Chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen)
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine chronische Niereninsuffizienz bzw. chronisches Nierenversagen ist durch eine verminderte Funktion der Niere über einen längeren Zeitraum hinweg gekennzeichnet. Im Endstadium der Erkrankung arbeitet das Organ gar nicht mehr. Wenn die chronische Niereninsuffizienz jedoch frühzeitig erkannt wird, lässt sich ein schlimmerer Verlauf oft über viele Jahre aufhalten. Heute wird meist der weiter gefasste Begriff chronische Nierenerkrankung (englisch chronic kidney disease, kurz CKD) verwendet; als Niereninsuffizienz werden enger die fortgeschrittenen Stadien mit deutlich verminderter Nierenleistung bezeichnet.
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Was ist eine chronische Niereninsuffizienz?
Eine chronische Niereninsuffizienz lässt die Niere nicht mehr richtig arbeiten. Normalerweise entgiftet dieses Organ den Körper und ist für die Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes verantwortlich. Von einer chronischen Nierenerkrankung spricht man, wenn die verminderte Nierenleistung oder andere Zeichen einer Nierenschädigung länger als drei Monate bestehen. Darin liegt der Unterschied zum akuten Nierenversagen, das sich innerhalb von Stunden bis Tagen entwickelt und bei rechtzeitiger Behandlung häufig wieder ausheilt.
Für das Nierenversagen gibt es viele potenzielle Auslöser. So kann ein langjähriger Diabetes mellitus oder ein stetiger Bluthochdruck die Ursache sein. Typische Symptome einer chronischen Niereninsuffizienz sind die Überwässerung, Bluthochdruck, Ödeme, Erbrechen, Blutarmut, Übelkeit sowie Potenzprobleme. Bestehen diese Symptome und eine Krankheit liegt gleichzeitig vor, die eine Nierenerkrankung begünstigt, kann eine chronische Niereninsuffizienz die richtige Diagnose sein.
Ein hoher Kreatininwert im Blut kann diesen Verdacht verdichten. Als Diagnoseverfahren kommen Urin- und Blutanalysen infrage, mit denen bedeutende Nierenwerte ermittelt werden können. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie und Röntgenkontrastmitteluntersuchung kommen zum Einsatz bei Verdacht auf eine chronische Niereninsuffizienz.
Ursachen
Eine chronische Niereninsuffizienz kann vielfältige Auslöser besitzen. Häufig wird in der westlichen Bevölkerung diese Erkrankung durch ein falsches Verhalten oder eine ungesunde Lebensweise verursacht. In vielen Fällen liegt der Grund in einem Diabetes mellitus Typ 2. Zusammen sind Diabetes mellitus und dauerhaft erhöhter Blutdruck für den größten Teil aller chronischen Nierenerkrankungen verantwortlich; Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritiden) sind demgegenüber deutlich seltener die Ursache.
Das Nierengewebe kann aber auch durch häufig eingenommene Schmerzmittel geschädigt werden und somit eine Nierenschwäche verursachen. Liegt ein Bluthochdruck vor, wird die chronische Niereninsuffizienz negativ beeinflusst. Daraus kann sich ein vollständiges Nierenversagen entwickeln, welches einen weitgehenden Ausfall der Harnproduktion mit sich zieht.
Weitere typische Krankheiten als Ursache dieser Erkrankung sind eine chronische Form der Nierenentzündung, eine chronische Nierenbeckenentzündung, Schädigungen der Niere durch Bluthochdruck, eine angeborene Fehlausprägung des Organs mit vielen Zysten, eine Nierenschädigung durch Schmerzmittel sowie Erkrankungen der Blutgefäße oder des Bindegewebes. Auch genetische Faktoren können den Verlauf einer chronischen Niereninsuffizienz mitbestimmen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Eine chronische Niereninsuffizienz wirkt sich auf den gesamten Organismus aus und kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Im Frühstadium bestehen in der Regel noch keine körperlichen Beschwerden.
Erste Anzeichen können eine vermehrte Urinausscheidung und verstärkter nächtlicher Harndrang sein. Der Urin ist dabei sehr hell, zudem besteht starker Durst. Bei einer Harnkontrolle kann eine vermehrte Ausscheidung von Eiweiß (Proteinurie) auffallen. In vielen Fällen lagert sich Wasser im Gewebe ein, vor allem in den Beinen und Augenlidern.
