Stechmücken
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Stechmücken sind weltweit verbreitet. Die meisten Menschen haben bereits Erfahrungen mit den Insekten gesammelt. Meistens hinterlassen sie zwar nur Schwellungen und Juckreiz, sie können jedoch auch Krankheitserreger übertragen. Deswegen ist insbesondere in tropischen Regionen eine größere Vorsicht geboten.
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Was sind Stechmücken?
Stechmücken gehören zu den Zweiflüglern. Insgesamt existieren etwa 3500 verschiedene Arten von Stechmücken. In Europa sind zirka 104 Arten verbreitet. Mücken erinnern an Parasiten, weil die Weibchen für die Bildung ihrer Eier Blut benötigen. Dabei ist es in der Regel nicht ihr Ziel, Menschen mit Krankheiten anzustecken. Es sind die Stechmücken selber, die von unterschiedlichen Mikroorganismen besiedelt und teilweise zum Überträger werden.
Den Stechmücken stehen spezifische Hilfsmittel zur Verfügung, um die Haut ihres Wirts zu durchbohren und Blut aufzunehmen. Es sind ausschließlich weibliche Tiere, die menschliches Blut benötigen. Männchen verwenden Pflanzen zur Ernährung. Für Weibchen ist das Blut jedoch essentiell, da sie die enthaltenen Proteine brauchen. Auf diese Weise wird eine erfolgreiche Produktion von Eiern, und somit auch Nachkommen, sichergestellt.
Innerhalb der Zweiflügler bilden die Stechmücken eine eigene Familie mit dem wissenschaftlichen Namen Culicidae. Sie wird üblicherweise in zwei größere Unterfamilien geteilt, von denen eine die Gattung Anopheles enthält und die andere unter anderem die Gattungen Culex und Aedes. Diese drei Namen tauchen in medizinischen Zusammenhängen immer wieder auf, weil sich an ihnen entscheidet, welche Krankheiten in einer Region überhaupt übertragen werden können. Für den Laien am ehesten erkennbar ist der Unterschied an der Ruhestellung: Anopheles-Mücken stellen den Körper schräg von der Unterlage ab, während Culex- und Aedes-Mücken ihn beinahe parallel dazu halten.
Der auffällige „Rüssel“ ist kein einzelnes Rohr, sondern ein Bündel feiner, säbelartiger Werkzeuge, das von einer weichen Unterlippe umhüllt wird. Beim Stich knickt diese Unterlippe nach hinten weg und bleibt außen; nur die dünnen Stechborsten dringen in die Haut ein. Zwei von ihnen bilden Kanäle: einen, durch den das Blut aufgesaugt wird, und einen zweiten, durch den Speichel in die Wunde abgegeben wird. Die Mücke sticht dabei nicht auf gut Glück in das Gewebe, sondern tastet mit den Borsten nach einem kleinen Blutgefäß.
Der Speichel ist der eigentliche Grund dafür, dass ein Stich bemerkt wird. Er enthält Stoffe, die die Blutgerinnung hemmen und die Gefäße erweitern, damit das Blut während der Mahlzeit nicht im engen Saugkanal verklumpt. Auf die darin enthaltenen Eiweiße reagiert das Abwehrsystem des Menschen: Es wird unter anderem Histamin freigesetzt, das die typische Quaddel und den Juckreiz hervorruft. Der Mückenstich juckt also nicht wegen der winzigen Verletzung, sondern wegen dieser Reaktion – und wie stark sie ausfällt, ist von Mensch zu Mensch verschieden und ändert sich im Lauf des Lebens. Bei einer ausgeprägten Allergie gegen Mückenspeichel können die Schwellungen deutlich größer ausfallen als gewöhnlich.
Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften
Stechmücken befinden sich bereits seit einer sehr langen Zeit auf der Erde. Das älteste Fossil, das sich eindeutig einer heutigen Stechmückengattung zuordnen lässt, ist ungefähr 79 Millionen Jahre alt. Noch ältere Funde aus der Zeit vor 90 bis 100 Millionen Jahren stammen von nahe verwandten, inzwischen ausgestorbenen Formen, die unserer heutigen Stechmücke in vielen Merkmalen ähneln. Stechmücken besiedeln beinahe alle Regionen des Planeten. Ausnahmen sind lediglich die Antarktis sowie extrem trockene Wüsten, deren Lebensbedingungen nicht für das Überleben von Stechmücken ausgerichtet sind. In besonders hoher Zahl lassen sich die Insekten normalerweise in der unmittelbaren Umgebung von Gewässern finden. Welche Größe das Gewässer hat, spielt dabei keine Rolle. Besonders geeignet zur Entwicklung von Stechmücken sind sumpfige Gebiete. Dementsprechend handelt es sich zum Beispiel bei Tundra und Taiga um optimale Brutstätten für Stechmücken.
Die Größe und das äußere Erscheinungsbild von Mücken hängen maßgeblich von der jeweiligen Art ab. Die Insekten werden jedoch nicht größer als 1,5 Zentimeter. Ihre beiden Flügel weisen manchmal Schuppen auf, Beine und Saugrüssel sind etwa gleichlang. Die Beine und der Rumpf der Stechmücke sind schmal. Insgesamt wiegt ein solches Insekt zwischen 2 und 2,5 Milligramm. Die weiblichen Tiere sind meistens etwas größer als die Männchen. Letztere verfügen darüber hinaus häufig über dichtere, buschige Fühler.
Stechmücken legen Strecken mit einer Geschwindigkeit von 1,5 bis 2,5 Kilometer pro Stunde zurück. Auf welcher Höhe sie fliegen, hängt von verschiedenen Parametern ab. Dazu gehören die Art, die Höhe des Ortes über dem Meeresspiegel, Wetter, Luftdruck, Lichtverhältnisse und Temperatur. Ein warmes, windstilles Wetter stellt optimale Flugbedingungen für Stechmücken bereit.
Die Entwicklung von Stechmücken läuft in verschiedenen Phasen ab. Aus den Eiern schlüpfen Larven, aus denen Puppen hervorgehen. Nach dem Schlüpfen des Insekts wird die Stechmücke als Imago bezeichnet. Männliche Stechmücken schlüpfen meistens früher und sterben im Herbst.
Entwicklung im Wasser
Was Stechmücken so schwer zurückzudrängen macht, ist die erste Hälfte ihres Lebens: Sie spielt sich vollständig im Wasser ab, und die Ansprüche daran sind erstaunlich gering. Eine gefüllte Regentonne, ein vergessener Untersetzer, ein Autoreifen mit Regenwasser oder eine wassergefüllte Astgabel reichen aus.
Wie die Eier abgelegt werden, unterscheidet sich zwischen den Gattungen und erklärt einen guten Teil ihres unterschiedlichen Verhaltens. Anopheles-Mücken legen ihre Eier einzeln auf die Wasseroberfläche; kleine seitliche Schwimmkörper halten sie oben. Culex-Mücken kleben viele Eier zu einem Schiffchen zusammen, das wie ein winziges Floß treibt. Aedes-Mücken dagegen legen ihre Eier nicht ins Wasser, sondern an feuchte Ränder oberhalb des Wasserspiegels. Diese Eier überstehen längere Trockenzeiten und schlüpfen erst, wenn steigendes Wasser sie erreicht. Genau diese Eigenschaft macht die betreffenden Arten so anpassungsfähig an den menschlichen Siedlungsraum – und sie ist auch der Grund, warum sich solche Mücken mit trockenen Gegenständen über weite Strecken verschleppen lassen.
Die Larven sind an das Wasser gebunden, atmen aber Luft. Die Larven von Culex und Aedes hängen kopfüber unter der Wasseroberfläche und halten ein kurzes Atemrohr am Hinterende in die Luft; Anopheles-Larven liegen dagegen waagerecht dicht unter der Oberfläche. Ernährt wird sich von Kleinstlebewesen und abgestorbenem Material, das aus dem Wasser gefiltert wird. Bei Störung tauchen die Larven ruckartig ab, was ihnen im Deutschen den Namen „Wasserzappler“ eingetragen hat.
Auf die Larve folgt die Puppe, die im Unterschied zu den Puppen vieler anderer Insekten beweglich ist. Sie nimmt keine Nahrung mehr auf, kann aber schwimmen und sich in Sicherheit bringen. Aus ihr schlüpft schließlich das fertige Insekt an der Wasseroberfläche.
