein allgemeines Krankheitsgefühl oder Unwohlsein einstellt. Kommt es zu Schmerzen im Unterleib, die anhaltend sind oder zunehmen, sollte eine Abklärung der Beschwerden erfolgen. Werden die Schmerzen bei geschlechtsreifen Frauen nicht durch die Monatsblutung ausgelöst, besteht Anlass zur Besorgnis. Bei einer erhöhten Körpertemperatur, einem hohen Blutdruck oder einem Verlust des Appetits ist ein Arztbesuch anzuraten.

Unregelmäßigkeiten beim Wasserlassen, ein erneuter Harndrang unmittelbar nach dem Toilettengang sowie Schüttelfrost sind Anzeichen einer vorliegenden Erkrankung. Leidet der Betroffene unter Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten oder Beschwerden bei der Fortbewegung, ist ein Kontrollbesuch bei einem Arzt notwendig. Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen sowie Müdigkeit und eine schnelle Erschöpfung sind weitere Hinweise einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Es besteht Handlungsbedarf, damit durch eine medizinische Therapie eine Besserung der Beschwerden eingeleitet werden kann.

Treten Rückenschmerzen auf, wird die Nahrungszufuhr verweigert oder stellt sich ein Verlust des Gewichts ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Einnahme eines Schmerzmedikaments ist nur nach Rücksprache mit einem Mediziner anzuraten. Ein Verlust der Libido, Einschränkungen bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben sowie Übelkeit und Erbrechen sollten einem Arzt vorgestellt werden. Beklagt der Betroffene Unregelmäßigkeiten des Verdauungstraktes, ist dies ebenfalls ein Anzeichen einer behandlungsbedürftigen Erkrankung.

Nicht abgewartet werden darf bei Fieber über 38,5 Grad mit Schüttelfrost, wenn zusätzlich Verwirrtheit, eine auffällig schnelle Atmung, ein rasender Puls, kalter Schweiß oder Kreislaufschwäche auftreten. Diese Zeichen sprechen für eine von den Harnwegen ausgehende Blutvergiftung (Urosepsis) – ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem sofort der Notruf 112 zu wählen ist. Das Gleiche gilt, wenn eine Schwangere Fieber mit Flankenschmerzen entwickelt oder wenn plötzlich kaum noch Urin ausgeschieden wird.

Eine Nierenbeckenentzündung darf nicht mit Hausmitteln allein behandelt werden. Wer Fieber und Flankenschmerzen mit Tees, Wärmflasche und Bettruhe abzuwarten versucht, riskiert eine Blutvergiftung und eine bleibende Vernarbung der Niere.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Nierenbeckenentzündung richtet sich im Regelfall nach den Symptomen. Diese sind sehr vielfältig, aber meist fühlen sich die Betroffenen schwer krank mit Appetitlosigkeit und starker Müdigkeit, hohem Fieber, welches eventuell von Schüttelfrost begleitet wird, und starken Schmerzen in der seitlichen und unteren Bauchregion und/oder im Rücken.

Eine Nierenbeckenentzündung kann fatalere Folgen haben, als man zunächst annehmen mag, deshalb muss sie sofort medizinisch behandelt werden, damit sie erst gar nicht chronisch werden kann. Um die Diagnose feststellen zu können, behilft sich die Medizin mit labortechnischen und bildgebenden Verfahren. Man kann mit Hilfe von speziellen Urinteststreifen feststellen, ob sich Proteine, Leukozyten und Blut im Urin befinden. Mit Hilfe einer Bakterienkultur kann der verursachende Bakterienstamm bestimmt werden, das ist sehr wichtig für die Wahl des richtigen Medikamentes. Zusätzlich wird die Niere mit Ultraschall untersucht, um ein Abflusshindernis, einen Harnstau oder einen Abszess zu erkennen – das ist heute fester Bestandteil der Erstuntersuchung, weil ein gestauter Harn abgeleitet werden muss und sich mit Antibiotika allein nicht beherrschen lässt.

Die Nierenbeckenentzündung wird mit einem dem Erreger entsprechenden Antibiotikum behandelt und mit Schmerzmitteln. Durch die Antibiose sollten die Symptome schnell abklingen und damit auch die starken Schmerzen. Eine akute Nierenbeckenentzündung wird dabei in der Regel sieben bis vierzehn Tage lang antibiotisch behandelt und damit deutlich länger als eine einfache Blasenentzündung, bei der oft wenige Tage genügen. Bei komplizierten Verläufen – etwa bei Männern, Schwangeren, Menschen mit Diabetes oder bei einer Abflussstörung – dauert die Behandlung länger und beginnt häufig im Krankenhaus mit einer Infusion.

