Defibrillation

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Mit der Defibrillation beheben Ersthelfer durch einen Gleichstromimpuls eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die bei nicht rechtzeitiger Gegeneinwirkung in einem tödlichen Herz-Kreislauf-Stillstand enden kann. Eine Entflimmerung erfolgt ausschließlich durch eine erfolgreiche Schockgabe. Das Synonym für Defibrillation lautet Entflimmerung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Defibrillation?

Defibrillation
Mit der Defibrillation beheben Ersthelfer durch einen Gleichstromimpuls eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die bei nicht rechtzeitiger Gegeneinwirkung in einem tödlichen Herz-Kreislauf-Stillstand enden kann.

Der Gleichstromimpuls am Patienten erfolgt mittels Schockgabe. Der Defibrillator fungiert als Schockgeber zur Defibrillation und Kardioversion. Es handelt sich dabei um eine kontrollierte Abgabe von Elektroschocks an den Herzmuskel. Der European Resuscitation Council (ERC) definiert das Fehlen der ursprünglichen Herzrhythmusstörung fünf Sekunden nach Schockgabe als erfolgreiche Defibrillation.

Eine Defibrillation wird bei Vorliegen einer Reanimation bei Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern, Kammerflattern und Pulsloser Ventrikulärer Tachykardie (lebensbedrohliche, von den Herzkammern ausgehende Rhythmusstörung) durchgeführt. Bei einer Asystolie (Herzstillstand ohne elektrische Herzaktion) und bei der pulslosen elektrischen Aktivität wird dagegen nicht defibrilliert; hier sind die Herzdruckmassage und die Beatmung die entscheidenden Maßnahmen. Auch sonst ersetzt die Schockgabe die Herzdruckmassage nicht, sondern ergänzt sie. Bei einem Kreislaufstillstand gilt deshalb: sofort den Notruf 112 wählen, mit der Herzdruckmassage beginnen und einen Defibrillator einsetzen, sobald einer verfügbar ist. Inzwischen werden vermehrt sogenannte automatisierte externe Defibrillatoren (AED) eingesetzt, die auch von Laien bedient werden können. Diese Geräte analysieren den Herzrhythmus selbst, geben einen Schock nur bei einem defibrillierbaren Rhythmus frei und führen mittels optischen und akustischen Signalen durch die Maßnahmen zur Herz-Lungenwiederbelebung.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Kontraktion, das Zusammenziehen des Herzmuskels, erfolgt durch die Depolarisation (Entladung) der Muskelfasern, wobei die Repolarisation ein elektrisches Phänomen ist, bei dem der ursprüngliche Ladungszustand des Herzens wieder hergestellt wird. Herzrhythmusstörungen und damit manchmal lebensbedrohliche Zustände, die – etwa im Rahmen eines Herzinfarkts – zum tödlichen Herz-Kreislauf-Stillstand führen können, treten immer dann auf, wenn die Herzmuskelzellen nicht mehr koordiniert zusammen arbeiten und die Blutversorgung des Körpers nicht gewährleistet ist.

Das Herz bleibt zwar weiterhin aktiv, zeigt jedoch keine geordnete Pumpfunktion. Klinisch gesehen zeigen sich die ersten Anzeichen eines lebensbedrohlichen Kreislaufstillstandes. Liegt eine derartige Situation beim Patienten vor, prüfen die Mediziner mittels EKG den zugrundeliegenden Herzrhythmus. Anhand dieser Daten entscheiden die Kardiologen, ob ein defibrillierbarer Rhythmus vorliegt oder nicht. Um einen Patienten mit der lebensrettenden Defibrillation zu behandeln, legt das Rettungsteam eine Elektrode über die Herzspitze und eine zweite über die Herzbasis.

Das Setzen der Elektroden erfolgt über Klebeelektroden oder durch sogenannte Paddles. Paddles sind großflächige Plattenelektroden, deren Anbringung im Gegensatz zu den Klebeelektroden einen geringeren Zeitaufwand erfordert. Die Paddles werden rechts, parasternal unterhalb der Clavicula (Schlüsselbein) und links in Höhe des fünften Interkostalraumes (Raum zwischen zwei benachbarten Rippen) in der vorderen Axillarlinie angebracht. Im Falle einer ventrikulären Tachykardie (Kammertachykardie) werden die Paddles im sogenannten Cross-Check in ihrer Position getauscht, um eventuelle Störungen im EKG auszuschließen, die einen defibrillierbaren Rhythmus vortäuschen können, obwohl zum Beispiel eine Asystolie (Herzstillstand ohne elektrische Herzaktion) vorliegt.

