Brennende Füße (Burning-Feet-Syndrom)

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich beim Burning-Feet-Syndrom um eine Störung in den Füßen. Es kommt im Verlauf der Erkrankung meist zu einem schmerzhaften Brennen. Teilweise beklagen Patienten auch Kribbeln, Verspannungen, Reizungen, Jucken und Hautrötungen der Füße.

Inhaltsverzeichnis

Was sind brennende Füße?

Das echte Burning-Feet-Syndrom, welches durch einen Vitaminmangel (meist Pantothensäure) hervorgerufen wird, macht sich besonders nachts bemerkbar.
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Brennende Füße besitzen den medizinischen Fachbegriff Burning-Feet. Es kommt dabei meistens zu brennenden und schmerzhaften, kribbelnden oder juckenden Füßen. Dieses Gefühl ähnelt beispielsweise "eingeschlafenen" Händen und Füßen, welche im Verlauf wieder "aufwachen".

Zusätzlich zeigen sich eventuell Rötungen, Schwellungen oder Veränderungen auf verschiedenen Hautbereichen sowie zyanotische bis zu lividen Verfärbungen.

Oftmals handelt es sich hierbei um eine Reaktion auf ausgiebigen Alkohol- und/oder Zigarettenkonsum. Dieser wirkt sich auf das Gefäßsystem sowie periphere Nervensystem aus.

Andererseits kann es sich bei brennenden Füßen auch um eine allergische Reaktion handeln, welche beispielsweise durch die Materialien der Schuhe oder Strümpfe hervorgerufen wird.

Ursachen

Unter den Ursachen des Burning-Feet-Syndroms, welche keinerlei ärztliche Behandlung bedürfen, befindet sich beispielsweise das kurzzeitige Quetschen (Abdrücken) von Nerven oder Gefäßen innerhalb des Unterschenkel- sowie Fußbereiches.

Die Gründe hierfür können bei zu engem Schuhwerk oder Bekleidung liegen wie auch durch übereinandergeschlagene Beine während des Sitzens ausgelöst werden. Da bei Letzterem die Durchblutung vom Knie abwärts (wichtiger Gefäßverlauf innerhalb der Kniekehle, Durchblutungsstörungen) beeinträchtigt wird.

Ein extremer sowie schneller Wechsel der Temperaturen führt im Besonderen zu einem Zusammenziehen beziehungsweise zur Erweiterung der Gefäße. In eisiger Kälte ziehen sich somit die Gefäße des Körpers zusammen und der Blutfluss wird wesentlich langsamer. Bei sehr warmen/heißen Temperaturen verhalten sich die Gefäße bei dem Burning-Feet-Syndrom gegenteilig.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das echte Burning-Feet-Syndrom, welches durch einen Vitaminmangel (meist Pantothensäure) hervorgerufen wird, macht sich besonders nachts bemerkbar. Dann tritt ein quälendes Brennen der Füße auf, welches nur durch Abkühlung gemildert werden kann. Die brennenden Füße sind häufig auch mit Taubheitsgefühlen verbunden. Zusätzlich können sich Schuppen durch die allgemeine Austrocknung der Haut bilden.

Auch die Schweißbildung ist oft stark erhöht. Außerdem kommt es häufig zu Muskelkrämpfen, Verspannungen und Nervenreizungen. Des Weiteren führen die Beschwerden zusätzlich noch zu Schlafstörungen. Da das echte Burning-Feet-Syndrom eine Vitaminmangelerkrankung ist, kommt es heute in den Industrieländern aufgrund ausreichender Ernährung kaum noch vor.

Eine Substitutionstherapie mit Pantothensäure reicht bei bestehendem Syndrom jedoch meist nicht mehr aus, um die Erkrankung vollständig zu heilen und die Schmerzen zu lindern. Die Schmerzen werden chronisch, weil durch die Mangelerscheinungen und der daraus folgenden Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff die Nervenfasern oft bereits geschädigt sind.