Im weiteren Verlauf macht sich die Erkrankung durch eine schnelle Ermüdbarkeit und eine Verminderung der Leistungsfähigkeit bemerkbar. Der Blutdruck kann erhöht sein: An ein chronisches Nierenversagen ist vor allem zu denken, wenn er trotz der Einnahme blutdrucksenkender Mittel nicht auf den Normalwert absinkt. Schreitet das chronische Nierenversagen weiter fort, treten als typische Symptome Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, ein Juckreiz am ganzen Körper, Knochenschmerzen, Muskelkrämpfe und Kopfschmerzen auf.
Die Urinmenge vermindert sich, Wassereinlagerungen in der Lunge können eine Atemnot verursachen. Oftmals leiden die Patienten unter Konzentrationsschwäche und Empfindungsstörungen, gelegentlich werden Bewusstseinstrübungen beobachtet. Herzrhythmusstörungen, eine Herzschwäche oder eine Herzbeutelentzündung kommen ebenfalls vor, die Schwächung des Immunsystems ruft eine erhöhte Infektanfälligkeit hervor. Harnartiger Mundgeruch und eine Gelbfärbung der Haut weisen auf ein spätes Stadium der Erkrankung hin.
Diagnose & Verlauf
Zur Diagnose einer chronischen Niereninsuffizienz werden verschiedene Diagnoseverfahren angewendet. Einen ersten Hinweis können erhöhte Kreatininwerte geben, welche aus einem ausführlichen Blutbild ersichtlich werden. Ist dies der Fall, folgen weitere Blut- und Urinanalysen. Sie geben Aufschluss über weitere Nierenwerte wie den Harnstoff im Blut, die Kreatininkonzentration im Blut und das Urinvolumen. Aus dem Kreatininwert wird zusätzlich die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) berechnet, die die Filterleistung der Nieren angibt; im Urin wird die Ausscheidung des Eiweißes Albumin gemessen.
Der Schweregrad wird heute nach den Leitlinien der internationalen Fachgesellschaft KDIGO angegeben. Die Filtrationsleistung ergibt dabei die Stadien G1 bis G5, die Albuminausscheidung im Urin zusätzlich die Kategorien A1 bis A3; beide zusammen beschreiben Schwere und Risiko der Erkrankung. Früher wurde die chronische Niereninsuffizienz in vier Stadien von der kompensierten Retention über das präterminale bis zum terminalen Nierenversagen eingeteilt. Diese ältere Einteilung ist durch die KDIGO-Stadien abgelöst worden.
Auch bildgebende Verfahren kommen zum Einsatz. Mithilfe von Ultraschall, Computertomografie und Röntgenkontrastmitteluntersuchung kann die Diagnostik einer Niereninsuffizienz erfolgen sowie ihr Verlauf kontrolliert werden. Untersuchungen mit jodhaltigem Röntgenkontrastmittel wurden früher großzügig eingesetzt. Da diese Mittel die ohnehin geschädigte Niere zusätzlich belasten können, werden sie heute bei eingeschränkter Nierenfunktion nur noch nach sorgfältiger Abwägung durchgeführt; die Basisuntersuchung ist der Ultraschall. Ist der Verdacht auf die Erkrankung bestätigt worden, werden die bisherigen Auswirkungen der Nierenschwäche mit einer körperlichen Untersuchung erfasst.
Wird eine chronische Niereninsuffizienz nicht behandelt, verschlimmert sich die Erkrankung stetig. Irgendwann ist die Niere schließlich nicht mehr in der Lage zu arbeiten und gibt ihre Funktion vollständig auf. Eine Dialyse bzw. Nierentransplantation wird im Endstadium der chronischen Niereninsuffizienz erforderlich.
Komplikationen
Unbehandelt kann eine chronische Niereninsuffizienz einige Komplikationen hervorrufen. In Folge der fortschreitenden Schädigung der Niere kommt es zunächst zu Bluthochdruck, ausgelöst durch die nachlassende Urinproduktion und Urinausscheidung und den daraus resultierenden Überschuss von Salz und Wasser. Dadurch kann es später auch zu Flüssigkeitseinlagerungen in den Armen und Beinen oder der Lunge kommen.
