Thermalifting

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 5. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Thermalifting, auch Thermage oder Thermolifting, ist ein besonders schonendes Verfahren der Hautstraffung und Hautglättung bei Patienten mit schlaffer Haut und Cellulite (Orangenhaut). Es kann an verschiedenen Körperpartien eingesetzt werden. Im Gegensatz zu operativen ästhetischen Eingriffen, die sogar mitunter unschöne Maskengesichter verursachen, kommt es beim Thermolifting nur in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen oder Nachwirkungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Thermalifting?

Thermalifting
Thermalifting, auch Thermage, ist ein besonders schonendes Verfahren der Hautstraffung und Hautglättung bei Patienten mit schlaffer Haut und Cellulite (Orangenhaut).

Thermolifting wird auch Thermage, Radiage, Thermalift oder Radiowellen-Therapie genannt. Das in den USA entwickelte ThermaCool System bezeichnet eine Lifting Methode, die mithilfe der Radiofrequenz Technologie (Radiowellen) durchgeführt wird.

Im Rahmen der Hautalterung kommt es zur Abnahme der im Bindegewebe gespeicherten Elastin- und Kollagenmenge. Dadurch verliert das Gewebe an Elastizität. Die Haut erschlafft und bildet Falten. Thermolifting kann Fältchen und Falten auf sanfte Weise glätten, wenn der Hautalterungsprozess noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Daher wendet man das schonende Lifting Verfahren meist bei Patienten zwischen 35 und 60 Jahren an. Bei älteren Personen fällt der hautglättende Effekt geringer aus. Die Behandlungsmethode eignet sich vor allem auch für Patienten, die keinen chirurgischen Eingriff wünschen und bei denen die Durchführung einer Schönheitsoperation nicht möglich ist.

Thermage kann bei allen Hauttypen angewendet werden, da das Verfahren individuell an den jeweiligen Patienten angepasst wird. Außer zur Glättung von Fältchen und Falten kann die Thermalift Methode noch zur ganzheitlichen Straffung der Körperkonturen und zur Reduzierung von Aknenarben und noch vorhandener Akne verwendet werden. Die Behandlung wird in wenigen Sitzungen durchgeführt. Vorübergehende Rötungen und leichte Schwellungen im behandelten Bereich sind dabei üblich und bilden sich in der Regel rasch zurück; schwerwiegende Nebenwirkungen wie Verbrennungen oder bleibende Narben sind selten, kommen aber vor.

Die kurze Behandlungsdauer und das minimal-invasive Verfahren ermöglichen es dem Patienten, noch am selben Tag seine gewohnten Alltagsaktivitäten wieder aufzunehmen. Er ist auch in der Zeit danach voll einsatzfähig und benötigt meist auch keine spezielle medizinische Nachsorge. Da der Arzt die Dosis der vom Thermage System ausgestrahlten Radiowellen-Energie selbst regulieren kann, sind höchst individuelle Behandlungslösungen möglich.

Technisch beruht das Verfahren darauf, dass hochfrequente elektromagnetische Wellen das Gewebe nicht von außen erwärmen, sondern die Wärme im Gewebe selbst entstehen lassen. Der Wechselstrom versetzt geladene Teilchen im Gewebe in Bewegung; der Widerstand, den das Gewebe dieser Bewegung entgegensetzt, erzeugt die Wärme. Weil die wasserreichen oberen Hautschichten den Strom besser leiten als das darunterliegende Bindegewebe, entsteht die höchste Temperatur nicht an der Oberfläche, sondern in der Tiefe – dort also, wo die Kollagenfasern liegen. Zugleich wird die Oberfläche gekühlt, damit sie unbeschädigt bleibt.

Die angebotenen Geräte unterscheiden sich vor allem in Zahl und Anordnung der Elektroden. Bei monopolaren Systemen fließt der Strom von der Behandlungssonde durch den Körper zu einer großflächigen Gegenelektrode, die dem Patienten an anderer Stelle angelegt wird; die Energie reicht dabei vergleichsweise tief. Bipolare und multipolare Systeme arbeiten mit zwei oder mehr Elektroden im Handstück selbst, zwischen denen der Strom nur eine kurze Strecke zurücklegt – die Erwärmung bleibt oberflächlicher, lässt sich dafür aber genauer begrenzen. Manche Geräte verbinden die Radiofrequenz zusätzlich mit Unterdruck, Massagerollen oder Licht. Welche Eindringtiefe erreicht wird, hängt damit nicht am Namen des Verfahrens, sondern an der Bauart des Geräts.

