Rosacea (Rosazea)


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 27. September 2018
Kategorie: Krankheiten

Unter dem medizinischen Fachbegriff Rosacea, oder auch Rosazea, versteht sich, ins Deutsche übersetzt, das Krankheitsbild der sogenannten Kupferfinne. Allgemein sind mehr Frauen als Männer betroffen, sowie ältere statt jüngere Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Rosacea (Rosazea)?

Rosacea, zu deutsch „Kupferfinne“, ist eine Hauterkrankung im Bereich des Gesichts, welche häufig im fortgeschrittenen Alter (oftmals ab dem 40./50. Lebensjahr) mit Rötungen, Pusteln und Eiterbläschen einhergeht. Diese können unter anderem durch Nahrungsmittel, Kosmetika, Stress und Umwelteinflüsse ausgelöst und mittels bestimmter Verhaltensweisen, Cremes und Tabletten behandelt werden.

Zu den ersten Anzeichen gehören leichte Rötungen im Gesichtsbereich, vor allem im Bereich der Stirn, Wangen, Nasenflügel und dem Kinn. Charakteristisch für diese Erkrankung ist, dass häufig beide Gesichtshälften, oftmals sogar symmetrisch, betroffen sind.

Ursachen

Die Ursachen der Rosacea sind noch nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler vermuten zum einen, dass eine Regulationsstörung in der Hautdurchblutung im Gesichtsbereich und zum anderen Konsumgüter, wie Kaffee, Tee, scharf gewürzte Speisen, oder Alkohol die Auslöser sein könnten.

Hinzu kommen Faktoren, wie starke Temperaturschwankungen, Kosmetika, oder Stress. Bei den Kosmetikprodukten handelt es sich insbesondere um solche, die Alkohol, Menthol, Öle und Parfüm enthalten. Dies könnte ein möglicher Grund dafür sein, warum gerade Frauen häufiger von Rosacea betroffen sind als Männer.

Sie leiden, Statistiken zufolge, des Öfteren unter Stress und versuchen kleine Unreinheiten mit Cremes und diversen anderen Kosmetikprodukten zu behandeln. Weiterhin ist zu erwähnen, dass es sich bei Rosacea um keine Erbkrankheit handelt und sie nicht übertragbar ist.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Je nach Ausprägung werden unterschiedliche Formen sowie verschiedene Entwicklungsstadien der Rosazea unterschieden. Zu Beginn tritt die Krankheit zunächst fast immer nur im Gesicht und hier insbesondere auf der Nase und der Stirn sowie an den Wangen und am Kinn auf. Der Bereich unmittelbar um Augen und den Mund bleibt meist ausgespart.

Hals und Dekolleté sind erst später betroffen. Kennzeichnend für die Rosazea im Frühstadium sind Hautrötungen und erweiterte Gefäße. Die Patienten verspüren einen brennenden oder stechenden Schmerz und manchmal auch starken Juckreiz. Im Frühstadium klingen diese Erscheinungen nach einigen Tagen wieder ab, die Symptome kehren aber zurück.

Schreitet die Krankheit fort, bildet sich im nächsten Stadium meist eine Rosacea papulopustulosa. Die Rötungen beginnen langsam, sich blau zu verfärben, darüber hinaus bilden sich Gefäßerweiterungen, Knötchen und bei vielen Patienten auch Eiterpickel. In diesem Stadium wird die Krankheit oftmals mit Akne verwechselt, der sie im Erscheinungsbild stark ähnelt.

Die betroffenen Hautstellen werden zunehmend sensibler und reagieren allergisch auf Pflegeprodukte und Kosmetika. Kommt es zu einer Rosacea hypertrophica bilden sich, besonders auf der Nase, knotige Verdickungen. Neben den körperliche Leiden stellen sich nicht selten psychische Probleme ein, da die Krankheit sehr entstellend wirkt und so das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen stark beeinträchtigt.

Krankheitsverlauf

Zu Beginn der Erkrankung wird von betroffenen Rocacea-Patienten oftmals von einem leichten Juckreiz, oder Spannungsgefühl, sowie einer „sonnenbrandartigen“ Haut berichtet. Im Verlauf der Krankheit entstehen Entzündungen, kleine Eiterblasen und Pusteln, wobei im Laufe der Zeit oftmals eine großflächige Rötung entsteht.