Es gibt jedoch seltene Fälle, bei denen es auch zu einer vollständigen Heilung kam. Brennende Füße können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Hier handelt es sich zwar nicht um das echte Burning-Feet-Syndrom, aber die Zerstörung der Nervenfasern ist ebenfalls auf eine Sauerstoffunterversorgung durch Durchblutungsstörungen zurückzuführen. Allerdings stellen hier die brennenden Füße lediglich ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung dar.

Diagnose & Verlauf

Das Burning-Feet-Syndrom wird medizinisch relevant, wenn es vor allem in der Nacht auftritt und sich durch ein äußerst schmerzhaftes Brennen bemerkbar macht, welches mit Kältebehandlungen zu lindern ist. Weitere Begleiterscheinungen äußern sich zum Beispiel durch schuppige Haut, wobei die Haut ihre Feuchtigkeit verliert und langsam austrocknet sowie erhöhte Schweißsekretion oder Muskelkrämpfe, Schlafstörungen und Verspannungen.

Die Entstehung eines Burning-Feet-Syndroms konnte bisher nicht vollkommen geklärt werden, daher ist eine eindeutige Diagnose nicht ganz einfach. Laufende Untersuchungen haben zudem nachgewiesen, dass in dem betroffenen Gewebe eine Sauerstoff Unterversorgung als Folge einer gestörten beziehungsweise reduzierten Durchblutung besteht und Nervenfasern mit beeinträchtigt sind. Ein möglicher Auslöser kann dafür unterschiedliche Stoffwechselstörungen sowie eine Mangelernährung sein.

Eine ärztliche Feststellung des Burning-Feet-Syndroms sollte erfolgen, um andere Erkrankungen (Differenzialdiagnose), welche ähnliche Eigenschaften aufweisen, auszuschließen. So können brennende Füße, in Verbindung mit kaum noch auszuführenden Bewegungen (oder bei extremen Schmerzen), eine tief liegende Beinvenenthrombose hervorrufen. Bei Personen mit einer Gichterkrankung zeigt sich dieses Gefühl speziell in der großen Zehe. Bei einer Polyneuropathie handelt es sich um Nervenempfindungsstörungen, deren Ursache bei dem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) liegen kann.

Komplikationen

Das Burning-Feet-Syndrom zeigt sich durch sehr unangenehme Gefühle und Schmerzen an den Füßen. Durch den brennenden Schmerz und den Juckreiz kommt es zu extrem starken Einschränkungen im Alltag des Patienten. Er kann sich in der Regel nicht mehr frei bewegen, ohne Schmerzen zu haben. Dadurch wird nicht nur das soziale Leben, sondern auch die Arbeitsstelle beeinträchtigt.

Die Lebensqualität wird durch das Burning-Feet-Syndrom stark verringert. Oft kommt es neben den Taubheitsgefühlen und Rötungen auch zu psychischen Problemen und Depressionen. Patienten ziehen sich zurück und nehmen nicht mehr am sozialen Leben teil. Hier können auch Schlafstörungen auftreten, die beim Patienten zu einer verringerten Konzentration und einer aggressiven Grundhaltung führen.

In der Regel kann das Burning-Feet-Syndrom relativ gut behandelt werden, sodass es zu keinen weiteren Komplikationen oder Beschwerden nach dem Krankheitsverlauf kommt. Die Therapie selbst kann allerdings mehrere Wochen dauern, die Schmerzen und Symptome können mit Hilfe von Schmerzmitteln temporär behandelt werden. Das Burning-Feet-Syndrom kann jederzeit wieder auftauchen, wenn dem Körper bestimmte Mineralstoffe oder Vitamine und Säuren nicht in genügend hohem Maße zugeführt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Füßen, die insbesondere nachts kribbeln oder brennen, sollte, wenn diese Schmerzempfindung öfter als einmal auftritt, immer ein Arzt aufgesucht werden. Die Ursachen sind vielfältig, für den Laien oft schwer zu erkennen und manchmal schwerwiegend.

Bei nur leichten nächtlichen Beschwerden, am besten während der Wartezeit auf den Facharzttermin, kann der Patient zunächst einmal versuchen, Kapseln oder Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die Vitamin B12 enthalten, wie sie in tierischen Produkten, Sauerkraut, Bier und Algen vorkommen und außerdem auf seine Mineralstoffzufuhr mit Magnesium achten. Besonders viel dieses Spurenelementes enthalten ist in Nüssen, Samen und in dunkler Schokolade.