Eine ideale Situation liegt vor, wenn vor der Schockgabe die Herzdruckmassage ausschließlich über einen sehr kurzen Zeitraum, weniger als fünf Sekunden, unterbrochen wird. Im Fall der Anwendung sogenannter manueller Defibrillatoren ist dies jedoch nur mit einem gut eingespielten und geübten Team möglich. Anschließend versuchen die Mediziner, eine möglichst große Masse der Herzmuskelzellen zu depolarisieren, sie werden „auf Null“ gesetzt. Durch diese lebensrettende Maßnahme werden die zuvor im Ventrikel (eine der beiden unteren Herzkammern) kreisenden Erregungszustände vollständig unterbrochen und das Herz hat nun die Chance, die Erregungsbildung wieder in einem natürlichen Ablauf erfolgen zu lassen (Reizleitungssystem).

Ist die Defibrillation erfolgreich, übernimmt der Sinusknoten (primäres Schrittmacherzentrum des Herzens) wieder die Kontrolle über die Arbeit des Herzmuskels. Die Schockgabe alleine ist jedoch nicht ausreichend. Die Mediziner müssen anschließend mit der manuellen Reanimation fortfahren, um den Patienten nicht zu „verlieren“. Dabei bleibt keine Zeit, den Puls zu ertasten oder auf den EKG-Monitor zu schauen, alle Maßnahmen müssen sehr schnell erfolgen. Das Myokard (Herzmuskel, der den größten Teil der Herzwand bildet) benötigt eine gewisse Zeit, um sich von dem Stress, den diese lebensbedrohliche Situation mit sich bringt, zu erholen.

Die elektrische Kardioversion ist keine reguläre Notfallmaßnahme und erfolgt in der Regel EKG-gesteuert, wobei der Gleichstromstoß in die nichtvulnerable Phase (Zeitraum, in dem während des Herzzyklus ein außergewöhnlicher Impuls kein Kammerflimmern oder Kammerflattern auslöst) der Herzaktion getriggert wird. Sie wird bei Vorhofflimmern und (supra)ventrikulärer Tachykardie angewendet. Eine optimale Situation liegt vor, wenn neben der EKG-Ableitung II, die über die Geräte-Paddles am Sternum (Brustbein) und Appex (Herzspitze) erfolgt, ein Ruhe-EKG aufgezeichnet wird.

Die Kardioversion erfolgt mittels R-zacken-synchronen Elektroschocks, ein bedeutender Unterschied zu der nicht synchron erfolgenden Defibrillation. Die synchrone Abgabe der Elektroschocks bedeutet, dass die Stromabgabe zwar durch den Anwender ausgelöst wird, das Gerät diese jedoch solange verzögert, bis es die nächste R-Zacke erkennt. Durch diese Methode vermeiden die Mediziner, dass die Stromabgabe in die vulnerable Phase (empfindlicher Abschnitt gegen Ende der Erregungsrückbildung) fällt.

Würde während dieser Phase eine Stromabgabe erfolgen, besteht das Risiko von Kammerflimmern und einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Die elektrische Kardioversion arbeitet mit einer geringeren Joulestärke (50 – 100) als die Defibrillation. Bei der geplanten Kardioversion erhalten die Patienten zuvor in der Regel eine kurze Sedierung oder Narkose, etwa mit einem Benzodiazepin (Midazolam) oder einem Hypnotikum (Etomidat).


