Schüßler-Salze
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Oft müssen Menschen mit chronischen Leiden mit Nebenwirkungen von Medikamenten fertig werden. Schüßler-Salze sollen nach der Lehre ihres Begründers den Organismus entlasten, indem sie den Mineralstoffhaushalt der Zellen ins Gleichgewicht bringen. Ein wissenschaftlicher Nachweis für diese Wirkung steht bis heute aus.
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Was sind Schüßler-Salze?
Ihr Name Schüßler-Salze geht auf den Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 bis 1898) zurück. Dr. Schüßler war davon überzeugt, dass Störungen im Mineralstoffhaushalt verheerende Auswirkungen im Organismus haben können. Er machte zwölf Mineralsalze ausfindig, auf deren Basis er die neue Behandlungsmethode „Biochemie“ begründete. Weil die Salze nach dem Homöopathischen Arzneibuch potenziert werden, gelten sie arzneimittelrechtlich als homöopathische Arzneimittel. Inhaltlich sind sie jedoch ein eigenes Verfahren: Sie folgen nicht dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip, sondern der Annahme eines Mineralstoffmangels in den Zellen. Die im Handel befindlichen Schüßler-Salze sind als homöopathische Arzneimittel registriert und nicht zugelassen; für die Registrierung ist kein Wirksamkeitsnachweis erforderlich.
12 Salben und 12 Ergänzungsmittel sind nach dem Tod Dr. Schüßlers hinzugekommen. Dabei gilt für alle Darreichungsformen dieselbe Grundannahme: Schüßler-Salze sollen den Mineralstoffhaushalt regulieren und Funktionsstörungen in den Körperzellen beheben.
Nach dieser Lehre sollen auch das gesamte Wohlbefinden und die Schönheit von den Schüßler-Salzen profitieren. Übergewicht, dünnes Haar, blasse Haut und brüchige Fingernägel gelten in ihr als Alarmsignale des Körpers. Sie sollen anzeigen, dass der Zellstoffwechsel nicht richtig funktioniert. Menschen klagen über Beschwerden, obwohl sie Mineralien und Spurenelemente im üblichen Ausmaß zu sich nehmen. Schüßler ging in solchen Fällen davon aus, dass die zugeführten Salze nicht vollständig und zweckmäßig verwertet werden können. Hier setzen die Schüßler-Salze an.
Geschichte & Entwicklung
Die Schüßler-Salze wurden im 19. Jahrhundert von dem deutschen Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelt. Geboren 1821 in Bad Zwischenahn, Deutschland, studierte Schüßler Medizin und befasste sich mit der Homöopathie. Schüßler war von der Homöopathie inspiriert, aber er suchte nach einer vereinfachten Methode zur Heilung, die auf wenigen, aber essenziellen mineralischen Substanzen basierte, die er als grundlegend für die Zellgesundheit betrachtete.
Im Jahr 1873 veröffentlichte Schüßler seine Theorie der „Biochemischen Heilweise“, in der er davon ausging, dass Krankheiten durch Ungleichgewichte von Mineralstoffen in den Körperzellen entstehen. Er identifizierte 12 mineralische Salze, die er als zentral für die Zellfunktion ansah, und entwickelte daraus die sogenannten Schüßler-Salze. Schüßler glaubte, dass die Zufuhr dieser Salze in potenzierter Form dem Körper helfen könne, das Gleichgewicht wiederherzustellen und so die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Die Verbreitung und Popularität der Schüßler-Salze nahm im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zu, insbesondere in Deutschland und Europa. Die Methode wurde von vielen als sanfte und natürliche Alternative zur Schulmedizin angesehen. Auch heute noch sind Schüßler-Salze in der alternativen Medizin weit verbreitet und werden zur Unterstützung der Gesundheit und zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt.
Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch
Schüßler-Salze sollen nach dieser Vorstellung Schleusen in den Zellmembranen öffnen, die vorhandenen Mineralsalze aktivieren und so dafür sorgen, dass Funktionsstörungen repariert werden. Gleichzeitig sollen sie dem gesamten Organismus helfen, Mineralstoffe aus der Ernährung besser auszunutzen.
Ausschlaggebend soll dabei die besondere Verarbeitung der Schüßler-Salze sein, um die heilenden Impulse in der Zelle, an der Zellmembran sowie in den Zellzwischenräumen setzen zu können.
Durch Potenzierung, das schrittweise Verreiben und Verdünnen der Wirkstoffe, soll die Wirksamkeit mit ansteigender Aufschließung zunehmen; pharmakologisch nimmt der Gehalt an Ausgangssubstanz mit jedem Schritt dagegen ab. Diese Verdünnung hat das Ziel, gesunde Zellen in ihren natürlichen Funktionen nicht zu stören, gleichzeitig aber Funktionsstörungen nachhaltig auszugleichen.
Übliche Schüßler-Potenzen sind D3, D6 und D12 (D = Dezimalpotenz). Um beispielsweise eine D6-Potenz herzustellen, wird ein Teil Salz sechsmal hintereinander mit neun Teilen Milchzucker verrieben. D12 entsprechend zwölfmal. Jetzt enthält die D6-Arznei ein Millionstel, die D12 ein Billionstel der Ausgangssubstanz. Erst diese Aufbereitung soll nach Schüßlers Lehre dafür sorgen, dass die Salze bis in die Zellen gelangen.
Die Schulmedizin teilt diese Annahmen nicht. Belastbare klinische Studien, die eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit der Schüßler-Salze belegen würden, liegen nicht vor.
Nach Schüßlers Systematik ist jedem der zwölf Salze eine Spezialfunktion zugeordnet:
Nr. 1 Calcium fluoratum gilt als das Salz mit Stützfunktion, für stabile Gelenke und elastisches Gewebe.
Nr. 2 Calcium phosphoricum soll wachstumsfördernd und kräftigend wirken; es gilt als das Salz für starke Knochen.
Nr. 3 Ferrum phosphoricum soll Kraft für das Immunsystem bringen.
Nr. 4 Kalium chloratum: Der Stoffwechselwächter soll für gesunde Schleimhäute sorgen.
Nr. 5 Kalium phosphoricum gilt als das Salz gegen Nervosität und Erschöpfung.
Nr. 6 Kalium sulfuricum gilt als Entgiftungssalz; es soll von Ballast befreien und Schäden der Haut und an den Nägeln reparieren.
Nr. 7 Magnesium phosphoricum gilt als „Schmerzstopper“.
Nr. 8 Natrium chloratum: Dieses Salz soll den Feuchtigkeitshaushalt sanft regulieren.
Nr. 9 Natrium phosphoricum soll entsäuern; es gilt als das Salz für den gesunden Stoffwechsel.
Nr. 10 Natrium sulfuricum gilt als das Ausleitungsmittel unter den Mineralsalzen; es soll die innere Reinigung übernehmen.
Nr. 11 Silicea gilt als Dr. Schüßlers Schönheitsmittel.
Nr. 12 Calcium sulfuricum gilt als das Reinigungs- und Regenerationsmittel.
Wer schon Erfahrungen mit den Basissalzen gemacht hat, kann auch die Salben und die ergänzenden Salze Nr. 13 bis 24 einsetzen.
Die rezeptfrei in Apotheken erhältlichen Schüßler-Salze werden bei sehr unterschiedlichen Beschwerden angewendet.
Risiken & Nebenwirkungen
Wirkungen der Salze selbst sind wegen der starken Verdünnung nicht zu erwarten, und damit auch keine Neben- oder Wechselwirkungen. Die Tabletten enthalten allerdings Milchzucker (Laktose), der bei einer Laktoseintoleranz Beschwerden auslösen kann.
