Acitretin
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Wirkstoffe Acitretin
Acitretin wird bei der Behandlung der Schuppenflechte und bei anderen Krankheiten angewendet. Chemisch gehört es zur Gruppe der Retinoide und ist strukturell mit dem Vitamin A verwandt.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist Acitretin?
Acitretin ist ein Derivat von Retinol, dem Vitamin A. Neben vielfältigen Einflüssen auf körperliche Funktionen spielt Vitamin A insbesondere eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der Gesundheit von Haut und Schleimhäuten.
So sorgt Retinol für die normale Zellteilung in der Haut und beugt außerdem DNA-Schäden in den Hautzellen vor. Aufgrund seiner chemischen Verwandtschaft mit Retinol zeigt Acitretin eine ähnliche Wirkung auf das Hautwachstum und wird deshalb bei Hauterkrankungen, insbesondere bei Schuppenflechte (Psoriasis) als Arzneimittel angewendet.
Die Anwendung erfolgt durch die Einnahme von acitretinhaltigen Kapseln, wobei der freigesetzte Wirkstoff regulierenden Einfluss auf bestimmte anomale Prozesse in der Haut ausübt. Acitretin kann die Hauterkrankungen zwar nicht heilen, aber die Symptome der ungewöhnlichen Zellteilungsaktivitäten bekämpfen.
Innerhalb der Retinoide wird Acitretin den aromatischen Vertretern der zweiten Generation zugerechnet. Von der ersten Generation, zu der Tretinoin und Isotretinoin gehören, unterscheidet es sich im Aufbau des Moleküls, von den polyaromatischen Vertretern der dritten Generation wie dem äußerlich angewendeten Adapalen zusätzlich im Anwendungsweg. Diese Einteilung ist mehr als eine Ordnungshilfe, denn sie entscheidet darüber, welche Warnhinweise gelten. Acitretin wird geschluckt und verteilt sich im gesamten Körper; die Vorsichtsmaßnahmen einer solchen innerlichen Anwendung lassen sich nicht auf ein Retinoid übertragen, das lediglich auf die Haut aufgetragen wird. Umgekehrt taugen die guten Erfahrungen mit einer Creme nicht dazu, die Auflagen einer Kapselbehandlung als übertrieben erscheinen zu lassen.
Acitretin ist der Nachfolger einer älteren Substanz, des Etretinats, und zugleich dessen wichtigstes Abbauprodukt im Körper. Etretinat wurde bei denselben Hauterkrankungen angewendet, lagerte sich jedoch in erheblichem Umfang im Fettgewebe ab und wurde von dort über sehr lange Zeit wieder freigesetzt. Mit Acitretin steht ein Wirkstoff zur Verfügung, der den Körper deutlich rascher wieder verlässt. Vollständig gelöst ist das Problem damit allerdings nicht, denn unter bestimmten Bedingungen kann der Körper Acitretin in Etretinat zurückverwandeln – ein Umstand, der für die Sicherheitsauflagen dieser Behandlung bis heute maßgeblich ist.
Pharmakologische Wirkung
Wie bereits erläutert, reguliert Acitretin die Zellteilungsgeschwindigkeit von Hautzellen. So ist die Schuppenflechte eine Hautkrankheit, die auf einer Fehlregulierung der Zellneubildung in der Haut beruht.
Die Ursachen für eine Psoriasis sind vielfältig. Neben genetischen Faktoren spielen Autoimmunreaktionen und Medikamenteneinflüsse eine Rolle. Es ist eine systemische Erkrankung, die sich letztendlich in einer ungeordneten und beschleunigten Zellteilungsrate der Hautzellen äußert. Die gesunde Haut erneuert sich innerhalb von 28 Tagen durch Zellteilung. Dabei gelangen die Hornschicht bildenden Zellen (Keratinozyten) durch die Haut an die Oberfläche und werden zu Hornzellen. Beim Waschen oder Reiben werden die abgestorbenen Hornzellen gut entfernt.
Bei der Schuppenflechte teilen sich die Keratinozyten verstärkt, während sich die Umwandlung in Hornzellen auf 3-5 Tage verkürzt. Dabei bewirken beide Prozesse eine intensive Schuppenbildung. Acitretin reguliert die unkontrollierte Vermehrung der Hautzellen und sorgt gleichzeitig für das langsame Ausreifen der neuen Zellen.
Weiterhin wirkt Acitretin direkt Hornhaut ablösend. Dieser Effekt macht sich bereits nach wenigen Tagen der Behandlung bemerkbar. Allerdings ist der zugrunde liegende Mechanismus nicht klar. Nach Absetzen des Medikamentes beginnt der Prozess wieder von Neuem. So werden die Symptome zwar gelindert, der Krankheitsprozess an sich wird aber nicht geändert.