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Im Fall von Kontraindikationen und ungünstigen Umgebungsverhältnissen bringt die Defibrillation Gefahren mit sich. Bei starker Unterkühlung mit einer Körpertemperatur von weniger als 27 Grad Celsius spricht das Herz häufig nicht auf die Schockgabe an; die Wiederbelebung wird dann fortgesetzt und der Patient zugleich aufgewärmt, bevor weitere Schocks abgegeben werden. Weitere Gegenanzeigen sind Digitalis Intoxikation (Vergiftung durch Digitalis), bestehende Thromben mit Gefahr einer Embolie, Hyperthyreose (krankhafte Überfunktion der Schilddrüse) sowie veränderte Herzmorphologie. Diese zuletzt genannten Gegenanzeigen betreffen die geplante elektrische Kardioversion; bei Kammerflimmern und pulsloser Kammertachykardie ist die sofortige Defibrillation dagegen die einzige wirksame Behandlung.

Ungünstig und damit risikobelastet sind die Umgebungsverhältnisse, wenn der Untergrund nass ist oder ein metallischer Kontakt zwischen Patient und Ersthelfer vorliegt. Auch im Fall einer Explosionsgefährdung muss auf eine Defibrillation verzichtet werden. Hat sich der Patient durch eine Patientenverfügung gegen jegliche Wiederbelebungsmaßnahmen ausgesprochen, müssen die Mediziner von einer Defibrillation absehen. Sowohl bei der Defibrillation als auch bei der Kardioversion darf niemand den Patienten oder das Bett berühren, da sich der Elektroschock auf diese Personen überträgt und sie in Lebensgefahr bringt. Aufgrund der Verbrennungsgefahr darf der Patient keine metallischen Gegenstände wie Ringe oder Gürtel tragen.

Auch eine Zahnprothese ist nicht ungefährlich, da sie den während der Reanimation ausgelösten Krampf unterbrechen oder bei Lockerung die Atmung verlegen kann. Aufgrund der Aspirationsgefahr muss der Patient während der Kardioversion nüchtern sein. Bei der geplanten elektrischen Kardioversion wird der Patient in der Regel drei Wochen vor und mindestens vier Wochen nach der Behandlung antikoaguliert (Vergabe eines Medikaments zur Hemmung der Blutgerinnung). Mögliche Komplikationen können Lungenembolie durch das Loslösen von Thromben, zusätzliche Herzrhythmusstörungen, Anaphylaxie (allergische Reaktion auf die Medikamentenvergabe) und Hautreaktionen im Bereich der Elektroden auftreten.

Geschichte & Entwicklung

Dass starker elektrischer Strom auf den Herzrhythmus einwirkt, wurde bereits im 19. Jahrhundert beobachtet. Die Genfer Physiologen Jean-Louis Prévost und Frédéric Batelli zeigten gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Tierversuch, dass ein Stromstoß ein zuvor ausgelöstes Kammerflimmern wieder beenden kann. Von dieser Beobachtung bis zur klinischen Anwendung vergingen jedoch Jahrzehnte, weil es weder geeignete Geräte noch ein tragfähiges Konzept für die Wiederbelebung gab.

Die erste erfolgreiche Defibrillation an einem Menschen gelang dem amerikanischen Chirurgen Claude Beck in den 1940er Jahren. Sie erfolgte am offenen Brustkorb während einer Operation, die Elektroden wurden also direkt auf das Herz aufgesetzt. Ein zweiter Schritt war die Defibrillation durch die geschlossene Brustwand hindurch, die in den 1950er Jahren durch Paul Zoll beschrieben wurde und die Methode aus dem Operationssaal heraustrug.

Die frühen Geräte arbeiteten mit Wechselstrom. Der Kardiologe Bernard Lown entwickelte in den 1960er Jahren die Defibrillation mit Gleichstrom, die sich als verträglicher erwies und bis heute das Prinzip aller Geräte bildet. Auf Lown geht auch die synchronisierte Schockabgabe zurück, also jenes Verfahren, das der geplanten Kardioversion zugrunde liegt und den Impuls bewusst außerhalb der empfindlichen Phase des Herzzyklus platziert. Damit trennten sich die beiden Anwendungen, die bis heute technisch verwandt, in der Anwendung aber streng zu unterscheiden sind: die ungesteuerte Schockgabe im Kreislaufstillstand und die getriggerte Schockgabe bei erhaltenem Kreislauf.

