Oropharynxkarzinom

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Oropharynxkarzinom wird eine Krebserkrankung in der Mundrachenregion bezeichnet. Der Oropharynx bildet den mittleren Abschnitt des Schlundes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Oropharynxkarzinom?

Oropharynxkarzinom
Veränderungen im Bereich des Mundes oder des Rachens sind häufig Anzeichen einer Erkrankung. Kommt es zu Schwellungen, einem Engegefühl oder Schmerzen im Mund oder Rachenraum, wird ein Arzt benötigt.
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Das Oropharynxkarzinom trägt auch die Bezeichnung Mundrachenkrebs. Gemeint ist damit ein bösartiger Schleimhauttumor im Mundrachenbereich, bei dem es sich um den Oropharynx oder Mesopharynx handelt. Gemeinsam mit dem Nasopharynx- und dem Hypopharynxkarzinom zählt das Oropharynxkarzinom zu den Rachenkrebserkrankungen.

Vom Oropharynx wird der mittlere Abschnitt des Schlundes (Pharynx) gebildet. Er umfasst die Schlundhinterwand, den weichen Gaumen, die Gaumenmandeln sowie den Zungengrund und reicht bis zum Kehlkopfübergang. Besonders häufig zeigt sich Mundrachenkrebs bei älteren Männern über 60 Jahren.

In Deutschland kommen auf 100.000 Einwohner pro Jahr etwa 0,5 bis 2 Neuerkrankungen. Aus histologischer Sicht handelt es sich bei einem Oropharynxkarzinom zumeist um ein Plattenepithelkarzinom, das von der Rachenschleimhaut ausgeht. Typischerweise kommt es zur Ausprägung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in den Halslymphknoten.

Ursachen

Wodurch Rachenkrebs oder ein Oropharynxkarzinom verursacht werden, ließ sich nicht genau klären. Verantwortlich gemacht werden Umwelteinflüsse, genetische Faktoren sowie Mangelerscheinungen bei der Ernährung. Bekannt sind jedoch bestimmte Risikofaktoren, die das Auftreten eines Oropharynxkarzinoms begünstigen.

Dazu gehören hoher Alkoholkonsum, Rauchen, Infektionen mit dem humanen Papillomvirus (HPV), eine vitaminarme Ernährung sowie der Einfluss von Schadstoffen wie nickel- und chromhaltigen Farben oder Asbest. Als größter Risikofaktor werden jedoch Zigaretten- und Alkoholkonsum eingestuft. Vor allem eine Kombination aus beidem erhöht das Rachenkrebsrisiko beträchtlich.

Die Bedeutung der humanen Papillomviren hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft den Virustyp HPV 16 seit 2007 ausdrücklich als Ursache von Krebs im Mundrachenraum ein. HPV-bedingte Oropharynxkarzinome treten häufiger bei jüngeren Menschen auf, die weder rauchen noch viel Alkohol trinken; sie werden deshalb heute als eigene Krankheitsform betrachtet.

Bei Männern kommt es drei oder vier Mal häufiger zu Mundrachenkrebs als beim weiblichen Geschlecht. Das Epstein-Barr-Virus gilt dagegen vor allem als Risikofaktor für das Nasopharynxkarzinom und nicht für den Mundrachenkrebs. Weitere Risikofaktoren sind eine Schwächung des Immunsystems sowie unzureichende Mundhygiene.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

In der Regel zeigen sich bei einem Oropharynxkarzinom zunächst keine typischen Beschwerden. Spürbare Symptome treten häufig erst spät im Verlauf der tückischen Erkrankung auf. Dabei entstehen zumeist Veränderungen an der Schleimhaut der Mundhöhle. Ebenso sind Veränderungen der Geschmacksempfindung und Blutungen im Bereich des Möglichen.

Nicht selten leidet der Patient auch unter Mundgeruch, obwohl sich seine Mundhygiene nicht verändert hat. Beim Sprechen und Kauen können zudem Schmerzen auftreten, die in Richtung Ohr ausstrahlen. Ferner hat die betroffene Person Probleme beim Schlucken.