Wie schnell diese Abfolge durchlaufen wird, hängt vor allem von der Temperatur ab: In warmem Wasser vergehen von der Eiablage bis zur fertigen Mücke nur wenige Tage, in kühlem Wasser dauert es deutlich länger. Das erklärt, warum die Mückenzahl in einem Sommer so stark schwanken kann und warum auf warme, regenreiche Wochen regelmäßig eine besonders mückenreiche Zeit folgt. Für die Überwinterung haben die Arten unterschiedliche Wege gefunden. Manche überdauern als befruchtete Weibchen in Kellern, Ställen und Höhlen, andere als Ei, wieder andere als Larve im Wasser.
Wie Stechmücken ihre Wirte finden
Dass Stechmücken einzelne Menschen scheinbar bevorzugen, ist keine Einbildung, sondern hat mit der Art zu tun, wie sie ihre Wirte aufspüren. Die Suche verläuft in Stufen, und jede Stufe nutzt einen anderen Reiz.
Über größere Entfernung folgt die Mücke dem Kohlendioxid der Atemluft. Ein atmender Körper hinterlässt in der Luft eine Fahne, die die Mücke im Zickzackflug verfolgt. Kommt sie näher, treten Geruchsstoffe hinzu, die auf der Haut entstehen – unter anderem Milchsäure, Ammoniak und flüchtige Säuren, die von den Bakterien der Hautoberfläche gebildet werden. Deren Zusammensetzung ist von Mensch zu Mensch verschieden, und darauf beruht der Eindruck, dass manche Menschen häufiger gestochen werden als andere, die daneben sitzen. Auf den letzten Zentimetern schließlich entscheiden Körperwärme und die Feuchtigkeit über der Haut, wo genau gestochen wird; auch der Sehsinn spielt eine Rolle, weshalb dunkle, sich vom Hintergrund abhebende Umrisse Mücken stärker anziehen.
Nicht alle Arten suchen zur selben Zeit. Die in Mitteleuropa heimischen Arten sind überwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs, während einige eingewanderte Arten auch tagsüber stechen. Für den Schutz vor Stichen ist dieser Unterschied bedeutsamer, als es zunächst scheint, denn er entscheidet darüber, ob ein Moskitonetz über dem Bett überhaupt ausreicht.
Krankheiten & Beschwerden
So kann eine infizierte Stechmücke zum Beispiel Malaria übertragen. Bei Malaria handelt es sich um eine Erkrankung aufgrund von Parasiten. Die Mücke hat sich mit den Plasmodien infiziert und überträgt diese, sobald sie einen Menschen sticht. Dabei stellt der Mensch in dem Kreislauf lediglich den Zwischenwirt dar. Die Stechmücke ist dagegen der Endwirt, in dem die geschlechtliche Vermehrung des Erregers abläuft. Trotzdem führen die Parasiten bei Menschen zu zahlreichen Symptomen. Die Mikroorganismen gelangen nach dem Stich in die menschliche Leber und vermehren sich hier. Nach einiger Zeit verstreuen sie sich im Blut und befallen die roten Blutkörperchen.
Sobald diese aufgrund der starken Vermehrung aufplatzen, suchen sich die Parasiten neue Blutkörperchen. Es kommt insbesondere zu Fieberschüben. Weitere Symptome hängen vor allem von der spezifischen Ausprägung der Malaria ab. Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tod führen. Deswegen ist es sinnvoll, sich bei ersten Anzeichen direkt untersuchen zu lassen. Eine Blutabnahme gibt in der Regel Auskunft über den gesundheitlichen Zustand.
Eine andere Erkrankung, die durch Mücken ausgelöst wird, ist das Dengue-Fieber. Lange ging man davon aus, dass jedes Jahr etwa 50 Millionen Menschen an den Beschwerden erkranken. Nach heutigen Schätzungen liegt die Zahl deutlich höher: Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit rund 390 Millionen Ansteckungen im Jahr, von denen etwa 96 Millionen mit Beschwerden einhergehen. Übertragen werden die Erreger durch die Aedes-Mücke in tropischen Gebieten. Dabei gibt es keine einheitlichen Symptome. Stattdessen äußert sich die Erkrankung sehr unterschiedlich, zum Beispiel durch Hautausschlag, Juckreiz, Kopf- und Gliederschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden. Die Symptome bleiben ungefähr eine Woche bestehen. In der Regel hinterlässt die Erkrankung keine bleibenden Schäden. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten entwickelt sich jedoch ein schwerer Verlauf mit Blutungen und Kreislaufversagen, der lebensbedrohlich sein kann.