Ein Ödem bringt unter anderem Schmerzen, Atembeschwerden und Durchblutungsstörungen mit sich. In letzter Konsequenz entwickelt sich aus der chronischen Niereninsuffizienz eine terminale Niereninsuffizienz; es kommt zur Harnvergiftung, Magen-Darm-Beschwerden, Bewusstseinsveränderungen, Herzrhythmusstörungen, Herzbeutelentzündung und schließlich zum urämischen Koma. Knapp die Hälfte der Patienten im Endstadium verstirbt innerhalb von zehn Jahren an den Folgen der Nierenkrankheit. Todesursache sind dabei meist Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht das Nierenversagen selbst.
Das Terminalstadium erhöht vor allem das Risiko für schwere Herzerkrankungen und Schlaganfall. Da die Nieren bei einer chronischen Insuffizienz Kalium nicht mehr ausreichend ausscheiden können, kann es außerdem zu einer Hyperkaliämie und in der Folge zu Muskelschwäche, kurzen Bewusstseinsverlusten und Schwindel kommen. Stark erhöhte Kaliumwerte können außerdem lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand auslösen. Oftmals treten außerdem neurologische Störungen, Störungen des Knochenstoffwechsels und Beschwerden durch die Mangelernährung auf.
Behandlung & Therapie
Welche Behandlungsform bei einer chronischen Niereninsuffizienz gewählt wird, steht in Abhängigkeit zum Stadium der Erkrankung sowie ihrer Ursache. Prinzipiell existieren zwei Therapiemethoden. Die konservative Therapie behandelt die Grunderkrankung sowie die Symptome, welche durch die Nierenschwäche verursacht worden sind.
Die eingesetzten Medikamente hängen von der Basiserkrankung ab. Zur Verhinderung eines weiteren Fortschreitens der Nierenschwäche trotz Therapie der Grunderkrankung müssen einige Dinge berücksichtigt werden. So sollte die Ernährung umgestellt werden. Eine eiweißarme und kaliumarme Ernährung ist nun gefragt. Kalium und Phosphat werden dabei allerdings nicht pauschal eingeschränkt, sondern nur dann, wenn die entsprechenden Blutwerte tatsächlich erhöht sind; die Ernährungsumstellung sollte deshalb ärztlich oder durch eine Ernährungsfachkraft begleitet werden. Auf Salz sollte nur im Rahmen der konservativen Therapie verzichtet werden, wenn der Patient unter Bluthochdruck und Ödemen leidet. Nach heutigem Kenntnisstand wird eine Beschränkung der Kochsalzzufuhr jedoch allen Betroffenen empfohlen, weil sie den Blutdruck senkt und die Eiweißausscheidung über den Urin vermindert. Die Symptome, welche sich durch die chronische Niereninsuffizienz entwickeln, können mit Medikamenten gelindert werden.
Zur medikamentösen Grundbehandlung gehören heute blutdrucksenkende Mittel aus der Gruppe der ACE-Hemmer oder der Sartane, die zugleich die Eiweißausscheidung senken und die Niere schützen. Seit 2021 werden zusätzlich sogenannte SGLT2-Hemmer wie Dapagliflozin oder Empagliflozin eingesetzt, und zwar ausdrücklich auch bei Betroffenen ohne Diabetes: Sie verlangsamen das Fortschreiten der Nierenschwäche und senken zugleich das Risiko für Herzerkrankungen. Bei einer durch Diabetes verursachten Nierenerkrankung kommt der Wirkstoff Finerenon hinzu. Lange Zeit galt, dass sich am Krankheitsverlauf selbst nichts ändern lässt und nur die Grunderkrankung und die Symptome behandelt werden können. Mit diesen Medikamenten steht heute erstmals eine Behandlung zur Verfügung, die den Verlauf der Nierenerkrankung unmittelbar bremst und den Beginn einer Dialyse um Jahre hinausschieben kann.