Die Tabletten lässt man im Mund zergehen. Über die Mundschleimhaut sollen die fein aufgeschlüsselten Salzmoleküle in den Kreislauf des Blutes und in die Körperzellen gelangen. In akuten Krankheitsstadien werden die Salze auch heiß angewendet: Man löst die Tabletten in heißem Wasser auf und trinkt die Lösung warm in kleinen Schlucken.
Ein über eine ausgewogene Ernährung hinausgehender Nutzen der Schüßler-Salze ist nicht belegt. Ärztliche Diagnosen und Verordnungen können und sollen sie nicht ersetzen.
Anwendung & Sicherheit
Schüßler-Salze, benannt nach dem deutschen Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler, sind homöopathisch aufbereitete Mineralsalze, die zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt werden. Ihre Anwendung basiert auf der Annahme, dass Krankheiten durch Ungleichgewichte im Mineralhaushalt der Zellen entstehen, und dass die Einnahme spezifischer Mineralsalze in potenzierter Form diese Ungleichgewichte ausgleichen kann.
Schüßler-Salze werden meist in Tablettenform eingenommen, aber auch als Salben oder Tropfen angewendet. Die Dosierung und Dauer der Einnahme variieren je nach Beschwerdebild, und oft werden mehrere Salze kombiniert.
Die Anwendung von Schüßler-Salzen gilt als weitgehend unbedenklich, da sie in sehr hohen Verdünnungen vorliegen, was das Risiko für Nebenwirkungen oder Überdosierungen minimiert. Allerdings fehlt es an wissenschaftlicher Evidenz für ihre Wirksamkeit, weshalb sie hauptsächlich in der Komplementärmedizin genutzt werden. Bei schweren Erkrankungen sind Schüßler-Salze kein Ersatz für eine konventionelle medizinische Behandlung.
Die Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Schüßler-Salzen unterliegt strengen pharmazeutischen Standards. Die Produktion erfolgt nach den Richtlinien des Homöopathischen Arzneibuchs (HAB), das die Reinheit der Rohstoffe, die exakte Potenzierung sowie die Reinheit und Qualität der Endprodukte sicherstellt. Hersteller unterliegen regelmäßigen Kontrollen durch entsprechende Behörden, um die Einhaltung dieser Standards zu gewährleisten.
Alternativen
Zu den Alternativen zu Schüßler-Salzen zählen hauptsächlich andere Ansätze der Komplementär- und Alternativmedizin, wie beispielsweise Homöopathie, Bachblüten-Therapie und Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Während Schüßler-Salze auf die Idee der Zellmineralstofftherapie setzen, zielt die Homöopathie darauf ab, das „Ähnliche mit Ähnlichem“ zu behandeln, indem stark verdünnte Substanzen verwendet werden, die bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen würden wie die zu behandelnde Krankheit.
Die Bachblüten-Therapie, eine weitere alternative Methode, basiert auf der Verwendung von Essenzen aus Blüten, die emotionales Gleichgewicht fördern sollen. Diese Therapieform richtet sich insbesondere an psychische und emotionale Zustände, während Schüßler-Salze eher auf körperliche Beschwerden abzielen.
Die Phytotherapie verwendet im Gegensatz dazu pflanzliche Arzneimittel, die oft in Form von Tees, Tinkturen oder Extrakten verabreicht werden. Im Vergleich zu Schüßler-Salzen, die in sehr hoher Verdünnung vorliegen, enthalten phytotherapeutische Mittel wirkstoffhaltige Mengen an Pflanzenbestandteilen, was ihre pharmakologische Wirkung intensiver macht.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen Therapieformen liegt in der wissenschaftlichen Akzeptanz. Während die Phytotherapie in Teilen der Schulmedizin anerkannt ist und für viele Pflanzenstoffe Wirkungsnachweise existieren, ist die Wirksamkeit von Homöopathie, Bachblüten und Schüßler-Salzen wissenschaftlich umstritten und oft nur durch subjektive Erfahrungsberichte gestützt.
