Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau

Letzte Aktualisierung am 11. Oktober 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Diagnose Unfruchtbarkeit ist für jeden Menschen, der sich früher oder später den Wunsch eines Kindes erfüllen will, ungemein schwer zu verkraften. Betroffen sein können dabei sowohl Frauen als auch Männer. In beiden Fällen kann die Zeugungsunfähigkeit aber verschiedene Ursachen, und somit auch Therapiemöglichkeiten, vorweisen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Unfruchtbarkeit bei Frauen?

Die Intrauterine Insemination (IUI) ist eine Methode der künstlichen Befruchtung. Bei der intrauterinen Insemination werden die Samenzellen mittels Katheter zum Zeitpunkt des Konzeptionsoptimums in die Gebärmutterhöhle eingepflanzt.

Unter der Diagnose Unfruchtbarkeit versteht man bei Frauen die Infertilität oder Sterilität von diesen. Bei Männern spricht man hier hingegen von der Zeugungsunfähigkeit (siehe Beitrag Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit beim Mann).

Beide Diagnosen werden in Betracht gezogen, wenn die Fortpflanzung eines Paares auf lange Sicht erschwert oder gar unmöglich ist. Schweregrade der Fortpflanzungsunfähigkeit gibt es bei Frauen aber ebenso viele, wie es unterschiedliche Ursachen und auch Therapiemöglichkeiten gibt.

Grundlegend spricht man aber medizinisch nur von einer tatsächlichen Unfruchtbarkeit, wenn die erschwerte Fertilität mindestens zwei Jahre anhält. Denn eine Unfruchtbarkeit der Frau kann auch von vorübergehender Natur sein.

Ursachen

Die Unfruchtbarkeit wird bei Frauen in zwei Arten unterteilt. Zum einen ist da die Sterilität, bei der erst gar keine Schwangerschaft zustande kommt.

Zum anderen gibt es aber auch den Fall der Infertilität, bei der die Eizelle zwar befruchtet wird, aber nicht ausgetragen werden kann. Beide Arten der Unfruchtbarkeit weisen verschiedene Ursachen vor.

Auf der einen Seite können körperliche Gründe schuld an der Unfruchtbarkeit der Frau sein: Hormonelle Schwankungen, Entzündungen und Fehlbildungen der Eierleiter, Fehlbildungen der Gebärmutter, aber auch verschieden Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus. Auf der anderen Seite können allerdings auch psychische Belastungen und ein zu hohes Alter zur Unfruchtbarkeit führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Neben dem Ausbleiben einer Schwangerschaft gibt es für Sterilität, also die Unfähigkeit, zu Empfangen, sowie für Infertilität, einer Störung bei der die Eizelle zwar befruchtet wird, aber nicht ausgetragen werden kann, keine eindeutigen Symptome. Wenn sich bei einem Paar nach einem Zeitraum von zwei Jahren trotz regelmäßigem Geschlechtsverkehr während der fruchtbaren Phase keine Schwangerschaft einstellt, so deutet dass lediglich auf eine Störung bei einem der beiden Partner hin.

Symptome, die oft mit einer Sterilität der Frau einhergehen, sind ein unregelmäßiger Zyklus, Zwischen- und Schmierblutungen sowie ein permanent verdickter Zervixschleim. Diese Symptome deuten auf einen Östrogenmangel als Grund für die Unfruchtbarkeit hin. Allerdings treten Zyklusstörungen bei Frauen auch ohne krankhafte Ursache auf und können auch durch Stress oder andere psychische Faktoren ausgelöst werden.

Charakteristisch sind aber Hitzewallungen, depressive Verstimmungen und Schlafmangel, inbesondere wenn diese Symptome zusätzlich mit Hautproblemen wie Akne oder Haarausfall einhergehen. Ziehende oder stechende Schmerzen im Unterleib, die nicht nur während der Regelblutung auftreten, können auf eine Verformung oder krankhafte Veränderung der Geschlechtsorgane sowie auf akute Entzündungen hinweisen.

Eierstöcke werden oftmals durch eine verkannte und nicht rechtzeitig behandelte Entzündung verschlossen, was eine Empfängnis unmöglich macht. Darüber hinaus gehen krankhafte Veränderungen der Geschlechtsorgane nicht immer mit Beschwerden einher und werden manchmal erst im Rahmen einer gynäkologischen Routineuntersuchung entdeckt.

Diagnose & Verlauf

Eine Unfruchtbarkeit lässt sich nicht immer auf den ersten Blick diagnostizieren.

Denn der weibliche Zyklus ist sehr abhängig vom Wohlbefinden der Frau. Hier kommt es bei Unwohlsein oder bei Krankheiten recht schnell zu hormonellen Schwankungen, die sich auf die Fruchtbarkeit der Frau auswirken können. Frauen mit Kinderwunsch, die befürchten unfruchtbar zu sein, sollten daher einen Frauenarzt ihres Vertrauens aussuchen und sich kompetent beraten lassen.

Außerdem muss nicht zwangläufig bei jedem Zyklus auch tatsächlich eine reife Eizelle „springen“. Deshalb zieht man eine tatsächliche Unfruchtbarkeit in der Regel erst nach rund zwei Jahren erfolglosen Versuchen schwanger zu werden in Betracht. Bevor man sich an die eigentliche Diagnose macht, muss man aber unterscheiden, ob eine eventuelle Infertilität oder eher eine Sterilität vorliegen könnte.

Anschließend gibt es verschiedene Untersuchungen, wie Blut- und auch Ultraschalluntersuchungen, die nähere Informationen über den Status der befürchteten Unfruchtbarkeit liefern können. Außerdem müssen auch mögliche körperliche Beschwerden abgeklärt werden – sofern diese vorliegen.