In den meisten Fällen bildet sich das Oropharynxkarzinom in der Region der Tonsillen (Gaumenmandeln). Mitunter erfolgt die Ausbreitung des Tumors zu den Kaumuskeln. Dies führt zu einer schmerzhaften Kieferklemme. Die Patienten sind dann nicht mehr in der Lage, ihren Mund vollständig zu öffnen.

Nicht selten fällt als erstes Anzeichen eine schmerzlose Schwellung am Hals auf, die von einem befallenen Lymphknoten ausgeht. Besonders bei HPV-bedingten Tumoren ist dies häufig das erste Symptom, während der Tumor im Rachen selbst noch klein und unauffällig ist. Eine Halsschwellung, die länger als drei Wochen bestehen bleibt, sollte deshalb immer ärztlich abgeklärt werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Besteht Verdacht auf ein Oropharynxkarzinom, führt der behandelnde Arzt eine Spiegeluntersuchung mit einem speziellen Laryngoskop durch. Dabei kann der Einsatz eines sehr flexiblen Endoskops erforderlich sein, um den Oropharynx genauer zu betrachten. Bei einer Kontrolle des kompletten Rachenraums erhält der Patient eine Intubationsnarkose.

Zur Beurteilung des Tumorausmaßes sowie zur Planung der anschließenden Behandlung finden bildgebende Verfahren statt. Dabei handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), eine Computertomographie (CT) sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT). Durch die Ultraschalluntersuchung kann der Arzt einen möglichen Befall der Lymphknoten feststellen.

CT und MRT dienen dazu, die Ausdehnung des Tumors zu bestimmen. Außerdem lässt sich mit ihrer Hilfe ein eventueller Befall der Halsgefäße ermitteln. Um abzuklären, ob das Oropharynxkarzinom Fernmetastasen hervorgerufen hat, werden CT- und Röntgenaufnahmen der Lunge angefertigt. Auch die Leber wird per Sonographie überprüft.

Zur Abklärung von Metastasen in den Knochen gilt eine Szintigraphie als sinnvoll. In fortgeschrittenen Stadien wird heute häufig zusätzlich eine Positronen-Emissions-Tomographie in Kombination mit einer Computertomographie (PET-CT) eingesetzt, um Absiedlungen im ganzen Körper in einer Untersuchung zu erfassen.

Gesichert wird die Diagnose erst durch eine Gewebeprobe (Biopsie), die feingeweblich untersucht wird. Dabei wird heute regelhaft geprüft, ob der Tumor durch humane Papillomviren verursacht wurde; als Anhaltspunkt dient der Nachweis des Eiweißes p16 im Gewebe. Seit der 8. Auflage der TNM-Klassifikation, die 2017 in Kraft trat, werden HPV-bedingte Oropharynxkarzinome getrennt von den übrigen eingestuft, weil sie sich im Verlauf deutlich unterscheiden.

Der Verlauf eines Oropharynxkarzinoms hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Tumor entdeckt wird. So stellt die späte Diagnosestellung ein häufiges Problem dar. Im frühen Stadium fällt das Karzinom klein aus, hat noch keine Nachbarstrukturen angegriffen und keine Metastasen hervorgerufen, wodurch sich eine günstige Prognose stellen lässt. Schreitet das Wachstum des Tumors jedoch weiter voran, führt dies oft zu einem negativen Krankheitsverlauf.

Komplikationen

Aufgrund des Oropharynxkarzinoms leiden die Betroffenen an einem Tumor. Bei dieser Erkrankung kann sich der Tumor auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten und möglicherweise dort zu einem weiteren Tumor führen. Aus diesem Grund ist die Lebenserwartung bei einem Oropharynxkarzinom deutlich verringert. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Tumor erst spät diagnostiziert und behandelt wird.

In den meisten Fällen tritt die Diagnose erst relativ spät ein, da der Tumor zunächst nicht zu Beschwerden führt. Allerdings leiden die Betroffenen an einem veränderten Geschmacksempfinden und weiterhin auch an Veränderungen an der Mundschleimhaut. Weiterhin kann es durch das Oropharynxkarzinom auch zu einem üblen Mundgeruch kommen, der nicht mit Hilfe von Pflegemitteln besiegt werden kann. Die Betroffenen leiden auch an Ohrenschmerzen.