Forschung & Zukunft
Die Forschung zu Schüßler-Salzen bleibt in der wissenschaftlichen Gemeinschaft nach wie vor begrenzt, da der Fokus traditionell auf evidenzbasierte Medizin gelegt wird. Dennoch gibt es in den letzten Jahren einige Entwicklungen und Trends, die das Interesse an Schüßler-Salzen und anderen komplementärmedizinischen Ansätzen beleben.
Ein Trend ist die verstärkte Untersuchung der Wirkmechanismen auf zellulärer Ebene, um besser zu verstehen, wie Schüßler-Salze möglicherweise die Zellfunktionen beeinflussen könnten. Einige Forscher interessieren sich dafür, ob die Salze tatsächlich in homöopathischer Potenzierung auf den Zellstoffwechsel einwirken können, etwa durch die Veränderung der Ionenkanäle oder den Einfluss auf die zelluläre Signalübertragung. Dabei bleibt die Beweisführung jedoch schwierig, da die Wirkstoffkonzentrationen extrem niedrig sind und bislang keine klare biochemische Grundlage für die Wirkung gefunden wurde.
Ein weiterer Trend ist die Integration von Schüßler-Salzen in multimodale Behandlungskonzepte, bei denen sie begleitend zu anderen Therapieformen, wie Phytotherapie oder Akupunktur, eingesetzt werden. Dieser Ansatz zielt darauf ab, den Heilungsprozess auf verschiedenen Ebenen zu unterstützen und gleichzeitig den ganzheitlichen Aspekt der Therapie zu betonen. Hierbei wird versucht, die Wirkung von Schüßler-Salzen in Kombination mit anderen Methoden besser zu dokumentieren und therapeutisch zu nutzen.
Insgesamt zeigt sich ein wachsendes Interesse daran, die möglichen Wirkungen von Schüßler-Salzen in spezifischen Anwendungsbereichen, etwa bei chronischen Erkrankungen oder in der Präventivmedizin, gezielter zu erforschen.
Abgrenzung zu Mineralstoffpräparaten
Der Name führt regelmäßig in die Irre: Schüßler-Salze werden mit den Magnesium-, Calcium- oder Eisenpräparaten aus dem Drogerieregal verwechselt, weil beide dieselben Mineralstoffnamen tragen. Es sind jedoch zwei verschiedene Dinge, rechtlich wie inhaltlich. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist nach der Nahrungsergänzungsmittelverordnung ein Lebensmittel: ein Konzentrat von Nährstoffen in dosierter Form, das die allgemeine Ernährung ergänzen soll und den Stoff in wägbarer Menge liefert. Schüßler-Salze sind dagegen Arzneimittel und liegen potenziert vor; den Hauptbestandteil der Tablette bildet nicht das namengebende Salz, sondern der Milchzucker, mit dem verrieben wurde. Für einen im Blut nachgewiesenen Mangel sind sie deshalb kein Ersatz: Ein Eisenmangel oder ein Mangel an Magnesium wird über die Ernährung oder über entsprechend dosierte Präparate ausgeglichen und nicht über die Nummern 3 und 7. Schüßlers Lehre erhebt diesen Anspruch auch gar nicht: Sie setzt keinen Mangel im Blut voraus, sondern eine gestörte Verwertung in der Zelle.