Ist die Nierenschwäche jedoch schon weit fortgeschritten, kann meist keine Therapieform die Schädigungen der Nierenfunktion rückgängig machen. Eine Dialyse bzw. eine Blutwäsche kommt nun zum Einsatz, welche den Betroffenen ein Leben lang begleitet. Als Nierenersatzverfahren stehen die Hämodialyse über eine Blutwäschemaschine und die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) zur Verfügung, die zu Hause durchgeführt werden kann. Damit die Hämodialyse rechtzeitig beginnen kann, wird der dafür nötige Gefäßzugang – meist eine operativ angelegte Verbindung zwischen Arterie und Vene am Unterarm – schon Monate vor dem voraussichtlichen Dialysebeginn geschaffen.
Die einzige Alternative zu einer stetigen Dialyse ist die Nierentransplantation. Der Patient erhält dann ein Spendeorgan, um seine chronische Niereninsuffizienz zu therapieren. Am günstigsten ist es, wenn die Transplantation noch vor dem Beginn der Dialyse erfolgt (präemptive Transplantation); dafür kommt neben einem Organ eines verstorbenen Spenders auch eine Lebendspende aus dem nahen Umfeld infrage.
Aussicht & Prognose
Die Heilungsaussicht bei einer chronischen Niereninsuffizienz gilt als ungünstig. In den meisten Fällen erleben die Patienten mit dieser Krankheit keine Heilung, da aufgrund der Beschädigungen des Organgewebes die Erkrankung von Medizinern als unheilbar einzustufen ist. Die Behandlung der Patienten ist durch die schlechte Prognose und Heilungsaussicht auf die Linderung der vorhandenen Symptome ausgerichtet. Zudem soll ein Voranschreiten der Erkrankung möglichst lange verzögert werden und gleichzeitig die Lebensqualität des Patienten optimiert werden. Diese Einschätzung stammt aus einer Zeit, in der es keine Mittel gab, die das Fortschreiten der Nierenschädigung selbst aufhalten konnten. Nach heutigem Kenntnisstand lässt sich der Verlauf mit konsequenter Blutdruckeinstellung und den neueren nierenschützenden Medikamenten häufig über viele Jahre verlangsamen, so dass ein erheblicher Teil der Betroffenen niemals dialysepflichtig wird.
Das Nierengewebe erleidet bei dem chronischen Nierenversagen irreparable Schäden. Eine Heilung oder Besserung des Gesundheitszustandes des Patienten ist dann nur noch durch eine Nierentransplantation möglich. Erschwerend ist zudem, dass die Erkrankung bei Männern und älteren Menschen schneller voranschreitet als bei anderen Betroffenen.
Unbehandelt führt die chronische Niereninsuffizienz auf lange Sicht zum Tod des Patienten. Mit einer Behandlung verlängert sich die Lebenserwartung erheblich, ist jedoch im direkten Vergleich zu gesunden Menschen deutlich herabgesetzt. Ist die Ursache der chronischen Niereninsuffizienz ein Diabetes mellitus, verschlechtert sich die Prognose um ein weiteres.
Zudem kommt es bei vielen Patienten zu einem frühzeitigen Ableben aufgrund verschiedener Folgeerscheinungen der Niereninsuffizienz. Erkranken neben den Nieren auch das Gefäßsystem oder treten Herzerkrankungen ein, sinkt die Aussicht auf eine Heilung. Zusätzlich wird die Lebenserwartung des Patienten verkürzt.
Vorbeugung
Einer chronischen Niereninsuffizienz kann durch eine gesunde Lebensweise vorgebeugt werden. Es ist ratsam, die Niere stets zu schützen. Daher sollten Blasen- und Nierenentzündungen rechtzeitig und konsequent behandelt werden. Ferner ist es ratsam, auf nierenschädigende Medikamente zu verzichten bzw. ihre Einnahme bei einer begonnenen Nierenschwäche zu stoppen. Auch Bluthochdruck und Diabetes mellitus sollten vermieden werden beziehungsweise gründlich therapiert werden.
Nachsorge
Betroffenen stehen bei dieser Krankheit zahlreiche Maßnahmen einer Nachsorge zur Verfügung, die lebenslang fortgeführt werden müssen. Die Krankheit kann dabei nicht vollständig geheilt werden, sodass auch die Lebenserwartung des Patienten durch die Niereninsuffizienz deutlich verringert ist. In einigen Fällen kann eine Transplantation durchgeführt werden, die die Beschwerden dauerhaft lindert.
