Blasenspiegelung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 21. August 2018
Kategorie: Behandlungen

Die Blasenspiegelung, medizinisch Zystoskopie oder Urethrozystoskopie, ist eine endoskopische Untersuchung der Harnblase durch den Harnleiter mittels eines starren oder flexiblen Zystoskops. Die Blasenspiegelung gehört zu den modernen urologischen Untersuchungsverfahren und ein spezielles Endoskop für die Untersuchung wurde zuerst im Jahr 1879 in Wien vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise

Das Zystoskop bei einer Blasenspiegelung verfügt über Linsen, durch die die detaillierte Betrachtung des Inneren des Harntrakts vorgenommen werden kann. Das maximal neun Millimeter dicke Endoskop für die Blasenspiegelung ist mit einem Licht an der Spitze ausgestattet und kann optische Fasern besitzen, die das Bild weiterleiten. Für medizinische Eingriffe kann das Zystoskop Röhren besitzen, durch die während der Blasenspiegelung medizinische Instrumente geführt werden können.

Für die Blasenspiegelung, vor allem mit starrem Endoskop, wird in der Regel eine Lokalanästhesie vorgenommen. Wird bei der Blasenspiegelung gleichzeitig ein operativer Eingriff an der Harnblase gemacht, kann eine Vollnarkose nötig sein. Bei Verwendung eines flexiblen Endoskops kann auf Betäubung während der Blasenspiegelung verzichtet werden.

Die folgenden medizinischen Indikationen können den Arzt zur Durchführung einer Blasenspiegelung veranlassen:

  • Auffallend häufige Harnwegsinfekte
  • Verdacht auf einen Tumor oder bei Tumornachsorge
  • Inkontinenz, Blasenüberaktivität oder Blasenentleerungsstörungen
  • Einsetzen eines Blasenkatheters
  • Verdacht auf Harnröhrenverengung, Fistelbildung oder Fremdkörper im Harngang

Anwendung

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Harnblase. Klicken, um zu vergrößern.

Durchgeführt wird die Blasenspiegelung im Liegen des Patienten mit einem starren oder flexiblen Endoskop. Bei Erwachsenen kann eine lokale oder volle Anästhesie statt finden, um Schmerzen zu lindern, während Kinder bei der Blasenspiegelung meist unter Vollnarkose gesetzt werden. Eine spezielle Diät vor der Blasenspiegelung ist nicht notwendig und der Patient kann im Anschluss an die Untersuchung wieder normal seinen Aktivitäten nachgehen. Vor der Blasenspiegelung kann eine Urinanalyse erfolgen, bei der nach Keimen gesucht wird.

Damit die Blasenspiegelung weitgehend steril erfolgt, wird der Harntrakt während des Untersuchungsvorgangs mit steriler Flüssigkeit durchspült, die durch das Zystoskop geleitet wird. Sie füllt bei der Blasenspiegelung nach und nach die Harnblase, die so bei der Blasenspiegelung besser untersucht werden kann, während der Patient das Gefühl, sich erleichtern zu müssen, verspüren kann.

In der Regel werden die Bilder der Blasenspiegelung auf einem Monitor dargestellt und Patienten, die keine Vollnarkose bekommen, können die Untersuchung auf dem Bildschirm mitverfolgen. Bei Männern erfolgt bei der Blasenspiegelung routinemäßig die Untersuchung der gesamten Harnröhre sowie der Harnblase. Bei Frauen dagegen wird meist nur die Harnblase untersucht. Eine Blasenspiegelung ohne zusätzliche Eingriffe ist in der Regel in rund fünfzehn Minuten erfolgt.

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Nebenwirkungen & Gefahren

Im Anschluss an die Blasenspiegelung verspüren viele Patienten unangenehmes Brennen oder leichte Schmerzen im Unterleib. Kontinuierliches Trinken von einem Liter Wasser in den ersten zwei Stunden nach der Blasenspiegelung sowie ein warmes Bad können Erleichterung verschaffen.

Bei der Blasenspiegelung besteht bei Harnwegsinfektionen das Risiko, Krankheitserreger zu verschleppen. Um das zu vermeiden, wurde in der Vergangenheit vor und während der Blasenspiegelung Antibiotika verabreicht. Doch da durch den häufigen Einsatz von Antibiotika ohne Indikation Krankheitskeime Resistenzen bilden können, sieht man heute von dieser Anwendung ab.