Kennzeichnung & Werbung
Wer eine Packung Schüßler-Salze in die Hand nimmt, findet darauf kein Anwendungsgebiet. Das ist keine Nachlässigkeit des Herstellers, sondern Vorschrift. Für Arzneimittel, die im Register für homöopathische Arzneimittel eingetragen sind, schreibt § 10 Absatz 4 des Arzneimittelgesetzes neben der Registriernummer den Zusatz „Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation“ vor. Anzugeben sind Ursubstanz und Verdünnungsgrad, Darreichungsform und Art der Anwendung – also woraus das Mittel besteht, nicht, wogegen es helfen soll. In dieselbe Richtung zielt § 5 des Heilmittelwerbegesetzes: Für homöopathische Arzneimittel, die registriert oder von der Registrierung freigestellt sind, darf mit der Angabe von Anwendungsgebieten nicht geworben werden. Die Zuordnung einzelner Nummern zu bestimmten Beschwerden, wie sie die Ratgeberliteratur vornimmt, stammt daher nicht von der Packung und ist von keiner Behörde geprüft worden.
Kosten & Erstattung
Schüßler-Salze sind nicht verschreibungspflichtig und fallen damit unter den Ausschluss des § 34 Absatz 1 SGB V: Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel gehören grundsätzlich nicht zur Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch die Ausnahmeliste des Gemeinsamen Bundesausschusses greift nicht, denn sie setzt voraus, dass ein Mittel bei einer schwerwiegenden Erkrankung als Therapiestandard gilt. Anwender tragen die Kosten deshalb in aller Regel selbst. Offen bleibt ein anderer Weg: Nach § 11 Absatz 6 SGB V darf eine Krankenkasse in ihrer Satzung zusätzliche Leistungen bei nicht verschreibungspflichtigen, apothekenpflichtigen Arzneimitteln vorsehen, und einzelne Kassen erstatten auf dieser Grundlage Mittel der besonderen Therapierichtungen. Ob eine Kasse davon Gebrauch macht, ist ihre eigene Entscheidung; über die Wirksamkeit eines Mittels sagt eine solche Satzungsleistung nichts aus.
Kritik
Schüßler-Salze stehen in der Kritik, da ihre Wirkmechanismen wissenschaftlich nicht ausreichend belegt sind. Sie beruhen auf der Annahme, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht der Mineralstoffverteilung in den Zellen entstehen und dass diese durch die Einnahme potenzierter Mineralsalze ausgeglichen werden können. Diese Theorie widerspricht jedoch den Grundlagen der Biochemie, die besagt, dass derartige geringe Mengen an Mineralstoffen, wie sie in den Schüßler-Salzen vorkommen, keine physiologisch relevante Wirkung auf den Organismus haben können.
Zudem mangelt es an qualitativ hochwertigen klinischen Studien, die die Wirksamkeit von Schüßler-Salzen nachweisen. Die wenigen vorhandenen Studien weisen methodische Mängel auf oder liefern keine überzeugenden Ergebnisse, die über den Placeboeffekt hinausgehen. Kritiker argumentieren daher, dass der therapeutische Nutzen von Schüßler-Salzen weitgehend auf subjektive Erfahrungen und den Glauben der Anwender zurückzuführen ist.
Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass die Verwendung von Schüßler-Salzen bei ernsthaften Erkrankungen das Risiko birgt, dass Patienten notwendige medizinische Behandlungen verzögern oder ganz unterlassen. Diese Praxis kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, da sie auf eine Therapie setzt, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist. Letztlich bleibt die Frage offen, ob der Einsatz von Schüßler-Salzen mehr als eine unterstützende Rolle im Rahmen der Selbstmedikation spielen sollte.
Quellen
- Genneper, T., Wegener, A. (Hrsg.): Lehrbuch Homöopathie.
ISBN: 9783132403567
- Beer, A.-M., Adler, M. (Hrsg.): Leitfaden Naturheilverfahren für die ärztliche Praxis.
ISBN: 9783437319365
- Kraft, K., Stange, R. (Hrsg.): Lehrbuch Naturheilverfahren.
ISBN: 9783830453338
- Melchart, D., Brenke, R. (Hrsg.): Naturheilverfahren.
ISBN: 9783794526154
- Schmiedel, V., Matejka, R. (Hrsg.): Leitfaden Naturheilkunde.
ISBN: 9783437550492
