Wahnvorstellungen (Paranoia)

Von Wahnvorstellungen bzw. Paranoia spricht man dann, wenn eine Person Bedrohungen wahrnimmt, die nicht real vorhanden sind. In der Regel treten Wahnvorstellungen im Rahmen einer Psychose auf. Der Grund hierfür ist ein gestörter Hirnstoffwechsel.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Wahnvorstellungen?

Wahnvorstellungen sind dadurch charakterisiert, dass Menschen von Bedrohungen irgendeiner Art ausgehen, die aber in der Realität nicht existent sind, sondern sich sozusagen "nur im Kopf abspielen". Diese Bedrohungsgefühle können mannigfaltiger Art sein: beispielsweise eine vermutete Verschwörung durch Mitmenschen, durch Außerirdische, durch Geheimdienste, durch den Teufel, etc.

Welche Form die Paranoia annimmt, das hängt typischerweise von den Lebensumständen des Betroffenen ab. Wahnvorstellungen können dazu führen, dass Menschen, die sich bedroht wähnen, zu Handlungen verleitet werden, die sie sonst nicht tun würden. Sie können im Rahmen eines eingebildeten Selbstschutzes auch aggressiv werden und eine Bedrohung für sich oder andere darstellen. Dies macht das Phänomen so gefährlich und erfordert häufig eine stationäre Behandlung.

Ursachen

In der Regel wurzelt eine Paranoia (welcher Art auch immer) in einer Psychose, wobei es verschiedene Arten von Psychosen gibt: bipolare, schizoaffektive und schizophrene. Durch einen gestörten Hirnstoffwechsel, der vor allem den Botenstoff Dopamin betrifft, ist die Wahrnehmung der Betroffenen verzerrt oder falsch.

Ursachen für eine Psychose mit den folgenden Wahnvorstellungen können eine genetische Disposition, Drogenkonsum, Alkoholmissbrauch oder eine generelle seelische Überlastung sein. Oft treten Psychosen in besonders belastenden Lebenssituationen auf, denen die Betroffenen nicht gewachsen sind: Prüfungssituationen, soziale Differenzen mit Nahestehenden oder ein neuer Lebensabschnitt.

Durch die Überbelastung kippt sozusagen das chemische Gleichgewicht im Gehirn, was die verzerrte Wahrnehmung zur Folge hat. Der Betroffene versucht dabei die fremdartigen Gefühle, die ihn überkommen, zu erklären, und zimmert sich so ein Wahnsystem.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Paranoia führt zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Betroffene misstrauen ihrer Umwelt. Dabei wird oft kein Unterschied zwischen Fremden und Nahestehenden gemacht. Man ist der Ansicht, andere wollten einem Schaden zufügen. Überall spüren Patienten Lüge und Betrug. In Extremfällen stellt sich sogar eine ständige Todesangst ein.

Hinzu kommt das Gefühl, ständig beobachtet zu werden. Aggression und Größenwahn kennzeichnen den Alltag. Sie agieren in gewöhnlichen Situationen auffallend sonderbar und rechthaberisch. Werden Frauen und Männer mit ihren Wahnvorstellungen konfrontiert, wiegeln sie ab. Sie sind keiner rationalen Einsicht zugänglich. Meist bestärken sie sogar noch Gegenargumente und verschlimmern ihre Erkrankung.

In ihrer vermeintlichen Scharfsinnigkeit reden sie sich ein, dass gerade die konträren Ansichten Beleg ihres richtigen Weges seien. Innerlich leiden Patienten – auch wenn sie es nach außen nicht zugeben wollen. Sie fühlen sich von ihrer Umgebung verachtet. Ein geringes Selbstwertgefühl kennzeichnet oft das Befinden.

Die psychische Verhaltensstörung verfügt über vielschichtige Ausprägungen. Sie begleitet auch eine Reihe anderer Erkrankungen wie Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie. Manchmal tritt sie nach Alkohol- und Drogensucht auf. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Paranoia Alzheimer-Patienten begleiten kann. Auch Tumorerkrankungen im Gehirn begünstigen Wahnvorstellungen.

Diagnose & Verlauf

Verschwörungstheorien oder Verfolgungswahn geben Medizinern einen ersten stichhaltigen Anhaltspunkt für eine vorliegende Psychose, weil dies typische Anzeichen sind. Häufig sind die Betroffenen dabei im Vorfeld schon mehrfach auffällig geworden und gehen meist erst auf Drängen von Verwandten oder Freunden zu einem Arzt.