Vom operativen Lifting unterscheidet sich das Thermalifting grundsätzlich. Beim Stirnlifting und den verwandten Eingriffen wird die Haut chirurgisch gelöst, verlagert und überschüssiges Gewebe entfernt; das Ergebnis ist unmittelbar sichtbar und hält entsprechend lange an. Beim Thermalifting wird nichts entfernt und nichts verlagert, die Haut soll sich durch den Umbau des Bindegewebes selbst zusammenziehen. Deshalb fällt das Ergebnis auch bei gelungener Behandlung zurückhaltender aus als nach einer Operation, und deshalb eignet sich das Verfahren nur für einen begrenzten Ausgangsbefund: Wo die Haut bereits deutlich hängt und Gewebe im Überschuss vorhanden ist, kann eine Straffung von innen heraus dieses Gewebe nicht verschwinden lassen.

Von den übrigen nicht operativen Verfahren grenzt es sich durch die Art der eingesetzten Energie ab. Laser- und Blitzlampenverfahren arbeiten mit Licht, das an bestimmten Farbstoffen der Haut aufgenommen wird und deshalb stärker von Hauttyp und Bräunung abhängt; gebündelter Ultraschall setzt seine Energie in einer festgelegten Tiefe frei. Dass die Radiofrequenz nicht auf Farbstoffe angewiesen ist, ist der Grund dafür, dass sich das Verfahren bei allen Hauttypen anwenden lässt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Mit dem Thermo-Lifting kann das gesamte Gesicht geglättet werden: Nasolabialfalte, Fältchen und Falten im Bereich der Augen, Schlupflider, Tränensäcke, Krähenfüße und andere Falten. Am Hals werden mithilfe des Thermalift Doppelkinn und Falten gestrafft. Außerdem kann der Arzt Falten am Knie, den Oberschenkeln, Armen und dem Gesäß und Bauch reduzieren.

Am Bauch werden Hauterschlaffungen nach starker Gewichtsabnahme und Schwangerschaften damit behandelt. Die Cellulitebehandlung beinhaltet nicht nur die Glättung der Konturen, sondern auch die Beseitigung der unschönen Orangenhautdellen. Die Radiowellen durchdringen die oberen Hautschichten und erwärmen vor allem die darunter liegende Lederhaut, von der der Alterungseffekt ausgeht. Durch die Wärmeeinwirkung von 39 bis 44 Grad Celsius werden die dort befindlichen Kollagenfasern kontrolliert geschädigt, sodass sie gezwungen sind, sich zu regenerieren und neu zu organisieren. Die Hautoberfläche wird während der Thermage gekühlt, sodass der Patient nur ein leichtes Brennen verspürt.

Positiver Nebeneffekt: Die Wärme fördert die Hautdurchblutung. Stoffwechselprodukte werden über Blut und Lymphe schneller abtransportiert. Eine Verringerung des Fettgewebes wird ebenfalls beschrieben, ist für das Thermalifting jedoch nicht belegt. Das im Hautbindegewebe befindliche Kollagen zieht sich durch die Wärmeeinwirkung zusammen, wodurch Haut und Bindegewebe gestrafft werden. Vor der Behandlung wird die betreffende Hautpartie desinfiziert und eine Betäubungscreme aufgetragen. Manche Ärzte setzen stattdessen Betäubungsspritzen ein. Auf das zu behandelnde Hautareal wird mithilfe einer Folie ein Raster aufgetragen.

Der Arzt folgt dann mit seiner Sonde den dort eingezeichneten Zahlen und arbeitet jede einzelne von ihnen punktuell ab. Der Patient verspürt dabei nur jeweils einen kurzen Wärme-Stoß, der jedoch sofort von der Sonde gekühlt wird. Vor dem Aussenden der Energie wird die betreffende Hautstelle ebenfalls gekühlt. Das gesamte Thermolifting dauert 30 bis 120 Minuten, je nachdem wie groß das zu glättende Hautareal ist. Der Patient sieht die Falten-Reduzierung sofort danach.

Das längerfristige Behandlungsergebnis ist jedoch erst 2 bis 4 Monate nach der letzten Sitzung erkennbar. Meist sind mehrere Lifting-Termine notwendig, um ein ästhetisch befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Etwa 3 Jahre später sollte sich der Patient einer Thermalift Auffrischungsbehandlung unterziehen.

Wie stark das Ergebnis ausfällt und wie lange es anhält, ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich; die genannten Zeitangaben sind daher nur Anhaltswerte. Da es sich um eine kosmetische Behandlung ohne medizinische Notwendigkeit handelt, tragen die Patienten die Kosten selbst.

