Überanstrengung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Überanstrengung ist eine Folge verstärkter Belastung bei zu geringer Erholung. Diese kann den Körper oder einen Teil des Körpers betreffen. Auch im mentalen Bereich oder in der Psyche kann Überanstrengung entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Überanstrengung?

Ueberanstrengung
Eine Überlastung der mentalen und körperlichen Kräfte passiert normalerweise schleichend. Der manifestierte Zustand ist durch eine Summe diverser Diagnosemerkmale zu erkennen.
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Unter dem Begriff „Überanstrengung“ wird eine Vielzahl unterschiedlicher Formen körperlicher und geistiger Überlastungen zusammengefasst. Die Ursachen sind individuell verschieden. Überanstrengung kann sich durch Konzentrationsschwäche, erhöhten Blutdruck, Zittern, Übelkeit, Schmerzen, Magensymptome und Druck im Kopf und Nacken zeigen.

Mentale oder geistige Erschöpfung bei fehlender Ruhezeit führt ebenfalls zur Überanstrengung. Überanstrengung passiert nach einer Zeit übermäßiger Arbeit bei fehlendem Energie-Ausgleich. Überanstrengung kann mit einem Zusammenbruch des vegetativen Nervensystems einhergehen. Nachlassende Spannung in den Gefäßwänden ist eine der Folgen. Eine Überlastung des Körpers kann mit einer Übersäuerung der Muskulatur einhergehen. Übermäßige Muskelanspannung ohne Erschlaffung der Muskulatur erzeugt Säure im Körper. Lange galt diese Milchsäure auch als Ursache des Muskelkaters. Nach heutigem Kenntnisstand entsteht er dagegen durch feinste Risse in den Muskelfasern und die anschließende Entzündungsreaktion; die Milchsäure ist bereits nach etwa einer Stunde wieder abgebaut.

Schmerzen in den Gelenken und Muskeln sind die Folge der Überlastung. Die Überanstrengung entsteht durch eine Belastung über ein akzeptables Maß hinaus. Burnout oder Depression können Formen oder Folgen der Überanstrengung sein. Durch Zivilisation und Wohlstand ist das Ausmaß der Überanstrengung gestiegen. Mentale und körperliche Erschöpfung geschehen häufig zusammen.

Von der Überanstrengung abzugrenzen ist das Übertrainingssyndrom. Während die Überanstrengung eine akute Überlastung ist, die sich nach ausreichender Ruhe wieder zurückbildet, entsteht das Übertrainingssyndrom über Wochen bis Monate durch zu häufiges Training bei zu kurzen Erholungsphasen. Es geht mit einem anhaltenden Leistungsabfall, Schlafstörungen und einem Stimmungstief einher und braucht seinerseits Wochen bis Monate Erholung; ein einzelnes freies Wochenende genügt dafür nicht.

Ursachen

Die Überanstrengung ist oft die Folge einer Überarbeitung. Auch Überlastung im Sport ist nicht selten. Auch mentale, psychologische und physische Gründe als Ursachen kommen infrage. Im Falle der Arbeitsüberlastung ist der Druck der zu erledigenden Dinge ein wichtiges Indiz.

Die Überbelastung führt zu einem gestörten Schlaf und zu fehlender Entspannung. Bei fehlender Entspannung kommen oft Magen-Darm-Symptome hinzu. Diese können Magenbrennen, Gastritis oder Durchfälle sein. Ein Ruhebedürfnis des Körpers und Geistes wird ignoriert. Der Körper reagiert mit einer vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Kortisol, die dem Insulin entgegenwirken. Der Körper reagiert auf die Überbeanspruchung mit Blutdruckanpassung.

Flüssigkeitsverlust und ungenügende Nahrung kommen hinzu. Anstrengung und Anspannung in Form von Stress können zum Burnout-Syndrom führen. Oft kommen körperliche Belastung mit anderen Sorgen zusammen. Der Druck der anstrengenden Arbeit bei gleichzeitig wenig Ressourcen zur Entspannung brennt den Menschen aus. In der Führungsebene resultiert eine Erschöpfung häufig aus Überidentifikation mit der Position.