Meist haben die Erkrankten ein regelrechtes Wahnsystem aufgebaut mithilfe dessen sie die Wirklichkeit kategorisieren und die Lebensumwelt interpretieren. Durch ein längeres, einfühlsames Gespräch kann ein Arzt herausfinden ob eine Paranoia bzw. eine Psychose vorliegt. Wird die Psychose nicht behandelt, kann sie sich chronifizieren, d.h. dauerhaft werden.

Bei frühzeitigem Eingreifen ist jedoch eine erfolgreiche Behandlung durch Medikamente meist möglich. Als Faustregel geht man davon aus, dass etwa ein Drittel der Patienten vollständig genest, ein weiteres Drittel Rückfälle erleidet und ein weiteres Drittel in dem Zustand gefangen bleibt.

Komplikationen

Das Risiko für Komplikationen im Zusammenhang mit Wahnvorstellungen steigt mit der Dauer der Krankheit und einer nicht erfolgten psychotherapeutischen oder medikamentösen Behandlung. Besonders relevant für das Auftreten von möglichen Komplikationen, die nicht dem dauerhaften Zustand der Paranoia und den damit assoziierten Persönlichkeitsstörungen geschuldet sind, sind die paranoiden Schübe.

Solche Schübe können aufgrund der Wahnvorstellungen zunehmend zu einem Handeln seitens des Betroffenen führen, welches ihn und sein Umfeld gefährdet. So kann es etwa zu Gewalthandlungen kommen, da beispielsweise im Wahn geglaubt wird, es gelte irgendetwas oder irgendjemanden zu beschützen. Auch unsinnige Handlungen in diesem Zusammenhang können mitunter zu wirtschaftlichen und sozialen Problemen führen. Rechtliche Konsequenzen für den Betroffenen sind auch denkbar.

Gerade auftretender Größenwahn befeuert diese Komplikationen. Alle diese Handlung sind zudem auch riskant für das Umfeld des Betroffenen, da sie zum Teil der Wahnvorstellung werden und entsprechend Ängste und Wut auf sie projiziert wird. Das Verhalten des Paranoiden, das immer mehr durch eine Wahnvorstellung geprägt ist, sorgt mit der Zeit für eine Entfremdung vom Umfeld und für ein Ausscheiden aus der Berufsfähigkeit.

Außerdem ist Paranoia fast immer mit anderen Persönlichkeitsstörungen assoziiert, die wiederum größtenteils depressive und selbstverletzende Elemente aufweisen. Entsprechend besteht als Komplikation auch das Risiko des Betroffenen, sich selbst zu schaden - bis hin zum Suizid.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Menschen, die vorübergehend von der visuellen Wahrnehmung von Gestalten oder schemenhaften Figuren berichten, sollten ihre Eindrücke weiter beobachten. Nehmen diese Unregelmäßigkeiten an Umfang und Intensität zu, benötigt der Betroffene ärztliche Hilfe. Sind die Gründe auf eine Situation der Überlastung, emotionalen Überforderung oder unzureichend Schlaf zurückzuführen, kommt es in den meisten Fällen zu einer Spontanheilung. Stressoren sollten abgebaut werden und die Schlafhygiene muss optimiert werden, damit eine dauerhafte Linderung erfolgen kann. Charakteristisch für Wahnvorstellungen ist die fehlende Einsicht des Betroffenen zu den erlebten und beschriebenen Vorgängen.

Verhaltensauffälligkeiten, ein aggressives Auftreten und ein vehementes verteidigen der Wahrnehmungen deuten auf Unregelmäßigkeiten hin. Können die Eindrücke des Betroffenen bei objektiver Betrachtung nicht nachvollzogen werden, sollte dies offen besprochen werden. In schweren Fällen sollte ein Amtsarzt gerufen werden, da aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht keine andere Möglichkeit der Diagnosestellung gegeben ist. Ist der Betroffene davon überzeugt, dass er verfolgt wird, ihm Gedanken eingegeben werden oder dass er von imaginären Gestalten Handlungsaufforderungen erhält, benötigt er Hilfe. Fehlt der Realitätsbezug, können alltägliche Verpflichtungen nicht mehr erfüllt werden oder kommt es zu hysterischem Verhalten, sollte ein Arzt konsultiert werden. Selbstzerstörerische Handlungen oder Übergriffe verbaler oder körperlicher Natur gegenüber anderen Menschen gelten als Warnsignale. Schnellstmöglich sollte ein Arztbesuch stattfinden.