Ein weiteres Risiko ist die mechanische Verletzung der Schleimhaut bis hin zur Perforation des Gewebes während der Blasenspiegelung. Schleimhautverletzungen können zur Harnröhrenverengung führen. Bei Männern kann die Blasenspiegelung zu einer chronischen Entzündung der Prostata, der Prostatitis, führen.

Bücher über Blasenspiegelung & Harnwegserkrankungen

Quellen

  • Eichenauer, R.: Klinikleitfaden Urologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kramme, R.: Medizintechnik. Springer, Berlin 2011
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Kera kommentierte am 28.06.2012

Wüsste gerne, ob man nach Blasenspiegelung mit lokaler Betäubung schlapp ist und friert, Kopf- und Gliederschmerzen haben kann.

Didi66 kommentierte am 01.08.2013

Ich hatte vor 2 Tagen eine Blasenspiegelung und der Arzt sagte, ich solle viel trinken, da dadurch Keime ausgespült werden. Aber ich bin ein Dialysepatient und meine Nieren sind kaputt und ich kann nicht mehr Urin lassen. Wie bekomme ich die Keime aus der Blase und Harnröhre?

Alstromeria kommentierte am 05.03.2014

Nach einer Blasenspiegelung musste mein Mann sich Zuhause zweimal übergeben. Am nächsten Tag bekam er dann Nierenschmerzen. Was könnte das sein?

lilly kommentierte am 05.08.2014

Ich habe schon seit einiger Zeit Beschwerden mit einer überaktiven Blase. Als es nicht besser wurde, ging ich schließlich zu einem Urologen, der eine Blasenspiegelung machte. Hätte ich vorher gewusst, dass das gar nicht so schlimm ist, wäre ich schon früher zum Arzt gegangen.

Anna Lena kommentierte am 23.09.2014

Seit meiner Blasenspiegelung von vor einem Jahr, leide ich unter Inkontinenz. Ich bin erst 25 Jahre alt und überlege, da ich nicht über diese Gefahr aufgeklärt wurde, rechtliche Schritte einzuleiten.

D.P.87 kommentierte am 15.06.2015

Ich hatte vor über drei Wochen eine Blasenspiegelung und habe seither oberhalb der Tallie ein krampfartiges Ziehen. Besonders verspürt habe ich es beim Geschlechtsakt. Was kann das nun sein? Ich gehe stark davon aus, dass bei der Spiegelung etwas verletzt wurde. Was kann ich jetzt machen?

AlBe kommentierte am 20.10.2015

Nach einer Spiegelung (ohne entsprechende Hinweise) überkam mich Schüttelfrost mit Krämpfen bei hohem Fieber (41,8 Grad). Ohne den Zusammenhang zu ahnen, wurde nächtens meine Aufnahme ins Krankenhaus eingeleitet. Eine Infektion kann vorkommen. Als Patient sollte man über eine möglicherweise lebensbedrohliche Situation aufgeklärt werden. Dass ich dies schreiben kann, ist eben nur Zufall.

Coralee kommentierte am 14.09.2016

Die Blasenspiegelung ist eigentlich nicht schlimm. Wenn man einen Arzt hat, der es vorsichtig macht und auch eine Betäubungssalbe nutzt. Ich hatte schon zweimal das Vergnügen, dies ohne Salbe zu bekommen. Es tat höllisch weh, aber es war auszuhalten. Allerdings habe ich sehr lange danach mit einer Blasenreizung zu kämpfen gehabt.

Gini kommentierte am 28.10.2016

Ich hatte vor vier Wochen eine Blasenspiegelung wegen Blut im Urin. Ich hatte höllische Schmerzen dabei und der Arzt musste sie abbrechen. Seitdem gehen die Schmerzen nicht mehr weg, besonders beim Laufen verschlimmert es sich. Ich habe zweimal ein Antibiotikum eingenommen gegen eine Harnwegsinfektion, die wohl auch weg ist. Aber es ist immer noch Blut im Urin und die Schmerzen werden nicht besser. Ich war zweimal im Krankenhaus, Blinddarm und Nierensteine wurden ausgeschlossen, Magen- und Darmspiegelung waren unauffällig. Ich bin echt verzweifelt, weil ich nicht mehr weiter weiß. Die Ärzte finden nichts. Was kann das sein? Eine Verletzung bei der Spiegelung?

vreniemer kommentierte am 06.07.2017

Bei Blasenspiegelung sah ich einen schwarzen Fleck in der Blase. Die Ärztin verweigerte es, trotz dreimaliger
Nachfrage, mir zu sagen, was das ist. Darf ein Arzt eine solche Auskunft verweigern?