In den meisten Fällen können Medikamente verwendet werden, die die Niereninsuffizienz behandeln. Dabei sollten Betroffene stets auf eine richtige Dosierung und die regelmäßige Einnahme der Medikamente achten. Ebenfalls sind die meisten Betroffenen auf eine Dialyse angewiesen. Dabei ist auch die Unterstützung der eigenen Familie und der Freunde sehr wichtig.
Vor allem psychische Verstimmungen oder Depressionen können dadurch gelindert oder vermieden werden. Im Allgemeinen wirkt sich auch eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus und kann eine weitere Schädigung der Nieren verhindern. Betroffene sollten auf eine salzarme Ernährung achten. Ob darüber hinaus die Kalium- und Phosphatzufuhr eingeschränkt werden muss, richtet sich nach den Blutwerten und sollte nicht in Eigenregie entschieden werden.
Ebenso sollte ein Bluthochdruck vermieden werden. Da die chronische Niereninsuffizienz in der Regel nicht vollständig behandelt werden kann, sind regelmäßige Untersuchungen der inneren Organe sehr wichtig, um weitere Komplikationen und Schäden früh zu erkennen und zu behandeln.
Das können Sie selbst tun
Die Möglichkeiten zur Selbsthilfe sind bei einer chronischen Niereninsuffizienz nur begrenzt gegeben. Das Hauptaugenmerk liegt im Alltag auf einer gesunden Lebensführung. Schadstoffe, die dem Körper beim Genuss von Alkohol oder Nikotin zugeführt werden, sollten grundsätzlich vermieden werden. Diese belasten den Organismus unnötig.
Wichtig ist außerdem der Verzicht auf frei verkäufliche entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, die die Nierenfunktion weiter verschlechtern können. Vor jeder Selbstbehandlung mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sollte deshalb ärztlicher Rat eingeholt werden. Auch die tägliche Trinkmenge gehört mit dem Arzt besprochen: Der oft gehörte Rat, bei Nierenproblemen besonders viel zu trinken, ist im fortgeschrittenen Stadium falsch und gefährlich, weil die geschwächte Niere die Flüssigkeit nicht mehr ausscheiden kann und es zu einer Überwässerung bis hin zum Wasser in der Lunge kommen kann.
Hilfreich sind Maßnahmen, die zu einer Stärkung des Immunsystems beitragen. Dazu gehören ein geregelter Tagesablauf, ausreichende Ruhephasen, eine gute Schlafhygiene sowie eine ausgewogene Ernährung. Vitamine und eine ballaststoffreiche Nahrung unterstützen das Immunsystem, so dass der Organismus weniger anfällig für Krankheitserreger ist.
Bei der Erkrankung sind eine psychische Stabilität und optimistische Lebenseinstellung sehr hilfreich. Das soziale Umfeld sollte so strukturiert sein, dass es dem Betroffenen Halt und Sicherheit gibt. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist den aktuellen Möglichkeiten anzupassen und sollte nicht eingestellt werden. Ein sozialer Rückzug vermindert die Lebensqualität und fördert eine depressive Stimmung.
Die Freizeitgestaltung oder sportliche Aktivitäten können nach gezielten stressabbauenden Tätigkeiten oder Methoden ausgerichtet werden. Dies stärkt das Wohlbefinden und fördert eine positive Einstellung dem Leben gegenüber. Optimismus und Zuversicht helfen trotz aller Widrigkeiten. Obwohl die Erkrankung viele negative Facetten hat und der Krankheitsverlauf sehr schwierig ist, ist eine Lebensbejahung förderlich bei der Überwindung von herausfordernden Situationen und Zuständen.
Quellen
- Kuhlmann, U., Hoyer, J., Luft, F. C., et al.: Nephrologie.
ISBN: 9783137002062
- Schwenger, V. (Hrsg.): Klinikleitfaden Nephrologie.
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- Keller, C. K., Geberth, S. K.: Praxis der Nephrologie.
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- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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- Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
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