Trotz materieller Unabhängigkeit gibt es dann ungenügend Freizeit. Dadurch kommt auch hier der tiefe, entspannende Schlaf zu kurz. Eine weitere Ursache kann ein Wunsch nach Perfektion sein. Mental kann der Betroffene zu wenig abschalten. Körperlich gesehen brennt die Überanstrengung den Körper aus. Überanstrengung in der Schwangerschaft ist eine häufige Form.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Überanstrengung des menschlichen Körpers kann aufgrund vieler unterschiedlicher Faktoren entstehen und hervorgerufen werden. Bei älteren Personen reicht oftmals schon eine kleine körperliche Aktivität aus, um den Körper zu überanstrengen. In den meisten Fällen macht sich der menschliche Körper durch ziemlich eindeutige Symptome bemerkbar, die auf eine Überanstrengung hindeuten.

Übermäßiges Schwitzen ist beispielsweise ein ziemlich eindeutiges Symptom, das auf eine Überanstrengung hindeutet. Der Schweißfluss ist dann an Stellen zu erkennen, die ziemlich untypisch für eine Schweißbildung sind. Damit ist der Rücken, der Bauch oder auch die Oberfläche der Arme gemeint. Der Blutdruck erhöht sich bei einer Überanstrengung natürlich auch erheblich, sodass betroffene Personen unter Herzrasen leiden können.

Ein Zittern einzelner Gliedmaßen kann ebenfalls ein ziemlich eindeutiges Symptom einer Überanstrengung sein. Häufig klagen Personen außerdem über eine langanhaltende Übelkeit, Kopfschmerzen oder auch Durchfall. Wer die auftretenden Symptome lindern möchte, der sollte unmittelbar eine Ruhepause einlegen. Bleiben danach die oben genannten Symptome weiterhin bestehen, dann sollte so schnell wie möglich ein entsprechender Arzt aufgesucht werden.

Die Gefahr einer ernstzunehmenden Grunderkrankung besteht, sodass ein Besuch beim Arzt unerlässlich wird. Wer auf eine ärztliche beziehungsweise medikamentöse Behandlung verzichtet, der muss mit einer erheblichen Verschlimmerung der oben genannten Symptome rechnen.

Diagnose & Verlauf

Eine Überlastung der mentalen und körperlichen Kräfte passiert normalerweise schleichend. Der manifestierte Zustand ist durch eine Summe diverser Diagnosemerkmale zu erkennen. Nach sehr langer oder sehr intensiver Belastung kann eine Unterzuckerung auftreten; besonders gefährdet sind Menschen mit einer Zuckerkrankheit, die Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten einnehmen.

Überanstrengung kann mit einem Kreislaufkollaps oder Bluthochdruck einhergehen. Erste Anzeichen sind Schlafmangel, Konzentrationsmangel und Stress-Symptomatik. In diesem Zustand fällt die Diagnose leicht. Der Betroffene hat Augenschatten und wirkt fahrig und unkonzentriert. Die Atmung ist beschleunigt und flach. Übelkeit und Kopfschmerzen sind zu beachtende Symptome. Darauf ist entsprechend zu reagieren.

Der Blutdruck kann über ein Normalmaß ansteigen. Aus einer Erschöpfung kann eine plötzliche Ohnmacht passieren. Unterschieden werden muss zwischen der körperlichen und geistig-mentalen Überarbeitung. Die körperliche Überanstrengung findet man oft infolge eines sportlichen Wettkampfes. Die geistige Überarbeitung passiert eher im Firmenalltag. Der Krankheitsverlauf ist in diesem Fall langsamer. Im Firmenalltag zeigt sich der Krankheitsverlauf durch Stress und übermäßiges Engagement. Die Folge einer Nichtbeachtung könnte ein kompletter Burnout sein.

Komplikationen

Akute Überanstrengung hat meist keine längerfristigen Komplikationen zur Folge. Der Betroffene fühlt sich meist abgeschlagen und übermüdet und leidet womöglich unter einem erhöhten Puls. Werden diese Beschwerden nicht behandelt, nimmt relativ rasch auch das Wohlbefinden massiv ab und es entwickeln sich psychische Beschwerden. Hinzu kommen akute Beschwerden wie Dehydration oder Kopfschmerzen, die bei fehlender Behandlung zu ernsten Komplikationen führen können. Nach sehr harter oder ungewohnter Belastung kann jedoch auch akut eine Rhabdomyolyse auftreten: Dabei zerfällt Muskelgewebe, und das freigesetzte Muskeleiweiß kann die Nieren schädigen. Warnzeichen sind dunkelbrauner Urin, sehr starke Muskelschmerzen und ausgeprägte Schwäche.