Der Angriffspunkt der Retinoide liegt nicht an der Zelloberfläche, sondern im Zellkern. Dort finden sich Empfängerstellen für die Vitamin-A-Säure, die als Schalter für das Ablesen bestimmter Erbanlagen wirken. Bindet ein Retinoid an einen solchen Kernrezeptor, so verschiebt sich die Zusammensetzung der Eiweiße, welche die Zelle herstellt, und damit ihr Reifungsprogramm. Darin liegt der Grund, warum die Wirkung nicht sofort einsetzt: Es müssen erst neue Zellen unter den veränderten Vorgaben heranwachsen und an die Hautoberfläche gelangen, ehe die Schuppung sichtbar zurückgeht. Aus demselben Grund kehren die Beschwerden zurück, sobald die Zellen wieder nach dem alten Muster reifen.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Das Haupteinsatzgebiet von Acitretin ist die Behandlung von schweren Formen der Schuppenflechte, wenn andere Behandlungsmethoden nicht mehr greifen. Dabei wird das Medikament in Form von Kapseln oral verabreicht.
Der Wirkstoff besitzt eine Bioverfügbarkeit von ca. 60 Prozent und ist im Blut zu 99 Prozent an Plasmaproteine gebunden. Die Halbwertszeit von Acitretin im Körper beträgt ungefähr 49 Stunden. Am wirksamsten ist eine Dosis oberhalb von 10 mg pro Tag. Abhängig vom Körpergewicht besteht ein Wirkungsoptimum bei ca. 50 mg pro Tag. Dabei ist zu beachten, dass die Wirkung frühestens nach 4-6 Wochen eintritt.
Nach 2-3 Monaten kommt es bei vielen Behandelten zu einer deutlichen Rückbildung der Symptome. Eine vollständige Abheilung erreicht Acitretin als alleinige Therapie bei der gewöhnlichen Plaque-Psoriasis jedoch nur selten; besser spricht die Erkrankung an, wenn der Wirkstoff mit einer Lichttherapie kombiniert wird. Die Ursache der Erkrankung bleibt allerdings weiter bestehen, sodass es eine rein symptomatische Behandlung ist. Darüber hinaus wird Acitretin bei weiteren schweren, zum Teil seltenen Hauterkrankungen eingesetzt.
Dazu zählen Erkrankungen mit schweren Ekzemen, genetisch bedingte Hauterkrankungen und auch bestimmte Krebsformen, wie das Basalzellkarzinom oder das kutane T-Zell-Lymphom. Auch diese Erkrankungen können mit Acitretin nur symptomatisch behandelt werden. Für die Hauttumoren ist Acitretin allerdings nicht zugelassen; zugelassene Anwendungsgebiete sind in Deutschland die schwere Schuppenflechte sowie schwere Verhornungsstörungen wie die angeborenen Ichthyosen und der Morbus Darier.
Für die Verbindung von Acitretin mit einer Lichtbehandlung hat sich in der Hautheilkunde der Name Re-PUVA eingebürgert. Der Wirkstoff dünnt die verdickte Hornschicht aus und bereitet sie damit auf die Bestrahlung vor, sodass die Behandlung mit weniger Licht auskommt als eine Lichttherapie allein. Zugleich macht Acitretin die Haut lichtempfindlicher, weshalb beide Verfahren sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen. Bei den seltenen angeborenen Verhornungsstörungen steht dagegen die dauerhafte Anwendung im Vordergrund: Sie bessert die Beschaffenheit der Haut, solange sie fortgeführt wird, und ist auf viele Jahre angelegt. Genau das macht dort die regelmäßige Überwachung von Leber und Blutfetten besonders bedeutsam.
Verabreichung & Dosierung
Acitretin ist ein Retinoid, das zur Behandlung von schweren Hauterkrankungen wie Psoriasis und Ichthyose eingesetzt wird. Bei der Verabreichung und Dosierung von Acitretin gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten:
Dosierung: Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und dem Ansprechen des Patienten. Üblicherweise liegt die Anfangsdosis zwischen 25 und 50 mg pro Tag. Die Dosis kann je nach Bedarf und Verträglichkeit angepasst werden, jedoch sollte sie 75 mg täglich nicht überschreiten.
Einnahme: Acitretin sollte zu einer Mahlzeit eingenommen werden, um die Aufnahme zu verbessern. Es ist wichtig, die Kapseln im Ganzen mit Wasser zu schlucken und nicht zu zerkauen.
Nebenwirkungen: Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören trockene Haut, Lippenentzündungen und Haarausfall. Schwere Nebenwirkungen wie Leberschäden und erhöhte Blutfettwerte können auftreten. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind daher notwendig, um Leberwerte und Blutfette zu überwachen.