Unumgänglich ist meistens, nach der Überweisung durch den Hausarzt, der Besuch beim Neurologen, Diabetologen und bei einem Arzt für Innere Medizin, insbesondere wenn Stoffwechselstörungen wie übermäßiges Schwitzen, sich schuppende Haut oder Muskelverspannungen hinzukommen. Oft handelt es sich um eine durch Sauerstoffmangel bedingte Schädigung der Nerven (Polyneuropathie), wie sie sowohl beim Alkoholmissbrauch wie auch bei der diabetischen Nervenschädigung vorkommen können.

Da das „Burning-Feet-Syndrom“ ebenso bei Bluthochdruck oder beim Restleg-legs-Syndrom („Syndrom der unruhigen Beine“) auftritt, ist diese umfängliche Diagnostik durch verschiedene Fachärzte notwendig.

Behandlung & Therapie

Um das Burning-Feet-Syndrom fachärztlich abzuklären sowie eine Behandlung zu beginnen, stehen unterschiedliche bildgebende Verfahren wie beispielsweise die Szintigrafie oder Geräte zur Testung von Gefäß- und Nervenproblemen wie beispielsweise zur Messung von der Nervenleitgeschwindigkeit bereit. Meistens aber reicht die ausführliche Beschreibung der betroffenen Person über brennende Füße bei Wärmeeinwirkung und Linderung bei Kälteeinwirkung aus, um den Arzt auf den richtigen Weg zu bringen.

Durch die ungeklärte Entstehung bedingt, stützt sich eine Behandlung auf zwei unterschiedliche Wege, die allgemeine sowie die spezielle Therapie. Als sofortige Maßnahme kann die Kühlung eine Linderung der brennenden Füße schaffen. Vitamin- und Mineralstoffmängel lassen sich oral oder auch mittels Infusion ausgleichen. Akute Schmerzen können speziell durch Antikonvulsiva (krampflösend) gemildert werden. Zusätzlich bewirken Akupressur und Akupunktur eine wesentliche Linderung.

Eine direkte Schmerzbehandlung erfolgt meistens durch ein lokales Anästhetikum. Dieses kann ambulant oder während des Klinikaufenthaltes durch eine Dauerinfusion über etwa zwei Wochen verabreicht werden. Zusätzlich kann eine permanente oder auch in bestimmten Abständen erfolgende Betäubung notwendig werden, um die Symptome der brennenden Füße unter Kontrolle zu bekommen.

Aussicht & Prognose

Brennende Füße entstehen in den meisten Fällen durch erhebliche Durchblutungsstörungen, sodass eine exakte Aussicht und Prognose von der genauen Ursache abhängig ist.

In vielen Fällen wird ein bestehendes Brennen in den Füßen durch übermäßigen Konsum von Alkohol oder Drogen verursacht. Die Gefäße verengen sich und das Blut kann nicht mehr richtig zirkulieren. Wenn in einem solchen Fall keine ärztliche oder medikamentöse Behandlung erfolgt, dann kann es im schlimmsten Fall zu dauerhaften Folgeschäden kommen.

Das Gewebe in den Füßen wird nicht mehr richtig durchblutet, sodass es unter Umständen abstirbt. Der betroffene Fuß verfärbt sich bläulich und es entsteht ein Taubheitsgefühl. Erfolgt bei diesen Symptomen immer noch keine ärztliche Behandlung, dann muss der betroffene Fuß amputiert werden. Wenn bei einem ersten Brennen im Fuß jedoch ein Arzt aufgesucht wird, dann sieht die Aussicht und Prognose auf eine vollständige Genesung sehr gut aus.

Mithilfe von durchblutungsfördernden Medikamenten kann eine schnelle und gezielte Besserung erfolgen. Allerdings sollte natürlich auch die Ursache der brennenden Füße beseitigt werden, da ansonsten eine dauerhafte Heilung nicht möglich sein wird. Nur durch eine medikamentöse und ärztliche Behandlung kann die Aussicht und Prognose auf eine schnelle Heilung positiv beeinflusst werden.