Dennoch gilt auch hier: Das Antibiotikum muss auch bei Symptomfreiheit genau so lange eingenommen werden, wie es ärztlich verordnet wurde, um ein Wiederaufsteigen der Bakterien zu verhindern. Früher lautete die Regel, die Packung in jedem Fall vollständig aufzubrauchen. Heute gilt stattdessen die ärztlich festgelegte Therapiedauer als maßgeblich – sie kann kürzer ausfallen als der Packungsinhalt, darf aber ebenso wenig eigenmächtig abgekürzt werden.


Aussicht & Prognose

Bei einer schnellen Inanspruchnahme einer medizinischen Versorgung ist die weitere Aussicht einer Nierenbeckenentzündung günstig. Es kommt zur Gabe von Medikamenten, die vorhandene Krankheitserreger an ihrer Ausbreitung hindern und sie abtöten. Innerhalb weniger Tage ist bereits mit einer Linderung der Beschwerden zu rechnen. Eine Genesung kann nach wenigen Wochen erreicht werden. Ohne eine Behandlung können Symptome an Intensität und Umfang zunehmen sowie Komplikationen auslösen.

Liegt eine chronische Erkrankung des Nierenbeckens vor, verschlechtert sich im Normalfall die Prognose. Insbesondere der Heilungsweg ist verlängert. Unterstützend hat eine Umstellung der Lebensgewohnheiten eine positive Auswirkung auf den weiteren Verlauf. Dennoch müssen Ärzte und Mediziner den genauen Krankheitserreger analysieren und die Behandlungsmethoden optimieren. Erst dann verbessert sich die Aussicht auf eine Heilung. Insgesamt gilt, je schwächer das körpereigene Immunsystem ist, desto langwieriger und schwieriger gestaltet sich eine Genesung.

Die Beschwerden können zu Folgeerkrankungen führen, die wiederum eine negative Auswirkung auf den weiteren Verlauf haben. Daher sollten insbesondere Risikopatienten unverzüglich die Zusammenarbeit mit einem Arzt suchen. Zu ihnen gehören Schwangere oder Menschen mit weiteren Grunderkrankungen. Bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf kann sich eine lebensbedrohliche Situation entwickeln. Bei einer akuten Nierenbeckenentzündung ist eine schnellstmögliche medizinische Versorgung anzuraten. Andernfalls ist mit Komplikationen sowie einer Ausbreitung der Beschwerden zu rechnen.

Vorbeugen

Eine Nierenbeckenentzündung oder Blasenentzündung kann sich verhindern lassen, indem man für eine stetige Durchspülung der Harnwege sorgt. Dies geht ganz einfach, indem man regelmäßig durch Trinken für Flüssigkeitszufuhr sorgt und somit die Nieren zur Arbeit anregt.

Wenn ständig wenig konzentrierter Urin ausgeschieden wird, haben Erreger kaum eine Chance von außen aufzusteigen und für eine Infektion zu sorgen, da sie ständig wieder ausgeschwemmt werden.

Auch müssen feuchte Kleider, wie beispielsweise nasse Badehosen und Badeanzüge, vermieden werden. Einer chronischen Nierenbeckenentzündung kann man vor allem durch ein komplettes Ausheilen einer vorhandenen Nierenbeckenentzündung vorbeugen.

Ebenso wichtig ist es, ein zugrunde liegendes Abflusshindernis behandeln zu lassen – etwa Harnsteine, eine vergrößerte Prostata oder einen Rückfluss von Urin aus der Blase in die Harnleiter. Solange der Urin nicht ungehindert abfließt, kehrt die Entzündung immer wieder und die Niere vernarbt mit jedem Schub weiter.

Nachsorge

Bei einer Nierenbeckenentzündung stehen dem Betroffenen in der Regel nur sehr wenige und auch nur sehr eingeschränkte Maßnahmen und Möglichkeiten der direkten Nachsorge zur Verfügung, sodass der Betroffene idealerweise schon sehr früh einen Arzt aufsuchen sollte. Es kann dabei auch nicht zu einer selbstständigen Heilung kommen, sodass der Betroffene schon bei den ersten Symptomen und Anzeichen einen Arzt aufsuchen sollte.

Es kann dabei im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung und folglich zum Tod des Betroffenen kommen, wenn keine Behandlung eingeleitet wird. In der Regel kann die Nierenbeckenentzündung durch die Einnahme von verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Dabei ist immer auf eine richtige Dosierung und auch auf eine regelmäßige Einnahme der Medikamente zu achten, um die Beschwerden zu lindern.