Neben Malaria und Dengue-Fieber gibt es eine Reihe weiterer Erkrankungen, die von Stechmücken weitergegeben werden. Das Gelbfieber tritt in Teilen Afrikas und Südamerikas auf und wird von Aedes-Mücken übertragen; gegen diese Erkrankung steht eine gut wirksame Impfung zur Verfügung, die für die Einreise in manche Länder verlangt wird. Das Zika-Virus wird ebenfalls von Aedes-Mücken übertragen und verläuft bei Erwachsenen meist mild; Aufmerksamkeit erregte es, weil eine Ansteckung während der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen beim Kind führen kann. Das Chikungunya-Fieber, das denselben Überträgern folgt, fällt vor allem durch heftige Gelenkbeschwerden auf, die nach dem Abklingen des Fiebers noch lange bestehen bleiben können.
Eine zweite Gruppe von Erregern hat ihr eigentliches Reservoir nicht im Menschen, sondern in Tieren. Das West-Nil-Fieber etwa kreist zwischen Vögeln und Stechmücken der Gattung Culex; Menschen und Pferde stecken sich nur nebenbei an und geben den Erreger nicht weiter. Die meisten Ansteckungen verlaufen unbemerkt, in einem kleinen Teil der Fälle kommt es jedoch zu einer Gehirnentzündung. Der Erreger hat sich in Süd- und Osteuropa festgesetzt und wurde in den vergangenen Jahren auch in Deutschland bei Vögeln, Pferden und einzelnen Menschen nachgewiesen. Nach demselben Muster verläuft die Japanische Enzephalitis in Süd- und Ostasien, bei der Wasservögel und Schweine das Reservoir bilden und Reisfelder die Brutstätten der übertragenden Mücken.
Auch Würmer werden von Stechmücken übertragen. Bei der lymphatischen Filariose gelangen die Larven fadenförmiger Würmer, unter anderem von Wuchereria bancrofti, beim Stich in die Haut und wandern von dort in die Lymphgefäße. Dort behindern die erwachsenen Würmer über Jahre hinweg den Abfluss der Lymphe, was in fortgeschrittenen Fällen zu den massiven Schwellungen führt, die als Elephantiasis bekannt sind.
Häufig gestellt wird die Frage, ob sich über Stechmückenstiche auch von Mensch zu Mensch übertragbare Blutkrankheiten verbreiten können. Für HIV ist das nach heutigem Kenntnisstand nicht der Fall. Ein Erreger muss sich in der Mücke vermehren oder zumindest überdauern und in ihre Speicheldrüsen gelangen, um beim nächsten Stich weitergegeben zu werden. Genau das gelingt HIV nicht; das Virus wird im Verdauungstrakt der Mücke abgebaut. Übertragen wird nur, was den Umweg durch den Mückenkörper überstehen kann – und das ist bei den allermeisten Krankheitserregern nicht der Fall.
Nicht zu vergessen sind schließlich die Erkrankungen, die Stechmücken bei Tieren verursachen. Der Herzwurm des Hundes etwa wird von Stechmücken übertragen und hat sich in den Mittelmeerländern ausgebreitet; für aus dem Süden mitgebrachte Hunde spielt er eine wachsende Rolle.
Neue Arten in Mitteleuropa
Über Jahrzehnte war die Zusammensetzung der einheimischen Stechmückenfauna weitgehend stabil. Das hat sich geändert. Seit einigen Jahren siedeln sich in Mitteleuropa Arten an, die ursprünglich aus wärmeren Regionen stammen, und dieser Vorgang wird aufmerksam beobachtet, weil einige von ihnen als Überträger tropischer Erreger in Frage kommen.