Behandlung & Therapie

Zur Behandlung der Paranoia bzw. Wahnvorstellung werden sogenannte Neuroleptika verabreicht, die regelmäßig eingenommen werden müssen. Diese Neuroleptika wirken wie ein Puffer für das reizüberflutete Gehirn (zu viel Dopamin) und dämmen die Psychose ein, wenn das richtige Medikament gewählt wird.

Da über Psychosen und die Neuroleptika noch nicht so viel bekannt ist, muss häufig erst ausprobiert werden, welches Medikament bzw. welche Kombination von Medikamenten greift. Sinnvoll ist auch eine begleitende Gesprächstherapie, um dem Betroffenen zu helfen, in die Wirklichkeit zurückzufinden und das vermeintlich Geschehene aufzuarbeiten, denn für den Kranken war oder ist ess sehr real.

Häufig arbeitet man auch über eine nicht zu lange Zeitspanne mit sogenannten Benzodiazepinen, Beruhigungsmitteln, damit der Betroffene zum Beispiel schlafen und allgemein wieder zur Ruhe kommen kann. Diese müssen aber nach einigen Monaten abgesetzt werden, weil sie ein hohes Suchtpotenzial haben.

Häufig ist dabei insgesamt eine stationäre Behandlung erforderlich, bis der Patient sich wieder stabilisiert hat und keine Bedrohung mehr für sich oder die Umwelt darstellt.

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Vorbeugung

Um einem neuen Schub der Wahnvorstellungen vorzubeugen, sind die regelmäßige Einnahme der Medikamente sowie die regelmäßige Konsultation eines Facharztes notwendig. Auch brauchen Betroffene einen geregelten Tagesablauf und sollten möglichst sozial integriert sein. Eine angemessene Beschäftigung, die den Tag deutlich strukturiert, kann ebenfalls wahre Wunder wirken. Alkohol oder Drogen sollten nicht konsumiert werden.

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Möller. H.-J., Laux, G., Deister, A., Braun-Scharm, H., Schulte-Körne, G.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 1. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

kn33 kommentierte am 03.07.2012

Habe einen sehr lieben engen Verwandten, der alle erwähnten Symptome aufweist, die betreffend Paranoia aufgeführt wurden. Er ist fast 30 Jahre alt, lebt sehr zurückgezogen, hat lange Zeit Cannabis konsumiert, kapselt sich immer mehr ab. Gespräche (lustig, sachlich, lebensnah) sind nichtmehr möglich, alles schlägt in Ablehnung und letztlich in Streit über, so daß ich vollkommen hilflos bin. Wie kann ich mit ihm reden und vorsichtig auf diese Thematik lenken? An welchen Arzt könnte ich verweisen werden oder mich selbst wenden? Was kann ich tun, um zu helfen und nicht an der Hilflosikgeit zu ersticken? Wer kann mir Rat geben?