Vor dem ersten Termin steht ein Beratungsgespräch. Dabei werden Vorerkrankungen, eingenommene Medikamente, frühere ästhetische Behandlungen und vorhandene Implantate erfragt, das Behandlungsziel besprochen und der Ausgangsbefund häufig fotografisch festgehalten, um das Ergebnis später vergleichen zu können. Zu diesem Gespräch gehört auch, die Erwartung an dem auszurichten, was erreichbar ist: Das Verfahren glättet und strafft, es hebt keine abgesunkenen Gesichtspartien an und ersetzt keine Operation.

Am Behandlungstag wird die Haut gereinigt und von Make-up, Cremes und Ölen befreit, weil Rückstände den Kontakt zwischen Sonde und Haut stören. Schmuck und metallhaltige Gegenstände werden abgelegt. Auf die Haut kommt ein Kontaktmittel, das den Übergang der Energie gleichmäßig macht; bei monopolaren Geräten wird zusätzlich die Gegenelektrode angelegt. Während der Behandlung geben viele Geräte die gemessene Hauttemperatur zurück, so dass sich die Energie nachregeln lässt. Auch die Rückmeldung des Patienten gehört dazu: Er sagt an, wenn die Wärme an einer Stelle unangenehm wird, und die Sonde wird dort früher weitergeführt.

Nach der Sitzung kann die behandelte Partie gerötet und leicht geschwollen sein und sich anfühlen wie nach zu viel Sonne. Ein Verband oder eine besondere Wundversorgung sind in der Regel nicht vorgesehen, Make-up ist meist bald wieder möglich. Üblich ist, die behandelte Haut in den folgenden Tagen vor starker Sonne zu schützen und auf Sauna, Solarium und stark reizende Pflegeprodukte zu verzichten, damit die ohnehin erwärmte Haut nicht zusätzlich belastet wird.

Wie viele Sitzungen sinnvoll sind und in welchem Abstand sie stattfinden, richtet sich nach Gerät, Körperregion und Ausgangsbefund und wird im Behandlungsplan festgelegt. Zwischen den Terminen liegt genug Zeit, damit der Umbau des Bindegewebes einsetzen kann; aus demselben Grund lässt sich das endgültige Ergebnis erst mit deutlichem Abstand beurteilen.

Auch die Aussagekraft der veröffentlichten Untersuchungen zum Thermalifting ist begrenzt. Viele Arbeiten umfassen wenige Personen, verzichten auf eine Vergleichsgruppe und bewerten das Ergebnis anhand von Fotografien, deren Beurteilung vom Betrachter abhängt. Weil zudem jedes Gerät mit eigenen Einstellungen arbeitet, lassen sich Ergebnisse verschiedener Untersuchungen nur eingeschränkt zusammenfassen. Ein Erfolg im Einzelfall lässt sich vor der Behandlung deshalb nicht zusagen.

Besonders zurückhaltend fällt die Bewertung bei der Cellulite aus. Die Dellen entstehen dadurch, dass die Bindegewebsstränge zwischen Haut und Unterhaut senkrecht verlaufen und das darunterliegende Fettgewebe zwischen ihnen nach oben drückt; dieser Aufbau ist im Gewebe angelegt und lässt sich durch eine Erwärmung des Bindegewebes bestenfalls in seinem Erscheinungsbild abmildern. Die Behandlung setzt hier also an der Oberfläche eines Befundes an, dessen Ursache in der Struktur des Gewebes liegt – weshalb die Ergebnisse schwanken und in aller Regel nicht dauerhaft sind.

Wer ein Thermalifting erwägt, kann sich an einigen Punkten orientieren, die unabhängig vom Anbieter gelten: an einer schriftlichen Aufklärung, die auch die Grenzen des Verfahrens benennt, an einer nachvollziehbaren Angabe darüber, mit welchem Gerät gearbeitet wird, an einer Dokumentation des Ausgangsbefundes und an einem Kostenvoranschlag, der die voraussichtliche Zahl der Sitzungen einschließt. Auch die Frage, wer bei einer Komplikation ansprechbar ist und wie sie behandelt würde, gehört in das Vorgespräch: Verbrennungen und Narben sind selten, aber sie kommen vor, und ihre Behandlung ist dann eine medizinische Aufgabe.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bei etwa 20% der Patienten zeigt das Thermalift Verfahren keine Wirkung. Die Ursachen dieses Effekts sind nicht bekannt. Das Lifting hat kaum Nebenwirkungen: Bei 0,2% der Patienten zeigen sich nach der Behandlung Verbrennungen, kleinere Narben, Dellen, Blasen und geringere Hautverfärbungen. Dellen, Blasen und Hautverfärbungen bilden sich meist nach einigen Tagen von selbst zurück; Verbrennungen und Narben können dagegen bleiben.