Am bekanntesten ist die Asiatische Tigermücke, die wissenschaftlich Aedes albopictus heißt und an ihrer schwarz-weißen Streifung leicht zu erkennen ist. Sie stammt aus Südostasien und ist zunächst nach Nordamerika und in den Mittelmeerraum gelangt, inzwischen auch nach Deutschland, wo sie sich in den wärmebegünstigten Gebieten am Oberrhein festgesetzt hat. Ihre Ausbreitung folgt dem Verkehr: Weil ihre trockenheitsresistenten Eier an den Wänden von Behältern haften, wurde sie mit dem internationalen Handel von Altreifen und bestimmten Zierpflanzen verschleppt, und entlang der großen Autobahnen wird sie an Rastplätzen regelmäßig gefunden. Anders als die einheimischen Arten sticht sie auch am Tag.
Weiter verbreitet, aber weniger bekannt ist die Asiatische Buschmücke, Aedes japonicus, die sich in größeren Teilen Deutschlands bereits fest etabliert hat. Beide Arten sind unter Laborbedingungen in der Lage, Erreger wie das Dengue- und das Chikungunya-Virus zu übertragen. Ob daraus ein tatsächliches Risiko wird, hängt von weiteren Bedingungen ab: Es müssen genügend Mücken vorhanden sein, die Temperaturen müssen über längere Zeit hoch genug liegen, damit sich der Erreger in der Mücke entwickeln kann, und es muss ein infizierter Mensch als Ausgangspunkt vorhanden sein. In Südeuropa sind unter solchen Bedingungen bereits kleinere, örtlich begrenzte Ausbrüche von Chikungunya- und Dengue-Fieber aufgetreten, die nicht auf eine Reise zurückgingen, sondern vor Ort erworben wurden.
In Deutschland wird die Ausbreitung unter anderem mit Hilfe der Bevölkerung verfolgt: Bei einem Forschungsprojekt können eingesandte Mücken bestimmt und kartiert werden, wodurch sich neue Fundorte schneller erkennen lassen als über die Fallenfänge der Fachleute allein. Begünstigt wird die Zuwanderung von milden Wintern und langen, warmen Sommern.
Was die Übertragung unterbricht
Da es gegen die meisten von Stechmücken übertragenen Erkrankungen keine Impfung gibt, richtet sich der Schutz gegen die Überträger und gegen den Stich selbst. Drei Ansatzpunkte lassen sich unterscheiden.
Der erste betrifft die Brutstätten. Weil die Entwicklung an stehendes Wasser gebunden ist, entzieht man den Mücken die Grundlage, wenn Regentonnen abgedeckt, Untersetzer von Blumentöpfen regelmäßig geleert, Dachrinnen freigehalten und Gegenstände beseitigt werden, in denen sich Regenwasser sammelt. Für die eingewanderten Arten, die sich auf kleinste Wasseransammlungen im Siedlungsraum spezialisiert haben, ist das die wirksamste Maßnahme überhaupt, und sie ist in erheblichem Maß von den Bewohnern selbst abhängig.
Der zweite Ansatzpunkt ist die räumliche Trennung von Mensch und Mücke. Fliegengitter an Fenstern und Türen, geschlossene Kleidung in der Dämmerung und Moskitonetze über dem Bett gehören dazu. In Malariagebieten sind mit Insektiziden behandelte Netze eines der wichtigsten Mittel der Bekämpfung überhaupt, weil sie nicht nur abhalten, sondern die Mücken auch abtöten und dadurch deren Zahl verringern.
Der dritte Ansatzpunkt ist die Haut selbst. Insektenschutzmittel verändern für die Mücke den Geruch des Menschen und erschweren ihr das Auffinden des Wirtes; ihre Wirkung ist zeitlich begrenzt und hängt vom verwendeten Stoff ab. Welches Mittel für wen geeignet ist – etwa für kleine Kinder oder in der Schwangerschaft – ist eine Frage, die vor einer Fernreise sinnvollerweise in der Reisemedizin geklärt wird, zusammen mit der Frage nach empfohlenen Impfungen und nach einer Vorbeugung gegen Malaria.
Quellen
- Mehlhorn, H.: Die Parasiten des Menschen.
ISBN: 9783662653142
- Lucius, R., Loos-Frank, B.: Biologie von Parasiten.
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- Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
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- Bauerfeind, R., Kimmig, P., Schiefer, H.G., Schwarz, T., Slenczka, W., Zahner, H.: Zoonosen.
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