Anhaltende Erschöpfung kann zu einer plötzlichen Ohnmacht führen, die mit Komplikationen und der Gefahr eines Sturzes verbunden ist. Liegt bereits eine körperliche Erkrankung vor, kann Überanstrengung im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen. Bei länger andauernden Phasen der Überanstrengung droht das Burnout-Syndrom, das mit Kraftlosigkeit, Angstgedanken und einer zunehmenden seelischen Abgeschlagenheit einhergeht.

Wird die chronische Überanstrengung spätestens dann nicht behandelt, kann dies schwere psychische Krankheiten nach sich ziehen und den Betroffenen dauerhaft schädigen. Die Behandlung birgt, von etwaigen Neben- und Wechselwirkungen der verordneten Medikamente einmal abgesehen, keine größeren Risiken. Allerdings kann ein plötzlicher Rückgang des Stresses zur sogenannten Leisure Sickness führen – eine Erkrankung, die sich in grippeähnlichen Beschwerden, Infektionen und anderen Symptomen äußert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Kommt es nach einer intensiven sportlichen Betätigung oder einer kräftezehrenden Tätigkeit zu Zuständen der Ermüdung oder der Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit, sollte eine ausreichende Ruhe und Schonung eingelegt werden. Häufig tritt zusätzlich Muskelkater auf oder ein Schmerzzustand entwickelt sich. Ein Arzt wird in den meisten Fällen nicht benötigt, wenn spätestens nach einem erholsamen Nachtschlaf eine deutliche Linderung der Beschwerden eingetreten ist.

Nehmen die körperlichen Unregelmäßigkeiten über mehrere Stunden oder Tage weiterhin ab, ist im Normalfall innerhalb kurzer Zeit eine Beschwerdefreiheit vorhanden. Zukünftig sollten die körperlichen Beanspruchungen den Vorgaben des Organismus besser angepasst werden. Dauerhaft können Überanstrengungen zu Erkrankungen oder irreversiblen Schäden führen. Nehmen Schmerzzustände an Intensität zu oder halten sie über eine längere Zeit an, besteht Handlungsbedarf. Kommt es darüber hinaus zu dauerhaften Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten, Lähmungen oder einem herabgesetzten Wohlbefinden, ist ebenfalls die Rücksprache mit einem Arzt zu suchen.

In Phasen der Überanstrengung kommt es oft zu einem erhöhten Blutdruck, einem Anstieg der Herzfrequenz sowie der Atmung. Diese Auffälligkeiten sollten sich innerhalb einiger Minuten wieder reduzieren. Sie müssen nicht ärztlich untersucht oder behandelt werden. Erlebt der Betroffene jedoch anhaltende Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus, oder stellt sich eine sehr rasche Ermüdungserscheinung kurz nach Beginn der körperlichen Tätigkeiten ein, ist ein Arztbesuch anzuraten.

Bei Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht oder anhaltendem Herzstolpern während oder kurz nach der Anstrengung ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Ebenfalls umgehend in ärztliche Behandlung gehört, wer nach einer extremen oder ungewohnten Belastung dunkelbraunen Urin, sehr starke Muskelschmerzen und ausgeprägte Schwäche bemerkt: Dahinter kann eine Rhabdomyolyse stecken, bei der ein Nierenversagen droht. Auch ein Hitzschlag mit hoher Körpertemperatur, heißer trockener Haut und Verwirrtheit ist ein Notfall für die 112.

Behandlung & Therapie

Das wirksamste Mittel gegen Überanstrengung scheint der Weg der Mitte zu sein. Erste Anzeichen einer mentalen und körperlichen Erschöpfung sind frühzeitig wahrzunehmen. Im akuten Zustand der Erschöpfung sind Schlaf, Flüssigkeit, Nahrung, Ruhe und Raum die beste Therapie.