Sollte sich die Behandlung verzögern, breitet sich der Tumor in der Regel auch zu den Kaumuskeln aus, sodass die Patienten ihren Mund nicht mehr wie gewohnt öffnen können. In der Regel muss der Tumor entfernt werden. Ob es dabei zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt, kann aufgrund der individuellen Ausprägung nicht vorausgesagt werden. Möglicherweise verstirbt der Betroffene auch an den Folgen dieser Krebserkrankung.

Zu den ernsten Komplikationen zählen außerdem Schluckstörungen, bei denen Speisereste in die Luftwege gelangen und eine Lungenentzündung auslösen können, eine zunehmende Verlegung der Atemwege durch den wachsenden Tumor sowie Blutungen, wenn der Tumor ein größeres Gefäß angreift. Auch die Behandlung selbst kann Beschwerden hinterlassen: Nach einer Strahlentherapie im Mund-Rachen-Raum sind bleibende Mundtrockenheit, Geschmacksverlust und eine erhöhte Anfälligkeit für Karies häufig.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Veränderungen im Bereich des Mundes oder des Rachens sind häufig Anzeichen einer Erkrankung. Kommt es zu Schwellungen, einem Engegefühl oder Schmerzen im Mund oder Rachenraum, wird ein Arzt benötigt. Unregelmäßigkeiten beim Kauvorgang oder der Lautgebung sind untersuchen und behandeln zu lassen. Treten Beschwerden mit vorhandenem Zahnersatz oder Zahnspangen auf, ist ein Arztbesuch vonnöten.

Breiten sich die Beschwerden aus oder nehmen sie an Intensität zu, ist eine Abklärung der Beeinträchtigungen anzuraten. Es muss eine Ursachenforschung eingeleitet werden, damit ein Behandlungsplan erstellt werden kann. Da das Oropharynxkarzinom ohne eine ärztliche Versorgung einen tödlichen Verlauf haben kann, sollte bereits bei den ersten Unstimmigkeiten ein Arzt aufgesucht werden.

Ein Appetitverlust, Empfindungsstörungen oder eine Abnahme des Körpergewichts sind weitere Anzeichen einer Erkrankung. Ohren- und Kopfschmerzen, eine Schiefhaltung des Kopfes oder Verspannungen geben Anlass zur Besorgnis. Es besteht Handlungsbedarf, sobald es zu Veränderungen des Hautbildes oder der Schleimhäute kommt.

Können die Kiefer nicht mehr wie gewohnt bewegt werden, stellt sich ein Verlust des Wohlbefindens ein oder sinkt die Teilnahme am gesellschaftlichen sowie sozialen Leben, sollten die Beobachtungen mit einem Arzt besprochen werden. Ein allgemeines Unwohlsein, Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen sind Folgestörungen, die durch das Oropharynxkarzinom eintreten können. Ein Arztbesuch ist anzuraten, damit eine Diagnosestellung erfolgen kann.

Ein Notfall liegt vor, wenn Atemnot auftritt oder es zu einer starken, nicht zum Stillstand kommenden Blutung aus Mund oder Rachen kommt. In diesen Fällen ist sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren.

Behandlung & Therapie

Findet die Entdeckung des Oropharynxkarzinoms bereits in einem frühen Stadium statt und ist der Tumor noch klein, kann die Krebserkrankung sogar geheilt werden. Karzinome an den Mandeln werden in der Regel herausoperiert. Liegt ein größerer Tumor vor, ist zusätzlich eine Strahlentherapie notwendig.

Besteht das Karzinom an der Zunge oder am Gaumen, wird zumeist eine hochdosierte Strahlentherapie vorgenommen. Hat das Karzinom auch Nachbarstrukturen wie den Zungengrund, den weichen Gaumen oder den Kehlkopfeingang befallen, werden die betroffenen Bereiche ebenfalls chirurgisch entfernt. Allerdings gilt eine vollständige Entfernung des Tumors in solchen Fällen als problematisch.