Typisch für Rosacea ist, dass der Verlauf in immer wiederkehrenden Schüben stattfindet. Phasenweise sieht die Haut lediglich leicht gerötet und unrein aus und zu einer anderen Zeit verzeichnet sie hingegen stark juckende Pusteln und eitrige Bläschen. Diese, über Jahre anhaltenden Entzündungen der Talgdrüsen, führen zu einer starken Vermehrung des Bindegewebes, wodurch kleine gelbliche, oder rötliche Knoten sichtbar werden.

Hieraus kann eine sogenannte „Knollennase“ hervorgehen. Zudem sei erwähnt, dass es verschiedene Arten der Rosacea gibt, also nicht jeder Patient unmittelbar von jedem Stadium betroffen sein muss. Bei der okulären Form sind beispielsweise ebenso die Augen, in Form von Bindehaut,- Hornhaut,- und Lidrandentzündungen betroffen.

Komplikationen

In schweren Verlaufsformen kann die Rosacea unterschiedliche Komplikationen nach sich ziehen. Dazu gehören in erster Linie Wucherungen an den Talgdrüsen, die sich vorwiegend in der Nasenregion zeigen, sowie Entzündungen an den Augen. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Erkrankung rasch voranschreitet. In manchen Fällen hält sie jedoch auch zeitweilig an.

Eine der schwersten Folgeerscheinungen der Rosacea ist das Rhinophym, auch Knollennase genannt. Sie taucht ausschließlich im glandulär-hyperplastischen Stadium der Krankheit auf und wird Schweregrad III zugeordnet. Besonders häufig kommt sie bei Männern älter als 40 Jahre vor. Dabei leiden die Betroffenen unter knollenartigen Wucherungen im Bereich der Nase, die ein erhebliches kosmetisches Problem darstellen. Mitunter bilden sich die Wucherungen auch am Kinn, an den Ohrläppchen oder an der Stirn.

Bei manchen Patienten können sich die Hautwucherungen auch einzeln zeigen, ohne dass weitere Rosacea-Beschwerden zu verzeichnen wären. Eine Diagnose gilt als äußerst wichtig, weil das harmlose Rhinophym Ähnlichkeiten mit einem Basaliom, einer Hautkrebsform, aufweisen kann. Es ließ sich bislang jedoch nicht eindeutig feststellen, ob Basaliome durch Rhinophyme begünstigt werden.

Ebenfalls zu den Komplikationen der Rosacea zählen Entzündungen der Augen. So leidet ungefähr ein Fünftel aller Patienten unter ihnen. Bemerkbar macht sich die Augen-Rosacea durch Entzündungen des Lidrands oder der Bindehaut. Des Weiteren drohen eine Regenbogenhautentzündung oder eine Hornhautentzündung. Im Extremfall hat die Augen-Rosacea sogar die Erblindung des Patienten zur Folge, was jedoch nur sehr selten vorkommt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Rosacea sollte immer durch einen Arzt behandelt werden. Nur durch eine rechtzeitige ärztliche Behandlung können weitere Komplikationen und Beschwerden eingeschränkt und vermieden werden. Je früher die Erkrankung durch den Arzt erkannt und behandelt wird, desto besser ist der weitere Verlauf dieser Erkrankung. Ein Arzt ist dann aufzusuchen, wenn der Betroffene an Rötungen auf der Haut leidet. Dabei kann es auch zu einem starken Juckreiz kommen.

Treten diese Beschwerden ohne einen besonderen Grund auf und verschwinden nicht wieder von alleine, so muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. In einigen Fällen können die Symptome auch den Beschwerden einer Akne ähneln und sollten ebenfalls durch einen Arzt untersucht werden. Weiterhin deutet eine dauerhafte Müdigkeit auf die Rosacea hin. In erster Linie kann die Rosacea von einem Hautarzt oder durch einen Allgemeinarzt untersucht werden. Auch die weitere Behandlung erfolgt dann durch diese Ärzte. Es kommt meist zu einer vollständigen Heilung und nicht zu weiteren Komplikationen oder Beschwerden.