Eine spezielle medizinische Nachsorge ist oft nicht notwendig. Nach der Behandlung sind mitunter leichte Rötungen und Schwellungen sichtbar, die jedoch schon nach einigen Stunden wieder verschwunden sind. Thermolifting bietet den Patienten ein besonders natürliches frischeres Aussehen, da die Falten und Fältchen lediglich geglättet, nicht jedoch vollständig beseitigt sind. Ein erstes Ergebnis ist schon gleich nach der letzten Behandlung erkennbar. Da die Kollagenfasern jedoch mehrere Monate benötigen, um sich vollständig neu zu bilden und umzuorganisieren, sieht der Patient das Ergebnis seiner Schönheitsbehandlung erst 2 bis 4 Monate später.

Patienten, die eine lokale Betäubung mit einer Schmerzspritze erhalten, sollten 24 Stunden nach der Behandlung kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen. Das Thermalift Verfahren eignet sich nicht zur Behandlung verfärbter Hautstellen und eingefallener Hautpartien.

Nicht jede Haut und nicht jeder Patient eignet sich für das Verfahren. Gegen eine Behandlung sprechen unter anderem entzündliche oder offene Hautveränderungen im Behandlungsgebiet, akute Infektionen, eine Schwangerschaft und die Stillzeit. Weil mit Strom gearbeitet wird, sind implantierte elektronische Geräte wie ein Herzschrittmacher oder ein Defibrillator ein eigenes Hindernis; auch Metall im Behandlungsgebiet, etwa Osteosynthesematerial oder größere Zahnimplantate bei einer Behandlung im Gesicht, muss vorher bekannt sein. Ebenso wird im Vorgespräch nach frisch eingebrachten Füllmaterialien, Fäden und Implantaten im Behandlungsgebiet gefragt, weil sich die Wärmeeinwirkung auf sie auswirken kann.

Ein weiteres Hindernis ist eine gestörte Temperaturwahrnehmung. Wer an der zu behandelnden Stelle Wärme und Schmerz nicht zuverlässig spürt, etwa nach einer Nervenschädigung oder bei einer ausgeprägten Polyneuropathie, kann die Rückmeldung nicht geben, auf der die Steuerung der Energie mit beruht. Sinngemäß gilt das für stark vernarbte oder bestrahlte Haut, deren Durchblutung und Wärmeableitung verändert sind.

Die schwerwiegenderen der genannten Nebenwirkungen entstehen fast immer dadurch, dass an einer Stelle zu viel Energie ankommt: weil die Sonde zu lange auf einem Punkt bleibt, weil der Kontakt zur Haut ungleichmäßig ist, weil die Kühlung ausfällt oder weil Reste von Creme und Öl die Verteilung der Energie stören. Verbrennungen zeigen sich meist unmittelbar; Dellen und Einziehungen dagegen erst mit einigen Wochen Abstand, wenn sich abzeichnet, dass an einer Stelle mehr Gewebe geschrumpft ist als in der Umgebung.

Zu den Risiken im weiteren Sinn gehört schließlich die Erwartung selbst. Das Verfahren wird häufig als Alternative zur Operation beworben, erreicht aber eine andere Größenordnung von Veränderung. Wer eine deutliche Straffung erwartet, wird auch bei technisch einwandfreier Behandlung enttäuscht sein, und die naheliegende Antwort, dann eben mehr Sitzungen zu buchen, verbessert das Ergebnis nicht zwangsläufig, erhöht aber Kosten und Belastung der Haut. Angeboten wird das Verfahren sowohl in ärztlichen Praxen als auch außerhalb; Gerätetechnik, Erfahrung und Umfang der Aufklärung unterscheiden sich entsprechend.

Quellen

  • Heimburg, D. von, Richter, D. F., Lemperle, G.: Ästhetische Chirurgie.
    ISBN: 9783609768649
  • Kaufmann, R., Podda, M.: Dermatologische Operationen.
    ISBN: 9783132412958
  • Petres, J., Rompel, R.: Operative Dermatologie.
    ISBN: 9783642347894
  • Momeni, A., Hirche, C. (Hrsg.): Facharztwissen Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.
    ISBN: 9783662701966
  • Moll, I. (Hrsg.): Dermatologie.
    ISBN: 9783132446045

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