Nele kommentierte am 18.02.2013

Ich bin etwas irritiert.
Vielleicht vorweg zu sagen ich bin 31 Jahre jung, Mutter zweier Kinder (Junge 10 Jahre und Mädchen 4 Jahre. Die letzten 8 Jahre war ich in einer intakten und liebevollen Beziehung. Wir waren dann 8 Monate verheiratet und es kam zur Trennung. Seit meiner Pubertät bin ich in verschiedenen psychatrischen Kliniken gewesen, vorwiegend wegen einer Persönlichkeitsstörung. Als Kind wurde ich über Jahre hinweg missbraucht und meine Mutter war Alkoholikerin.
Nun ist meine Frage: Am Wochenende hatte ich mal wieder eine Wahrnehmungsveränderung. Ich bin mit kurzen Haaren aufgewacht (aber habe diese wohl schon vor 2 Monaten abschneiden lassen). Meine Wohnung und die Menschen in meiner Umgebung kommen mir bekannt vor. Ich kann mich zwar nicht an alle Einzelheiten der letzten Wochen und Monate erinnern, aber an Grundlegendes wie die Trennung von meinem Mann und gewisse Tagesabläufe. Es stellte sich aber auch heraus, dass ich die letzten Monate anders wahrgenommen habe.
An sich beunruhigt mich das nicht weiter, da ich bereits in der Pubertät solche Erlebnisse hatte (zum Beispiel bin ich der festen Überzeugung, dass ich ein Kind geboren habe, was bei meiner Schwester jetzt lebt, weil ich noch Minderjährig war, aber verschiedene Test, haben dies widerlegt, ... von dem Missbrauch selber wusste ich zum Beispiel bis zur Pubertät gar nichts, bis ich deshalb hypnotisiert wurde, ...). Was ich damit sagen will ist, dass ich weiß, dass ich mich in gewissen Zeiten in meine Parallelwelt, die ich mir aufgebaut habe, zurück ziehe. Nun habe ich aber Angst, dass mein Mann oder mein bester Freund mich wieder in eine Klinik stecken, obwohl ich doch so stolz bin, dass ich kurz nach der Trennung erst meine ambulante Therapie beenden konnte, weil ich aktuell stabil bin. (Achso und meine Therapeutin meinte nur, dass ich sehr unter Streß leide, weshalb ich diese Wahrnehmungsstörung habe, was wohl auch verständlich nach dieser Trennung sei.)
Nun weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich fühle mich nicht krank. Ich muss mich halt nur immer wieder mal (das letzte mal war vor ca. 4 Monaten) neu "orientieren".
Ist es nicht möglich, dass es einfach nur eine Form der Streßbewältigung ist?

Chester B. kommentierte am 24.05.2013

Wenn ihr jemanden kennt, der paranoid ist, lasst ihn besser wissen, dass ihr ihn nicht umbringen wollt und dass ihr keine Armee des Bösen seid. Alles in allem furchtbar.
Immer habe die Angst, dass die Polizei und das FBI hinter mir stehen. Echt grausam.

jule kommentierte am 05.11.2013

Liebe Nele, mir scheint, dass du an einer dissoziativen Identitätsstörung leidest, nach kindlichen Traumaerfahrungen absolut verständlich! Suche dir eine Therapeutin, die sich mit Traumata und deren Behandlung auskennt!

mozes kommentierte am 06.08.2014

Ich bin völlig verzweifelt, denn meine Frau leidet seit Jahren an Verfolgungswahn. Wenn sich in der Wohnung aus ihrer Sicht etwas verändert hat, wenn etwa eine Bluse im Schrank nicht mehr dort hängt, wo sie meint sie hingehängt zu haben, dann glaubt sie, jemand sei in der Wohnung gewesen. Oder sie sagt, jemand habe ihre Schuhe ausgetauscht, wenn diese sich nach einigem Tragen gedehnt haben. Wenn ich versuche ihr zu erklären, dass niemand in der Wohnung war, dann glaubt sie ich sei derjenige, der die Leute in die Wohnung lässt. Sie glaubt mir auch nicht, wenn ich ihr sage, dass sie krank ist, obwohl sie schon seit Jahren in neurologischer Behandlung ist und mit Fluanxol Depot behandelt wird.

Mara kommentierte am 07.09.2014

Hallo, ich wollte nur mal wissen, ob es auch eine Wahrnehmungsstörung ist, wenn man sich von Reikienergien verfolgt fühlt und ein für mich telepathisch anfühlendes Summen in den Ohren einstellt? Danke für die Antwort.

Rose kommentierte am 15.10.2014

Niemand bildet sich etwas ein, was er nicht erlebt hat. Entweder handelt es sich um reale Erlebnisse (es gibt auch abstrusesten Dinge!) oder aber verallgemeinerte Folgen von Erinnerungen, der "Teufel" war z.B. der Vater. Es gab immer eine reale Bedrohung, sei es früher gewesen, was man in Form einer geeigneten Therapie bearbeiten muss. Aber teilweise sind die Bedrohungen auch real existent und müssen ernst genommen werden und dürfen nicht als Krankheit abgestempelt werden. Gustl Mollath ist leider kein Einzelfall! Ich weiß das aus eigener Erfahrung und mir sind weitere Fälle bekannt, wo Menschen als psychotisch bezeichnet werden, obwohl sie Opfer von Psychopathen sind, siehe auch "gaslighting" bei google.

Manchmal sind Medikamente unumgänglich, aber grundsätzlich muss der Ursache auf den Grund gegangen werden!