Auf eine Unterzuckerung ist sofort zu reagieren. Gleiches gilt für eine eventuelle Ohnmacht. Bei der Unterzuckerung muss rasch für Zuckerzufuhr gesorgt werden, etwa durch Traubenzucker oder ein gezuckertes Getränk. Das gilt nur, solange der Betroffene bei Bewusstsein ist und sicher schlucken kann; einem Bewusstlosen darf nichts eingeflößt werden. Bei der Ohnmacht wird der Betroffene in die stabile Seitenlage gelegt und der Notarzt wird verständigt. Der Notruf lautet 112. Atmet der Bewusstlose nicht oder nicht normal, wird er stattdessen auf den Rücken gelegt und sofort mit der Herzdruckmassage begonnen.

Die wirksamste Behandlung ist entsprechend der Vorlaufzeit der Erkrankung kurz oder lang. Eine langfristige Überarbeitung im Arbeitsleben muss auch langfristig therapiert werden. Da kommen eventuelle manuelle Therapien zusammen mit einer notwendigen Medikamentengabe. Auch psychologische Betreuung zur Umstellung des Lebensrhythmus kann indiziert sein.


Vorbeugung

Regelmäßige Pausen einhalten. Für ausreichenden Schlaf sorgen. Früh schlafen gehen. Täglich 20 Minuten spazieren gehen. Arbeiten auf Kollegen delegieren. Zeiten mit Freunden und Familie verbringen. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Auf Zeiten der Anspannung Zeiten der Entspannung folgen lassen. Positiven Stress genießen und negativen Stress meiden. Die eigenen Grenzen kennen. Auf die Bedürfnisse des Körpers hören. Um einer künftigen Überbürdung vorzubeugen, ist eine psychologische Betreuung angeraten. Der Betroffene muss mit seinen Kräften haushalten lernen.

Das können Sie selbst tun

Eine Überanstrengung kann plötzlich auftreten, oder aber sich über Wochen hinweg ankündigen. Sie kann im Einzelfall vorkommen oder immer wiederkehren. Liegt keine Vorerfahrung mit dieser Erkrankung vor, kann sie den Betroffenen ohne vorherige Ankündigung befallen. Eine offene Kommunikation mit seinen Mitmenschen ist hier von äußerster Wichtigkeit, damit die Überanstrengung ernst genommen wird. Jetzt hilft nur Ruhe, Schlaf und Abstand von den auslösenden Faktoren, beispielsweise der Arbeit.

Unter Umständen kann die Begleitung eines Therapeuten hilfreich sein. Überanstrengte Menschen sind oft auch überempfindlich gegenüber lauten Geräuschen oder großen Menschenmengen. Diese sollten gemieden werden. Leidet man chronisch unter dieser Erkrankung oder tritt sie häufiger auf, so sind die ersten Symptome meist zeitig abzusehen. Die Betroffenen können handeln, bevor es zum Zusammenbruch kommt. Zeichnet sich eine Überanstrengung ab, ist es hilfreich, sofort eine Entlastung für den Alltag zu suchen. Des Weiteren kann der Betroffene überlegen, ob er grundlegende Dinge seines Lebens ändern sollte, da diese mehr Belastung als Bereicherung darstellen.

Eine Überanstrengung sollte ernst genommen werden. Dabei ist es wichtig, dass sich Betroffene nicht mit Anderen vergleichen. Bestimmte Lebensformen oder ein bestimmtes Arbeitspensum wirkt unterschiedlich belastend auf die Menschen. Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse und Selbstannahme spielen hier eine wichtige Rolle.

Quellen

  • Wonisch, M., Hofmann, P., Förster, H., Ledl-Kurkowski, E. (Hrsg.): Kompendium der Sportmedizin.
    ISBN: 9783662688823
  • Dickhuth, H.-H., Mayer, F., Röcker, K., Berg, A. (Hrsg.): Sportmedizin für Ärzte.
    ISBN: 9783769136111
  • Schmidt-Trucksäss, A. (Hrsg.): Sport- und Bewegungsmedizin.
    ISBN: 9783456854786
  • Tebartz van Elst, L., Schramm, E., Berger, M. (Hrsg.): Psychische Erkrankungen.
    ISBN: 9783437051746
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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