Komplikationen

Die Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau kann zu verschiedenen Beschwerden führen. In erster Linie leiden die meisten Betroffenen an starken psychischen Beschwerden und in vielen Fällen auch an Depressionen. Die Betroffenen fühlen sich nicht wohl mit der Erkrankung und leiden dadurch an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl und an Minderwertigkeitskomplexen.

Weiterhin kann es durch die Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau auch zu Spannungen oder zu Komplikationen mit dem eigenen Partner kommen, da dem Kinderwunsch nicht nachgegangen werden kann. Sollte die Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau durch eine andere Grunderkrankung ausgelöst werden, kann es aufgrund der zugrundeliegenden Erkrankung möglicherweise auch zu anderen Beschwerden kommen.

Darüber kann allerdings keine allgemeine Vorhersage gemacht werden. Eine direkte Behandlung der Krankheit ist nicht in jedem Falle nicht möglich. Die Patientinnen sind damit in vielen Fällen auch andere Möglichkeiten angewiesen, um einem Kinderwunsch nachzukommen. Besondere Komplikationen treten dabei nicht auf. Der Kinderwunsch kann allerdings nicht in jedem Falle erfüllt werden.

In einigen Fällen ist dann die Adoption eines Kindes die letzte Möglichkeit, die dem Paar oder der Patientin bleibt. In den meisten Fällen wird die Lebenserwartung der Patientin durch die Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau nicht negativ beeinflusst.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Versuchen Paare gezielt ein Kind zu bekommen, empfehlen Mediziner grundsätzlich, im Vorfeld einen Check-up beider Partner durchführen zu lassen. Bei dem Kontrollbesuch können Zeugungsfähigkeit oder Techniken besprochen werden. Darüber hinaus sollte eine umfangreiche Beratung über die fruchtbare Zeit der Frau in Anspruch genommen werden. In vielen Fällen können Informationen über die optimale Zeugung in eigener Regie und ohne die Rücksprache eines Arztes erworben werden. Bleiben Fragen ungeklärt oder sind verschiedene Bedenken vorhanden, ist die Konsultation eines Arztes für ein Beratungsgespräch angezeigt. Bleibt eine Schwangerschaft trotz mehrerer Versuche über einige Monate aus, ist ein Arztbesuch vonnöten. Dies erklärt eine mögliche Fruchtbarkeit und zeigt Lösungswege bei einer vorhandenen Unfruchtbarkeit der Frau auf.

Führt ein unerfüllter Schwangerschaftswunsch zu psychischen und seelischen Auffälligkeiten, ist die Rücksprache mit einem Arzt zu suchen. Bei Besonderheiten der Persönlichkeit, langanhaltender Traurigkeit oder depressiven Verstimmungen sollte Hilfe in Anspruch genommen werden. Ein dauerhaft herabgesetztes Wohlbefinden, eine allgemeine Schwäche oder Unwohlsein sind Hinweise, denen nachgegangen werden sollte. Schlafstörungen, Defizite der Konzentration oder Aufmerksamkeit und eine geistige Abwesenheit sind ebenfalls Anzeichen einer vorhandenen Erkrankung. Ein Arzt wird benötigt, um das Ausmaß der Störungen zu erfassen. Können die alltäglichen Verpflichtungen nicht mehr wahrgenommen werden, muss ein Arzt konsultiert werden.

Behandlung & Therapie

Um eine Unfruchtbarkeit der Frau gezielt und nachhaltig behandeln zu können, muss immer erst die Ursache in Erfahrung gebracht werden. Da es hier viele mögliche Gründe gibt, gibt es auch recht viele Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, die bei einer Fruchtbarkeitsstörung der Frau angewendet werden können.

Zum einen wären da verschiedene hormonelle Behandlungen. Sie kommen meistens dann zum Einsatz, wenn hormonelle Unstimmigkeiten vorliegen – was bei sehr vielen Ursachen der Fall ist. Beste Beispiele hierfür sind unregelmäßige Zyklen, zu starker Stress, psychische Probleme und auch körperliche Hormonunausgeglichenheiten.

Eine weitere Option ist eine künstliche Befruchtung. Diese wird meistens bei einer ausreichend körperlichen Gesundheit, aber auch bei starken Problemen beim Schwangerwerden, in Betracht gezogen. Schwieriger wird es, wenn die Ursache körperlicher Natur ist. Zum Teil lässt sich jedoch auch hier gezielt entgegenwirken.

Nicht immer aber, wenn die Gebärmutter oder die Eierstöcke stark fehlgebildet sind, ist eine Behandlung möglich. In sehr drastischen Fällen ist es der Betroffenen oft nahezu unmöglich, schwanger zu werden oder ein gesundes Kind auszutragen. Diese Frauen müssen sich leider noch zum gegenwärtigen Stand der medizinischen Forschung damit abfinden, dass sie keine Kinder gebären werden können.

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Vorbeugung

Am besten entgegenwirken lässt sich einer psychisch bedingten Unfruchtbarkeit nur durch eine gesunde Lebensführung. Das bedeutet, dass man sich gesund ernähren und spätestens beim Beginn der Familienplanung auf übermäßigen Alkohol- oder Rauchen verzichten sollte. Außerdem muss man übermäßigen Stress schon während der Versuche schwanger zu werden so gut wie möglich unterbinden und vermeiden. Denn auch diese beiden Faktoren können sich auf die Fruchtbarkeit der Frau auswirken. Körperliche Ursachen lassen sich aber nur bedingt bis gar nicht vorbeugen.

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014


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