Vorbeugung

Zur Vorbeugung des Burning-Feet-Syndroms sollte jede Person für die ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen, der Vitamingruppe B und Pantothensäure sorgen. Diese ist innerhalb des Körpers für diverse Prozesse wie beispielsweise dem Wachstum und der Reproduktion sowie im Allgemeinen für die gesunden physiologischen Funktionen zuständig. Hierbei sind Nahrungsergänzungsmittel eine wesentliche Unterstützung.

Nachsorge

Brennende Füße können aufgrund vieler verschiedener Ursachen entstehen. Häufig treten die Beschwerden bei einer Personengruppe ab 50 Jahren auf. Aufgrund von Durchblutungsstörungen kann es zu einem unangenehmen Brennen kommen, dass lediglich durch eine entsprechende Behandlung beseitigt werden kann. In den meisten Fällen sind brennende Füße auf einen bestimmten Vitaminmangel zurückzuführen.

Sofern die Ursache bekannt ist, kann eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Allerdings ist eine Nachsorge bei brennenden Füßen ebenso wichtig, wie die Behandlung selbst. Anschließende Besuche beim Arzt sollten eingehalten werden, da eine wiederholte Erkrankung frühzeitig vermieden werden kann. Wenn betroffene Personen auch Nachsorgeuntersuchungen dieser Art verzichten, dann besteht die Gefahr einer erneuten Erkrankung.

Es kann zu verschiedenen Komplikationen kommen, die im schlimmsten Fall zu dauerhaften Folgeschäden führen können. Wer unter brennenden Füßen leidet, der sollte auch nach einer erfolgten Heilung weiterhin Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Nur mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen kann eine vollständige Heilung beziehungsweise eine dauerhafte Heilung gewährleistet werden.

Nimmt eine betroffene Person keine Nachsorgemaßnahmen vor, dann ist mit einer Wiederkehr der jeweiligen Symptome zu rechnen. Zudem kann ein entsprechender Arzt Ratschläge erteilen, damit Maßnehmen zur Vorbeugung getroffen werden können.

Das können Sie selbst tun

Gegen akute Beschwerden helfen Eiswürfel, kalte Fußbäder sowie kühlende Fußsprays und Lotionen aus der Apotheke oder aus dem Drogeriemarkt. Wird das Burning-Feet-Syndrom durch einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen ausgelöst, wird in der Naturheilkunde zu einer Ernährungsumstellung und zur Verwendung bestimmter Nahrungsergänzungsmittel geraten.

Empfohlen werden Flohsamen und Brennnesselsamen, die besonders reich an Mikronährstoffen sein sollen. Brennnesselsamen sind in Kräuterfachgeschäften und in Apotheken mit großem Heilkräutersortiment erhältlich. Sie können wie ein Gewürz bei der Zubereitung von Speissen und Salatsoßen verwendet werden. Flohsamen gibt es in jedem Biosupermarkt. Sie werden in der Regel in Müsli oder in Joghurt eingerührt. Empfohlen wird außerdem der regelmäßige Verzehr von Bierhefe, die reich an Vitaminen der B-Gruppe ist. Bierhefe ist in Tabletten- oder Flockenform erhältlich.

Sofern die brennenden Füße auf eine Einschränkung oder vorübergehende Unterbindung der Durchblutung der Gliedmaßen zurückzuführen sind, sollten Betroffene unbedingt auf ihre Körperhaltung achten. Bei einer sitzenden Tätigkeit sollten die Beine nicht ständig übereinander geschlagen werden und die Füße mit den Sohlen auf dem Boden ruhen. Außerdem ist unbedingt auf bequemes, den Temperaturen angemessenes Schuhwerk aus reizarmen Materialien zu achten. Gelegentliches Barfußlaufen kann hilfreich sein, das regelmäßige, ausdauernde Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen ist dagegen kontraproduktiv.

Video: Burning-Feet-Syndrom

Quellen

  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012

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