Schwangerschaft: Acitretin ist stark teratogen und darf während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Empfängnisverhütung anwenden, nicht eingenommen werden. Eine Schwangerschaft muss für mindestens drei Jahre nach Beendigung der Behandlung vermieden werden. In Deutschland sind für die Verschreibung an Frauen im gebärfähigen Alter zusätzlich die Höchstmenge je Verschreibung und die Gültigkeitsdauer des Rezepts gesetzlich begrenzt (§ 3b Arzneimittelverschreibungsverordnung).
Wechselwirkungen: Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und bestimmten Medikamenten, die die Wirkung von Acitretin beeinträchtigen können.
Eine enge Überwachung durch den behandelnden Arzt ist bei der Anwendung von Acitretin unerlässlich.
Risiken & Nebenwirkungen
Wie bei den meisten Medikamenten treten auch bei der Anwendung von Acitretin gegebenenfalls Nebenwirkungen auf. Absolut kontraindiziert ist der Einsatz dieses Medikaments während der Schwangerschaft und der Stillperiode, weil Acitretin hochgradig teratogen (fruchtschädigend) wirkt.
Da bei Überdosierungen, wie bei Vitamin A, auch Vergiftungserscheinungen eintreten können, ist die Anwendung von Acitretin bei Lebererkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Niereninsuffizienz und natürlich bei Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff zu vermeiden.
Besonders auch die kombinierte Anwendung mit Tetracyclinen (Breitspektrum-Antibiotika) oder Methotrexat (immunsuppressiv wirksames Zytostatikum) ist kontraindiziert. Auch bei erlaubtem Einsatz können unerwünschte Wirkungen, wie Mundtrockenheit, Rhinitis, Nasenbluten, Hauttrockenheit, Sehstörungen und erhöhte Cholesterin- sowie Leberwerte auftreten. Bei Langzeittherapie kann es zu Verknöcherungen kommen. Außerdem erhöht sich bei Acitretineinsatz die Sonnenempfindlichkeit der Haut.
Die unerwünschten Wirkungen folgen weitgehend einem Muster: Sie entsprechen den Zeichen einer übermäßigen Zufuhr von Vitamin A. Weil der Wirkstoff die Reifung von Haut und Schleimhäuten im ganzen Körper beeinflusst, trocknen nicht allein die Hautoberfläche, sondern ebenso Lippen, Nase und Bindehaut aus; diese Beschwerden sind sehr häufig und begleiten die Behandlung meist über ihre gesamte Dauer. Die Veränderungen der Blutfette und der Leberwerte begrenzen die Anwendung dagegen von innen her, weil sie sich erst in der Blutuntersuchung zeigen. Die Verknöcherungen bei sehr langer Anwendung betreffen vor allem die Ansätze von Sehnen und Bändern sowie die Wirbelsäule.
Die fruchtschädigende Wirkung begrenzt nicht allein die Anwendung selbst. Auch eine Blutspende ist während der Behandlung und über deren Ende hinaus ausgeschlossen, weil das gespendete Blut den Wirkstoff auf eine schwangere Empfängerin übertragen könnte.
Kontraindikationen
Acitretin ist ein potentes Retinoid zur Behandlung schwerer Hauterkrankungen. Es gibt jedoch mehrere Kontraindikationen, die seine Anwendung bei bestimmten Patienten einschränken. Zu den wichtigsten Kontraindikationen gehören:
Schwangerschaft und Stillzeit: Acitretin ist stark teratogen und kann schwere Missbildungen beim Fötus verursachen. Es ist streng kontraindiziert bei Schwangeren und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine sichere Empfängnisverhütung anwenden. Zudem darf es während der Stillzeit nicht angewendet werden, da es in die Muttermilch übergehen und das Baby schädigen kann.
Lebererkrankungen: Patienten mit aktiven Lebererkrankungen oder dauerhaft erhöhten Leberenzymen sollten Acitretin nicht einnehmen, da das Medikament die Leber weiter schädigen kann.
Schwere Nierenerkrankungen: Acitretin wird in Form seiner Abbauprodukte zu gleichen Teilen über die Nieren und über die Galle ausgeschieden; bei schwerer Niereninsuffizienz ist die Anwendung ausgeschlossen.
Chronisch hohe Blutfettwerte: Patienten mit dauerhaft erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie) sollten kein Acitretin einnehmen, da das Medikament diese Werte weiter erhöhen kann.
Gleichzeitige Anwendung anderer Retinoide oder Vitamin-A-Präparate: Die gleichzeitige Einnahme anderer Retinoide oder hoher Dosen von Vitamin A kann das Risiko für Toxizität erhöhen und sollte vermieden werden.