Eine weitere Entwicklungsstufe war der Wechsel von der monophasischen zur biphasischen Impulsform, bei der der Strom seine Richtung innerhalb des Impulses umkehrt. Biphasische Geräte kommen mit geringerer Energie aus und haben die monophasischen Modelle weitgehend abgelöst. Parallel dazu wurden die Geräte kleiner, leichter und mit Akkus betreibbar, was ihren Einsatz im Rettungsdienst und schließlich außerhalb des medizinischen Bereichs überhaupt erst möglich machte.

Der automatisierte externe Defibrillator

Der automatisierte externe Defibrillator, abgekürzt AED, ist ein tragbares Gerät, das für die Anwendung durch Ersthelfer ohne medizinische Ausbildung entwickelt wurde. Er unterscheidet sich vom manuellen Defibrillator des Rettungsdienstes vor allem darin, dass nicht der Anwender, sondern das Gerät den Herzrhythmus beurteilt. Über die aufgeklebten Elektroden zeichnet der AED die elektrische Aktivität des Herzens auf und wertet sie selbst aus. Nur wenn die Analyse einen defibrillierbaren Rhythmus erkennt, gibt das Gerät einen Schock frei. Bei einer Asystolie oder einer pulslosen elektrischen Aktivität bleibt der Schock aus; das Gerät fordert stattdessen zur Fortsetzung der Herzdruckmassage auf.

Die Bedienung wird durch gesprochene Ansagen und meist auch durch Bildsymbole auf dem Gerät angeleitet. Die Ansagen führen Schritt für Schritt durch den Ablauf und geben unter anderem den Takt für die Herzdruckmassage vor. Diese Führung ist der eigentliche Grund, weshalb AED-Geräte auch von Ungeübten bedient werden können. Kurse in Erster Hilfe enthalten heute in der Regel eine praktische Einweisung an einem Übungsgerät.

AED-Geräte hängen inzwischen an vielen öffentlich zugänglichen Orten, etwa in Bahnhöfen, Flughäfen, Einkaufszentren, Schwimmbädern, Sportstätten, Verwaltungsgebäuden und größeren Betrieben. Die Standorte sind mit einem grün-weißen Schild gekennzeichnet, das ein Herz mit einem Blitz zeigt. In mehreren Regionen sind die Standorte zusätzlich in Registern erfasst, auf die Leitstellen und Smartphone-Anwendungen zugreifen. Die Geräte führen in festgelegten Abständen selbsttätig Funktionsprüfungen durch und zeigen an, wenn Elektroden oder Batterie ausgetauscht werden müssen; die Elektrodenpads haben ein begrenztes Haltbarkeitsdatum.

Für Kinder halten viele Geräte besondere Elektroden oder eine Umschaltmöglichkeit bereit, mit denen die abgegebene Energie verringert wird. Welche Elektroden ein Gerät erwartet, ist auf dem Gehäuse und auf der Verpackung der Pads vermerkt.

Geplante Kardioversion im Krankenhaus

Die geplante elektrische Kardioversion ist im Gegensatz zur Notfalldefibrillation ein terminierter Eingriff, der vorbereitet wird und für den der Patient einbestellt wird. Sie kommt vor allem bei anhaltendem Vorhofflimmern und bei bestimmten Formen der Tachykardie in Betracht, wenn der Kreislauf des Patienten stabil ist und ein regelmäßiger Rhythmus wiederhergestellt werden soll.

Vor dem Termin klärt der behandelnde Arzt über Ablauf und mögliche Komplikationen auf. Ein zentraler Punkt der Vorbereitung ist die Frage, ob sich im linken Vorhof des Herzens Blutgerinnsel gebildet haben, die durch die Rhythmusumstellung fortgeschwemmt werden könnten. Deshalb wird entweder eine ausreichend lange gerinnungshemmende Vorbehandlung dokumentiert oder unmittelbar zuvor eine transösophageale Echokardiographie durchgeführt, mit der der Vorhof eingesehen werden kann. Der Patient erscheint nüchtern, weil eine kurze Sedierung oder Narkose vorgesehen ist.