Bei der Einnahme von Antibiotika ist auch zu beachten, dass diese nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden sollten. Bei einzelnen Wirkstoffen, etwa Metronidazol, kann die Kombination ausgeprägte Übelkeit und Kreislaufbeschwerden auslösen; welche Wechselwirkungen für das verordnete Präparat gelten, steht im Beipackzettel und kann in der Apotheke erfragt werden. Dabei sollte der Betroffene sich bei einer Nierenbeckenentzündung ebenso ausruhen und schonen. Von Anstrengungen oder von stressigen und körperlichen Tätigkeiten ist dabei abzusehen. Nach einer erfolgreichen Behandlung einer einmaligen, unkomplizierten Nierenbeckenentzündung sind meist keine weiteren Maßnahmen der Nachsorge mehr notwendig. Es kommt dann auch nicht zu einer verringerten Lebenserwartung des Patienten.

Anders liegt der Fall bei wiederkehrenden oder chronischen Verläufen sowie bei Männern, Schwangeren und Menschen mit Diabetes: Hier wird nach Abschluss der Behandlung der Urin noch einmal kontrolliert, die auslösende Ursache gesucht und die Nierenfunktion dauerhaft im Auge behalten. Denn eine chronische Nierenbeckenentzündung vernarbt die Niere schleichend und kann über Jahre zu Bluthochdruck und einer Nierenschwäche führen – deshalb gehören regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Nierenwerten und Urin in diesen Fällen dauerhaft dazu.

Das können Sie selbst tun

Ergänzend zur medizinischen Behandlung von Nierenbeckenentzündungen sollte täglich reichlich Flüssigkeit zu sich genommen werden. Für nierengesunde Erwachsene gilt eine Menge von 3 Litern als empfehlenswert. Dadurch sollen die Harnwege verstärkt durchspült werden. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion, einer Herzschwäche oder einem Harnstau darf die Trinkmenge dagegen nicht eigenmächtig erhöht werden – hier legt der behandelnde Arzt fest, wie viel getrunken werden darf. Außerdem ist Wärme hilfreich. Dazu dienen entzündungshemmende Kamille-Bäder, eine Wärmflasche auf schmerzende Stellen und Bettruhe. Alternativ zur Wärmflasche kann eine heiße Heublumenpackung verwendet werden. Dadurch werden ein ständiger Harndrang und ein Brennen beim Wasserlassen gelindert.

Größere körperliche Anstrengungen sollten vermieden werden. Zur Linderung bei Nierenbeckenentzündungen haben sich Tees und Extrakte aus Birkenblättern, Bärentraubenblättern und Holunder sowie Goldrute und Preiselbeere bewährt. Kombinierte Blasen- und Nierentees sind ebenso in verschiedenen Versionen erhältlich. Vom eigenmächtigen Ansäuern des Urins durch hoch dosiertes Vitamin C ist dagegen abzuraten: Die Wirkung auf die Bakterien ist nicht belegt, hohe Mengen werden im Körper zu Oxalat abgebaut und können die Bildung von Nierensteinen begünstigen; außerdem wirken Bärentraubenblätter gerade im sauren Harn schlechter. Außerdem kann eine ergänzende Behandlung mit passenden Schüßler-Salzen angebracht sein.

All diese Mittel können eine Antibiotikabehandlung jedoch nicht ersetzen, sondern nur begleiten. Bärentraubenblätter dürfen zudem nicht dauerhaft eingenommen werden und sind für Schwangere, Stillende und Kinder nicht geeignet.

Mineralwasser sollte keine Kohlensäure enthalten. Die Blase sollte möglichst vollständig entleert werden. Bei den Getränken sollte auf Kaffee, Alkohol sowie schwarzen Tee verzichtet werden. Nach einem Toilettengang von Frauen sollte im Rahmen der Reinigung vermieden werden, dass Darmkeime in die Harnröhre gelangen. Bei einem Verlassen des Hauses sollte durch angemessene Bekleidung ein Schutz vor Nässe und Kälte gewährleistet sein.

Quellen

  • Kuhlmann, U., Böhler, J., Luft, F. C., et al. (Hrsg.): Nephrologie.
    ISBN: 9783131572868
  • Schwenger, V. (Hrsg.): Klinikleitfaden Nephrologie.
    ISBN: 9783437210358
  • Hautmann, R., Gschwend, J. E. (Hrsg.): Urologie.
    ISBN: 9783642343193
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228

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