Arteria angularis

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Ast der Arteria facialis versorgt die Arteria angularis den Augenringmuskel, den Tränensack sowie die Regio orbitalis und die Regio infraorbitalis. Arterielle Schäden, beispielsweise durch ein Aneurysma und/oder eine Embolie, können zur Nekrose des betroffenen Gewebes führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Arteria angularis?

Zu den Aufgaben der Arteria angularis gehört die Versorgung des Tränensacks. Dieser befindet sich im inneren Augenwinkel in der Tränensackgrube (Fossa lacrimalis) und gehört zum Tränenapparat (Apparatus lacrimalis).
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Die Arteria angularis repräsentiert einen Ast der Gesichtsschlagader (Arteria facialis oder Arteria maxillaris externa). Die Arteria facialis versorgt zahlreiche Regionen des Kopfes mit Blut, in dem sie unter anderem Sauerstoff transportiert.

Da die Arteria angularis zum Körperkreislauf gehört, bringt sie das lebenswichtige Atemgas von den Lungen zum Tränensack, dem Augenringmuskel sowie der Haut in der Regio orbitalis und in der Regio infraorbitalis. Unabhängig davon, wo sie sich befinden: Zellen, die an Sauerstoff- und Energiemangel leiden, können ihren Aufgaben nicht mehr ausreichend nachkommen und sterben nach einiger Zeit ab, wenn der Mangelzustand anhält. Das betroffene Gewebe nekrotisiert in einem solchen Fall.

Anatomie & Aufbau

Nachdem von der Arteria facialis verschiedene Äste abgezweigt sind, bleibt die Arteria angularis als Endast von ihr übrig. Sie zieht sich von unten nach oben an der Nase entlang und führt schließlich zum inneren Augenwinkel. Ihr Verlauf ähnelt dabei dem der Vena angularis.

Im Gegensatz zur Vena angularis transportiert die Arteria angularis sauerstoffreiches Blut. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beladen sich damit in der Lunge und fließen zunächst zum Herzen. Der kräftige Muskel pumpt das Blut anschließend in die Hauptschlagader (Aorta), von wo aus das Blut je nach Körperseite zwei unterschiedliche Wege nimmt. Links speist die Aorta direkt die gemeinsame Halsschlagader (Arteria carotis communis).

In der rechten Körperhälfte fließt das Blut von der Aorta in den Arm-Kopf-Gefäßstamm (Truncus brachiocephalicus), der auch als Arteria innominata oder Arteria anonyma bekannt ist und zu dessen Ästen auf der rechten Seite die gemeinsame Halsschlagader gehört. Anschließend teil sich die Arteria carotis communis in die innere und äußere Halsschlagader (Arteria carotis interna und Arteria carotis externa). Aus letzterer zweigt die Arteria facialis ab, welche schließlich in die Arteria angularis übergeht.

Natürliche Verbindungen zu anderen Blutgefäßen bestehen zwischen der Arteria angularis und der Arteria infraorbitalis sowie der Arteria dorsalis nasi. Die Anatomie bezeichnet solche Verbindungen als Anastomosen.

Funktion & Aufgaben

Zu den Aufgaben der Arteria angularis gehört die Versorgung des Tränensacks. Dieser befindet sich im inneren Augenwinkel in der Tränensackgrube (Fossa lacrimalis) und gehört zum Tränenapparat (Apparatus lacrimalis). Des Weiteren ist die Arteria angularis für die Blutversorgung des Augenringmuskels (Musculus orbicularis oculi) verantwortlich.

Dieser liegt in der Augenhöhle um das Sehorgan. Eine Kontraktion des Musculus orbicularis oculi schließt das Augenlid und wirkt am Zusammenkneifen der Augen mit. Darüber hinaus ist der Augenringmuskel in der Lage den Tränensack zu weiten, wodurch die Tränenflüssigkeit leichter abfließen kann. Durch den Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis), der eine Länge von 20 bis 25 mm aufweist, gelangt sie schließlich in die Nase. Für die neuronale Innervation des Musculus orbicularis oculi ist der Gesichtsnerv (Nervus facialis) verantwortlich; seine motorischen Fasern steuern Anspannung und Entspannung des Muskels.

Die Arteria angularis versorgt außerdem zwei Bereiche der Haut mit sauerstoffreichem Blut. Die Regio orbitalis befindet sich am Auge und umfasst auch die Lider sowie das Auge selbst. Unterhalb der Regio orbitalis liegt die Regio infraorbitalis, deren Zellen ebenfalls von der Blutversorgung der Arteria angularis angewiesen sind.


Krankheiten

Ein Aneurysma der Arteria angularis kann zum Absterben der Hautzellen führen, die im betroffenen Gebiet liegen, wenn das Gewebe infolgedessen unterversorgt ist. Aneurysmen können sich nicht nur an Arterien manifestieren, sondern auch an Herzkammern und Venen.

Das betroffene Blutgefäß sackt bei der Entstehung eines Aneurysmas aus und bildet dadurch einen Beutel. Die Erweiterung kann auch eine spindelförmige Gestalt annehmen. Das Aneurysma dehnt die Wand der betroffenen Arterie dabei stark und verringert ihre Flexibilität. Dadurch kann das Blutgefäß reißen. Darüber hinaus lagern sich eventuell Blutgerinnsel (Thromben) im Aneurysma ab. Wenn sie sich lösen, können sie an schmaleren Stellen der Ader einen Verschluss hervorrufen, den die Medizin als Embolie bezeichnet. Neben Thromben können auch Fett, Kalk, ungelöste Gase und Fremdkörper einen solchen Verschluss verursachen.

Die Hautregionen, für deren Versorgung die Arteria angularis verantwortlich ist, können infolge von Schäden durch ein Aneurysma nekrotisieren. Das klinische Erscheinungsbild ähnelt auf den ersten Blick Schäden, die in einigen Fällen durch die Verwendung sogenannter Hautfüller in der plastischen Chirurgie möglich sind.

Im Rahmen solcher kosmetischer Eingriffe nehmen jedoch in manchen Fällen auch die Arterien des Gesichts Schaden, die in der entsprechenden Region liegen. Eventuell treten Rötungen, Blasenbildung und andere Hautveränderungen auf; stechender Schmerz weist möglicherweise auf eine Embolie der Arterie hin. Bei der Behandlung müssen Ärzte unter Umständen die nekrotisierten Hautareale entfernen.

Eine Embolie der Arteria angularis ist auch möglich, wenn sich ein Thrombus in einem anderen Blutgefäß bildet und durch den Blutstrom zu ihr fließt. Gefäßverschlüsse durch solche Thromben betreffen die Arteria angularis jedoch seltener als die Arterien, die zum Gehirn fließen. Da die Arteria angularis mit der Arteria dorsalis nasi anastomisiert, können sich die Effekte auch in Gebieten zeigen, für welche die Arteria dorsalis nasi verantwortlich ist. Dazu gehört die Haut des Nasenrückens sowie der Nasenwurzel.

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kugler, P.: Der Menschliche Körper. Anatomie, Physiologie, Pathologie. Urban & Fischer/ Elsevier, München 2017
  • Sachsenweger, M.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2003

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