Gaschkia kommentierte am 05.08.2015

Ich glaube nun, dass mein Vater, der lange Zeit alkoholkrank war, unter Wahnvorstellungen leidet. Er ist glühender Anhänger der Reichsbürgerbewegung, die behaupten, den deutschen Staat gebe es nicht, weil wir immer noch besetzt seien. Folglich würden auch die Gesetze nicht gelten, weshalb er meint, keinen Strafzettel und keine Grundsteuer für sein Haus mehr zahlen zu müssen. Doch auch sonst steigert er sich in alle möglichen Verschwörungstheorien hinein, was die Ukraine-Krise betrifft (er glaubt fest daran, dass alles von den USA inszeniert sei und unsere Medien völlig ferngesteuert würden), und glaubt, das Ausmaß des Holocausts sei viel zu übertrieben, damit wir uns schuldig fühlen müssten, um nur einige Dinge zu nennen. Nun habe ich jedoch über einen Verwandten erfahren, dass er an der Kasse des Supermarktes Leute anpöbelt und versucht für seine abstrusen Ideen Menschen zu gewinnen. Meine Frage ist nun: Wie kann man jemanden, der offensichtlich krank ist und dringend Hilfe braucht, dazu bewegen, zum Arzt zu gehen? Das Problem ist, dass ich eigentlich keinen Kontakt mehr zu ihm und seiner neuen Ehefrau habe, seitdem er sich so rechtsextrem geäußert hat (er war früher ein Linker) und eigentlich froh darüber bin, weil mich sein Verhalten psychisch selbst sehr mitgenommen hat.

elfriede kommentierte am 09.08.2015

Warum ist das laut einer Psychiaterin eine Wahnvorstellung? Hier mein Fall: Ich hatte Sex mit einem Arzt und seitdem habe ich ein gebrochenes Herz, denn ich habe mich in ihn verliebt. Ist es deshalb eine Wahnvorstellung, weil er nichts mehr wissen will von mir? Bitte um Antwort.

Gala1905 kommentierte am 16.10.2015

Meine Frau leidet aktuell an Verfolgungswahn. Sie denkt, wir werden abgehört und gefilmt von unserem Nachbarn. Sogar Leuchten werden mit Alufolie abgeklebt. Sie geht aufs Klo ohne Licht, damit sie nicht beobachtet wird. Ich bitte um Hilfe, ich habe zwei Kinder, die machen sich Sorgen.

Monika kommentierte am 02.11.2015

Mein Sohn, 37 Jahre alt, leidet seit drei Jahren an Wahnvorstellungen. Er lebt total abgekapselt in seiner Wohnung in einer Großstadt, 500km von uns entfernt. Er hat seine Arbeit verloren und lebt von Harz IV. Obwohl ein nervenärztliches Gutachten vorliegt, wurde ein Betreuungsantrag schon zweimal abgelehnt. Mein Sohn ist seitdem sehr aggressiv und lehnt jeglichen Kontakt zu seiner Familie ab. Was können wir als Eltern unternehmen, um ihm zu helfen? Oder wie sollen wir uns ihm gegenüber verhalten?

Stefan Eichler kommentierte am 14.07.2016

@Gaschkia. Können wir in Kontakt treten, ich habe die gleichen Problem mit meiner Frau. (bewegen@mail.de)

Kat kommentierte am 25.10.2016

Mein Mann ist schon seit ich ihn kenne etwas anstrengend. Vor drei Monaten hat sich sein Zustand erheblich verschlechtert und wir haben zusammen nach Lösungen gesucht, z.b. auf die Liste der Tagesklinik zu setzen. Weiterhin hat er endlich einen Termin beim Neurologen bekommen und Medikamente bekommen, leider wirkten diese nicht so wie sie sollten. Vor drei Wochen eine weitere Verschlechterung und die Einweisung in die stationäre Abteilung. Heute wurde er nach zwei Wochen entlassen und morgen geht er in die Tagesklinik, wo er eine Therapie bekommt. Ich habe ihn immer unterstützt. Unsere Kinder habe ich mit einbezogen und nichts verschwiegen. Wir haben ihn täglich besucht und die Möglichkeit zum Zurückziehen gegeben. Wir richten ihm nun ein Kinderzimmer als Ruhezimmer ein. Mein Mann hat von vornherein eingesehen das er krank ist und war zur Behandlung bereit.