Bei den meisten Betroffenen findet zudem eine Ausräumung der Halslymphknoten statt, was als Vorteil angesehen wird, weil sich Ansiedlungen des Tumors in den Halslymphknoten nicht immer sichtbar machen lassen. Lange Zeit wurden dabei alle Lymphknoten einer Halsseite zusammen mit Muskel- und Nervengewebe entfernt. Heute wird stattdessen meist eine selektive Ausräumung bevorzugt, bei der nur die tatsächlich gefährdeten Lymphknotengruppen entnommen werden; das schont Schulterfunktion und Aussehen. Befindet sich der Patient in einem fortgeschrittenen Stadium des Oropharynxkarzinoms, erfolgt eine Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie.

Diese Mischung bezeichnen Mediziner als Radiochemotherapie. Die zusätzliche Chemotherapie sorgt für eine bessere Wirkung der Behandlung. Die Überlebensrate von Patienten, die älter als 70 Jahre sind, gilt als niedriger als die von jungen Patienten.


Aussicht & Prognose

Die Prognose bei einem Oropharynxkarzinom fällt recht unterschiedlich aus. Im Wesentlichen hängen die Aussichten im jeweiligen Fall vom Stadium, der Form und Ursache sowie dem Metastasierungsverhalten der Krebserkrankung ab.

Die günstigste Prognose haben Betroffene, deren Oropharynxkarzinom durch HP-Viren ausgelöst wurde. Bei ihnen haben sich sowohl Chemotherapie als auch Bestrahlung als überaus effektiv erwiesen. Oftmals ist in diesen Fällen keine Operation notwendig. Raucher haben hingegen deutlich schlechtere Aussichten. Im ersten Stadium der Erkrankung liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei etwa 90 Prozent, im zweiten Stadium bei etwa 75 Prozent. Bei HPV-bedingten Tumoren fallen die Überlebensraten in jedem Stadium besser aus als bei Tumoren, die durch Rauchen und Alkohol verursacht wurden.

Die besten Aussichten haben Betroffene, bei denen das Oropharynxkarzinom vollständig entfernt werden konnte. Bei Patienten, bei denen sich bereits Absiedlungen in den Halslymphknoten gebildet haben, beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate je nach Ursache und Ausdehnung zwischen 35 und 75 Prozent. Haben sich dagegen Fernmetastasen in anderen Organen gebildet, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich; die Behandlung zielt dann darauf, das Wachstum zu bremsen und Beschwerden zu lindern.

Sehr schlechte Aussichten haben Betroffene, die erst sehr spät behandelt werden. In diesen Fällen erwies sich nur eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen als erfolgreich. Ein entscheidender Faktor ist zudem das Alter des Patienten. Jüngere Betroffene haben deutlich höhere Überlebensraten als ältere. Insbesondere bei Erkrankten über 70 Jahren sind die Aussichten bei einem Oropharynxkarzinom sehr schlecht. Bei HPV-bedingten Tumoren ist die Prognose im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen des Kopf-Hals-Bereichs dennoch relativ gut.

Vorbeugung

Es sind durchaus Möglichkeiten vorhanden, einem Oropharynxkarzinom vorzubeugen. So ist es ratsam, den übermäßigen Genuss von Zigaretten und Alkohol zu vermeiden. Sogar nach langjährigem Konsum lässt sich das Krebsrisiko noch verringern. Ein vollständiger Verzicht auf Nikotin und Alkohol ist noch besser. Eine wichtige Rolle spielen zudem eine konsequente Mundhygiene sowie eine gesunde Ernährungsweise.

Gegen die wichtigsten krebserregenden Typen der humanen Papillomviren steht eine Impfung zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt sie in Deutschland seit 2007 für Mädchen – seit 2014 im Alter von neun bis 14 Jahren – und seit Juni 2018 auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren; versäumte Impfungen sollen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Zugelassen ist die Impfung in der Europäischen Union zur Vorbeugung von Krebs an Gebärmutterhals, Scheide, Schamlippen und After sowie von Genitalwarzen. Ob sie auch ein Oropharynxkarzinom verhindert, ist bislang nicht abschließend belegt; nachgewiesen ist bisher, dass sie die Besiedelung des Mund-Rachen-Raums mit diesen Viren deutlich verringert.