Es ist entscheidend, dass Patienten, die Acitretin in Erwägung ziehen, umfassend von einem Arzt beraten werden, um die Risiken und potenziellen Nebenwirkungen richtig zu verstehen und zu minimieren.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Acitretin kann mit verschiedenen Medikamenten interagieren, was die Wirkung des Medikaments oder der gleichzeitig eingenommenen Substanzen verändern kann. Einige der wichtigsten Wechselwirkungen sind:
Methotrexat: Die Kombination von Acitretin und Methotrexat kann das Risiko für Leberfunktionsstörungen erheblich erhöhen. Deshalb sollte diese Kombination vermieden werden.
Tetrazykline: Die gleichzeitige Einnahme von Acitretin und Tetrazyklinen (Antibiotika) kann zu einem erhöhten Hirndruck (Pseudotumor cerebri) führen, was sich als Kopfschmerzen, Übelkeit und Sehstörungen äußert. Diese Kombination sollte ebenfalls vermieden werden.
Vitamin-A-Präparate: Da Acitretin ein Retinoid ist, kann die gleichzeitige Einnahme anderer Vitamin-A-haltiger Präparate das Risiko von Hypervitaminose A und einer Retinoid-Toxizität erhöhen. Eine Kombination sollte vermieden werden.
Phenytoin: Acitretin kann den Effekt von Phenytoin, einem Antiepileptikum, verstärken, was das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen kann.
Orale Kontrazeptiva: Die Wirksamkeit bestimmter oraler Verhütungsmittel kann durch Acitretin beeinträchtigt werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine zusätzliche, nicht-hormonelle Verhütungsmethode verwenden.
Alkohol: Alkohol sollte während der Acitretin-Therapie vermieden werden, da er die Umwandlung des Medikaments in eine langlebige, möglicherweise toxische Substanz namens Etretinat fördert. Etretinat ist ebenfalls fruchtschädigend und wird nur sehr langsam wieder ausgeschieden; darauf beruht die lange Frist, in der nach dem Absetzen von Acitretin eine Schwangerschaft vermieden werden muss.
Bei der Anwendung von Acitretin ist eine umfassende Beratung durch den behandelnden Arzt entscheidend, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden und die Therapie sicher und effektiv zu gestalten.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Acitretin aufgrund von Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen nicht verwendet werden kann, gibt es verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Behandlung von schweren Hauterkrankungen wie Psoriasis und Ichthyose:
Biologika: Diese zielgerichteten Therapien, wie Adalimumab, Ustekinumab und Secukinumab, greifen spezifisch in das Immunsystem ein, um Entzündungen zu reduzieren. Sie sind bei Patienten mit Psoriasis beliebt, die auf traditionelle Therapien nicht ansprechen.
Methotrexat: Dieses Immunsuppressivum kann bei schwerer Psoriasis eingesetzt werden. Es ist allerdings auch mit einigen Nebenwirkungen verbunden, insbesondere bei Langzeitanwendung.
Cyclosporin: Cyclosporin unterdrückt das Immunsystem und kann bei schwerer Psoriasis kurzfristig eingesetzt werden. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen ist es jedoch nur für eine begrenzte Anwendung geeignet.
Topische Behandlungen: Bei leichteren Fällen oder zur Kombinationstherapie stehen Cremes und Salben mit Kortikosteroiden, Vitamin-D-Derivaten oder Retinoiden zur Verfügung.
Phototherapie: Die UVB- und PUVA-Therapie ist eine wirksame Option für Patienten, die eine nicht-medikamentöse Behandlung bevorzugen.
Apremilast: Dieses Medikament moduliert das Immunsystem, indem es das Enzym PDE4 hemmt, was zu einer Reduzierung von Entzündungen führt.
Welches dieser Verfahren infrage kommt, hängt nicht allein von der Schwere der Hauterkrankung ab, sondern ebenso von der Lebenssituation. Für Frauen mit Kinderwunsch fällt die Wahl regelmäßig gegen Acitretin aus, weil die notwendige Karenzzeit nach dem Absetzen die aller anderen genannten Wirkstoffe deutlich übersteigt. Umgekehrt kommt Acitretin dort in Betracht, wo eine Unterdrückung der körpereigenen Abwehr vermieden werden soll: Anders als die Biologika und die klassischen Immunsuppressiva greift der Wirkstoff nicht in die Abwehrlage ein.
Die Wahl der Alternativen hängt vom spezifischen Krankheitsbild, den individuellen Bedürfnissen und möglichen Kontraindikationen des Patienten ab. Eine gründliche Beratung durch den Arzt ist daher entscheidend.
Quellen
- Freissmuth, M., Offermanns, S., Böhm, S. (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783662684696
- Hein, L., Fischer, J. W., Lüllmann, H., Mohr, K.: Taschenatlas Pharmakologie.
ISBN: 9783132426146
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
ISBN: 9783662495445
- Moll, I. (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie.
ISBN: 9783132446069
- Zink, A. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Dermatologie und Allergologie.
ISBN: 9783437238376