Behandlung & Therapie

Viele Betroffene leiden extrem unter Rosacea (Rosazea). Nicht diese selbst, sondern ihr Erscheinungsbild macht ihnen zu schaffen. Ähnlich „einfachen“ Hautunreinheiten handelt es sich bei Rosacea nicht um eine besonders schmerzintensive Erkrankung, aber eben um eine mit ästhetischen Nebenwirkungen.

Das Selbstwertgefühl der Betroffenen leidet und die nichtvorhandene Aussicht auf eine vollständige und schnelle Heilung drückt auf die Gemütslage der Patienten. Doch ein gut ausgebildeter Facharzt kann helfen. Er diagnostiziert die Krankheit und gibt wertvolle Tipps zum Umgang mit Rosacea. Wichtig ist die richtige Pflege der Haut. Sie sollte weder stark, durch kräftiges Reiben gereizt, noch mit unnötigen Kosmetika behandelt werden. Es dürfen ausschließlich parfümfreie Reinigungsprodukte und Cremes verwendet werden.

Zudem sollten bei einer Rosacea-Erkrankung eine starke Sonnenbelastung, sowie hohe Temperaturschwankungen vermieden werden. Weiterhin ist es möglich eine speziell vom Hautarzt verschriebene Creme zu verwenden, wobei die Wirkstoffe Metronidazol und Erythromycin Linderung versprechen. Kortisonhaltige Cremes dürfen hingegen nicht angewandt werden. Eine Massage von Nase, Wangen, Kinn und Stirn kann sich ebenso günstig auf den Heilungsprozess auswirken.

Hilft dies dem Betroffenen nicht, kann auf die Einnahme von Medikamenten nicht verzichtet werden. Der Wirkstoff Minocyclin wird häufig, da nebenwirkungsarm, eingesetzt. Beim Vorhandensein einer „Knollennase“ kann operativ behandelt werden, indem die oberste Schicht der Nasenhaut abgetragen wird.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Vorbeugend gegen Rosacea wirken die Nutzung von Sonnencreme, die Vermeidung von weniger gut verträglichen Nahrungsmitteln und Stress, der Verzicht auf parfümierte und reizende Kosmetikprodukte, sowie eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle.

Video: Rosazea mit Ernährung behandeln

Das können Sie selbst tun

Menschen die an Rosacea leiden, können auch abseits eventueller medikamentöser Behandlungen auf Dinge achten, die das Krankheitsbild bessern bzw. nicht weiter verschlimmern. Da sich die Hautrötungen und Entzündungen durch Stress verschlimmern können, ist es wichtig, diesen weitestgehend zu vermeiden. Dazu kann der Betroffene auf Entspannungstechniken wie Yoga oder Mediation zurückgreifen. Diese wirken stimmungsaufhellend und können vor Stress schützen.

Da es sich bei Rosazea um eine entzündliche Erkrankungen handelt, können bestimmte Ernährungsfaktoren unterstützen. Eine besonders starke antientzündliche Eigenschaft wird dabei den Omega-3-Fettsäuren zugesprochen. Diese stecken vor allem in fettreichen Seefischen wie Makrele, Hering oder Lachs. Daher ist es empfehlenswert, einmal wöchentlich Fisch zu verzehren. Darüberhinaus sollten Genussmittel, die das Hautbild verschlechtern könnten, möglichst gemieden werden. Vor allem der Konsum von Alkohol und Nikotin sollte deutlich reduziert werden. Weiterhin kann sich eine regelmäßige Bewegung an der frischen Luft positiv auf das Hautbild auswirken.

Außerdem sollten auch geeignete Pflege- und Kosmetikprodukte verwendet werden. Dabei sollten harte Peelings und sehr reichhaltige und fette Cremes ausgespart werden. Empfehlenswert sind Produkte, die sich aus möglichst wenigen Inhaltsstoffen zusammensetzen und keinen Alkohol enthalten. Da die Haut sehr empfindlich ist, sollte auch bei geringer Sonneneinstrahlung ein geeigneter Lichtschutzfaktor aufgetragen werden. Zudem können sanfte Gesichtsmassagen helfen, Schwellungen und Rötungen zu minimieren.

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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