Nachsorge

Nach Abschluss der Behandlung folgt eine strukturierte Nachsorge. Sie dient dazu, ein Wiederauftreten des Tumors, Zweittumoren im Kopf-Hals-Bereich und Spätfolgen der Behandlung rechtzeitig zu erkennen. Die Kontrollen finden im ersten Jahr in kurzen Abständen von wenigen Monaten statt und werden über mindestens fünf Jahre fortgeführt, wobei die Abstände nach und nach größer werden. Weil das Oropharynxkarzinom in vielen Fällen erst relativ spät erkannt wird, sollte der Betroffene bereits bei den ersten Beschwerden einen Arzt aufsuchen.

Die Behandlung selbst erfolgt dabei meist durch einen operativen Eingriff, bei welchem der Tumor entfernt wird. Dabei sind auch nach einem solchen Eingriff regelmäßige Kontrollen und Untersuchungen durch einen Arzt sehr wichtig, um weitere Tumore schon früh zu erkennen und auch zu entfernen. Aufgrund der langwierigen Behandlung sind die Betroffenen mitunter auf eine psychologische Unterstützung angewiesen, wodurch vor allem Depressionen gelindert und verhindert werden können. Häufig sind zusätzlich eine Schluck- und Sprechtherapie sowie eine engmaschige zahnärztliche Betreuung nötig, weil eine Bestrahlung im Mund-Rachen-Raum das Kariesrisiko dauerhaft erhöht.

Im Allgemeinen sollte ein gesunder Lebensstil angestrebt werden, wobei auch auf eine ausgewogene Ernährung zu achten ist. Dabei sollte der Betroffene auf Alkohol und auf Zigaretten verzichten. In vielen Fällen verringert das Oropharynxkarzinom die Lebenserwartung des Patienten, wobei der weitere Verlauf sehr stark vom Zeitpunkt der Diagnose abhängig ist.

Das können Sie selbst tun

Zur Stärkung des Organismus ist auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Auf Schadstoffe wie Alkohol und Nikotin sowie auf den Konsum von Drogen ist zu verzichten. Insbesondere ein Verzicht auf Alkohol sollte von dem Betroffenen eingehalten werden.

Da die Erkrankung in schweren Fällen einen tödlichen Krankheitsverlauf zeigt, ist eine frühzeitige ärztliche Konsultation bereits bei den ersten Unregelmäßigkeiten notwendig. Während des Behandlungsprozesses ist den Hinweisen und Vorgaben des behandelnden Arztes Folge zu leisten, damit Komplikationen vermieden werden. Für die Bewältigung der Gesamtsituation ist eine mentale Stärke wichtig. Die Psyche sollte durch Entspannungs- und Mentaltechniken unterstützt werden. Hilfreich sind Yoga, Meditation oder autogenes Training. Zusätzlich kann eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen werden.

Damit das Immunsystem gekräftigt wird, sind neben einer optimierten Nahrungsmittelzufuhr die Schlafhygiene sowie eine ausreichende Sauerstoffzufuhr wichtig. Der Körper muss sich gut regenerieren können, um die Folgen des Oropharynxkarzinoms auffangen zu können. Spaziergänge und Bewegung im Rahmen der körperlichen Möglichkeiten sind zu empfehlen. Als hilfreich wird von vielen Patienten ein Austausch mit Gleichgesinnten empfunden. In Selbsthilfegruppen oder Internetforen können Kontakte zu anderen Betroffenen aufgebaut und gepflegt werden. Tipps für den Umgang mit den Widrigkeiten im Alltag oder eine gegenseitige Motivation finden über diese Kanäle statt.

Quellen

  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
    ISBN: 9783131521231
  • Guntinas-Lichius, O.; Klußmann, J. P.; Lang, S.: Referenz HNO-Heilkunde.
    ISBN: 9783132422421
  • Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde.
    ISBN: 9783662581773
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Horch, H.-H., Neff, A. (Hrsg.): Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.
    ISBN: 9783437060083

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