Der Eingriff selbst findet unter Überwachung von Herzrhythmus, Blutdruck und Sauerstoffsättigung statt und dauert nur kurz; den größten Teil der Zeit beansprucht das Einschlafen und das Wiedererwachen. Nach dem Aufwachen bleibt der Patient noch einige Stunden zur Beobachtung. Weil die Sedierung nachwirkt, darf er an diesem Tag nicht selbst Auto fahren und sollte begleitet werden. Die gerinnungshemmende Behandlung wird nach dem Eingriff fortgeführt, oft dauerhaft, weil das Vorhofflimmern zurückkehren kann, ohne dass der Betroffene es bemerkt. Kontrolltermine dienen dazu, den erreichten Rhythmus zu überprüfen.

Implantierte und tragbare Defibrillatoren

Für Menschen mit einem dauerhaft erhöhten Risiko für lebensbedrohliche Rhythmusstörungen gibt es implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren, im Fachjargon nach der englischen Bezeichnung als ICD abgekürzt. Das Gerät wird ähnlich einem Herzschrittmacher unter die Haut eingesetzt und überwacht den Herzrhythmus fortlaufend. Erkennt es Kammerflimmern oder eine schnelle Kammertachykardie, gibt es selbsttätig eine Schockabgabe ab; viele Modelle versuchen zuvor, die Rhythmusstörung durch eine schnelle Stimulation zu beenden. Neben den Systemen mit Sonden im Herzen gibt es solche, deren Elektrode unter der Haut neben dem Brustbein verläuft.

Betroffene erhalten einen Ausweis, in dem das Modell verzeichnet ist, und werden in festen Abständen einbestellt, damit die gespeicherten Aufzeichnungen ausgelesen und die Batterie überprüft werden. Für zeitlich begrenzte Risikophasen, etwa nach einem Herzinfarkt oder in der Wartezeit auf eine Implantation, steht als Zwischenlösung eine tragbare Weste mit eingebauten Elektroden zur Verfügung.

Ein einliegendes Gerät schließt eine Defibrillation von außen nicht aus. Die Elektroden werden dann in einem gewissen Abstand zum Aggregat aufgeklebt, damit die Stromabgabe nicht über das Gehäuse abgeleitet wird.

Nach einer erfolgreichen Defibrillation

Mit der Wiederherstellung eines eigenen Kreislaufs ist die Behandlung nicht abgeschlossen. Die Betroffenen werden in eine Klinik gebracht und dort meist auf einer Intensivstation weiterbetreut. Im Vordergrund steht zunächst die Suche nach der Ursache des Kreislaufstillstands, denn eine Rhythmusstörung ist fast immer Folge einer anderen Störung. Häufige Ursachen sind ein Herzinfarkt, ein ausgeprägtes Ungleichgewicht der Elektrolyte, eine Lungenembolie, eine Vergiftung oder eine schwere Unterkühlung. Je nach Verdacht schließen sich weitere Untersuchungen an, etwa eine Herzkatheteruntersuchung, eine Blutuntersuchung oder eine Bildgebung.

Ein zweiter Schwerpunkt ist der Schutz des Gehirns, das während des Kreislaufstillstands nicht durchblutet wurde. Zur Nachbehandlung gehören unter anderem eine kontrollierte Beatmung, die Stabilisierung von Kreislauf und Blutzucker sowie ein gezieltes Temperaturmanagement. Wie gut sich das Gehirn erholt, lässt sich in den ersten Stunden meist noch nicht beurteilen; die Einschätzung stützt sich auf den zeitlichen Verlauf, auf neurologische Untersuchungen und auf apparative Befunde.

Später steht die Frage im Raum, wie einem erneuten Ereignis vorgebeugt werden kann. Je nach Ursache reicht das von der Behandlung der Grunderkrankung über eine medikamentöse Rhythmusbehandlung bis zur Implantation eines Defibrillators. Angehörige, die eine Wiederbelebung miterlebt haben, brauchen nicht selten selbst Unterstützung; viele Kliniken bieten dafür Gespräche an.

Quellen

  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin.
    ISBN: 9783662635674
  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Hamm, C., Willems, S.: Checkliste EKG.
    ISBN: 9783132453050
  • Bause, H., Kochs, E., Scholz, J., et al. (Hrsg.): Duale Reihe Anästhesie.
    ISBN: 9783131524843
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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